Manuskripte 1954

Inhalt: 205 Manuskripte und 25 Typoskripte zu 34 Gedichten (3 Endfassungen)
Datierung: 1.1.-27.12.1954
Textträger: Einzelblätter (A4-Format)
Umfang: 36 Dossiers, 270 beschriebene Seiten
Publikation: Die verwandelten Schiffe (16 Gedichte), Verstreutes (3 Gedichte)
Signatur: A-5-c/08 (Schachtel 35)
Herkunft: Mappe EG 54 I, EG 54 II

Wiedergabe: Edierte Texte, Abbildungen, Diplomatische Umschriften

Freitag, 01 Januar 1954       )

Sie sammeln das Harz …* (A)

Sie sammeln das Harz
das tropft herab von den spärlichen Myrrhen 
und duftet zu den Kamelen, 
die schnuppernd es atmen weit durch die Wüste: 
05 vor der betauten Oase, in die sie aus der Dürre, 
darüber stets wegschaun die Palmen, 
daran nicht denkt der Ölbaum, 
tragen hinein, langsam, schwerer als jene von Datteln, 
als von Oliven, von der Myrrhe duftendem Harz.

Samstag, 02 Januar 1954       )

Ankunft in der Oase (B)

Die Reiter sammeln 
das herabtropft die Stämme der spärlichen Myrrhen, das Harz, 
weit durch die Wüste rochen die Kamele es schnuppernd 
vor der betauten Oase, in die aus der Dürre, 
05 – darüber stets wegschaut die Palme, 
daran nie dachte der Ölbaum – 
sie tragen hinein, langsam, schwerer als jene von Datteln, 
dieser von Oliven, von der Myrrhe duftendem Harz.

Sonntag, 03 Januar 1954       )

Ankunft in der Oase (C)

Wir sammeln, das herabtropft die Stämme der Myrrhen,
das Harz: weit durch die Dürre rochen die Kamele es
schnuppernd,
fern dem Tau der Oase, in die aus der Dürre
– darüber wegschaut die Palme, daran nicht dachte der Ölbaum – 
05 sie tragen langsam hinein, schwerer als jene von Datteln, 
dieser von Oliven, der Wüstenmyrrhen heilduftendes Harz

Montag, 04 Januar 1954       )

Ankunft in der Oase (D)

Wir sammeln, das herabrinnt die Stämme der Myrrhen,
das Harz: weit durch die Dürre rochen die Kamele es
schnuppernd, 
fern der feuchten Oase, in die aus der Dürre 
– darüber wegschaut die Palme, davon nie wusste (ahnte)
der Ölbaum – 
05 sie nun langsam tragen hinein, schwerer als die Palme von Datteln, 
als von Oliven der Ölbaum, der wenigen Myrrhen der Wüste
(heil)duftendes Harz.

Mittwoch, 06 Januar 1954       )

Ankunft in der Oase (E)

Wir sammeln, das herabrinnt die Myrrhenstämme, das Harz: 
weit durch die Dürre schnupperten es die Kamele, 
fern noch der feuchten Oase, in die aus der Wüste 
– darüber wegschaut die Palme, die nie sah der Ölbaum – 
05 sie nun tragen langsam hinein, beladner als die Palme
mit Datteln, 
als mit Oliven der Ölbaum, mit der Myrrhen der Wüste duftendem 
Harz.

Dienstag, 12 Januar 1954       )

Ankunft in der Oase (F)

Wir sammeln, das herabrinnt die Myrrhenstämme, das Harz: 
weit durch die Dürre schnupperten es die Kamele, 
noch fern der feuchten Oase, wo aus der Wüste 
– darüber wegschaut die Palme, die nie sah der Ölbaum – 
05 sie nun tragen langsam hinein, beladner als die Palme mit Datteln, 
als mit Oliven der Ölbaum, mit der Myrrhen der Wüste würzigem Harz.

Freitag, 22 Januar 1954       )

Ankunft in der Oase (G)

Wir sammelten, das herabrinnt die Myrthenstämme, das Harz: 
die Kamele schnupperten es weit in der Wüste, 
darüber wegschaut die Palme, die nie sah der Ölbaum[,]
der verschlossnen Oase. Wo sie nun schreiten hinein, 
05 beladner als die Palme mit Datteln, als mit Oliven der Ölbaum, 
mit der Myrrhen der Wüste würzigem Harz.

Dienstag, 02 Februar 1954       )

Ankunft in der Oase (H)

Wir sammelten, das herabrann die Myrrhenstämme, das Harz.
Die Kamele schnupperten es weit in der Wüste, 
darüber wegschaut die Palme, die nie sah der Ölbaum 
der verschlossnen Oase. Wo nun sie schreiten hinein, 
05 beladner als die Palme mit Datteln, als mit Oliven der Ölbaum, 
mit der Myrrhen der Wüste würzigem Harz.

Mittwoch, 24 Februar 1954       )

Ankunft in der Oase (J)

Wir sammeln das Harz, das die Myrrhenstämme herabrann. 
Die Kamele schnupperten es weit in der Wüste, 
darüber wegblickt die Palme, die nie sah der Ölbaum 
der verschlossnen Oase: Wo nun sie schreiten hinein, 
05 beladner als die Palme mit Datteln, als mit Oliven der Ölbaum, 
mit der Myrrhen der Wüste würzigem Harz.

Sonntag, 03 Januar 1954       )

Die Oase (A)

Führt die Schlange hinein über die letzte der Dünen 
meinen brennenden Fuss in die Oase, die plötzlich 
ergrünt und ihn löscht mit Gräsern voll Tau, 
bevor mir unterm Zelt der alten Palme zuinnerst 
05 die mit der steigenden Sonne wunderbar immer kältere Quelle 
zustiebt Kühle; schon ist ihr mein Antzlitz näher geneigt, 
schon erweckt vom ersten Tropfen die Lippe.

Montag, 04 Januar 1954       )

Die Oase (B)

Hinein führt über die letzte der glühenden Dünen
die Schlange den versengten Fuss in den Tau, 
der ihn löscht, der Oase, bevor mir unter der alten Palme zuinnerst 
die Quelle zustäubt die mit der steigenden Sonne 
05 wunderbar immer kühlere Kühle; schon ist ihr näher geneigt, 
schon ist erweckt vom ersten Tropfen die Lippe.

Mittwoch, 06 Januar 1954       )

Die Oase (C)

Hinein führt über die letzte, die glühendste Düne
die Schlange den versengten Fuss in den Tau, 
der ihn löscht, der Oase, bevor der Stirn unter der alten Palme 
zuinnerst 
der Quell zustäubt die mit der steigenden Sonne 
05 wunderbar immer kühlere Kühlung: schon ihr näher geneigt, 
schon ist erweckt vom ersten Tropfen die Lippe.

Montag, 11 Januar 1954       )

Die Oase (D)

Hinein führt über die letzte, die glühendste Düne
die Schlange den versengten Fuss in den Tau, 
der ihn löscht, der Oase, bevor dem Mund unter der Palme 
zuinnerst der Quell zustäubt die mit der steigenden Sonne 
wunderbar immer kühlere Kühlung: schon ihr näher geneigt, 
schon ist erweckt vom ersten Tropfen die Lippe.

Freitag, 22 Januar 1954       )

Die Oase (E)

Hineinführt über die letzte glühende Düne
die Schlange den versengten Fuss in den Tau, 
der ihn löscht, der Oase, bevor dem Mund zuinnerst 
unter der Palme die Quelle die mit der steigenden Sonne 
wunderbar immer kühlere Kühlung zustäubt: wo, 
ihr geneigt, erwacht vom ersten Tropfen die Lippe.

Dienstag, 02 Februar 1954       )

Die Oase (F)

Hinein führt über die letzte glühende Düne
die Schlange den versengten Fuss in den Tau, 
der ihn löscht, noch bevor zuinnerst dem Mund 
unter dem Palmbaum die Quelle die mit der steigenden Sonne 
05 immer kühlere Kühlung zustäubt: wo,
ihr geneigt, erwacht schon vom ersten Tropfen die Lippe.

Mittwoch, 06 Januar 1954       )

Die Harfe im Meer (A)

Die sie des Nachts hier, die sie dorther gehört, 
die Fischer vergassen über der Harfe die Netze 
und irrten weiter hinaus, dem Morgen zu, 
der heran auf der Barke trägt den Wassergesang, 
05 nun vor der Sonne erloschen: 
nun liegt die Harfe neben dem Knaben von ferne, 
der da liegt für tot: den sie ziehen ans Ufer, 
tiefer ermüdet als sonst vom Fang der lockenden Fische 
von der im Morgen verstummten Beute der einzigen Nacht.

Donnerstag, 07 Januar 1954       )

Die Harfe im Meer (B)

Die sie des Nachts von weither gehört,
die Fischer vergassen über der Harfe die Netze, 
irrten hinaus dem Morgen entgegen, 
der in der Barke heran trägt das Spiel, 
05 das nun in der Sonne verstummte: 
die Harfe neben dem Knaben, der daliegt für tot. 
Sie ziehn ihn ans Ufer, tiefer als sonst 
vom Fang der Fische von dieser einzigen Beute, 
der im Morgen verstummten, ermüdet.

Montag, 11 Januar 1954       )

Die Harfe (C)

Über dem Klang der Harfe von weither
vergassen die Fischer die Netze des Nachts 
und irrten dem Morgen entgegen, 
der in der Barke heran trägt das Spiel, 
05 das nun vor der Sonne verstummte: 
daliegt neben dem leblosen Knaben. 
Sie ziehn ihn ans Ufer, tiefer als sonst 
vom Fang der Fische von dieser einzigen Beute, 
der erst im Morgen verstummten, ermüdet.

Montag, 18 Januar 1954       )

Die Harfe (D)

Über der Harfe vergassen die Fischer 
die Netze des Nachts und irrten dem Morgen entgegen, 
der in der Barke heranträgt die Harfe: 
Nun vor der Sonne verstummt, 
05 daliegt sie neben dem leblosen Knaben. – 
Sie ziehn ihn ans Ufer, tiefer als sonst 
vom Fang der Fische, ermüdet 
von dieser Beute, der erst im Morgen verstummten.

Donnerstag, 28 Januar 1954       )

Die Harfe (E)

Über dem wehenden Klang vergassen die Fischer
die Netze des Nachts und irrten dem Morgen entgegen, 
der in der Barke die nun an dem matten 
Knaben verstummte Harfe heranträgt. 
05 Sie ziehn sie ans Ufer, tiefer als sonst vom Fang der Fische, 
ermüdet von diesem Fang, der erst im Morgen verstummte.

Freitag, 08 Januar 1954       )

Der Spiegel (A)

Aus der offenen Vase steigen die Dämpfe hinauf 
in den hell gereihten Zirkel der Engel, 
die wohl verwundert schauen neu sich unten, 
verwandter der schattigen Talschlucht, 
05 im Grund der Vase, die als Spiegel daliegt: 
woher steigen die Dämpfe, wölkend und doch nicht verhüllend, 
nur das Bild der Engel, der hohen, sachte verdunkelnd, 
die sich verwundert verwandelt anschaun im Spiegel.

Sonntag, 10 Januar 1954       )

Der Spiegel (B)

Aus der offenen Vase steigen die Dämpfe hinauf 
zum hellgereihten Zirkel der Engel, 
die wohl verwundert unten sich finden von neuem, 
verwandter der schattigen Talschlucht, im spiegelnden Grund
der Vase: 
05 dort steigen die Dämpfe, wölkend und doch nicht verhüllend, 
nur wenig verdunkelnd das Bild der Engel, der hohen,  
die sich verwundert verwandelt anschaun im Spiegel.

Montag, 18 Januar 1954       )

Der Spiegel (C)

Aus der offenen Vase steigen die Dämpfe
zum hellgereihten Zirkel der Engel, 
die wohl verwundert, verwandter der schattigen Talschlucht, 
sich finden unten von neuem im Grund der spiegelnden Vase. 
05 Dort steigen die Dämpfe, wölkend und doch nicht verhüllend, 
nur wenig verdunkelnd das Bild der Engel, der hohen, 
die sich verwundert verwandelt anschaun im Spiegel.

Samstag, 23 Januar 1954       )

Der Spiegel (D)

Aus der Vase steigen die Dämpfe zum hellgereihten
Zirkel der Engel, 
die verwundert verwandter der schattigen Talschlucht
sich finden 
unten von neuem im Grund der spiegelnden Vase. 
Wo steigen die Dämpfe, wölkend doch wenig verdunkelnd 
05 das Bild der Engel, der hellen, die sich verwundert
verwandelt anschaun im Grund der spiegelnden Vase.

Samstag, 23 Januar 1954       )

Der Spiegel (E)

Zum Kreis der Engel steigen die Dämpfe vom Grund
der spiegelnden Vase: 
verwundert finden sie sich der Talschlucht verwandter 
unten von neuem im Grund der spiegelnden Vase, 
wo steigen die Dämpfe, wölkend doch wenig verdunkelnd 
05 das Bild der Engel, der hellen, die sich verwundert 
verwandelt anschaun im Grund der spiegelnden Vase.

Freitag, 05 Februar 1954       )

Der Spiegel (F)

Zum Kreis der Engel steigen die Dämpfe vom Grund
der spiegelnden Vase: 
verwundert finden sie sich der Talschlucht verwandter 
unten von neuem im Grund der spiegelnden Vase, 
wo steigen die Dämpfe, wölkend verdunkelnd das Bild 
05 der Engel, der hellen, die sich verwundert 
verwandelt anschaun im Grund der spiegelnden Vase.

Freitag, 05 Februar 1954       )

Der Spiegel (G)

Zum Kreis der Engel vom Grund der spiegelnden Vase
steigen die Dämpfe: verwundert 
finden sie sich der Talschlucht verwandter 
unten von neuem im Grund der spiegelnden Vase, 
05 wo steigen die Dämpfe, wölkend verdunkelnd das Bild 
der Engel, der hellen, die sich verwundert 
verwandelt anschaun im Grund der spiegelnden Vase.

Samstag, 06 Februar 1954       )

Der Spiegel (H)

Zum Kreis der Engel vom Grund der spiegelnden Vase
wölken die Dämpfe: verwundert der Talschlucht verwandter 
finden unten ihr Bild im Grund der spiegelnden Vase 
von neuem, wo steigen die Dämpfe, wölkend verdunkelnd 
05 das Bild der Engel, der hellen, die sich verwundert 
verwandelt anschaun im Grund der spiegelnden Vase.

Samstag, 06 Februar 1954       )

Der Spiegel (J)

Zum Kreis der Engel vom Grund der spiegelnden Vase
wölken die Dämpfe: der Talschlucht verwandter, verwundert 
finden sich unten im Grund der spiegelnden Vase 
von neuem die Engel, wo wölken die Dämpfe, verdunkelnd 
05 das Bild der Engel, der hellen, die sich verwundert 
verwandelt anschaun im Grund der spiegelnden Vase.

Freitag, 08 Januar 1954       )

Die Entführung (A)

Als er den Falken gekauft, spielte er noch auf dem Schiff
Würfel mit den fremden Händlern, lachend, 
und sang ihnen, die alle versammelt um ihn auf dem Verdeck, 
lauter, bis ihn der Wind fasste am Haar 
05 und wegriss die Stimme, bis ihm die Stange schlug 
an das lachend gewendete Antlitz 
und er, plötzlich stumm, unter den  Hämischen 
ringsum tränenwirr blickend, sah: 
dass er vom Strand des Vaters geraubt war 
10 und fuhr fern auf der unendlichen See.

Sonntag, 10 Januar 1954       )

Die Entführung (B)

Den Falken, den er eben gekauft, auf der Schulter,
spielt der Knabe noch Würfel 
mit den fremden Händlern, 
und singt ihnen, die alle auf dem Verdeck um ihn versammelt, 
05 lauter ihm jubeln, bis dass ihn 
der Wind am Haar fasst und ihm wegreisst die Stimme, 
bis ihm die Stange schlägt an das lachend gewendete Antlitz 
und er, plötzlich stumm, tränenwirr ringsum 
unter den Hämischen blickend, sieht: 
10 dass er vom Strand des Vaters geraubt ward 
und fern fährt auf der endlosen See.

Dienstag, 12 Januar 1954       )

Die Entführung (C)

Den Falken, den er eben gekauft, auf der Schulter,
spielt der Knabe mit den fremden Händlern noch Würfel 
und singt ihnen, die auf dem Verdeck alle um ihn versammelt, 
laut und lauter ihm jubeln, bis dass ihn 
05 der Wind am Haar fasst, ihm wegreisst die Stimme, 
bis ihm die Stange schlägt ins letzte gewendete Lachen 
und er, tränenwirr ringsum unter den Hämischen blickend, 
geraubt sich sieht vom Strand des Vaters, gefangen auf 
endloser See.

Samstag, 23 Januar 1954       )

Die Entführung (D)

Den Falken, den er eben gekauft, auf der Schulter,
spielt mit den fremden Händlern der Knabe noch Würfel, 
auf dem Verdeck singt er ihnen, die laut ihm jubeln 
und lauter, 
bis dass ihn der Wind am Haar fasst, ihm wegreisst die 
Stimme, 
05 bis ihm die Segelstange schlägt ins gewendete Lachen, 
und er, tränenwirr rings unter den Hämischen blickend, 
sich sieht vom Strand des Vaters[,] geraubt, auf dem 
endlosen Wasser gefangen.

Dienstag, 02 Februar 1954       )

Die Entführung (Tristan) (E)

Den Falken, den er eben gekauft, an der Wange,
singt der Knabe den Händlern noch auf dem Verdeck, 
die laut ihm jubeln und lauter, bis dass ihm
wegreisst die Stimme 
der Wind, die Rahe ihm schlägt ins gewendete Lachen 
05 und er, tränenwirr rings unter den Hämischen blickend, 
loslässt den Falken als Boten zum Vater, 
dass er, geraubt, auf dem endlosen Wasser gefangen.

Freitag, 05 Februar 1954       )

Die Entführung (F)

Den Falken, den er eben gekauft, an der Wange,
singt auf dem Verdeck der Knabe den Händlern, 
die laut ihm jubeln und lauter, bis dass ihm
wegreisst die Stimme 
der Wind, die Rahe ihm schlägt ins gewendete Lachen 
05 und er, tränenwirr rings auf die Hämischen blickend, 
den Falken als Boten, dass er geraubt auf dem endlosen 
Wasser gefangen, loslässt ans Ufer des Vaters.

Mittwoch, 13 Januar 1954       )

Der Stein (A)

Im innern Gemach zieht aus den Lumpen der Bettler,
verborgen den neidischen Dienern, 
den funkelnden Stein. 
Und weinend küsst ihn der Vater, 
05 führt ihn auf den Altan, 
dem Volk ihn zu zeigen, 
den Sohn, den er verloren,: 
es jubelt, es fliehen die Neider 
unter dem doppelt zückenden Strahl 
10 des allüberfunkelnden Steines.

Mittwoch, 13 Januar 1954       )

Der Stein (B)

Im innern Gemach, verborgen den neidischen Dienern,
zieht aus den Lumpen der Bettler den funkelnden Stein. 
Und weinend führt der Vater den Sohn, den er gefunden, 
auf den Altan, ihn zu zeigen dem Volk: 
05 Es jubelt, doch tief sich ducken die Neider 
unter dem Strahl, der doppelt herab 
zuckt des allüberfunkelnden Steines.

Sonntag, 17 Januar 1954       )

Der Stein (C)

Im innern Gemach, den Neidern verborgen,
zückt aus den Lumpen der fremde Bettler den Stein. 
Und weinend führt der Vater den Sohn 
auf den Altan, ihn zu zeigen dem Volk: 
05 Schnell erkennt es und jauchzt, doch tief sich ducken 
die Neider 
unter dem Strahl, den doppelt herab 
zückt der kräftige Stein.

Sonntag, 17 Januar 1954       )

Der Stein (D)

Im innern Gemach, den Neidern verborgen,
zückt den Stein aus Lumpen der Bettler. 
Und weinend führt ihn der Vater auf den Altan, 
dem Volk ihn zu zeigen: Den Sohn 
05 erkennt es und jauchzt, doch tief 
unterm Strahl die Neider sich ducken, 
den doppelt hinab zückt der kräftige Stein.

Montag, 18 Januar 1954       )

Der Stein (E)

Im innern Gemach, verborgen den Neidern,
den Stein zückt aus Lumpen der Bettler. 
Und weinend führt der Vater ihn auf den Altan, 
dem Volk zu zeigen den Sohn: es erkennt ihn und jauchzt. 
05 Doch tief unterm Strahl, den doppelt hinab 
zückt der kräftige Stein, sich ducken die Neider.

Donnerstag, 28 Januar 1954       )

Der Stein (F)

Verborgen den Brüdern, im innern Gemach
den Stein zückt aus Lumpen der Bettler. 
Und weinend führt der Vater ihn auf den Altan, 
dem Volk zu zeigen den Sohn: es erkennt ihn und jauchzt. 
05 Doch tief unterm Strahl, den doppelt hinab 
zückt der kräftige Stein, sich ducken die Brüder.

Mittwoch, 13 Januar 1954       )

Der Trunk (A)

Als er hinab aus dem Haufen, der dalag mit durstoffnen
Mündern, 
kroch, fand er im dunkelsten Winkel des geborstenen
Schluchtmunds 
das Wasser und bracht es dem König: 
der noch allein sass: er nahms aus den Händen des Freundes, 
05 richtete auf den verschmachteten Haufen, Halme des Heeres, 
gestillten nun von diesem reichlichen Brunnen wenigen Wassers, 
das in der Krumme verrann, da er es weggoss.

Mittwoch, 13 Januar 1954       )

Der Trank (B)

Als er hinab aus dem Heer, das lag, durstoffenen Mundes, 
kroch, fand er im dunkelsten Winkel des andern, geborstenen 
Schluchtmunds 
Wasser und bracht es dem König: 
Der noch aufrecht allein. 
05 Er nahm und goss aus Freundeshänden den Helm wenigen
Wassers, 
richtete auf, ein reichlicher Brunnen, 
schnell verronnen im Staub, die Halme des Heeres.

Mittwoch, 13 Januar 1954       )

Der Trunk (C)

Als er hinab aus dem Heer, das lag durstoffenen Mundes, 
kroch, fand er im dunkeln Winkel des andern, geborstenen 
Schluchtmunds 
Wasser und bracht es dem König: Der, noch aufrecht allein, 
nahm und goss aus Freundeshänden den Helm 
05 wenigen Wassers hinweg, aufrichtend mit dem reichlichen 
Brunnen, 
der schnell verronnen im Staub, die Halme des Heeres.

Freitag, 15 Januar 1954       )

Der Trunk (D)

Als er hinab aus dem Heer, das lag durstoffenen Munds,
kroch, fand er im Winkel des andern, geborstenen
Schluchtmunds 
Wasser und bracht es dem König: Der, noch aufrecht allein, 
nahm und goss aus Freundeshänden den Helm 
05 wenigen Wassers hinweg, richtete auf mit dem reichlichen 
Brunnen, 
der schnell verronnen im Staub, die Halme des Heerfelds.

Samstag, 23 Januar 1954       )

Der Trunk (E)

Als er vom Heerfeld, das lag durstoffenen Munds,
hinab kroch, fand er im Winkel des geborstenen
Schluchtmunds 
Wasser und bracht es dem König. Der, noch aufrecht allein, 
nahm und goss aus Freundeshänden den Helm 
05 wenigen Wassers hinweg: richtete auf mit dem reichlichen 
Wasser, 
das schnell verronnen im Staub, die Halme des Heerfelds.

Freitag, 15 Januar 1954       )

Der süsse Quell (A)

Du stürzest den Mund ins salzige Wasser der See,
das bittrer ihn brennt als der Durst, der gewohnte. 
Grad eh du hörst ein Murmeln im Kies, den Fuss dir benetzend, 
und gräbst mit der Hand: bis der Strahl bricht hervor 
05 und höher dir zuspringt. Du rufst 
laut laut den Gefährten, die mit geröteten Augen 
drüben gehn langsam am Rand mit den Wolken, 
schon da sind, empfangen ins Antlitz das Wasser, 
trinken nach Lust auf der Scheide von Wüste und Meer, 
10 wenn die Wolken wandern dumpfer die vergessene Strasse.

Montag, 18 Januar 1954       )

Der süsse Quell (B)

Du stürzest den Mund ins salzige Wasser der See,
das bittrer ihn brennt als der Durst, der gewohnte. 
Grad eh du hörst ein Murmeln im Kies, scharrend
den Fuss dir benetzest 
und gräbst mit der Hand: bis der Strahl bricht hervor 
05 und höher dir aufspringt. Du rufst 
laut, laut die Freunde, die mit geröteten Augen 
drüben gingen langsam am Rand mit den Wolken, 
nun da sind, empfangen ins Antlitz das Wasser, 
trinken nach Lust auf der Scheide von Wüste und Meer, 
wenn die Wolken dumpf wandern weiter.

Samstag, 23 Januar 1954       )

Der süsse Quell (C)

Du stürzest den Mund ins salzige Wasser,
das bittrer ihn brennt als der Durst. 
Ehe du hörst ein Murmeln im Kies, den Fuss dir scharrend 
benetzest, 
ehe du gräbst mit der Hand: dass der Strahl dir hervorbricht. 
05 Laut, laut rufst du die Freunde, die mit geröteten Augen 
drüben gingen langsam am Rand mit den Wolken, 
nun dasind, empfangen ins Antlitz das Wasser, 
wenn die Wolken träg wandern weiter, 
trinken nach Lust auf der Scheide der Wüsten.

Dienstag, 26 Januar 1954       )

Der süsse Quell (D)

Du stürzest den Mund ins salzige Wasser, das bittrer ihn brennt
als der Durst. 
Ehe du hörst ein Murmeln im Kies, den Fuss dir scharrend 
benetzest, 
ehe du gräbst mit der Hand: dass der Strahl dir hervorspringt. 
Laut, laut rufst du die Freunde, die mit geröteten Augen 
05 drüben gingen, Begleiter der Wolken, am Rand, 
nun da sind, empfangen das Wasser ins Antlitz, 
wenn die Wolken träg wandern weiter am Rand, 
trinken nach Lust auf der Scheide der Wüsten.

Dienstag, 26 Januar 1954       )

Der süsse Quell (E)

Du stürzest ins salzige Wasser den Mund, das bittrer ihn als der 
Durst brennt. 
Ehe du hörst ein Murmeln im Kies, den Fuss dir scharrend
benetzest, 
ehe du gräbst mit der Hand: dass der Strahl dir hervorspringt. 
Laut, laut rufst du die Freunde, die mit geröteten Augen 
05 drüben gingen, Begleiter der Wolken, am Rand: 
Hier nun empfängt sie das springende Wasser ins Antlitz, 
wenn die Wolken träg allein wandern weiter, 
schlürfen nach Lust sie auf der Scheide der Wüsten.

Montag, 01 Februar 1954       )

Der süsse Quell (F)

Du stürzest ins salzige Wasser den Mund,
das bittrer ihn als der Durst brennt. 
Ehe du hörst ein Murmeln im Kies,
den Fuss dir scharrend benetzest, 
05 ehe du gräbst mit der Hand: 
dass der Strahl dir hervorspringt. 
Laut, laut rufst du die Freunde, 
die mit geröteten Augen 
gingen, Begleiter der Wolken, am Rand: 
10 Hier nun empfängt die Glut den Quellstrahl ins Antlitz, 
loht die glimmende auf an der Scheide der Wüsten, 
wenn die Wolken träg allein wandern weiter. 

Variante für V. 10-12:
10 Hier empfängt den Quellstrahl ins Antlitz 
die Glut, vorm Erlöschen, wenn träge 
weiterwandern die Wolken allein, 
loht sie auf an der Scheide der Wüsten.

Dienstag, 09 Februar 1954       )

Der süsse Quell (G)

Du stürzest ins salzige Wasser den Mund,
das bittrer ihn als der Durst brennt. 
Ehe du hörst ein Murmeln im Kies, 
den Fuss dir scharrend benetzest. 
05 Ehe du gräbst mit der Hand, 
dass der Strahl dir hervorspringt. 
Laut, laut ruftst du die Freunde, 
die mit geröteten Augen, 
Begleiter der Wolken, am Rand ziehn: 
10 Hier die Glut, wenn träge 
weiter wandern die Wolken allein, 
empfängt den Quellstrahl ins Antlitz, 
loht auf und erlischt an der Scheide der Wüsten.

Dienstag, 23 Februar 1954       )

Der süsse Quell (H)

Du stürzest ins salzige Wasser den Mund,
das bittrer ihn als der Durst sengt. 
Ehe du hörst ein Murmeln im Kies, 
den Fuss dir scharrend benetzest. 
05 Ehe du gräbst mit der Hand, 
dass der Strahl dir hervorspringt.  – 
Laut, laut rufst du die brennenden Auges, 
Begleiter der Wolken, am Rand ziehn: 
Hier die Glut, wenn träge 
10 weiterwandern die Wolken allein, 
empfängt den Quellstrahl ins Antlitz, 
loht auf und erlischt an der Scheide der Wüsten.

Donnerstag, 21 Januar 1954       )

Das verhüllte Haupt (A)

Nochmals erkenn ich, fliehend bei Nacht,
voll Angst die Gassen, die nun nimmer ich sehe, 
die ganze Stadt geb ich für den Hof mit dem Brunnen 
mitten in Blumen. Hier ists am einsamsten, wo 
05 inmitten der Stadt, verrauschten die Gassen am Brunnen, 
mitten in Blumen, wo steht der Greis mit dem dunkel 
verschleierten Antlitz. 
Wo verrauschen die Gassen am Brunnen, 
mitten im Hof unter Blumen, dorthin ich floh voller Angst 
durch Gassen, die nun nimmer ich sehe, 
10 nachdem ich sie letztmals erkannte, fliehend bei Nacht.

Donnerstag, 21 Januar 1954       )

Das verhüllte Haupt (B)

Nachdem ich sie letztmals erkannt, fliehend bei Nacht
durch die Gassen der Stadt, voller Angst 
trat ich ein in den Hof, der einzig still hier im Rauschen, 
wo am Brunnen mitten in Blumen stand 
05 der Greis mit dem dunkel verschleierten Antlitz, 
mitten in Blumen am Brunnen, 
als ich herein in den Hof trat voller Angst, 
von den Gassen der Stadt, 
nachdem ich sie, fliehend bei Nacht, letztmals erkannte.

Freitag, 22 Januar 1954       )

Das verhüllte Haupt (C)

Als ich zum letzten Mal sah, fliehend bei Nacht,
die Gassen der Stadt voller Angst, 
trat ich ein in den Hof, wo einzig rauschte die Stille, 
und mitten in Blumen am Brunnen 
05 stand der Greis, der sein Antlitz verhüllte, 
mitten in Blumen am Brunnen, wo einzig rauschte die Stille, 
als ich herein in den Hof trat voller Angst 
aus den Gassen der Stadt, die, fliehend bei Nacht, ich zum 
zum letzten Mal sah.

Freitag, 22 Januar 1954       )

Das verhüllte Haupt (D)

Als ich zum letzten Mal sah, fliehend bei Nacht,
die Gassen  der Stadt voller Angst, trat ich ein in den Hof, 
wo einzig rauschte die Stille, und mitten in Blumen am Brunnen 
stand der Greis, der sein Antlitz verhüllte, 
05 mitten in Blumen am Brunnen, wo einzig rauschte die Stille, 
als ich herein in den Hof trat voller Angst 
aus den Gassen der Stadt, die, fliehend bei Nacht, ich zum 
letzten Mal sah.

Donnerstag, 28 Januar 1954       )

Das verhüllte Haupt (E)

Als auf der nächtlichen Flucht ich die Gassen der Stadt
nochmals gesehn, trat ich ein in den Hof, 
wo rauschte die Stille allein, und mitten in Blumen 
ich fand auf dem Rande des Brunnens das Haupt unterm Linnen, 
05 mitten in Blumen, wo rauschte die Stille allein, 
als ich trat in den Hof von den Gassen der Stadt, 
die auf der nächtlichen Flucht ich nochmals gesehn.

Dienstag, 02 Februar 1954       )

Das verhüllte Haupt (F)

Auf der nächtlichen Flucht durch die Gassen der Stadt
trat ich ein in den Hof, wo rauschte die Stille 
und auf dem Rand des Brunnens mitten in Blumen 
ich das Haupt fand unterm Linnen in Blumen, 
05 wo die Stille allein rauschte, im Hof, 
jenseits der Gassen der Stadt, als ich aus der Nacht 
angstgetrockneten Auges heimlich hineinfloh.

Dienstag, 02 Februar 1954       )

Das verhüllte Haupt (G)

Auf der nächtlichen Flucht durch die Gassen der Stadt
trat ich ein in den Hof, wo rauschte die Ruhe 
und auf dem Rand des Brunnens mitten in Blumen 
ich das Haupt fand unterm Linnen im Hof, 
05 wo rauschte die Ruhe allein, in den Blumen, 
jenseits der Gassen der Stadt, als ich aus der Nacht 
mit tränenlos offenem Auge heimlich hineinfloh.

Dienstag, 09 Februar 1954       )

Das verhüllte Haupt (H)

Auf der Flucht aus den Gassen der nächtlichen Stadt
trat ich ein in den Hof, wo rauschte die Ruhe 
und auf dem Rand des Brunnens mitten in Blumen 
ich das Haupt fand unterm Linnen. 
05 Im Hof, wo rauschte die Ruhe allein in den Blumen, 
jenseits der Gassen der Stadt, als aus der Nacht 
mit tränenlos offenem Auge ich heimlich hineinfloh.

Dienstag, 26 Januar 1954       )

Stempel und Flamme (A)

Du schwebst, Biene, hinein, wo dir aus der Blüte entgegen
ränderwärts schlägt der Duft, den Stempel verkündend, 
der ganz unter Blättern verborgen.
Du fährst, Schiffer, hinein, wo dir aus der Bucht entgegen 
05 schlagen meerwärts die Feuer aus den höchsten Grotten des Bergs. 
Du dringst, Bienenschiff, in der Blüte gelockerte Ränder, 
wo dir weit in die Luftsee die Flammendüfte des Stempels 
aus den Tiefen der Grotte lockend leuchten entgegen.

Samstag, 06 Februar 1954       )

Stempel und Flamme (B)

Du schwimmst, Biene, hinein, wo dir aus den Blättern entgegen
ränderwärts loht der Duft, den Stempel verkündend, 
der ganz in der Blüte verborgen.

Du schwebst, Schiffer, hinein, wo dir über Klippen entgegen 
05 meerwärts schlägt die Flamme, die Grotte verkündend, 
die ganz am Gipfel verborgen.

Du dringst, Bienenschiffer, in der Klippen blühende Ränder, 
wo dir weit in das Meer duftet der Flammenstempel 
aus der Blütengrotte lockend entgegen.

Samstag, 06 Februar 1954       )

Stempel und Flamme (C)

Du schwimmst, Biene, hinein, wo dir aus Blättern entgegen
weit in die Winde loht der Duft, den Stempel verkündend, 
der ganz in der Blüte verborgen.

Du summst, Schiffer, hinein, wo dir über Klippen entgegen 
05 meerwärts schlägt die Flamme, die Grotte verkündend, 
die ganz am Gipfel verborgen.

Du dringst, Bienenschiffer, hinein, wo aus Klippenblättern 
dir hinaus in dein Meer duftet der Flammenstempel 
der in der Blütengrotte verborgen, weit weither dich lockend.

Samstag, 06 Februar 1954       )

Stempel und Flamme (D)

Du schwimmst, Biene, wo dir aus Blättern entgegen
weit in den Wind loht der Duft, den Stempel verkündend, 
der tief in der Blüte verborgen. 
Du schwärmst, Schiffer, wo dir über Klippen entgegen 
05 meerwärts duftet die Flamme, die Grotte verkündend, 
die hoch am Gipfel verborgen. 
Du dringst, Bienenschiffer, hinein, wo aus
Klippenblättern entgegen 
in die Woge schlägt der Flammenstempel und lockend[,]
die Blütengrotte dir weithin, weithin verkündet.

Dienstag, 09 Februar 1954       )

Stempel und Flamme (Blüte und Grotte) (E)

Du schwimmst, Biene, wo dir aus Blättern entgegen
windwärts loht der Duft, den Stempel verkündend, 
der tief in der Blüte verborgen. 

Du schwärmst, Schiffer, wo dir über Klippen entgegen 
05 meerwärts durftet die Flamme, die Grotte verkündend, 
die hoch am Gipfel verborgen. 

Du dringst, Bienenschiffer, hinein, wo aus Klippenblättern entgegen 
in die Woge dir loht der Flammenstempel und lockend 
die Blütengrotte verkündet.

Freitag, 29 Januar 1954       )

Der schaukelnde Hund (A)

Bald schaut, schaukelnd von unten mich an,
bald, schaukelnd, von oben der zottige Hund, 
und schüttelt mit Jaulen die Haare: 
auf und nieder schaukle ich mit dem Hund. 
05 Aber du sitzest, blinde Frau, auf dem Rand des Brunnens, 
verhüllt und wie sehend: 
wenn er dich schaut im Schaukeln, heult der zottige Hund, 
sonst aber schaut er von oben, sonst von unten mich an 
und schüttelt fröhlich die Haare der zottige Hund.

Samstag, 30 Januar 1954       )

Der schaukelnde Hund (B)

Bald schaut schaukelnd der zottige Hund von unten mich an,
bald schaukelnd von oben und schüttelt mit Knurren die Haare. 
Nur wenn er dich, blinde Frau, schaut, 
die du sitzest verhüllt auf dem Rande des Brunnens, 
05 nur wenn er dich schaut im Schaukeln, jault der zottige Hund. 
Sonst aber lustig schaut er von unten, 
bald von oben mich an und schüttelt mit Knurren das Haar.

Samstag, 30 Januar 1954       )

Auf der Schaukel (C)

Bald schaut schaukelnd der zottige Hund
von unten mich an, bald schaukelnd von oben 
und schüttelt mit Knurren die Haare. 
Nur wenn er dich, blinde Frau, schaut, 
05 die du sitzest verhüllt auf dem Rande des Brunnens, 
jault er laut auf im Schaukeln, 
bis er, von neuem, bald schaut von unten 
bald von oben lustig mich an und schüttelt knurrend die Haare.

Samstag, 30 Januar 1954       )

Auf der Schaukel (D)

Auf der Schaukel schaut mich der zottige Hund
bald von unten an, bald von oben und schüttelt
knurrend das Haar. 
Nur wenn er dich schaut, blinde Frau, 
die du sitzest verhüllt auf dem Rande des Brunnens, 
05 dann jault er laut auf auf der Schaukel. 
Und schon schaut er wieder von unten, bald 
von oben mich an auf der Schaukel, 
lustig mich an und schüttelt knurrend das Haar.

Dienstag, 09 Februar 1954       )

Auf der Schaukel (E)

Auf der Schaukel schaut der zottige Hund
bald von unten mich an, bald von oben und schüttelt das Haar. 
Nur wenn er dich sieht, blinde Frau, 
die du sitzest verhüllt auf der Mauer des Brunnens, 
05 dann jault er laut auf der Schaukel. 
Aber schon schaut er wieder von unten, wieder von oben 
mich an auf der Schaukel und schüttelt das Haar.

Sonntag, 14 März 1954       )

Auf der Schaukel (F)

Auf der Schaukel schaut der zottige Hund
stumm von unten mich an, stumm von oben und schüttelt das Haar. 
Nur wenn er zuweilen dich sieht, blinde Frau, 
die du sitzest verhüllt auf der Mauer des Brunnens, 
05 dann jault er laut auf der Schaukel[.]
und wendet das Auge und schaut wieder von unten, wieder von oben 
stumm mich an auf der Schaukel und schüttelt das Haar.

1954 * (nicht datiert)       )

Andante für Egeria (A'*)

Doch heute, ohne Sehnsucht, während
ich dich als eine Ikone in meiner Brieftasche halte, 
folge ich mit unglaublichem Vergnügen 
der grünen Bahn einer Luftschlange, 
05 aus der Hand eines Knaben geschossen, 
unbeweglich auf Mittelhöhe des Schlaraffenbaumes, 
begnügt so zu bleiben. Die rosige Luft, 
die sich in seinem Hemd sammelt, hat 
die Vesperstunde nach und nach auf den ganzen Hügel 
10 gegossen. Ein Truthahn kräht seine Korallen, 
der Rauch auf den Dächern scheint davon zu zittern 
Nonnen, ohne Zöglinge ausgegangen, stehen 
auf einem Absturz wie Ziegen: verlorene Antlitze 
auf verlorenen Blumen verbeugt.

Sonntag, 07 März 1954       )

Andante für Egeria / Giorgio Orelli (A)

Doch heute, ohne Begehren, dich tragend
wie eine Ikone in meiner Brieftasche, 
folge ich mit unglaublichem Gefallen 
der grünen Sternbahn 
05 des Bandes, 
das hinausschoss die Hand eines Knaben: 
fest sitzt er auf Märchenbaums (?) 
halber Höhe und bleibt dort 
zufrieden. Die rosige Luft 
10 die sich sammelt in seinem Hemd, 
der Abend hat sie mählich, allmählich 
hingegossen über die Gänze des Hügels. 
Kräht ein Truthahn seine Korallen, der Rauch 
scheint davon zu zittern auf den Dächern. Nonnen, ausgegangen 
15 ohne die Zöglinge, stehn 
über einem Felshang wie Ziegen: verlorne Gesichter 
gebeugt über verlorene Blumen.

Montag, 08 März 1954       )

Andante für Egeria / Giorgio Orelli (B)

Doch heute, ohne Begehren, tragend dich
wie eine Ikone in der Brieftasche, 
folge ich mit unglaublichem Gefallen 
der grünen Sternbahn der Schlange, 
05 die hinausschoss die Hand eines Knaben: 
fest sitzt er auf Klettermasts 
halber Höhe, vollauf zufrieden 
dort zu sein. Die rosige Luft, 
die sich sammelt in seinem Hemd, 
10 der Abend hat sie mählich, allmählich 
hingegossen über den ganzen Hügel. 
Kräht ein Truthahn seine Korallen, der Rauch, 
es scheint, dass er zittre davon auf den Dächern.
Nonnen, ausgegangen 
15 ohne die Zöglinge, stehn 
über einem Felshang wie Ziegen: verlorne Gesichter 
gebeugt über verlorene Blumen.

Dienstag, 09 März 1954       )

Andante für Egeria / Giorgio Orelli (C)

Doch heut, ohne Begehren, trag ich dich
in der Brieftasche als einen Ikon
und folge mit unglaublichem Gefallen 
der grünen Sternbahn der Schlange, 
05 die hinausschoss die Hand eines Knaben: 
fest sitzt er auf Klettermasts 
halber Höhe, vollauf dort zufrieden. 
Die rosige Luft, die sich sammelt in seinem Hemd, 
die Vesperstunde hat sie mählich, allmählich 
10 hingegossen über den ganzen Hügel. 
Kräht ein Truthahn seine Korallen, der Rauch, 
es scheint, dass er zittre davon auf den Dächern. 
Nonnen, ausgegangen ohne die Zöglinge, stehn 
über einem Felshang wie Ziegen: verlorne Gesichter 
15 gebeugt über verlorene Blumen.

Dienstag, 09 März 1954       )

Der Morgen (A)

Den ersten Schleier hinweg zieht über die an den Wänden
Hängenden, an den Wänden Hinabgeglittnen 
der Sprung des Tänzers 
und blendet nun in den Winkel mit den halbleeren Gläsern, 
05 mit gehäufter Asche und Stummeln. 
Bis aus dem Winkel hinweg und von den Wänden 
über ihn wegzieht, seinen leuchtenden Sprüngen entwindet 
den letzten Schleier das helle, hellere Fenster.

Donnerstag, 11 März 1954       )

Der Morgen (B)

Den ersten Schleier zieht von den an der Wand 
Hängenden, an der Wand Hinabgeglittnen der Sprung 
des Tänzers und blendet sogar in den Winkel 
mit den halbleeren Gläsern, mit gehäufter Asche und Stummeln. 
05 Nun aus dem Winkel weg und von der Wand, 
seinen Sprüngen entwindet und zieht 
weg durch den Saal den andern, zähesten Schleier 
hinüber das einzige kleine hellere Fenster.

Donnerstag, 13 Mai 1954       )

Der Morgen (C)

Den Schleier reisst von an der Wand 
Hängenden, an der Wand Hinabgeglittnen der Sprung 
des Tänzers und blendet sogar in den Winkel 
mit den halb leeren Gläsern, gehäufter Asche und Stummeln. 
05 Nun aus dem Winkel weg und von der Wand, 
dem Sprung entwindet und zieht 
weg durch den Saal den dichteren Schleier 
hinüber das kleine im Morgen erdämmerte Fenster.

Samstag, 22 Mai 1954       )

Der Morgen (D)

Den an der Wand hängenden, an der Wand
hinabgeglittenen Schleier reisst springend der Tänzer 
an sich und blendet sogar in den Winkel mit den 
halb leeren Gläsern, gehäufter Asche und Stummeln. 
05 Dann aus dem Winkel weg und von der Wand entwendet 
dem Springer und zieht weg durch den Saal den dichteren 
Schleier hinüber das kleine im Morgen erdämmerte Fenster.

Mittwoch, 02 Juni 1954       )

Morgen im Ballsaal (E)

Den von der Wand hinabgeglittenen Schleier
reisst der Tänzer springend an sich und entblösst 
blendend den Winkel sogar mit den halbleeren Gläsern, 
Haufen von Asche und Stummeln. Dann aus dem Winkel 
05 und von der Wand entwendet dem welkenden Springer, 
zieht den schweren Schleier hinüber das kleine 
eben hinter Gardinen furchtsam erdämmernde Fenster.

Mittwoch, 02 Juni 1954       )

Morgen im Ballsall (F)

Den von der Wand hängenden, hinabgeglittenen Schleier
reisst springend der Tänzer an sich und entblösst 
blendend sogar den Winkel mit den halbleeren Gläsern, 
Haufen von Asche und Stummeln. Dann aus dem Winkel 
05 und von der Wand entwendet dem welkenden Springer, 
zieht ganz den schweren Schleier hinüber das kleine 
hinter Gardinen eben furchtsam erdämmernde Fenster.

Dienstag, 08 Juni 1954       )

Morgen im Ballsall (G)

Den von der Wand hängend hinabgeglittenen Schleier
reisst springend der Tänzer an sich und entblösst und 
blendet sogar den Winkel mit den halbleeren Gläsern, 
Haufen von Asche und Stummeln. Doch aus dem Winkel 
05 und von der Wand entwendet dem welkenden Springer, 
zieht ganz den schweren Schleier hinüber das kleine 
hinter Gardinen eben furchtsam erdämmernde Fenster.

Freitag, 12 März 1954       )

Die drei Kammern (A)

Geh zuerst ich hinaus an die Grenze des Dorfs in das äusserste Haus,
dass mir der Gruss des Bruders nicht schrecke am Morgen 
die schon im Frühlicht blassere Taube,
steig dann ich hinauf in das Grab jenseits des Wassers im Felsen, 
05 dass mir die Stimme des Fährmanns nicht locke 
des Mittags die vom einzigen Strahl, der durchs Dach tropft blassere 
Taube,
grab ich mich ein in den Boden über dem Tal in der Steppe, 
dass mir die Grille hinweg nicht zirpe 
des Abends die schon in der Milchspur des Monds 
10 am Gewölbe blassere Taube: 

winseln am Tag nun und schrein in der Nacht die Schakale 
in meine tief verschlossene Höhle: wo ist, wo meine Taube?

Donnerstag, 13 Mai 1954       )

Die drei Kammern (B)

Geh zuerst ich hinaus in das Haus an der Grenze des Dorfs,
dass mir der Gruss des  Bruders nicht schrecke am Morgen 
die schon vorm Frühlicht ängstliche Taube, 

Steig dann ich hinauf in das Grab über dem Wasser im Felsen, 
05 dass mir die Stimme des Fährmanns nicht locke 
des Mittags die vorm Strahl, der durchs Dach tropft, ängstliche 
Taube, 

grab ich mich ein in den Boden fern vom Tal in der Steppe, 
dass mir die Grille zirpend nicht zwinge hinweg 
am Abend die vor der Mondspur am Gewölbe ängstliche 
Taube: 

10 winseln am Tag nun und schrein in der Nacht die Schakale 
in meine versiegelte Höhle: wo ist, wo meine Taube?

Samstag, 22 Mai 1954       )

Die drei Kammern (C)

Geh ich hinaus in die Hütte an der Grenze des Dorfes, 
dass mir der Gruss des Bruders nicht schrecke am Morgen 
die schon vorm Frühlicht ängstliche Taube, 

Steig ich hinauf in das Grab über dem Wasser im Felsen, 
05 dass mir die Stimme des Fährmanns nicht schrecke zu Mittag 
die schon vorm einzigen Tropfstrahl ängstliche Taube, 

Grab ich mich ein fern vom Tal in der Steppe, 
dass mir das Zirpen der Grille nicht schrecke am Abend 
die von der Mondspur am Eingang schon ängstliche Taube: 

10 schrein jetzt am Tag und klagen zur Nacht die Schakale 
in die verriegelte Gruft: wohin floh, wohin meine Taube?

Mittwoch, 02 Juni 1954       )

Die drei Kammern (D)

Schleich ich hinaus in die Hütte an der Grenze des Dorfes, 
dass mir der Gruss des Bruders nicht schrecke am Morgen 
die schon vorm Frühlicht ängstliche Taube; 

Steig ich hinauf in das Grab über dem Wasser im Felsen, 
05 dass mir die Stimme des Fährmanns nicht schrecke zu Mittag 
die vom einzigen Tropfstrahl schon ängstliche Taube; 

Grab ich mich ein fern vom Tal in der Steppe, 
dass mir das Zirpen der Grille nicht schrecke am Abend 
die von der Mondspur am Einstieg schon ängstliche Taube: 

10 heulen am Tag und heulen zur Nacht die Schakale 
in die versiegelte Gruft: wohin floh, wohin meine Taube?

Dienstag, 08 Juni 1954       )

Die drei Kammern (E)

Schleich ich hinaus in die Hütte an der Grenze des Dorfes, 
dass mir der Gruss des Bruders nicht schrecke am Morgen 
die vom Frühlicht schon ängstliche Taube; 

steig ich hinauf in die Höhle über dem Wasser im Felsen, 
05 dass mir die Stimme des Fährmanns nicht schrecke zu Mittag 
die vom einzigen Tropfstrahl schon ängstliche Taube; 

grab ich mich jenseits des Tals ein in die Steppe, 
dass mir das Zirpen der Grille nicht schrecke am Abend 
die von der Mondspur im Eingang schon ängstliche Taube: 

10 klagen am Tag und klagen zur Nacht die Schakale 
in das versiegelte Grab: wohin floh, wohin meine Taube?

Donnerstag, 24 Juni 1954       )

Die drei Kammern (F)

Schleich ich hinaus in die Hütte an der Grenze des Dorfs, 
dass mir der Gruss des Bruders am Morgen nicht schrecke, 
die vom Frühlicht schon ängstlich, die Taube; 

steig ich hinauf in die Höhle über dem Wasser im Fels, 
05 dass mir das Lied des Fährmanns am Mittag nicht schrecke, 
die vom einzigen Tropfstrahl schon ängstlich, die Taube; 

grab ich mich ein in die Steppe jenseits des Tals, 
dass mir das Zirpen der Grille am Abend nicht schrecke,
die von der Mondspur schon ängstlich, die Taube: 

10 klagen am Tag und klagen zur Nacht die Schakale 
in das verschüttete Grab: wohin floh, wohin meine Taube?

Samstag, 13 März 1954       )

Neugebornes Kind, das singt …* (A)

Neugebornes Kind, das singt:
Vogel Strauss wirft hin ein Ei, 
draus ein Lamm, ein Löwe springt. 
Küssend liegen sie sich bei, 
05 während auf der hohen Zeder 
Wipfel fliegt der Strauss und lässt 
dass sie Lamm und Löwe necke, 
sinken sacht hinab die Feder 
neugebornem Kind, das singt.

Donnerstag, 18 März 1954       )

Singt das neugeborne Kind von dem Strauss …* (B)

Singt das neugeborne Kind von dem Strauss,
der warf ein Ei, draus ein Lamm, ein Löwe sprangen, 
während auf die hohe Zeder, die noch höher als der Berg 
schnell wuchs, flog der Strauss und sinken liess, 
05 dass er Lamm und Löwe necke, die sich kosten 
an der Wiege, eine Feder sacht hinab auf Kindes Wiege, 
neugebornen Kinds, das singt.

Freitag, 14 Mai 1954       )

Vom Vogel sang das Neugeborne …* (C)

Vom Vogel sang das Neugeborne,
der ein Ei warf, draus hervor 
sprangen Lamm und Löwe, 
während auf die Zeder, welche 
05 plötzlich schnell empor über Berges Gipfel wuchs, 
flog der Vogel und, sich wiegend, 
eine Feder sinken liess, 
dass sie Lamm und Löwe necke, 
die sich an der Wiege kosten, 
10 wo das Neugeborne sang.

Freitag, 14 Mai 1954       )

Aus der Wiege sang das Kind …* (D)

Aus der Wiege sang das Kind
heut vom Vogel, der ein Ei
warf, draus Lamm und Löwe sprangen, 
während auf die Zeder, welche 
05 plötzlich über Berges Gipfel 
wuchs, der Vogel flog und schaukelnd 
eine Feder sinken liess, 
dass sie Lamm und Löwe necke, 
die schon an der Wiege kosten, 
10 wo das Neugeborne sang.

Samstag, 22 Mai 1954       )

Lied aus der Wiege (E)

Aus der Wiege sang das Kind
heut vom Vogel, der ein Ei
warf, draus Lamm und Löwe sprangen, 
während von (auf) der Zeder plötzlich, 
05 die hoch über Berges Gipfel 
wuchs, der Vogel schaukelnd eine 
Feder leise sinken liess, 
dass sie Lamm und Löwe necke, 
die schon kosten an der Wiege, 
10 wo das Neugeborene sang.

Donnerstag, 03 Juni 1954       )

Lied aus der Wiege (F)

Aus der Wiege sang das Kind
früh vom Vogel, der ein Ei
warf, draus Lamm und Löwe sprangen, 
während von der Zeder jetzt, 
05 die noch über Berges Gipfel 
wuchs, der Vogel schaukelnd eine 
Feder leise sinken liess, 
dass sie Lamm und Löwe necke, 
die schon kosten um die Wiege, 
10 draus das Neugeborene sang.

Montag, 22 März 1954       )

Das Kind im Fisch (A)

Dass aus den Wogen gewühlt  
der tote Fisch
nach langem Wandern durch die Ozeane 
an dieser Insel Ufer fallend auf den Sand, 
05 entlässt verschlammt und ganz verhüllt in Quallen 
den Knaben, den die Leute, nahe tretend, 
aus dem Gestank geborstnen Bauchs befrein. 
Sie dachten, dass er in der Blume käme, 
die still herschwämme in der hellen Nacht: 
10 er sässe mitten in der Knospe, 
die spränge über seinem Haupte auf. 
Und nun erschreckt sies, 
dass er in dem grossen Leichnam, den die Stürme 
brachten, herankommt, 
15 ganz im Stank und Schleim des Magens, 
bis ihn die Weiber wuschen. 
Nun aber geht er allen schnell voran 
zur Stadt zurück.

Mittwoch, 21 April 1954       )

Das Kind im Fisch (B)

Verschlammt und ganz verhüllt in Quallen 
fallend auf dieser Insel Ufersand 
lässt los der tote Fisch das Kind, das nahe tretend, 
die Leute aus geborstnem Bauch befrein: 
05 Sie meinten, dass es in der Blume käme, 
die still heranschwamm in der hellen Nacht, 
und dass es sässe mitten in der Knospe, 
die aufsprang über seinem Haupt. 
Und nun verwundert, befrein sie zaghaft es 
10 aus Leichnams Stank und Schleim, 
dass es die Weiber waschen 
bis es sie wegschiebt und geht allen 
der Stadt zu schnell voran.

Freitag, 14 Mai 1954       )

Das Kind im Fisch (C)

Ganz verhüllt in Tang und Quallen
lässt der tote Fisch auf dieser 
Insel Ufersand das Kind 
fallen, das die Leute scheu
05 aus geborstnem Bauch befrein.
Dass es in der Blume käme,
die heranschwamm in der Nacht,
meinten sie und dass es sässe
mitten in der Knospe. Nun
10 lösen sies verwundert aus
Leichnams Schleim, dass es die Weiber
wuschen. Doch es schiebt sie weg,
geht der Stadt zu schnell allein.

Sonntag, 23 Mai 1954       )

Das Kind im Fisch (D)

Aus des auf den Strand gespülten 
Fischs geborstnem Bauch befrein 
scheu das Kind die Inselleute. 
Dass es in der Blume käme, 
05 die heranschwamm in der Nacht, 
hofften sie und dass es sässe 
mitten in der Knospe. Nun 
lösen sies verwundert aus 
Leichnams Schleim, dass es die Weiber 
10 wüschen. Doch es schiebt sie weg, 
geht der Stadt zu schnell allein.

Sonntag, 23 Mai 1954       )

Das Kind im Fisch (E)

Aus des auf den Sand gespülten 
Fischs geborstnem Bauch befrein 
Inselleute scheu das Kind. 
Dass es in der Blume käme, 
05 die heranschwimmt in der Nacht, 
hofften sie und dass es sässe 
mitten in der Knospe. Nun 
lösen sies verwundert aus 
Leichnams Schleim, dass es die Weiber 
10 wüschen. Doch es schiebt sie weg, 
geht der Stadt zu schnell allein.

Dienstag, 01 Juni 1954       )

Das Kind im Fisch (F)

Dass es in der Knospe sässe,
die heran schwimmt in der Nacht,
morgens sich zur Blume öffnet, 
hofften sie. Und als verwundert 
05 aus des auf den Sand gespülten 
Fisches Bauch die Inselleute 
lösen scheu das Kind, dass es vom 
Leichenschleim die Weiber wüschen, 
schiebt sies weg und geht der Stadt 
10 zu mit schnellem Schritt allein.

Montag, 07 Juni 1954       )

Das Kind im Fisch (G)

Dass es in der Knospe sässe,
die heranschwimmt in der Nacht, 
sich über Nacht zur Blume öffnet, 
hofften die Leute. Als erschrocken 
05 aus des auf den Sand gespülten 
Fischs geborstnem Bauch sies lösen, 
dass es die Weiber wüschen schnell 
vom Leichenschleim, schiebt es sie weg 
und geht, das Kind, zur Stadt allein voran.

Mittwoch, 23 Juni 1954       )

Das Kind im Fisch (H)

Dass es in der Knospe sässe,
die heran schwimmt in der Nacht,
hofften sie. Doch als erstaunt 
aus des auf den Sand gespülten 
05 Fischs geborstnem Bauch sies lösten, 
dass vom Leichenschleim die Weiber 
schnell es wüschen, schiebt es sie
weg, das Kind, und geht allein 
ohne umzuschaun zur Stadt.

Mittwoch, 23 Juni 1954       )

Das Kind im Fisch (J)

Dass es in der Knospe sässe,
die heran schwamm in der Nacht,
hofften sie. Doch als erstaunt 
aus des auf den Sand gespülten 
05 Fischs geborstnem Bauch sies lösten, 
dass vom Leichenschleim die Weiber 
schnell es wüschen, schiebt es sie 
weg, das Kind, und geht zur Stadt 
ohne umzuschaun voran.

Samstag, 26 Juni 1954       )

Das Kind im Fisch (K)

Als es in der Knospe nicht,
die heranschwamm in der Nacht,
sass, und als sie spät, erstaunt, 
aus des auf den Sand gespülten 
05 Fischs geborstnem Bauch es lösten, 
dass vom Leichenschleim die Weiber 
rein es wüschen, – schiebt es sie 
weg, das Kind, und geht zur Stadt, 
ohne umzuschaun, voran.

Montag, 12 Juli 1954       )

Das Kind im Fisch (L)

Als es in der Knospe nicht,
die heranschwamm in der Nacht, 
sass, und als sie spät, erstaunt, 
aus des auf den Sand gespülten 
05 Fischs geborstnem Bauch es lösen, 
dass vom Leichenschleim die Weiber 
rein es wüschen, – schiebt sie jäh (hart) 
weg das Kind und geht voran 
stadtwärts, ohne umzuschaun.

Datiert: 1954       )

Das Kind im Fisch (M)

Als es in der Knospe nicht,
die heran schwamm in der Nacht,
sass, und als sie spät, erstaunt, 
aus des auf den Sand gespülten 
05 Fischs geborstnem Bauch es lösten, 
dass vom Leichenschleim die Weiber 
rein es wüschen – schiebt sie jäh 
weg das Kind und geht voran 
stadtwärts, ohne umzuschaun.

Donnerstag, 13 Mai 1954       )

Der Ringtanz (A)

Dein Schreien, Mädchen, ertrinkt,
erlischt im lauter aufbrausenden Singen der Tänzer, 
die, dich umkreisend, in immer engeren Kreisen 
dich drängen hinein in die Grube 
05 inmitten der Lichtung des Monds, 
wo hinab dich am Schluss des Festes, 
wenn schon kommt die andere Helle, 
spült das lauteste Lied. 
Das nun selbst über dir 
10 verstummt im auf einmal 
in den Morgen schwärmend 
gestillten Gewimmel der Tänzer.

Freitag, 21 Mai 1954       )

Der Ringtanz (B)

Dein Schreien, Mädchen, ertrinkt,
erlischt im laut aufbrausenden Singen der Tänzer, 
die dich in immer engeren Kreisen umkreisen 
und drängen hinein in das Grab 
05 inmitten der Lichtung des Monds, 
wo hinab am Schluss des Festes, 
wenn schon kommt die höhere Helle, 
dich spült das lauteste Lied. 
Das nun erst über dir, 
10 Summen der rasenden Bienen, 
sich mit ihrem Gewimmel 
in den Morgen schwärmend verstreut.

Freitag, 21 Mai 1954       )

Der Ringtanz (C)

Dein Schreien, Mädchen, ertrinkt, 
erlischt im brausenden Singen der Tänzer, 
die dich in engeren Kreisen 
aus der Lichtung des Monds 
05 am Schluss des Festes, wenn kommt die höhere Helle, 
spülen hinab in das Grab mit dem lauteren Lied. 
Das, Summen der Bienen, 
sich mit ihrem Gewimmel zuletzt 
in den Morgen schwärmend verstreut.

Dienstag, 01 Juni 1954       )

Der Ringtanz (D)

Dein Schreien, Mädchen, erlischt 
ertrinkend im Singen der Tänzer, 
die dich in engeren Kreisen 
aus der Lichtung des Monds 
05 am Schluss des Festes, wenn kommt vom Rande das Licht, 
spülen hinab in das Grab mit dem lauteren Lied, 
dem Summen rasender Bienen, 
das zuletzt sich mit ihrem Gewimmel 
im Dickicht verschwärmend verstreut.

Montag, 07 Juni 1954       )

Der Ringtanz (E)

Dein Schreien, Mädchen, erlischt,
ertrinkt im Singen der Tänzer, 
die, schneller kreisender Wirbel, 
aus der Lichtung des Monds, 
05 wenn schon, am Schluss des Festes, 
kommt vom Rande das Licht, 
dich spülen hinab in das Grab: 
mit dem Summen rasender Bienen, 
Gewimmel, das sich zuletzt 
10 im Dickicht verschwärmend zerstreut.

Mittwoch, 23 Juni 1954       )

Der Ringtanz (F)

Dein Schreien, Mädchen, erlischt,
ertrinkt im Singen der Tänzer, 
die aus der Lichtung des Monds, 
wenn, am Schlusse des Fests, 
05 kommt von den Rändern das Licht, 
dich spülen hinab in das Grab: 
mit dem Summen rasender Bienen, 
Gewimmel, das sich zuletzt 
im Dickicht verschwärmend zerstreut.

Samstag, 26 Juni 1954       )

Der Ringtanz (G)

Dein Schreien, Mädchen, erlischt,
ertrinkt im Singen der Tänzer, 
die aus der Lichtung des Monds, 
wenn am Ende des Fests 
05 kommt von den Rändern das Licht, 
dich spülen hinab in das Grab: 
Kreist enger der rasenden Bienen 
Gewimmel, das sich zuletzt 
ins Dickicht verschwärmend zerstreut.

Montag, 12 Juli 1954       )

Der Ringtanz (H)

Dein Schreien, Mädchen, erlischt,
ertrinkt im Singen der Tänzer, 
die aus der Lichtung des Monds, 
wenn am Ende des Fests 
05 von den Rändern das Licht kommt, 
dich spülen ins Grab: 
enger der rasenden Bienen 
kreist das Gewimmel, den Hügel 
häuft es, zuletzt 
10 im Dickicht zerrinnt es.

Donnerstag, 13 Mai 1954       )

Der Zauberer (A)

Half mir auch nicht der Flug
als Sperling an deine Scheibe,
du schautest mich an und ich war 
derselbe, der dich schon lang 
05 alltäglich, allnächtlich bedrängt: 
eben noch flatternd fiel ich hin auf das Sims, 
das viel zu schmale und krallte mich an den Pfosten, 
indes Du stiegest hinab 
und mir lächelnd reichtest die Leiter.

Freitag, 21 Mai 1954       )

Der Zauberer (B)

Half mir auch nicht der Flug
als Sperling wider die Scheibe; 
du schautest mich an, und ich war 
derselbe, der dich schon lang 
05 alltäglich, allnächtlich bedrängt: 
eben noch flatternd fiel ich hin auf das Sims, 
das viel zu schmale, und krallte mich an den Pfosten. 
Indes du stiegest hinab 
und lächelnd mir reichtest die Leiter.

Dienstag, 01 Juni 1954       )

Der Zauberer (C)

Eben noch flatternd fiel ich hin auf das Sims,
das viel zu schmale, und krallte mich an den Pfosten, 
indes du stiegest hinab 
und lächelnd mir reichtest die Leiter: 
05 Half mir doch nicht der Flug 
als Sperling wider die Scheibe, 
du schautest mich an, und ich war 
derselbe, der dich schon lang 
alltäglich, allnächtlich bedrängt. 
10 Indes du stiegest hinab 
und lächelnd mir reichtest die Leiter.

Montag, 07 Juni 1954       )

Der Zauberer (D)

Eben noch flatternd
fiel ich hin auf das Sims,
das viel zu schmale, und krallte 
mich an den Pfosten, indes du, 
05 hinabgestiegen, lächelnd mir reichtest die Leiter: 
Hatte mir doch nicht der Flug 
als Sperling wider die Scheibe geholfen, 
du schautest mich an, und ich war 
derselbe, der dich schon lang 
10 alltäglich, allnächtlich bedrängt, indes du, 
hinabgestiegen, mir reichtest die Leiter.

Montag, 07 Juni 1954       )

Der Magier (E)

Eben noch flatternd
fiel ich hin auf das Sims,
das viel zu schmale, und krallte 
mich an den Pfosten; indes du 
05 stiegest hinab und reichtest mir lächelnd die Leiter: 
Half mir auch nicht der Flug 
als Sperling wider die Scheibe?: 
Du schautest mich an und ich war[,]
derselbe, der dich schon lang 
10 alltäglich bedrängte, allnächtlich, indes du 
stiegest hinab und reichtest mir lächelnd die Leiter.

Montag, 12 Juli 1954       )

Gebrochener Zauber (F)

Eben noch flatternd
fiel ich hin auf das Sims, 
das viel zu schmale, und krallte 
mich an den Pfosten, indes du – leise, 
05 um das Haus nicht zu wecken – stiegest hinab und
lächelnd mir reichtest die Leiter. 
Half mir auch nicht der Flug 
als Sperling wider die Scheibe?: 
Du schautest mich an und ich war 
derselbe, der dich schon lang 
10 alltäglich bedrängte, allnächtlich, indes du – leise, 
um das Haus nicht zu wecken – stiegest hinab und
lächelnd mir reichtest die Leiter.

Montag, 12 Juli 1954       )

Gebrochener Zauber (G)

Eben noch flatternd
fiel ich hin auf das Sims,
das viel zu schmale, und krallte 
mich an den Pfosten, indes du 
05 hinab stiegst und lächelnd mir reichtest die Leiter. 
Half mir auch nicht der Flug 
als Sperling wider die Scheibe?: 
Du schautest mich an und ich war 
derselbe, der dich schon lang 
10 alltäglich bedrängte, allnächtlich, indes du 
– leise, dass nicht knarre die Stiege – 
hinabstiegst und, lächelnd den Finger gelegt an den Mund, 
dass ich nicht wecke das Haus, 
mir reichtest die Leiter.

Montag, 12 Juli 1954       )

Der gebrochene Zauber (H)

Eben noch flatternd
fiel ich hin auf das Sims,
das viel zu schmale, und krallte 
mich an den Pfosten, indes du 
05 hinabstiegst und lächelnd mir reichtest die Leiter. 
Half mir auch nicht der Flug 
als Sperling wider die Scheibe?: 
Du schautest mich an und ich war 
derselbe, der dich schon lang 
10 alltäglich bedrängte, allnächtlich, indes du 
– leise, dass nicht knarre die Stiege – 
hinabstiegst und lächelnd – den Finger gelegt auf den Mund, 
dass ich nicht  wecke das Haus – 
mir reichtest die Leiter.

Mittwoch, 26 Mai 1954       )

Der Besuch (A)

Als das Mädchen floh vor den Tieren des Walds
und klagend bat an der Tür 
um Obdach und Lager an der Seite des einsamen Mannes, 
da schürt er die Flamme 
05 und warf die Kutte darauf, 
darauf dann zuletzt den nackten gemagerten Leib: 
Komm jetzt, Mädchen, zu mir, 
das warme Lager ist fertig, 
es schützt dich vor Bären mein Arm, 
10 vor der Kälte der Nacht die ringsum 
flammende, unter uns glühende Kohle.

Mittwoch, 26 Mai 1954       )

Der Besuch (B)

Hör auf zu klagen, Mädchen,
und komm herein in die Hütte;
ich schüre die Flamme des Herds 
und breite den Mantel darüber, 
05 lege mich selber darauf, 
damit du dich legest zu mir, 
sicher vor Bären und Kälte der Nacht, 
wenn dich schützt mein Arm und die ringsum 
aufflammende, unter uns glühende Kohle.

Donnerstag, 03 Juni 1954       )

Die Versuchung (C)

Mädchen, hör auf in der Waldnacht
an die Türe zu pochen, zu rufen: 
ich wühle und wecke die Herdglut, 
lege mich selbst auf den drübergebreiteten Mantel: 
05 Komm, leg dich, da dus erzwangst, zu mir; 
wo vor Bären dich schützt und vor Kälte 
mein Arm und sichrer die um uns herauf 
flammende, unter uns glühende Kohle.

Donnerstag, 03 Juni 1954       )

Die Versuchung (D)

Mädchen, hör auf aus der Waldnacht
an der Türe zu rufen, zu pochen: 
schon wecke ich wühlend die Herdglut, 
lege mich schnell auf den drübergebreiteten Mantel: 
05 Komm, leg dich, da dus erzwangst, 
zu mir, wo vor Nacht und vor Kälte 
mein Arm dich schützt und sichrer die um uns 
flammende, unter uns glühende Kohle.

Donnerstag, 17 Juni 1954       )

Die Versuchung (E)

Mädchen, hör auf aus dem Nachtwald 
an der Türe rufend zu pochen: 
schon wühlte ich, weckt ich die Herdglut, 
schon lieg ich auf dem drübergebreiteten Mantel. 
05 Komm lege dich, da dus erzwangst, 
zu mir, wo vor Nacht und vor Kälte 
mein Arm dich schützt und sichrer die um uns 
flammende, unter uns glühende Kohle.

Samstag, 10 Juli 1954       )

Die Versuchung (F)

Mädchen, hör auf,
aus dem Nachtwald zu rufen, zu pochen an meine Tür:
schon wühlt ich dir, weckte die Herdglut, 
darüberzubreiten den Mantel zum Bett: Komm, leg dich 
05 zu mir, wo vor Kälte der Waldnacht 
mein Arm dich und sichrer die ringsum 
flammende, schützt, die unter uns glühende Kohle.

Samstag, 10 Juli 1954       )

Die Versuchung (G)

Mädchen, hör auf,
aus dem Nachtwald zu rufen, zu pochen an meine Tür:
zum Bett uns schon hab ich den Mantel 
auf die umgewühlte, geweckte Herdglut gebreitet: 
05 Komm, leg dich, wo vor Kälte der Waldnacht 
mein Arm dich und sichrer die ringsum
flammende, schützt, die unter uns glühende Kohle.

Datiert: 1954       )

Die Versuchung (H)

Mädchen, hör auf,
aus dem Nachtwald zu rufen, zu klopfen an meine Tür: 
zum Bett uns schon hab ich den Mantel 
auf die durchwühlte, geweckte Herdglut gebreitet; 
05 komm, leg dich, wo vor Wölfen der Waldnacht 
mein Arm dich und sichrer vor Kälte die rings 
aufflammende schützt, die unter uns glühende Kohle.

Donnerstag, 27 Mai 1954       )

Die Kamele (A)

Brüder, wieder die Glocke der wissenden Tiere
läutet herein in die Höhlen am Felsen der Wüste, 
kündet das Brot des Gebers, den keiner gesehen, 
jährliches Brot, das bringen durch den Sand die Kamele 
05 führerlos sicher. Am einzigen Brunnen getränkte 
wenden sich abends, folgend der Glocke des Leittiers, 
zurück zur über die Tage herduftenden Weide.

Freitag, 04 Juni 1954       )

Die Kamele (B)

Wieder läutet die wissende Glocke des Leittiers
voran in die Wüstenhöhlen der Brüder und kündet 
das jährliche Brot des Gebers, den keiner gesehen; 
führerlos sicher bringen es durch den Sand 
05 die Kamele: am einzigen Brunnen getränkt, 
wenden sie abends sich, folgend der Glocke des Leittiers 
zur über die Reise duftenden Weide[.] zurück.

Donnerstag, 17 Juni 1954       )

Die Kamele (C)

Wieder läutet die Glocke des wissenden Leittiers
voran in die Wüstenhöhlen der Brüder und meldet 
das jährliche Brot des Gebers, den keiner gesehen, 
führerlos sicher bringen es durch den Sand die Kamele: 
05 am einzigen Brunnen getränkt, wenden sie abends sich, 
folgend der Glocke des wissenden Leittiers zurück 
zur über die Reisetage herduftenden Weide.

Samstag, 26 Juni 1954       )

Die Kamele (D)

Wieder läutet die Glocke des wissenden Leittiers
voran in die Wüstenhöhlen der Brüder und meldet 
das jährliche Brot des Gebers, den keiner gesehen, 
führerlos sicher bringen es durch den Sand die Kamele: 
05 am einzigen Brunnen getränkt, wenden sie abends, 
folgend der Glocke des wissenden Leittiers zurück sich 
zur über die Reisetage herduftenden Weide.

Montag, 12 Juli 1954       )

Die Kamele (E)

Wieder läutet dem wissenden Leittier die Glocke
voran ins Ohr des Wüstenbewohners und meldet 
das jährliche Brot, dess Geber er niemals gesehen, 
sicher bringen es durch den Sand die Kamele: 
05 doch schnell vom einzigen Brunnen wenden sie abends, 
folgend der Glocke des wissenden Leittiers zurück sich 
zur über die Reisetage herduftenden Weide.

Freitag, 16 Juli 1954       )

Die Kamele (F/G)

Wieder läutet dem wissenden Leittier die Glocke 
voran ins Ohr der Wüstenbewohner und meldet 
das jährliche Brot, des Geber sie niemals gesehen; 
sicher bringen es durch den Sand die Kamele: 
05 doch am einzigen Brunnen wenden abends sie schnell
und folgen der Glocke des wissenden Leittiers zurück
zur über die Reisetage herduftenden Weide.

Datiert: 1954       )

Die Kamele (H*)

Wieder läutet dem wissenden Leittier die Glocke
voran ins Ohr der Wüstenbewohner und meldet 
das jährliche Brot, des Geber sie niemals gesehen; 
sicher bringen es durch den Sand die Kamele: 
05 doch am einzigen Brunnen wenden abends sie schnell 
und folgen der Glocke des wissenden Leittiers zurück 
zur über die Reisetage herduftenden Weide.

Samstag, 29 Mai 1954       )

Das trunkene Dorf (A)

Nach langer Fahrt durch die Steppe kühlen am Abend die
wenigen Eichen am Brunnen 
und das Lachen der Mädchen, wenn an die Türen gelehnt
kauen die Stengel des Mohns 
und schauen leis durch halbgeschlossene Lider die Burschen. 
Tiefer noch kühlt in der verschlossenen Kirche des Nachts 
05 der mit dem Dunkel der Fenster wachsende Schein der 
einzigen Lampe, 
wenn draussen die Hitze der Flöten schrill schreit 
und dröhnt die Hitze der Tamburine im stampfenden Tanz 
der Mädchen und Burschen. 
Kühl schwimmt die verschlossene Arche im Meer der 
siedenden Nacht.

Samstag, 29 Mai 1954       )

Das trunkene Dorf (B)

Den heissen Tag in der Steppe kühlt unter den Eichen am 
Brunnen 
das Lachen der Mädchen, wenn an die Türen gelehnt kauen 
die Kerne des Mohns 
und schauen leis durch halbgeschlossene Lider die Burschen. 
Die siedende Nacht, wo schrill schreit die Hitze der Flöten
05 und dröhnen die Tamburine zum stampfenden Tanz der 
Mädchen und Burschen, 
kühlt tiefer noch der mit dem Dunkel der Fenster wachsende 
Schein der einzigen Lampe 
in der verschlossenen Kirche: Arche still schwimmend 
hinweg über das Brodeln.

Montag, 31 Mai 1954       )

Das trunkene Dorf (C)

Den heissen Tag in der Steppe kühlt unter den Eichen am
Brunnen 
das Lachen des Mädchens entgegen dem an die Tür gelehnten 
Burschen, der kaut Kerne des Mohns und schaut durch 
geschlossene Lider. 
Die siedende Nacht, wo schrill schrein die Flöten 
05 und dröhnen die Tamburine zum Stampfen der Mädchen 
und Burschen, 
kühlt tiefer der mit dem Dunkel der Fenster hellere Schein 
der einzigen Lampe 
im verschlossenen Schiff der Kirche, das schwimmt hinweg 
übers Brodeln<.>

Sonntag, 06 Juni 1954       )

Das trunkene Dorf (D)

Den Tag in der Steppe kühlt unter den Eichen am
Brunnen 
das Lachen des Mädchens entgegen dem Burschen, der 
gelehnt an die Tür, schaut, kauend Kerne des Mohns, durch 
geschlossene Lider. 
Die Nacht, wo heiss die Flöten und sieden die Tamburine 
05 zum Stampfen der Mädchen und Burschen, kühlt tiefer 
der mit dem Dunkel hellere Schein der einzigen Lampe 
im verschlossenen Schiff, das schwimmt auf dem Brodeln.

Mittwoch, 23 Juni 1954       )

Tag und Nacht (E)

Den Tag in der Steppe kühlt unter den Eichen am Brunnen
das Lachen des Mädchens dem Burschen entgegen, der, 
gelehnt an die Tür, schaut, kauend Kerne des Mohns, 
durch geschlossene Lider. 
Die Nacht, wo sieden die Flöten und kochen die Tamburine 
05 zum Stampfen der Mädchen und Burschen, kühlt tiefer 
der mit der Finsternis hellere Schein der einzigen Lampe 
im Schiff der verschlossenen Kammer, das schwimmt auf 
dem Brodeln.

Montag, 12 Juli 1954       )

Tag und Nacht (F)

Den Tag in der Steppe kühlt mehr als der Quell unter Eichen
das Lachen des Mädchens dem Burschen entgegen, der 
gelehnt an die Tür, schaut, kauend Kerne des Mohns, durch 
geschlossene Lider. 
Die Nacht, wo sieden die Flöten und kochen die Tamburine 
05 empor ums finstere Stampfen der Mädchen und Burschen, 
kühlt tiefer 
der immer hellere Schein der einzigen Lampe 
im Schiff der Kammer abseits, das schwimmt auf dem Brodeln.

Sonntag, 12 Dezember 1954       )

Tag und Nacht (G)

Den Tag in der Steppe kühlt mehr als der Quell unter Eichen
das Lachen des Mädchens dem Burschen entgegen, der 
gelehnt an die Tür, schaut, kauend Kerne des Mohns, 
durch geschlossene Lider, 
Die Nacht, wo sieden die Flöten und kochen die Tamburine 
05 empor ums finstere Stampfen der Mädchen und Burschen, 
kühlt tiefer 
der überquellende Schein der einzigen Lampe 
im Schiff der Kammer abseits, das schwimmt auf dem Brodeln.

Montag, 31 Mai 1954       )

Der Schulbus (A)

Von der Brücke her bohrt sich
der vieltönig jauchzende
Pfeil in den zerstiebenden Trubel 
des Platzes, der aufhupenden 
05 kleinen erschrockenen Wagen: 
Schulautobus, voller 
vom amtlich freundlichen 
Antlitz des Lehrers mit den 
peinlichen Fragen 
10 endlich befreiter Kinder. 

Im Kaffee an der Ecke 
sieht der Lesende auf 
von den gesuchten Buchhaltern 
und dem befähigten, auch dem grössten 
15Betrieb gewachsenen Kaufmann, 
springt über das griechische Beben, 
taucht auf und schwimmt mit Auge und Ohr 
vorbei am ungeduldig haltenden Laufburschen mit dem 
Tragkorb voll Brot, 
am Wagenkäfer, der glänzt, // 02
20 mit der Schreibmaschine auf dem Dach, 
grad als der in die Allee zur Rechten entrinnt. 
Mitten hinein, auch vom hell gebietenden 
Polizisten nicht eine Sekunde gestört, 
in den Strudel, der alles einsaugt, 
25 in den die Spinne des Platzes 
verschlingenden Jubel-Wagen der Kinder.

Sonntag, 06 Juni 1954       )

Der Schulbus (B)

Von der Brücke her bohrt sich
der vieltönig jauchzende Pfeil 
in den Trubel des Platzes voll kleiner, erschrockener Wagen, 
der aufhupend zerstiebt: 
05 Schulautobus jauchzend mit den vom amtlich 
freundlichen Lehrergesicht, von den peinlichen Fragen 
endlich befreiten Kindern. 

Im Kaffee an der Ecke taucht der Lesende auf 
aus den Buchhaltern und dem befähigten, 
10 auch dem grössten Betrieb gewachsenen Kaufmann, 
gleitet über das griechische Beben 
und schwimmt vorbei am ungeduldig 
klingelnden Burschen mit dem Korb voller Brote, 
am Wagenkäfer, der mit der Nähmaschine  
15 auf dem glänzenden Dach, eben zur rechten entrinnt. 
Springt mitten hinein, auch vom hell 
gebietenden Polizisten nicht ein Sekunde gestört, 
in den die Spinne des Platzes mit all ihrer Beute 
verschlingenden Jubel-Wagen der Kinder.

Sonntag, 06 Juni 1954       )

Der Schulbus (C)

Von der Brücke her bohrt sich der vieltönig summende Pfeil
in den Trubel des Platzes aus kleinen erschrockenen Wagen, 
der aufhupend zerstiebt: 
Schulautobus, voller Kinder, die vom geduldigen Lehrergesicht, 
05 von seinen peinlichen Fragen endlich befreit sind. 

Im Kaffee an der Ecke taucht der Lesende auf 
aus den Buchhaltern und aus den befähigten, 
auch dem grössten Betrieb gewachsenen Damen, 
gleitet über das griechische Beben, und jetzt schon 
10 vorbei am ungeduldig klingelnden Burschen mit dem Korb 
voller Brote, 
am Wagenkäfer, der mit der Nähmaschine auf dem
glänzenden Dach 
eben zur rechten entrinnt. Springt, 
auch vom hell gebietenden Polizisten nicht eine Sekunde gestört, 
in den die Spinne des Platzes mit all ihrer Beute 
15 verschlingenden Jubelwagen der Kinder, mitten hinein.

Montag, 21 Juni 1954       )

Der Schulbus (D)

Von der Brücke her bohrt sich der vieltönig summende Pfeil
in den Trubel der kleinen erschrockenen Wagen 
der aufhupt und zerstiebt: 
Schulautobus, voller Kinder, die vom geduldigen Lehrergesicht 
05 mit seinen drohenden Fragen endlich befreit sind. 

Im Kaffee an der Ecke taucht der Lesende auf 
aus den Buchhaltern und aus den gesetzten, 
auch dem grössten Betrieb gewachsenen Damen, 
gleitet über das griechische Beben, und jetzt schon 
10 draussen vorbei am stur klingelnden  Burschen mit dem Korb 
voller Brote, 
am Wagenkäfer, der mit der Nähmaschine auf dem
glänzenden Dach 
eben zur rechten entrinnt. Springt, 
auch vom hell gebietenden Schutzmann nicht eine
Sekunde gestört, 
in den die Spinne des Platzes mit all ihrer Beute 
15 verschlingenden Wagenjubel der Kinder, mitten hinein.

Dienstag, 22 Juni 1954       )

Der Schulbus (E)

Im Kaffee an der Ecke taucht der Lesende auf 
aus des Zeitungsriffs Spalten, darin 
die Buchhalter sitzen und die gewandten, 
auch dem grössten Betrieb gewachsenen Damen, 
05 gleitet über das griechische Beben, und jetzt schon 
draussen – wo von der Brücke her sich der vieltönig 
summende Pfeil bohrt in den Trubel der kleinen erschrockenen 
Wagen, 
der aufhupt und zerstiebt: Schulautobus, 
voller Kinder, die vom geduldigen Lehrergesicht 
10 mit seinen drohenden Fragen endlich befreit sind – 
draussen vorbei am stur klingelnden Burschen 
mit dem Korb voller Brote am Rücken, 
am Wagenkäfer, der mit der Nähmaschine auf dem glänzenden 
Dach 
eben zur rechten entwischt: Springt mit Auge und Ohr, 
15 auch vom hell gebietenden Schutzmann nicht eine Sekunde 
gestört, 
in den die Spinne des Platzes mit all ihrer Beute 
verschlingenden Wagenjubel der Kinder, mitten hinein.

Montag, 28 Juni 1954       )

Der Schulbus (F)

Im Kaffee an der Ecke
taucht der Lesende aus des Zeitungsriffs Spalten 
auf, wo die Kältetechniker und die 
bilanzsicheren Buchhalter sitzen, 
05 gleitet über das griechische Beben, und jetzt 
draussen schon – wo von der Brücke her sich 
der vieltönig summende Pfeil bohrt in den Trubel 
kleiner, schreckhupender, 
auseinander stiebender Wagen: Schulautobus 
10 voller Kinder, die vom geduldigen 
Lehrergesicht mit seinen Fragen 
endlich befreit sind – draussen 
vorbei schon am stur klingelnden Burschen 
mit dem Korb voller Brote am Rücken, 
15 am Wagenkäfer, der, die Nähmaschine auf dem 
glänzenden Dach, eben nach rechts ihm entrinnt: 
Springt mit Auge und Ohr, auch von der 
blank beweglichen Puppe des Schutzmanns 
nicht eine Sekunde gestört, 
20 in den Fahrjubel der Kinder, der die beutegedunsne 
Spinne des Platzes mitten zerriss, 
mitten hinein.

Dienstag, 29 Juni 1954       )

Der Schulbus (G)

Im Kaffee an der Ecke
taucht der Lesende auf aus des Zeitungsriffs Spalten, 
wo die Kältetechniker und die 
bilanzsicheren Buchhalter sitzen, 
05 gleitet über das griechische Beben und jetzt 
draussen schon – wo von der Brücke her sich 
der vieltönig summende Pfeil bohrt in den Wirbel 
kleiner, [auseinander] schreck-
hupender Wagen: Schulautobus 
10 voller Kinder, die vom geduldigen 
Lehrergesicht mit seinen Fragen 
endlich befreit sind – draussen 
vorbei schon am stur klingelnden Burschen 
mit dem Korb voller Brote am Rücken, 
15 am Wagenkäfer, der das Nähmaschinengeschwür auf dem 
glänzenden Rücken, eben nach rechts ihm entrinnt: 
Springt mit Auge und Ohr, auch von der 
weiss beweglichen Puppe des Schutzmanns 
nicht eine Sekunde gestört, 
20 in den Fahrjubel der Kinder, der 
mitten zerriss die beutegedunsne Spinne des Platzes, 
mitten hinein.

Mittwoch, 14 Juli 1954       )

Der Schulbus (H)

Im Kaffee an der Ecke
taucht der Lesende auf aus des Zeitungsriffs Spalten, 
wo die Kältetechniker und 
bilanzsicheren Buchhalter sitzen, 
05 gleitet über das griechische  Beben und jetzt 
draussen schon – wo von der Brücke her sich 
der vieltönige Summpfeil bohrt in den stockenden 
Wirbel verstört schreck-
hupender Wagen: Schulautobus 
10 voller Kinder, die vom geduldigen 
Lehrergesicht mit seinen Fragen 
endlich befreit sind – draussen 
vorbei schom am stur klingelnden Burschen 
mit dem Korb voller Brote am Rücken, 
15 am Wagenkäfer, der das Nähmaschinengeschwür 
auf dem glänzenden Rücken, eben nach rechts ihm entrinnt: 
Springt mit Auge und Ohr, auch von der 
weiss beweglichen Schutzmannpuppe 
nicht eine Sekunde gestört, 
20 in den Fahrjubel der Kinder, der 
mitten zerriss die beutegedunsene Spinne des Platzes, 
kopfüber hinein.

Datiert: 1954       )

Mittag (J)

Im Kaffee an der Ecke
taucht der Lesende auf aus des Zeitungsriffs Spalten, 
wo die Kältetechniker und 
bilanzsicheren Buchhalter sitzen, 
05 gleitet über das griechische Beben und jetzt 
draussen schon – wo von der Brücke her sich 
der vieltönige Summpfeil bohrt in den stockenden 
Wirbel kleiner schreck-
hupender Wagen: Schulautobus 
10 voller Kinder, die vom geduldigen 
Lehrergesicht mit seinen Fragen 
endlich befreit sind – draussen 
vorbei schon am stur klingelnden Burschen 
mit dem Korb voller Brote am Rücken, 
15 am Wagenkäfer, der, das Nähmaschinengeschwür 
auf der glänzenden Decke, eben rechts nach der Allee hin entrinnt: 
Springt mit Auge und Ohr, auch von der 
weiss beweglichen Schutzmannpuppe 
nicht eine Sekunde gestört, 
20 in den Fahrjubel der Kinde, der 
mitten zerriss die beutegedunsene Spinne des Platzes, 
kopfüber hinein.

Freitag, 11 Juni 1954       )

Die gefundene Tochter (A)

Nun erst, wie sie lächelt
und ausstreckt die Hand, wie sie streckte 
sie oft nach dem Fenster, daraus er ihr zuwarf den Ball, 
erkennt er im Mönch die Tochter, 
05 die geflohen am Tag der Hochzeit, 
im Mönch, der ihn täglich getröstet, 
mit dem er, um ihn nicht zu missen, 
lebte Kammer an Kammer. 
Den er in letzter Stunde erkannt, 
10 den Mönch verhüllt er, mit Schweigen 
und lebt, der immer getrauert,  
fröhlich fortan in der erledigten Kammer.

Dienstag, 15 Juni 1954       )

Die gefundene Tochter (B)

Nun erst, wo sie lächelt
und ausstreckt die Hand, wie sie früher 
ausstreckte sie oft nach dem Ball, den er aus dem Fenster 
ihr zuwarf, erkennt er die Tochter, 
05 die floh am Tag ihrer Hochzeit, im Mönch, 
mit dem er, damit er ihn tröste, lebte Kammer an Kammer. 
Den er in letzter Stunde erkannt, den Mönch 
verhüllt er mit Schweigen, und der 
bisher ging mit dunkel gesenktem Gesicht, 
10 hebt in der erledigten Kammer 
zum Staunen der Brüder die lachenden Augen fortan.

Donnerstag, 24 Juni 1954       )

Die gefundene Tochter (C)

Nun erst, wo sie lächelt
und ausstreckt die Hand, die sie früher 
ausstreckte oft nach dem Ball, den er aus dem Fenster 
ihr zuwarf, erkennt er die Tochter, 
05 die floh am Tag ihrer Hochzeit, im Mönch, 
mit dem er, damit er ihn tröste, lebte Kammer an Kammer. 
Den er in letzter Stunde erkennt, 
verhüllt er mit Schweigen, den Mönch, 
und wenn er mit dunkelgesenktem 
10 Gesicht ging bisher, so grüssen 
aus der erledigten Kammer fortan die Brüder 
Augen, lachend erhobne.

Freitag, 25 Juni 1954       )

Die gefundene Tochter (D)

Nun erst, wo sie lächelt 
und ausstreckt die Hand, die sie früher 
ausstreckte oft nach dem Ball, den aus dem Fenster 
ihr zuwarf der Vater, erkennt er, 
05 die floh am Tag ihrer Hochzeit, die Tochter 
im Mönch, mit dem, damit er ihn tröste, er lebte Kammer an Kammer: 
Ins Schweigen begräbt er den Toten. 
Doch wenn mit dunkel gesenktem 
Gesicht er ging früher, so grüssen 
10 aus der erledigten Kammer fortan die Brüder 
Augen, lachend erhobne.

Dienstag, 13 Juli 1954       )

Legende (E)

Nun erst, wo sie lächelt
und ausstreckt die Hand, die sie früher 
ausstreckte oft nach dem Ball, den aus dem 
Fenster ihr zuwarf der Vater, erkennt er, 
05 die floh am Tag ihrer Hochzeit, die Tochter 
im Mönch, mit dem, damit er ihn tröste, er lebte Kammer an Kammer: 
Ins Schweigen begräbt er den Toten. 
Doch wenn mit dunkel gesenktem 
Gesicht er ging bisher, so grüssen 
10 aus der erledigten Kammer fortan die Brüder 
Augen, fröhlich erhobne.

Datiert: 1954       )

Die gefundene Tochter (F)

Nun erst, wo sie lächelt
und ausstreckt die Hand, die sie früher 
ausstreckte oft nach dem Ball, den aus dem 
Fenster ihr zuwarf der Vater, erkennt er, 
05 die floh am Tag ihrer Hochzeit, die Tochter 
im Mönch, mit dem, damit er ihn tröste, er lebte Kammer an
Kammer: 
Ins Schweigen begräbt er den Toten. 
Doch wenn mit gesenktem 
Gesicht er ging bisher, so grüssen 
10 aus der erledigten Kammer fortan die Brüder 
Augen, erhobne.

Freitag, 11 Juni 1954       )

Aus einem Tagebuch (A)

Am Tisch mit den Freundinnen sprach sie
vom Flugzeug, das sie aus Detroit hertrug, 
– das in Michigan liege, einem Land wie Schwaben in Deutschland – 
mit ihren Kindern, Barbara und Christopher, 
05 die alten Eltern zu sehen. 
Und schaute ihn, der sass am Tisch gegenüber, 
an mit den dunklen beweglichen Augen, 
das Haupt und die Hand mit den Ringen 
schnell, immer noch, und zärtlich regend: 
10 wie damals, als er mit ihr sprach, dem Mädchen, 
im Garten im Sommer, er träumend, 
mit ihr der träumenden, die dem Morgen schon näher. 
Aber er hatte gesprochen, nur damit sie schlage 
die beweglichen Augen ihm auf, 
15 rege das Haupt und die leichte Hand ohne Ringe. 
Wie sie jetzt aufschlug und regte da drüben, 
im Gespräch über Detroit und das Flugzeug nach Schwaben, 
und ihn nicht erkannte, sie hatte ihn hier nicht erwartet. 
Er war ja wahrhaftig ein andrer und schaute 
20 nur heute seit langem wieder einmal hinüber 
zum träumend gesprächigen Knaben im Sommergarten von damals.

Dienstag, 15 Juni 1954       )

Aus einem Tagebuch (B)

Mit den Freundinnen sprach sie am Tisch 
vom Flugzeug, das sie brachte aus Detroit 
– das in Michigan liege, einem Land wie Schwaben in Deutschland – 
mit ihren Kindern Barbara und Christofer, 
05 die alten Eltern zu sehen. 
Und schaute hinüber zu ihm, der sass am anderen Tisch, 
mit den dunklen beweglichen Augen, 
den Kopf und die Hand mit den Ringen 
schnell regend und zärtlich, immer noch: 
10 wie damals, als er mit ihr, dem Mädchen 
sprach im Garten im Sommer, wachträumend 
mit ihr, der wachträumenden, die nah stand der Tür. 
Aber er sprach, nur damit sie schlüge 
ihm auf die beweglichen Augen und rege 
15 das Haupt und die Hand ohne Ringe. 
Wie sie jetzt aufschlug und regte da drüben 
im Gespräch über Detroit und das Flugzeug nach Schwaben, 
und ihn nicht erkannte: sie konnte ihn hier nicht erwarten. 
Er stand auf, und vergass, verwirrt, gar noch zu zahlen, 
20 nicht länger ertrug ers, zurückzuschaun auf das wachträumend 
gesprächige Paar nah der Haustür im Garten von damals.

Montag, 28 Juni 1954       )

Aus einem Tagebuch – Rückschau (C)

Mit den Freundinnen sprach sie am Tisch 
vom Flugzeug, das sie brachte aus Detroit 
– das in Michigan liege einem Land in den Staaten wie Schwaben 
in Deutschland – 
mit ihren Kindern Barbara und Christofer, 
05 die Eltern zu sehen. 
Und hinüber zu ihm der sass am anderen Tisch, 
wandte sie die dunkel beweglichen Augen, 
den Kopf und die Hand mit den Ringen 
schnell regend, immer noch wie 
10 damals, als er im Garten des August 
wachträumend sprach mit dem wachträumenden Mädchen, 
das aber schon nahe der Tür stand. 
Und er sprach nur, damit sie 
schlüge ihm auf die beweglichen Augen 
15 und rege das Haupt und die schnelle Hand ohne Ringe. 
Wie sie jetzt aufschlug und regte da drüben 
im Gespräch über Detroit und das Flugzeug nach Schwaben 
und ihn nicht erkannte, 
der aufstand, verwirrt, und zu bezahlen vergass, 
20 weil ers nicht länger ertrug, zurückzuschaun 
auf das wachträumend gesprächige Paar 
nah der Haustür im Nachtgarten des Augusts.

Mittwoch, 14 Juli 1954       )

Augenblick (D)

Mit den Freundinnen sprach sie am Tisch 
vom Flugzeug, das sie brachte aus Detroit 
– das in Michigan liege, einem Land in den Staaten wie
Schwaben in Deutschland – 
mit ihren Kindern Barbara und Christofer, 
05 die Eltern zu sehen. 
Und hinüber zu ihm, der sass am anderen Tisch, 
wandte sie die dunkel beweglichen Augen, 
den Kopf und die Hand mit den Ringen 
schnell regend, immer noch wie 
10 damals, als er im Garten des August 
wachträumend sprach mit dem wachträumenden Mädchen, 
das aber schon nahe der Tür stand; 
als er nur sprach, damit sie 
schlüge ihm auf die beweglichen Augen 
15 und rege den Kopf und die schnelle Hand ohne Ringe. 
Wie sie jetzt aufschlug und regte da drüben 
im Gespräch über Detroit und das Flugzeug nach Schwaben 
und ihn nicht erkannte: 
Der aufstand, verwirrt, und zu bezahlen vergass, 
20 weil ers nicht länger ertrug, zurückzuschaun 
auf das wachträumend gesprächige Paar 
nah der Haustür im Nachtgarten des August.

Datiert: 1954       )

Augenblick (E)

Mit den Freundinnen sprach sie am Tisch
vom Flugzeug, das aus Detroit 
– das in Michigan liege, einem Land in den Staaten wie 
Schwaben in Deutschland – 
mit den Kindern Barbara und Christofer, sie brachte, 
05 die Eltern zu sehen. 
Und hinüber zu ihm, der sass am anderen Tisch, 
wandte sie die beweglichen Augen, 
den Kopf und die Hand mit den Ringen 
schnell regend, immer noch wie 
10 damals, als er im Garten des August 
hinabsprach zu ihr aus dem Netz, 
das sie von unten spielerisch anstiess;
nur sprach, damit sie 
schlüge ihm auf die dunkel beweglichen Augen 
15 und rege den Kopf und die schnelle Hand ohne Ringe. 
Wie sie jetzt aufschlug und regte da drüben 
im Gespräch über Detroit und das Flugzeug nach Schwaben 
und ihn nicht erkannte: 
Der aufstand, verwirrt, und zu bezahlen vergass, 
20 weil er nicht länger ertrug, zurückzuschaun 
auf das schaukelnde Nachtgartennetz des August.

Datiert: 1954       )

Augenblick (F)

Vom Tisch, wo sie den Freundinnen rühmte
das Flugzeug, das aus Detroit 
– in Michigan liegt es, einem Land in den Staaten wie 
Schwaben in Deutschland – 
sie brachte, die Kinder Barbara und Christofer 
05 den Eltern zu zeigen, 
warf sie hinüber zu ihm die beweglichen Augen, 
den Kopf und die Hand mit den Ringen 
schnell regend, immer noch wie 
damals, als er im Garten des August 
10 hinabsprach aus dem Netz, 
das sie von unten spielerisch anstiess; 
nur sprach, damit sie 
schlüge ihm auf die dunkel beweglichen Augen 
und rege den Kopf und die schnelle Hand ohne Ringe. 
15 Wie sie jetzt aufschlug und regte da drüben 
über Detroit und über dem Flugzeug nach Schwaben 
und ihn nicht erkannte: 
Der aufstand, und verstört, fast zu bezahlen vergass, 
weil er nicht länger ertrug, zurückzuschaun 
20 auf das wiegende Nachtgartennetz des August.

Dienstag, 22 Juni 1954       )

Faule Frucht (A)

Laufen die Leute heraus,
Mädchen und Burschen und, beschwerlicher schon, 
im siebten Monat die Frau 
mit den Zwillingen im Wagen, 
05 bunt aus der offenen Frucht schwärzlich stinkendem Fleisch, 
vorbei am Wurm, der langsam hinterher kriecht, 
laufen sie alle heraus, flüchtend, 
in den strömenden Regen der Brücke hinüber zum Bahnhof. 
Während zwischen fast ganz schon vorgezogenen
Wolken die Sonne 
10 nochmals hervorfällt und wendet ihr zu 
der Wurm das Haupt, das blinde, vom Rand 
der nun entleerten, im Sonnenregen 
glänzenden schwärzlich faulig offenen Frucht.

Samstag, 26 Juni 1954       )

Faule Frucht (B)

Laufen die Leute heraus,
die Mädchen und Burschen und, beschwerlicher schon, 
im siebten Monat die Frau 
mit den Zwillingen im Wagen, 
05 vorbei am Wurm, der langsam hinterher kriecht, 
bunt aus der Frucht faulig stinkendem Fleisch, 
laufen sie alle heraus, flüchtend 
in den strömenden Regen der Brücke hinüber zum Bahnhof. 
Wenn zwischen fast ganz schon vorgezogenen Wolken 
die Sonne 
10 nochmals hervorfällt und ihr zu der Wurm 
wendet das Haupt, das blinde, vom Rand 
der nun entleerten, im Sonnenregen 
glänzenden schwärzlich offenen Frucht.

Samstag, 10 Juli 1954       )

Faule Frucht (C)

Laufen die Leute,
die Mädchen und Burschen heraus und,
beschwerlicher schon, im siebten Monat die Frau 
mit den Zwillingen im Wagen, 
05 vorbei am Wurm, der langsam hinterher kriecht 
aus der Frucht faulig stinkendem Fleisch. 
Laufen sie alle flüchtend heraus 
in den strömenden Regen der Brücke hinüber zum Bahnhof, 
wenn zwischen fast ganz schon vorgezogenen Wolken 
10 die Sonne nochmals hervorfällt und ihr zu der Wurm 
wendet das Haupt, das blinde, vom Rand 
der offnen und nun entleerten, 
im Sonnenregen glänzend fauligen Frucht.

Datiert: 1954       )

Faule Frucht (D)

Laufen die Leute heraus und, 
beschwerlich schon, im siebten Monat die Frau 
mit den Zwillingen im Wagen, 
aus der Frucht faulig stinkendem Fleisch 
05 flüchtend, vorbei am Wurm, der langsam hinterher kriecht, 
in den strömenden Regen der Brücke hinüber zum Bahnhof, 
wenn zwischen fast ganz schon vorgezogenen Wolken 
die Sonne nochmals hervorfällt und ihr zu der Wurm 
wendet den Kopf, den blinden, vom Rand 
10 der offnen und nun entleerten, 
im Sonnenregen glänzenden Faulfrucht.

Dienstag, 03 August 1954       )

Die Sirenen (A)

Sie hatten die Taue
ans Ufer geworfen, und einer
schwamm schon hinüber 
als aus des Matrosen, der jetzt 
05 unter den johlenden 
die Strasse vom Hafen zog 
zur kleinen Talstation 
der Seilbahn, die während des Sommers 
klimmt alle Halbstunden 
10 zur Höhe des Burgbergs, 
mit dem Kastell, das heute Museum. 
Als einer der Matrosen Mund und Harmonika 
unter den johlenden, die, 
eingehängt zur Rechten und Linken 
15 den girrenden Mädchen 
in Achterreihen die breite 
Strasse hinauf, 
wo vom Gehsteig Blumen 
warfen die Kinder, die Mütter, 
20 welche steckten die einen 
unter die Schulterstücke, 
die andern aber, es waren zu viele, // 01v
alsbald zertraten. Die Männer 
aber in den verdrängten 
25 Autos drehten nieder 
die Scheiben und schwenkten 
Hände und Hüte. 
Als des Matrosen 
Liedbaum wuchs über 
30 das Stampfen, das lautere Johlen: 
der Strassenbahnzug 
aus der Querstrasse plötzlich 
hielt kreischend und lag 
und konnte nicht weiter, 
35 gebremst vom Gedränge 
der Rufer, der blumen-
werfenden Frauen und Kinder. 
Und nichts half ihm sein Klingeln. 
Als des Matrosen 
40 Liedbaum wuchs plötzlich, 
aus Mund und Harmonika auf 
und in die Krone des Lieds 
dicht sich oben verschränkte, 
des Lieds im Schiff vor der Insel, 
45 wo sie die Taue 
schon hatten ans Ufer geworfen, und einer 
schwamm schon hinüber, 
des Lieds, das vom Hauptmast 
also mächtig hinauf wuchs, // 02
50 dass fiel in Schatten der Liedbusch 
voll Blüten, der duftend sie zog 
alle zur Insel, 
fiel im Schatten des Baums, 
der wuchs aus Leier und Mund des Matrosen. 
55 Und überwuchs, Doppelbaum jetzt, 
den Burgberg schattig sogar, 
wo die Fremden einen Augenblick hielten und schwiegen 
im Kastell, das heute Museum.

Mittwoch, 04 August 1954       )

Die Sirenen (B)

Sie hatten ans Ufer
schon geworfen die Taue, 
und einer schwamm schon hinüber, 
als aus des Matrosen, der jetzt 
05 mit den johlenden zog 
die Strasse vom Hafen zur kleinen
Talstation || mit den Kartuschen und der 
Göttin aus schmutzigem Stuck, die emporhebt, 
bedeutend, ein geflügeltes Rad überm Eingang 
10 zur Seilbahn, die während der Saison im Herbst 
und im Frühling 
klimmt alle Halbstunden 
zur Höhe des Burgbergs 
mit dem Kastell, das heute Museum. 
Als aus des Matrosen Mund 
15 und Harmonika, mitten 
in den johlenden, die, 
eingehängt girrenden Mädchen 
zur Rechten und Linken, 
in Achterreihen die breite 
20 Strasse zogen hinauf, 
wo vom Gehsteig warfen die Kinder, 
die Mütter Blumen, welche 
unter die Schulterstücke die einen 
steckten, die anderen aber, es waren 
25 zu viele, zertraten. Die Männer 
aber, gedrängt an den Rand in den Autos, 
drehten nieder die Scheiben und schwenkten 
Hände und Hüte. 
Als aus des Matrosen // 04
30 Mund und Harmonika wuchs 
der Liedbaum über 
das Stampfen, das lautere Johlen (: 
der Strassenbahnzug
aus der Querstrasse plötzlich 
35 hielt kreischend und lag 
und konnte nicht weiter, 
gebremst vom Gedränge 
der blumenwerfenden Kinder, 
der Mütter, der Hände, 
40 Hüte schwenkenden Autos.) 
Als aus des Matrosen 
Mund und Harmonika wuchs 
plötzlich der Liedbaum 
und in die Krone 
45 dicht sich oben verschränkte 
des Lieds im Schiff vor der Insel, 
wo sie die Taue 
schon hatten ans Ufer geworfen 
und einer schwamm schon hinüber, 
50 des Lieds, das vorm Hauptmast 
also mächtig hinauf wuchs, 
dass sank im Schatten der Liedbusch 
voll Blüten, der duftend 
sie hingezogen zur Insel. 
55 Des Baums, der, gedoppelt // 05
den Berg und die Seilbahn überschattete jetzt, 
die schwatzenden Fremden einen 
Augenblick gar im Kastell, 
das heute Museum.

Freitag, 06 August 1954       )

Die Sirenen (C)

Wie als sie ans Ufer
schon geworfen die Taue,
und einer schwamm gar hinüber, 
aus des einen Matrosen, der jetzt 
05 mit den johlenden zieht die Strasse vom Hafen zur kleinen 
Talstation mit den Kartuschen und der 
Göttin aus schmutzigem Stuck, die emporhebt, 
bedeutend, ein geflügeltes Rad überm Eingang 
zur Seilbahn, die während 
10 der Saison im Herbst und im Frühling 
klimmt alle Halbstunden zur Höhe des Burgbergs 
mit dem Kastell, das heute Museum: 
Aus des einen Matrosen 
Mund und Harmonika, mitten 
15 aus den johlenden, die, eingehängt 
girrenden Mädchen zur Rechten und Linken 
in Achterreihen die breite Strasse hinaufziehn, wo 
vom Gehsteig werfen die Kinder, die Mütter 
Blumen, die unter die Schulterstücke die einen 
20 stecken, die andern, zuviel sinds, 
zertreten. Die Männer aber, gedrängt 
an den Rand in den Autos, drehen nieder 
die Scheiben und schwenken Hände und Hüte: 
aus des einen Matrosen 
25 Mund und Harmonika wächst 
der Liedbaum über das Stampfen, das lautere Johlen // 07
(: der Strassenbahnzug aus der 
Querstrasse, plötzlich hält er, kreischend, 
und steht und kann nicht weiter, gebremst 
30 vom Gedränge der blumenwerfenden Kinder, 
der Mütter, der Hände, der Hüte schwenkenden Autos.): 
Aus des einen Matrosen 
Mund und Harmonika wächst 
auf einmal der Liedbaum und verschränkt 
35 in die Krone dicht sich oben des Lieds im Schiff vor der Insel, 
wo sie die Taue schon ans Ufer 
geworfen und einer schon schwamm hinüber, 
in die Krone des Lieds, das vorm Hauptmast 
so mächtig hinaufwuchs, dass 
40 sank unterm Schatten der Liedbusch voll Blüten, 
der duftend sie hinzog zur Insel. 
Desselben Liedbaums, der die klimmende Bahn und den 
Burgberg, einen Augenblick gar der Fremden Geschwätzkraut 
im Kastell, das heute Museum, gedoppelt jetzt überschattet.

Samstag, 28 August 1954       )

Die Sirenen (D)

Wie als sie ans Ufer
schon geworfen die Taue 
und einer schwamm gar hinüber, 
aus des einen Matrosen, der jetzt 
05 mit den johlenden zieht die Strasse vom Hafen 
zur kleinen Talstation mit den Kartuschen und der 
Göttin aus schmutzigem Stuck, die emporhebt, 
bedeutend, ein geflügeltes Rad 
überm Eingang zur Seilbahn, die während 
10 der Saison im Herbst und im Frühling 
klimmt alle Halbstunden zur Höhe des Bugbergs 
mit dem Kastell, das heute Museum: 
Aus des einen Matrosen 
Mund und Harmonika, mitten 
15 aus den johlenden, die, eingehängt 
girrenden Mädchen zur Rechten und Linken 
in Achterreihen die breite Strasse hinaufziehn, 
wo vom Gehsteig werfen die Kinder, die Mütter 
Blumen, die unter die Schulterstücke die einen 
20 stecken, die andern, zuviel sinds, 
zertreten. Die Männer aber, gedrängt 
an den Rand in den Autos, drehn nieder // 09
die Scheiben und schwenken Hände und Hüte: 
Aus des einen Matrosen 
25 Mund und Harmonika wächst 
der Liedbaum über das Stampfen, das lautere Johlen 
– : der Strassenbahnzug hält an der 
Querstrasse plötzlich, kreischend, und steht und 
kann nicht weiter, gebremst vom 
30 Gedränge der blumenwerfenden Kinder, 
der Mütter, der Hände, Hüte schwenkenden Autos – : 
Aus des einen Matrosen 
Mund und Harmonika wächst 
auf einmal der Liedbaum, verschränkt 
35 in die Krone dicht sich oben des Lieds im 
Schiff vor der Insel, wo sie die Taue 
schon ans Ufer geworfen und einer 
schon schwamm hinüber, 
in die Krone des Lieds, das vom Hauptmast 
40 so mächtig hinauf wuchs, dass 
sank unterm Schatten der Liedbusch, der duftend 
von Blüten sie hinzog zur Insel. 
Desselben Liedbaums, 
der die klimmende Bahn und den Burgberg, // 10
45 einen Augenblick gar der Fremden Geschwätzkraut 
im Kastell, das heute Museum, 
gedoppelt, jetzt überschattet.

Mittwoch, 22 September 1954       )

Die Sirenen (E)

Wie als sie ans Ufer
schon geworfen die Taue 
und einer gar schwamm hinüber, 
wächst jetzt aus des einen Matrosen 
05 im Gejohl der Kameraden, welche die Strasse vom Hafen 
ziehn zum kleinen Bahnhof mit den Kartuschen und der 
Göttin aus schmutzigem Stuck, die emporhebt, 
bedeutend, ein geflügeltes Rad 
überm Eingang zur Seilbahn – während 
10 der Saison im Herbst und im Frühling 
klimmt sie alle Halbstunden zur Höhe des Burgbergs
mit dem Kastell, das heute Museum – : 
wächst jetzt aus des einen Matrosen 
Mund und Harmonika, mitten 
15 im Gejohl der Kameraden, die, eingehängt 
girrenden Mädchen zur Rechten und Linken 
in Achterreihen die breite Strasse  hinauf ziehn, 
wo vom Gehsteig werfen die Kinder, die Mütter 
Blumen, unter die Schulterstücke von den einen 
20 gesteckte, von den andern, zuviel sinds, 
zertretne. Die Männer aber, gedrückt 
an den Rand in den Autos, drehn nieder // 12
die Scheiben und schwenken Hände und Hüte: 
wächst jetzt aus des einen Matrosen 
25 Mund und Harmonika 
der Liedbaum über das Stampfen, das lautere Johlen 
– : der Strassenbahnzug hält an der 
Querstrasse plötzlich, kreischend, 
gebremst vom Gedränge der blumenwerfenden Kinder, 
30 der Mütter, der Hände, Hüte schwenkenden Autos – : 
wächst jetzt aus des einen Matrosen 
Mund und Harmonika 
auf einmal der Liedbaum, verschränkt 
in die Krone dicht sich oben des Lieds im 
35 Schiff vor der Insel, wo sie die Taue 
schon ans Ufer geworfen und einer 
gar schwamm hinüber, 
in die Krone des Lieds, das vom Hauptmast 
so mächtig hinauf wuchs, dass 
40 sank unterm Schatten der Liedbusch, der, duftend 
von Blüten, sie hinzog zur Insel. 
Desselben Liedbaums, 
der die klimmende Bahn und den Burgberg, // 13
einen Augenblick gar der Fremden Geschwätzkraut 
45 im Kastell, das heute Museum, 
gedoppelt, jetzt überschattet.

Samstag, 09 Oktober 1954       )

Die Sirenen (F)

Wie als sie ans Ufer
schon geworfen die Taue 
und einer gar schwamm hinüber, 

wächst aus dem Mund des einen Matrosen 
05 in der Kameraden Gejohl, welche die Strasse vom Hafen 
ziehn zum kleinen Bahnhof mit den Kartuschen und der 
Göttin aus schmutzigem Stuck, die emporhebt, 
bedeutend, ein geflügeltes Rad 
überm Eingang zur Seilbahn – während 
10 der Saison im Herbst und im Frühling 
klimmt sie alle Halbstunden zur Höhe des Burgbergs 
mit dem Kastell, das heute Museum – : 

wächst aus Harmonika und Mund des einen Matrosen 
mitten in der Kameraden Gejohl, die, 
15 eingehängt girrenden Mädchen zur Rechten und Linken, 
in Achterreihen die breite Strasse hinaufziehn, 
wo vom Gehsteig werfen die Kinder, die Mütter 
Blumen, unter die Schulterstücke von den einen 
gesteckte, von den andern, zuviel sinds, // 15
20 zertretne. Die Männer aber, gedrückt 
an den Rand in den Autos, drehn nieder 
die Scheiben und schwenken Hände und Hüte: 

wächst aus Harmonika und Mund des einen Matrosen 
der Liedbaum jetzt über das Stampfen, das lautere Johlen 
25 – : der Strassenbahnzug hält an der 
Querstrasse kreischend, gebremst vom 
Gedräng der blumenwerfenden Kinder, 
der Mütter, der Hände, Hüte schwenkenden Autos – : 

wächst aus Harmonika und Mund des einen Matrosen 
30 auf einmal jetzt der Liedbaum, verschränkt 
sich dicht in die Krone oben des Lieds im 
Schiff vor der Insel, wo sie die Taue 
schon ans Ufer geworfen und einer 
gar schwamm hinüber, 
35 in die Krone des Lieds, das vom Hauptmast 
so mächtig hinaufwuchs, dass 
sank unterm Schatten der Liedbusch, 
der, duftend von Blüten, sie hinzog zur Insel. 

Desselben Liedbaums, 
40 der die Göttin aus schmutzigem Stuck, die klimmende Bahn 
mit dem Burgberg, 
einen Augenblick gar der Fremden Geschwätzkraut im Kastell, 
das heute Museum, 
gedoppelt jetzt überschattet.

Montag, 18 Oktober 1954       )

Die Sirenen (G)

Wie als sie ans Ufer 
schon geworfen die Taue 
und einer gar schwamm hinüber,

wächst aus dem Mund des einen Matrosen 
05 in der andern Gejohl, welche die Strassen vom Hafen 
ziehn zum kleinen Bahnhof mit den Kartuschen und der 
Göttin aus schmutzigem Stuck, die emporhebt, 
bedeutend, ein geflügeltes Rad 
überm Eingang zur Seilbahn – während 
10 der Saison im Herbst und im Frühling 
klimmt sie alle Halbstunden zur Höhe des Burgbergs 
mit dem Kastell, das heute Museum – :

wächst aus Harmonika und Mund des einen Matrosen 
mitten in der andern Gejohl, die, 
15 eingehängt girrenden Mädchen zur Rechten und Linken, 
in Achterreihen die breite Strasse hinaufziehn, 
wo vom Gehsteig werfen die Kinder, die Mütter 
Blumen, unter die Schulterstücke von den einen 
gesteckte, von den andern, zu viel sinds, 
20 zertretne; die Männer aber, gedrückt 
an den Rand in den Autos, drehn nieder 
die Scheiben und schwenken Hände und Hüte: // 17

wächst aus Harmonika und Mund des einen Matrosen
der Liedbaum jetzt über das Stampfen, das lautere Johlen 
25 – : der Strassenbahnzug hält an der 
Querstrasse kreischend, gebremst vom 
Gedräng der Blumen und Kinder, 
der Mütter und Hände und Hüte und Autos – :

wächst aus Harmonika und Mund des einen Matrosen 
30 auf einmal jetzt der Liedbaum, verschränkt 
sich dicht in die Krone oben des Lieds im 
Schiff vor der Insel, wo sie die Taue 
schon ans Ufer geworfen und einer 
gar schwamm hinüber, 
35 in die Krone des Lieds, das vom Hauptmast 
so mächtig hinaufwuchs, dass 
sank unterm Schatten der Liedbusch, 
der, duftend von Blüten, sie hinzog zur Insel.

Desselben Liedbaums, 
40 der die Göttin aus schmutzigem Stuck, die klimmende Bahn 
mit dem Burgberg, 
einen Augenblick gar der Fremden Geschwätzkraut im Kastell, 
das heute Museum, 
gedoppelt jetzt überschattet.

Samstag, 23 Oktober 1954       )

Die Sirenen (H)

Wie als sie die Taue 
schon ans Ufer geworfen hatten 
und einer sogar schwamm hinüber, 

wächst aus dem Mund des einen Matrosen 
05 in der andern Gejohl, welche die Strassen vom Hafen 
ziehn zum kleinen Bahnhof mit den Kartuschen und der 
Göttin aus schmutzigem Stuck, die  
ein geflügeltes Rad, bedeutend, emporhebt  
überm Eingang zur Seilbahn – während 
10 der Saison im Herbst und im Frühling 
klimmt sie alle Halbstunden zur Höhe des Burgbergs 
mit dem Kastell, das heute Museum ist – :

wächst aus Harmonika und Mund des einen Matrosen 
mitten in der andern Gejohl, die, 
15 eingehängt girrenden Mädchen zur Rechten und Linken, 
in Achterreihen die breite Strasse hinaufziehn, 
wo vom Gehsteig die Kinder und Mütter Blumen 
werfen: unter die Schulterstücke stecken sie schnell 
die einen, die andern, zu viel sinds, 
20 zertreten sie; die Männer aber, gedrückt 
an den Rand in den Autos, drehn nieder 
die Scheiben und schwenken Hände und Hüte: // 19

wächst jetzt der Liedbaum aus Harmonika und Mund des einen 
Matrosen über das Stampfen, das lautere Johlen 
25 – : der Strassenbahnzug hält an der 
Querstrasse keifend, 
vom Gedräng der Blumen und Kinder, 
der Mütter und Hände und Hüte und Autos gebremst – :

wächst jetzt auf einmal der Liedbaum aus Harmonika und Mund 
30 des einen Matrosen, verschränkt 
sich dicht oben in die Krone des Lieds im 
Schiff vor der Insel, wo sie die Taue 
schon ans Ufer geworfen hatten und einer 
sogar schwamm hinüber, 
35 in die Krone des Lieds, das vom Hauptmast 
so mächtig hinaufwuchs, dass 
unterm Schatten der Liedbusch sank, 
der sie, duftend von Blüten, zur Insel hinzog.

Desselben Liebaums, 
40 der die Göttin aus schmutzigem Stuck, die klimmende Bahn 
mit dem Burgberg, 
eine Sekunde sogar der Fremden Geschwätzkraut im Kastell, 
das heute Museum ist, 
jetzt gedoppelt beschattet.

Samstag, 20 November 1954       )

Die Sirenen (J)

Wie als sie die Taue
schon ans Ufer geworfen hatten 
und einer sogar hinüber schwamm, 

wächst aus dem Mund des einen Matrosen 
05 im Gejohl der andern, die die Strasse vom Hafen 
ziehn zum kleinen Bahnhof mit den Kartuschen und der 
Göttin aus schmutzigem Stuck, die 
ein geflügeltes Rad bedeutend emporhebt 
überm Eingang zur Seilbahn – während 
10 der Saison im Herbst und im Frühling 
klimmt sie alle Halbstunden zur Höhe des Burgbergs 
mit dem Kastell, das heute Museum ist – : 

wächst aus Harmonika und Mund des einen Matrosen 
mitten im Gejohl der andern, die, 
15 girrenden Mädchen rechts und links eingehängt, 
in Achterreihen die breite Strasse hinaufziehn, 
wo vom Gehsteig die Kinder und Mütter Blumen 
werfen: unter die Schulterstücke stecken sie schnell 
die einen, die andern, zu viel sinds, 
20 zertreten sie; die Männer aber, gedrückt 
an den Rand in den Autos, drehn nieder 
die Scheiben und schwenken Hände und Hüte: 

wächst jetzt aus Harmonika und Mund des einen Matrosen 
über das Stampfen, das lautere Johlen der Liedbaum 
25 – : der Strassenbahnzug hält keifend 
an der Querstrasse, vom Gedräng der 
Blumen und Kinder, 
der Mütter und Hände und Autos gebremst – : 

wächst jetzt auf einmal aus Harmonika und Mund des einen 
30 Matrosen der Liedbaum, verschränkt 
sich oben dicht in die Krone des Lieds im // 21
Schiff vor der Insel, wo sie die Taue 
schon ans Ufer geworfen hatten und einer 
sogar hinüber schwamm, 
35 in die Krone des Lieds, das vom Hauptmast 
so mächtig hinaufwuchs, dass 
unterm Schatten der Liedbusch sank, 
der sie, duftend von Blüten, zur Insel hinzog. 

Desselben Liedbaums, 
40 der die Göttin aus schmutzigem Stuck, die klimmende Bahn mit 
dem Burgberg, 
eine Sekunde sogar das Geschwätzkraut der Fremden im Kastell, 
das heute Museum ist, 
jetzt doppelt beschattet.

Montag, 22 November 1954       )

Die Sirenen (Andere Fassung) (J)

Wie als sie die Taue
schon ans Ufer geworfen hatten 
und einer sogar hinüberschwamm, 

wächst aus dem Mund des einen Matrosen 
im Gejohl der andern, die die Strasse vom Hafen 
05 ziehn zum kleinen Bahnhof mit den Kartuschen und der 
Göttin aus schmutzigem Stuck, die 
ein geflügeltes Rad bedeutend emporhebt 
überm Eingang zur Seilbahn – während 
der Saison im Herbst und im Frühling 
10 klimmt sie alle Halbstunden zur Höhe des Burgbergs 
mit dem Kastell, das heute Museum ist – : 

wächst aus Harmonika und Mund des einen Matrosen 
mitten im Gejohl der andern, die, 
girrenden Mädchen rechts und links eingehängt, 
15 in Achterreihen die breite Strasse hinaufziehn, 
wo vom Gehsteig die Kinder und Mütter Blumen 
werfen: unter die Schulterstücke stecken sie schnell 
die einen, die andern, zu viel sinds, 
zertreten sie; die Männer aber, an den Rand 
20 gedrückt in den Autos, drehn nieder 
die Scheiben und schwenken Hände und Hüte: 

wächst jetzt aus Harmonika und Mund des einen Matrosen 
über das Stampfen, das lautere Johlen der Liedbaum 
– : der Strassenbahnzug hält keifend 
25 an der Querstrasse, vom Gedräng der 
Blumen und Kinder, 
der Mütter und Hände und Autos gebremst – : 

wächst jetzt auf einmal aus Harmonika und Mund des einen // 23
Matrosen der Liedbaum, verschränkt 
30 sich oben dicht in die Krone des Lieds im 
Schiff vor der Insel, wo sie die Taue 
schon ans Ufer geworfen hatten und einer 
sogar hinüberschwamm, 
in die Krone des Lieds, das vom Hauptmast 
35 so mächtig hinaufwuchs, dass 
unterm Schatten der Liedbusch sank, 
der sie, duftend von Blüten, zur Insel hinzog. 

Desselben Liedbaums, 
der jetzt die Göttin aus schmutzigem Stuck, die klimmende Bahn 
mit dem Burgberg, 
40 eine Sekunde sogar das Geschwätzkraut der Fremden im Kastell, 
das heute Museum ist, 
doppelt beschattet.

Mittwoch, 04 August 1954       )

Die heilige Katharina (A)

Wenn die Taube
täglich, bevor das Rufen der Männer
der Müllabfuhr und das 
Rasseln der Eimer 
05 weckt die Schläfer, die sich, 
senkrecht auf der Stirn eine Falte des Ärgers, 
umdrehn mit Ächzen: 
hochfliegt zum Turm in Alexandrien, 
die gefangene Jungfrau zu nähren, 
10 steht im Schlafmantel die Freundin 
auf dem kleinen Balkon und winkt 
dem Freund dieser Nacht 
hinab in den Hof, wo schnell er 
aufs Rad steigt und eilig zurückwinkt, 
15 und er gefällt ihr im dunklen 
Rock mit den glänzenden Zeichen der Post, 
wohin er vor Morgen zurückkehrt. 
Wie er ihr gefiel, da er schlief, 
und sie nochmals die kleine 
20 Lampe mit dem Schirm aus löchriger 
Seide andrehte und sich setzte im Bett 
und ihn ansah. – 
Sie steht und winkt und sieht 
die Taube, eh sie hineingeht, fliegen, 
25 wie täglich vorüber. // 02
Bis sie nach Tagen, vielen, steht wieder 
und winkt und rafft über der Brust 
den alten geblümten Schlafmantel zusammen: 
und sieht hoch überm Kamin des Hotels gegenüber, 
30 draus steigt der Rauch vom Frühstück 
des Personals, über der auf der 
Dachterrasse flatternden Wäsche, 
mit dem kalten Frühwind 
fliegen, grösser geflügelte 
35 Tauben, die Engel, die tragen 
den hellen Leichnam der Jungfrau auf die Spitze des Bergs, 
der weit draussen im Dunst, 
von Wolken kaum unterscheidbar, 
wartet<,> ein unerbrechliches Grabmal. 
40 Sie schaut eine Sekunde hinauf, 
verwundert, bevor sie hineingeht, 
und sieht an, und vergisst, da sie ansieht 
das Bett, das zerwühlte, des Freunds, im Licht 
der kleinen, jetzt schon bei offnen Gardinen 
45 bleichen Lampe mit dem Schirm aus löchriger Seide. 
Indes die Mülleimer rasseln 
und rauh rufen die Männer 
und die Schläfer, senkrecht auf der Stirn eine Falte 
des Ärgers im Ächzen sich umdrehn.

Freitag, 06 August 1954       )

Die heilige Katharina (B)

Wenn die Taube 
täglich, bevor das Rufen der Männer 
von der Müllabfuhr und das 
Rasseln der Eimer 
05 aufweckt den Schläfer, der sich, 
senkrecht auf der Stirn eine Falte des Ärgers, 
umdreht mit Ächzen: 
hochfliegt zum Turm in Alexandrien, 
die gefangene Jungfrau zu nähren, 
10 steht im Nachtkleid die Freundin 
auf dem kleinen Balkon und winkt dem 
Freund hinab in den Hof, wo
er aufs Rad steigt und eilig zurückwinkt, 
(und er gefällt ihr im dunklen 
15 Rock mit den glänzenden Zeichen der Post, 
wohin er vor Morgen zurückkehrt. 
Wie er gefiel, als er schlief und sie nochmals
die kleine Lampe mit dem Schirm aus
löchriger Seide andrehte und sich
20 setzte im Bett und ihn ansah. – 
Sie steht und winkt und sieht, 
eh sie hineingeht, fliegen, 
vorüber, wie täglich, die Taube. 
Bis sie nach Tagen, steht wieder 
25 und winkt und rafft über der Brust 
das alte, geblümte Nachtkleid zusammen: // 04
und sieht hoch überm Kamin
des Hotels gegenüber, draus der Rauch steigt
vom Frühstück des Personals, hoch über
30 der auf der Dachterrasse flatternden Wäsche mit dem
kühlen Frühwind fliegen gross
geflügelte Tauben, Engel, die den hellen
Leichnam der Jungfrau tragen auf die
Spitze des Bergs, der draussen im Dunst 
35 steht, Wolke in Wolken, ein unerbrechliches Grabmal. 
Eine Sekunde schaut sie hinauf, verwundert,
eh sie hineingeht und ansieht, und vergisst, da sie ansieht 
das Bett, das zerwühlte, des Freundes, im Licht 
der kleinen, jetzt schon bei offnen Gardinen 
40 bleichen Lampe mit dem Schirm aus löchriger Seide. 
Und hört die Mülleimer
rasseln und rauh rufen die Männer, 
indes im Zimmer daneben<,> senkrecht auf der Stirn
eine Falte des Ärgers,
45 der Schläfer im Ächzen sich umdreht.

Freitag, 27 August 1954       )

Die heilige Katharina (C)

Wenn die Taube 
täglich, bevor das Rufen der Männer 
von der Müllabfuhr und das 
Rasseln der Eimer 
05 aufweckt den Schläfer, der sich, 
senkrecht auf der Stirn eine Falte des Ärgers, 
umdreht mit Ächzen, 
hoch fliegt zum Turm in Alexandrien, 
die gefangene Jungfrau zu nähren, 
10 steht im Schlafrock die Freundin 
auf dem kleinen Balkon und winkt  
hinab in den Hof dem Freund, der 
aufs Rad steigt und eilig zurückwinkt 
– und er gefällt ihr im dunklen 
15 Rock mit den glänzenden Zeichen der Post, 
wohin jetzt er zurückkehrt, wie er 
ihr gefiel, als er schlief und sie nochmals die
kleine Lampe mit dem Schirm aus 
löchriger Seide andrehte und sich 
20 setzte im Bett und ihn ansah –.
Sie steht und winkt und sieht, eh sie
hineingeht, fliegen vorüber, wie täglich, die Taube. 

Bis sie nach Tagen, steht wieder 
und winkt und rafft über der Brust den // 06
25 alten, geblümten Schlafrock zusammen: 
und sieht überm Kaminrauch des Hotels gegenüber  
– man kocht fürs Personal eben das Frühstück –,  
über der Wäsche, die auf der Dachterrasse flattert, mit dem 
kühlen Frühwind fliegen grösser 
30 geflügelte Tauben, sieht Engel tragen den hellen 
Leichnam der Jungfrau auf die 
Spitze des Bergs dort draussen im Dunst, 
Wolke in Wolken, ein
unersteigliches, unerbrechliches Grabmal. 
35 Eine Sekunde schaut sie hinauf, verwundert, 
eh sie hineingeht und ansieht und vergisst, da sie ansieht 
das Bett, das zerwühlte, des Freundes, im Licht 
der kleinen Lampe, die jetzt schon bei offnen Gardinen 
zu verzweifeln beginnt unterm Schirm aus löchriger Seide. 
40 Und hört die Mülleimer 
rasseln und rufen die Männer, 
indes im Zimmer daneben, senkrecht
auf der Stirn eine Falte des Ärgers, 
der Schläfer ächzend sich umdreht.

Dienstag, 21 September 1954       )

Die heilige Katharina (D)

Wenn die Taube, 
bevor das Rufen der Männer 
von der Müllabfuhr und das 
Rasseln der Eimer 
05 aufweckt den Schläfer, der sich, 
senkrecht auf der Stirn eine Falte des Ärgers, 
umdreht mit Ächzen, 
hochfliegt zum Turm in Alexandrien, 
die gefangene Jungfrau zu nähren, 
10 steht im Schlafrock die Freundin 
auf dem kleinen Balkon und winkt  
in den Hof dem Freund, der 
aufs Rad steigt und eilig zurückwinkt: 
er gefällt ihr im dunklen 
15 Rock mit den glänzenden Zeichen der Post, 
wohin jetzt er zurückkehrt, wie er 
ihr gefiel, als er schlief und sie nochmals die
kleine Lampe mit dem Schirm aus 
löchriger Seide andrehte und sich 
20 setzte im Bett und ihn ansah. 

Bis sie nach Tagen, steht wieder 
und winkt und sieht überm Kaminrauch des
Hotels gegenüber // 08
– man kocht fürs Personal eben das Frühstück – 
über der Wäsche, die auf der Dachterrasse flattert,
25 mit dem Frühwind fliegen grösser 
geflügelte Tauben; eine Sekunde
schaut sie hinauf,  verwundert, 
eh sie hineingeht und ansieht 
das Bett, das zerwühlte des Freundes, im Licht
30 der kleinen Lampe, die jetzt schon bei offnen Gardinen
zu verzweifeln beginnt unterm Schirm aus löchriger Seide,
eh sie hineingeht und hört
die Mülleimer rasseln und rufen die Männer, 
indes im Zimmer daneben, senkrecht 
35 auf der Stirn eine Falte des Ärgers, 
der Schläfer ächzend sich umdreht. 
Eh sie vergisst der einen 
Sekunde grösser geflügelte Tauben, 
Engel, die tragen den hellen 
40 Leichnam der Jungfrau auf die 
Spitze des Bergs dort draussen im Dunst, 
Wolke in Wolken, ein 
(unersteigliches,) unerbrechliches Grabmal.

Donnerstag, 07 Oktober 1954       )

Die heilige Katharina (E/F)

Wenn die Taube, 
bevor das Rufen der Männer 
von der Müllabfuhr und das 
Rasseln der Eimer 
05 aufweckt den Schläfer, der sich, 
senkrecht auf der Stirn eine Falte des Ärgers, 
umdreht mit Ächzen, 
hoch fliegt zum Turm in Alexandrien, 
die gefangene Jungfrau zu nähren, 
10 steht im Schlafrock die Freundin 
auf dem kleinen Balkon und winkt  
in den Hof dem Freund, der 
aufs Rad steigt und eilig zurückwinkt: 
er gefällt ihr im dunklen 
15 Rock mit den glänzenden Zeichen der Post, 
wohin jetzt er zurückkehrt, wie vorhin, 
als er schlief und sie nochmals die 
kleine Lampe mit dem Schirm aus 
löchriger Seide andrehte und
20 aufsass im Bett und ihn ansah. // 10

Wenn mit der Wäsche,
auf dem Dach des Hotels gegenüber
fliegen im Frührauch – man kocht fürs Personal eben das Frühstück –  
grösser geflügelte Tauben, 
25 schaut die Freundin verwundert hinauf,  
eh sie hineingeht und ansieht
das Bett, das leere, zerwühlte, des Freundes, im Licht
der kleinen Lampe, die jetzt schon bei offnen Gardinen
zu verzweifeln beginnt unterm Schirm aus löchriger Seide,
30 eh sie hineingeht und hört 
die Mülleimer rasseln und rufen die Männer, 
indes im Zimmer daneben, senkrecht 
auf der Stirn eine Falte des Ärgers, 
der Schläfer ächzend sich umdreht. 
35 Eh sie vergisst der einen 
Sekunde grösser geflügelte Tauben, 
Engel, die tragen den hellen 
Leichnam der Jungfrau zur 
Gipfelwolke, des draussen
40 im Dunst dort unerbrechlichen Grabmals.

Sonntag, 17 Oktober 1954       )

Die heilige Katharina (G)

Wenn die Taube,
bevor das Rufen der Männer
von der Müllabfuhr und das 
Rasseln der Eimer
05 aufweckt den Schläfer, der sich, 
senkrecht auf der Stirn eine Falte des Aergers, 
umdreht mit Aechzen, 
hochfliegt zum Turm in Alexandrien, 
die gefangene Jungfrau zu nähren, 
10 steht im Schlafrock die Freundin 
auf dem kleinen Balkon und winkt 
in den Hof dem Freund, der 
aufs Rad steigt und eilig zurückwinkt: 
er gefällt ihr nicht anders im dunklen 
15 Rock mit dem glänzenden Posthorn, als vorhin, 
da er schlief und sie nochmals die 
kleine Lampe mit dem Schirm aus 
löchriger Seide andrehte und 
aufsass im Bett und ihn ansah. 

20 Wenn mit der Wäsche 
auf dem Dach des Hotels gegenüber 
fliegen im Rauch – man kocht fürs Personal eben das
Frühstück – 
grösser geflügelte Tauben, 
schaut die Freundin verwundert hinauf, 
25 eh sie hineingeht und ansieht 
das Bett, das leere, zerwühlte des Freundes, im Licht // 12
der kleinen Lampe, die jetzt schon bei offnen Gardinen 
zu verzweifeln beginnt unterm Schirm aus löchriger Seide, 
eh sie hineingeht und hört 
30 die Mülleimer rasseln und rufen die Männer, 
indes im Zimmer daneben, senkrecht 
auf der Stirn eine Falte des Aergers, 
der Schläfer ächzend sich umdreht. 

Eh sie vergisst der einen 
35 Sekunde grösser geflügelte 
Engeltauben, die tragen den hellen 
Leichnam der Jungfrau zur 
Gipfelwolke des draussen 
im Dunst dort unerbrechlichen Grabmals.

Samstag, 23 Oktober 1954       )

Die heilige Katharina (H)

Bevor das Rufen der Männer
von der Müllabfuhr und das
Rasseln der Eimer 
den Schläfer aufweckt, der, 
05 auf der Stirn senkrecht eine Falte des Aergers, 
sich mit Aechzen umdreht, 
fliegt die Taube zum Turm, 
die gefangene Jungfrau zu nähren. 
Und die Freundin steht im Schlafrock 
10 auf dem kleinen Balkon und winkt 
dem Freund in den Hof, der 
aufs Rad steigt und eilig zurückwinkt: 
er gefällt ihr im dunklen Rock 
mit dem glänzenden Posthorn nicht anders, als vorhin, 
15 da er schlief und sie die 
kleine Lampe mit dem Schirm aus 
löchriger Seide nochmals andrehte und 
im Bett aufsass und ihn ansah. 

Auf dem Dach des Hotels gegenüber 
20 fliegen mit der Wäsche im Rauch 
– man kocht fürs Personal eben das Frühstück – // 14
grösser geflügelte Tauben. 
Und die Freundin schaut verwundert hinauf, 
eh sie hineingeht und das leere, 
25 zerwühlte Bett des Freundes ansieht im Licht 
der kleinen Lampe, die jetzt schon bei offnen Gardinen 
unterm Schirm aus löchriger Seide zu verzweifeln beginnt, 
eh sie hineingeht und die Mülleimer 
rasseln hört und die Männer rufen, 
30 indes im Zimmer daneben der Schläfer, 
auf der Stirn senkrecht eine Falte des Aergers, 
sich mit Ächzen umdreht. 

Eh sie die grösser geflügelten Tauben 
der einen Sekunde vergisst, 
35 Engel, die den hellen Leichnam der Jungfrau 
zur Gipfelwolke des unerbrechlichen Grabmals 
tragen draussen im Dunst.

Samstag, 20 November 1954       )

Die heilige Katharina (J)

Bevor das Rufen der Männer
von der Müllabfuhr und das
Rasseln der Eimer 
den Schläfer aufweckt, der, 
05 auf der Stirn eine senkrechte Falte des Aergers, 
sich mit Aechzen umdreht, 
fliegt die Taube zum Turm, 
um die gefangene Jungfrau zu nähren; 
und die Freundin steht im Schlafrock 
10 auf dem kleinen Balkon und winkt 
dem Freund in den Hof, der 
aufs Rad steigt und eilig zurückwinkt: 
er gefällt ihr im dunklen Rock 
mit dem glänzenden Posthorn nicht anders, als vorhin, 
15 da er schlief und sie die kleine 
Lampe mit dem Schirm aus löchriger 
Seide nochmals andrehte und 
im Bett aufsass und ihn ansah. 

Auf dem Dach des Hotels gegenüber 
20 fliegen mit der Wäsche im Rauch 
– man kocht eben das Frühstück fürs Personal – 
grösser geflügelte Tauben; 
und die Freundin schaut verwundert hinauf, 
eh sie hineingeht und das leere, 
25 zerwühlte Bett des Freundes ansieht im Licht 
der kleinen Lampe, die jetzt bei offnen Gardinen 
unterm Schirm aus löchriger Seide schon zu verzweifeln beginnt, 
eh sie hineingeht und die Mülleimer 
rasseln hört und die Männer rufen, 
30 indes im Zimmer daneben der Schläfer, 
auf der Stirn eine senkrechte Falte des Aergers, 
sich mit Aechzen umdreht. // 16

Eh sie die grösser geflügelten Tauben 
der einen Sekunde vergisst, 
35 die Engel, die den hellen Leichnam der Jungfrau 
draussen im Dunst tragen 
zur Gipfelwolke des Grabmals<.>

Montag, 22 November 1954       )

Die heilige Katharina (Andere Fassung) (K)

Bevor das Rufen der Männer
von der Müllabfuhr und das
Rasseln der Eimer 
den Schläfer aufweckt, der, 
05 auf der Stirn eine senkrechte Falte des Aergers, 
sich mit Aechzen umdreht, 
fliegt die Taube zum Turm, 
um die gefangene Jungfrau zu nähren; 
und die Freundin steht im Schlafrock 
10 auf dem kleinen Balkon und winkt 
dem Freund, der aufs Rad steigt 
und eilig zurückwinkt, in den Hof: 
er gefällt ihr im dunklen Rock 
mit dem glänzenden Posthorn nicht anders, als vorhin, 
15 da er schlief und sie die kleine 
Lampe mit dem Schirm aus löchriger 
Seide nochmals andrehte und 
im Bett aufsass und ihn ansah. 

Auf dem Dach des Hotels gegenüber 
20 fliegen mit der Wäsche im Rauch 
– man kocht eben das Frühstück fürs Personal – 
grösser geflügelte Tauben; 
und die Freundin schaut verwundert hinauf, 
eh sie hineingeht und das leere, 
25 zerwühlte Bett des Freundes ansieht im Licht 
der kleinen Lampe, die jetzt bei offnen Gardinen 
unterm Schirm aus löchriger Seide schon zu verzweifeln beginnt, 
eh sie hineingeht und die Mülleimer 
rasseln hört und die Männer rufen, 
30 indes im Zimmer daneben der Schläfer, // 18
auf der Stirn eine senkrechte Falte des Aergers, 
sich mit Aechzen umdreht. 

Eh sie die grösser geflügelten 
Engeltauben der einen Sekunde 
35 vergisst, die draussen im Dunst den 
hellen Leichnam der Jungfrau 
zur Gipfelwolke des Grabmals tragen.

Freitag, 20 August 1954       )

Der Zeitungsleser (A)

,Unruhe am Markt für Kühlschränke‘, 
worin ich irre herum und schmerzvoll 
suche die Stelle, mit der Klaue des Löwen 
dem Einsiedler, der allzu lang schon tot dalag,
05 endlich zu graben sein Grab. 
Dem Einsiedler, dem in der ‚Unruhe 
am Markt für Kühlschränke‘ längst schon 
verschollnen gestorbnen, dem 
unter den Füssen  zuweilen 
10 gespürten, von den Augen 
nicht mehr gesehnen hinter den Karren 
mit den schreienden Frauen aus den 
Dörfern ringsum, unter 
den riesigen bunten Schirmen, auf die herab 
15 klatschte der Regen, unter den Zeltplanen 
der Stände in all der 
,Unruhe am Markt für Kühlschränke‘
nicht mehr gesehnen Einsiedler 
endlich zu finden die einzig 
20 entlegne, genug entlegene Stelle, 
ihm mit des Gedankens 
abgestumpfter Löwenklaue 
mühsam zu graben sein Grab.

Freitag, 20 August 1954       )

Der Zeitungsleser (B)

,Unruhe am Markt für Kühlschränke‘,
worin ich irre herum und schmerzvoll 
suche die Stelle, mit der Klaue des Löwen 
dem Einsiedler, der allzu lang schon 
05 tot dalag, endlich zu graben sein Grab. 
Worin ich irre und suche 
den Einsiedler, den in der ‚Unruhe 
am Markt für Kühlschränke‘ längst 
gestorbnen, verschollnen, unter 
10 den Füssen zwar zuweilen gespürten, 
von den Augen nicht mehr gesehnen 
hinter den Karren mit den 
schreienden Frauen aus den 
Dörfern ringsum, unter den riesigen 
15 bunten Schirmen, unter den 
Zeltplanen, auf die herabklatscht der Regen, 
in all der ,Unruhe am Markt für Kühlschränke‘
den Einsiedler zu finden und zu finden 
die einzig genug entlegene Stelle, 
20 ihm zu graben endlich mit des 
Gedankens abgestumpfter 
Löwenklaue sein Grab.

Mittwoch, 25 August 1954       )

Allegorie (C)

In der ‚Unruhe am Markt für Kühlschränke‘
irrt der Löwe und sucht
den Einsiedler, den toten, und sucht
die Stelle, ihm mit der Klaue zu graben sein Grab.
05 In der ‚Unruhe am Markt für Kühlschränke‘
irrt der Löwe schmerzvoll, zu suchen 
den längst gestorbnen, verschollnen, 
unter den Tritten zwar zuweilen 
gespürten Einsiedler, zu finden 
10 hinter den Karren der 
schreienden Weiber aus den 
Dörfern ringsum, unter 
den riesigen bunten Schirmen 
und den Zeltplanen, auf die 
15 herabklatscht der Regen, in all der 
‚Unruhe am Markt für Kühlschränke‘ zu finden 
die einzig genug entlegene Stelle, ihm mit der lang schon 
abgestumpften Klaue 
endlich zu graben sein Grab.

Mittwoch, 25 August 1954       )

Allegorie (D)

In der ,Unruhe am Markt für Kühlschränke‘ 
irrt der Löwe, zu suchen,
zu finden den Einsiedler,
den toten zu suchen, zu finden die Stelle, 
05 ihm mit der Klaue zu graben sein Grab. 
In der ,Unruhe am Markt für Kühlschränke‘ 
irrt schmerzvoll der Löwe, zu suchen, 
zu finden den lang gestorbnen, verschollnen, 
unter den Tritten zwar 
10 zuweilen gespürten, mit Augen 
aber längst nicht mehr gesehnen 
Einsiedler, hinter den Karren 
der schreienden Weiber aus den 
Dörfern ringsum, unter 
15 den riesigen Schirmen und den 
Zeltplanen, auf die 
herabklatscht der Regen, in all der 
,Unruhe am Markt für Kühlschränke‘ zu finden 
die einzig genug entlegene Stelle, ihm mit der 
20 abgestumpften, der schmerzenden 
Klaue endlich zu graben sein Grab.

Mittwoch, 25 August 1954       )

Allegorie (E)

In der ‚Unruhe am Markt für Kühlschränke‘
irrt der Löwe, zu suchen,
zu finden den Einsiedler, den toten,
zu suchen, zu finden die Stelle, 
05 ihm mit der Klaue zu graben sein Grab. 
In der ‚Unruhe am Markt für Kühlschränke‘
irrt schmerzvoll der Löwe, zu suchen, 
zu finden den längst gestorbnen, verschollnen, 
unter den Tritten zwar 
10 zuweilen gespürten, mit Augen 
aber längst nicht mehr gesehnen 
Einsiedler hinter den Karren 
der schreienden Weiber aus den 
Dörfern ringsum, unter 
15 den riesigen Schirmen und den 
Zeltplanen, auf die 
herabklatscht der Regen, in all der 
‚Unruhe am Markt für Kühlschränke‘ zu finden 
die einzig genug entlegene Stelle, ihm mit der 
20 abgestumpften, der schmerzenden 
Klaue endlich zu graben sein Grab.

Mittwoch, 25 August 1954       )

Allegorie (F)

In der ‚Unruhe am Markt für Kühlschränke‘
irrt der Löwe, zu suchen,
zu finden den Einsiedler, den toten,
zu suchen, zu finden die Stelle, 
05 ihm mit der Klaue zu graben sein Grab. 
In der ‚Unruhe am Markt für Kühlschränke‘
irrt der Geist, der Löwe, zu suchen, 
zu finden den längst gestorbnen, verschollnen, 
unter den Tritten zwar 
10 zuweilen gespürten, mit Augen 
aber längst nicht mehr gesehnen 
Einsiedler hinter den Karren 
der schreienden Weiber aus den 
Dörfern ringsum, unter 
15 den riesigen Schirmen und den 
Zeltplanen, auf die 
herabklatscht der Regen, in all der 
‚Unruhe am Markt für Kühlschränke‘ zu suchen, 
zu finden die einzig genug entlegene Stelle, wo mit des 
20 Gedankens abgestumpfter, schmerzender Klaue 
er ihn für immer begrübe im unauffindbaren Grab.

Dienstag, 24 August 1954       )

Einfall (A)

Auch ich hätte Kaiser von Japan werden können,
ich hätte – endlich – ein sicheres Einkommen gehabt 
und meine Liebe zum Prunk, zu aristokratischen Formen, 
wie man häufig, sagt man, bei Bürgern von Republiken sie findet, 
05 wäre völlig auf ihre Rechnung gekommen. 
Auch hätte mich ganz einfach die Macht über so viele gelockt, 
die Möglichkeit zu edlen und rühmlichen Entschlüssen. – 
Ich hätte Kaiser von Japan werden können, warum nicht? 
Aber die Reise bis dorthin war mir zu weit, 
10 und der Wechsel all meiner Lebensgewohnheiten, 
der Gedanke, auf einmal in Bilderschrift schreiben zu müssen 
(die, wenn ich recht verstehe, den Gedanken und das Bild festhält, 
nicht den Sprechlaut, so abstrakt ist sie) 
widerstrebten meiner Trägheit und auch 
15 meiner Angst vor dem Unberechenbaren, ganz Fremden. 
Und dazu die Pflichten der Repräsentation, 
die mir verböten vielleicht 
hinüberzusehen, wie jetzt eben, in den Spiegel, worin 
die rote Wand der Garage von jenseits der Strasse 
20 nicht vermag den Regentag zu erhellen und die 
Sonnenstore, die man offenbar hochzuziehen vergass, 
nun dunkel und düster über die Scheiben herabhängt 
und trieft, eine tiefe Wiederholung der Wolken. –  // 02
Dort hinüber zu sehen mir verböten, vielleicht: darum vor allem 
25 zog ich schliesslich es vor, nicht Kaiser von Japan zu werden.

Freitag, 24 September 1954       )

Einfall (B)

Auch ich hätte Kaiser von Japan werden können,
ich hätte – endlich – ein sicheres Einkommen gehabt, 
und meine Liebe zum Prunk, zu aristokratischen Formen, 
wie man häufig, sagt man, bei Bürgern von Republiken sie findet, 
05 wäre voll auf ihre Rechnung gekommen. 
Auch hätte mich ganz einfach die Macht über so viele gelockt, 
die Möglichkeit zu edlen und rühmlichen Entschlüssen. – 
Ich hätte Kaiser von Japan werden können, warum nicht? 
Aber die Reise bis dorthin war mir zu weit, 
10 und der Wechsel all meine Lebensgewohnheiten, 
die Vorstellung, auf einmal in Bilderschrift schreiben zu müssen 
(die, wenn ich recht verstehe, den Gedanken und das Bild festhält, 
nicht den Sprechlaut, so abstrakt ist sie) 
widerstrebten meiner Trägheit und auch 
15 meiner Angst vor dem Unberechenbaren, ganz Fremden. 
Und dazu die Pflichten der Repräsentation, 
die mir verböten, vielleicht, 
hinüberzusehen, wie jetzt eben, in den Spiegel, worin 
die rote Wand der Garage von jenseits der Strasse 
20 nicht vermag den Regentag zu erhellen und die 
Sonnenstore, die man offenbar hochzuziehen vergass, 
nun dunkel und düster über die Scheiben herabhängt // 04
und trieft, eine tiefe Wiederholung der Wolken. 
Die dort hinüberzusehn mir verböten vielleicht: 
25 darum vor allem 
zog ich schliesslich es vor, nicht Kaiser von Japan zu werden.

Samstag, 16 Oktober 1954       )

Einfall (C)

Auch ich hätte Kaiser von Japan werden können,
ich hätte – endlich – ein sicheres Einkommen gehabt, 
und meine Liebe zum Prunk, zu aristokratischen Formen, 
wie man häufig, sagt man, bei Bürgern von Republiken sie findet, 
05 wäre voll auf ihre Rechnung gekommen. 
Auch hätte mich ganz einfach die Macht über so viele gelockt, 
die Möglichkeit zu edlen und rühmlichen Entschlüssen. – 

Ich hätte Kaiser von Japan werden können, warum nicht? 
Aber die Vorstellung, auf einmal in Bilderschrift schreiben zu müssen 
10 (die, wenn ich recht verstehe, den Gedanken und das Bild, 
nicht den Sprachlaut festhält, so abstrakt ist sie), 
widerstrebte meiner Trägheit, 
der Wechsel all meiner Lebensgewohnheiten und 
die Angst vor dem Unberechenbaren, ganz Fremden. 

15 Und dazu die Pflichten der Repräsentation: 
die mir verböten, vielleicht, 
hinüberzusehn, wie jetzt eben, in den Spiegel, worin 
die rote Wand der Garage von jenseits der Strasse 
nicht vermag den Regentag zu erhellen und die 
20 Sonnenstore, die man offenbar hochzuziehen vergass, 
nun düster über die Scheiben herabhängt // 06
und trieft, eine tiefe Wiederholung der Wolken. 

Die dort hinüberzusehn mir verböten vielleicht: 
darum vor allem, 
25 zog ich schliesslich es vor, nicht Kaiser von Japan zu werden.

Mittwoch, 20 Oktober 1954       )

Einfall (D)

Auch ich hätte Kaiser von Japan werden können,
ich hätte – endlich – eine feste Anstellung gehabt, 
und meine Liebe zum Prunk, zu aristokratischen Fomen, 
wie man häufig, sagt man, bei Bürgern von Republiken sie findet, 
05 wäre voll auf ihre Rechnung gekommen; 
auch hätte mich ganz einfach die Macht über so viele gelockt, 
die Möglichkeit zu edlen und rühmlichen Entschlüssen. 

Ich hätte Kaiser von Japan werden können, warum nicht? 
Aber die Vorstellung, auf einmal in Bilderschrift schreiben zu müssen 
10 (die, wenn ich recht verstehe, den Gedanken zwar und das Bild, 
nicht den Sprechlaut festhält, so abstrakt ist sie), 
widerstrebte meiner Trägheit, 
der Wechsel aller Lebensgewohnheiten und 
die Angst vor dem Unberechenbaren, ganz Fremden.

15 Und dazu die Pflichten der Repräsentation: 
die mir verböten, vielleicht, 
hinüberzusehn, wie jetzt eben, in den Spiegel, worin 
die rote Wand der Garage von jenseits der Strasse 
nicht vermag den Regentag zu erhellen und die 
20 Sonnenstore, die man offenbar hochzuziehen vergass, 
nun düster über die Scheiben herabhängt 
und trieft, eine tiefe Wiederholung der Wolken. // 08
Die dort hinüberzusehn mir verböten vielleicht: 
darum vor allem 
25 zog ich schliesslich es vor, nicht Kaiser von Japan zu werden.

Dienstag, 24 August 1954       )

Beim Anzünden der Zigarette (A)

Wenn du das Streichholz
hinhältst der Dame, die 
leicht zurückweicht, 
weil aus dem Wagen, 
05 der plötzlich anhielt, öffnet 
der Fahrer die Tür auf euch zu, 
achtlos; trittst du, 
Kaiser, hinein ins Kloster 
und findest enttäuscht 
10 die Rosen alle gekappt, 
bis dir nach wenigen Schritten 
im Teehaus der schweigende Abt 
zeigt allein in der Vase 
die einzige Rose, die aufging am Morgen: 
15 wenn du der Dame, die leicht 
zurückweicht, die Zigarette anzündest.

Samstag, 28 August 1954       )

Beim Anzünden der Zigarette (B)

Wenn du das Streichholz
hinhältst der Dame, die 
leicht zurückweicht, weil aus dem Wagen, 
der plötzlich anhielt, der Fahrer 
05 öffnet auf euch zu die Tür, 
achtlos: trittst du, 
Kaiser, ins Kloster 
und findest enttäuscht 
die Rosen alle gekappt, 
10 bis dir nach wenigen 
Schritten im Teehaus der Abt 
zeigt, schweigend, allein in der Vase 
die Rose, die aufging am Morgen: 
wenn du der Dame, die leicht 
15 zurückweicht, anzündest die Zigarette.

Samstag, 25 September 1954       )

Beim Anzünden der Zigarette (C)

Wenn du das Streichholz
hinhältst der Dame, die 
leicht zurückweicht, weil aus dem Wagen, 
der plötzlich anhielt, der Fahrer 
05 öffnet auf euch zu die Tür, 
achtlos: trittst du, 
Kaiser, ins Kloster 
und findest enttäuscht 
die Rosen alle gekappt, 
10 bis dir nach wenigen 
Schritten im Teehaus der Abt 
zeigt, schweigend, die aufging am Morgen, 
allein in der Vase die Rose: 
wenn du der Dame, die leicht 
15 zurückweicht, anzündest die Zigarette.

Dienstag, 19 Oktober 1954       )

Beim Anzünden der Zigarette (D)

Wenn du das Feuer
hinhältst der Dame, die 
leicht zurückweicht, weil aus dem Wagen, 
der plötzlich anhielt, der Fahrer 
05 öffnet auf euch zu die Tür, 
achtlos: trittst du 
Kaiser, ins Kloster 
und findest enttäuscht 
die Rosen alle gekappt, 
10 bis dir nach wenigen 
Schritten im Teehaus der Abt 
zeigt, schweigend, die aufging am Morgen, 
allein in der Vase die Rose: 
wenn du der Dame, die leicht 
15 zurückweicht, die Zigarette anzündest.

Dienstag, 16 November 1954       )

Beim Anzünden der Zigarette (E)

Wenn du der Dame
das Feuer hinhältst und sie 
leicht zurückweicht, weil der Fahrer, 
der plötzlich anhielt, 
05 achtlos aus dem Wagen auf euch <zu> die Tür öffnet: 
trittst du, Kaiser, ins Kloster 
und findest enttäuscht 
die Rosen alle gekappt, 
bis dir nach wenigen 
10 Schritten der Abt schweigend 
die Rose zeigt, die allein 
am Morgen in der Vase aufging: 
wenn du der Dame, die leicht 
zurückweicht, die Zigarette anzündest.

Samstag, 20 November 1954       )

Beim Anzünden der Zigarette (F)

Wenn du der Dame
das Feuer hinhältst und sie 
leicht zurückweicht, weil der Fahrer, 
der plötzlich anhielt, die Tür 
05 aus dem Wagen achtlos auf euch zu 
öffnet: trittst du, Kaiser, 
ins Kloster und findest enttäuscht 
alle Rosen gekappt, 
bis dir nach wenigen Schritten 
10 der Abt schweigend in einer Vase [im Teehaus]
im Teehaus die Rose zeigt, die 
am Morgen allein aufging: 
wenn du der Dame, die leicht 
zurückweicht, die Zigarette anzündest.

Sonntag, 21 November 1954       )

Beim Anzünden der Zigarette / (Andere Fassung) (G)

Wenn du der Dame
das Feuer hinhältst und sie 
leicht zurückweicht, weil der Fahrer, 
der plötzlich anhielt, die Tür 
05 aus dem Wagen achtlos auf euch zu 
öffnet: trittst du, Kaiser, 
ins Kloster und findest enttäuscht 
alle Rosen gekappt, 
bis dir nach wenigen Schritten 
10 der Abt schweigend in einer Vase 
im Teehaus die Rose zeigt, die 
allein am Morgen aufging: 
wenn du der Dame, die leicht 
zurückweicht, die Zigarette anzündest.

Mittwoch, 08 September 1954       )

Persil (A)

Hinauf von Ruinen, gräserduftenden,
insektenumsummten Vestalinnenbildern
vom goldfischglänzenden Wasser, das die 
Rosen immer umbluten, 
05 reisst den auf Torsen, gestürzten 
Kapitälen ausruhenden 
Blickvogel weg das wendige Flugzeug, 
das zwischen den Turm von Santa Francesca 
und die Wipfel des Palatin schreibt 
10 Persil: so wattig 
dass, wenn mit E es beginnt, P schon 
beginnt zu verblassen.
Der Blickvogel abstürzt, verwirrt, 
bemerkt nicht mehr das Buch, darin er 
15 geglitten von Stern zu zwei Sternen, lässt es 
dem Wärter, der nach sechs Uhr es aufliest, 
eilt hinüber zur Bar und trinkt begierig 
die Aufschrift auf dem Zeltdach: Coca-Cola.

Mittwoch, 15 September 1954       )

Forum (B)

Hinauf von
Vestalinnenbildern aus goldfischblinkendem Wasser
reisst den auf moosigen Torsen 
zaghaft sitzenden 
05 Blickvogel weg das wendige 
Flugzeug, das zwischen 
den Turm von Santa Francesca 
und die Wipfel des Palatin schreibt Persil: 
so wattig, dass, wenn mit E es beginnt, 
10 P schon anfängt zu verblassen. 
Der Blickvogel stürzt, und bemerkt, 
verwirrt, nicht mehr das Buch, darin er 
geglitten vom Stern zu zwei Sternen, 
lässt es dem Wärter, der nach sechs Uhr es aufliest, 
15 eilt hinüber zur Bar und trinkt, froh zu vergessen, 
ermüdet begierig, die Aufschrift, 
die kriecht übers Zeltdach: Coca Cola.

Donnerstag, 23 September 1954       )

Forum (C)

Hinauf über
Vestalinnenbilder vom fischgolden 
blinkenden Wasser reisst den 
Blickvogel, der 
05 auf moosigen Torsen zaghaft 
zu sitzen versucht, 
das wendige Flugzeug, das zwischen 
den Turm von Santa Francesca 
und die Wipfel des Palatin schreibt Persil: 
10 so wattig, dass wenn mit E es beginnt, 
P schon anfängt zu verblassen. – 
Der Blickvogel stürzt und bemerkt, 
verwirrt, nicht mehr das Buch, darin er 
geglitten vom Stern zu zwei Sternen, 
15 lässt es dem Wärter, der nach sechs Uhr es aufliest, 
fängt sich auf und gleitet hinüber zur Bar 
und schreckt auf, ermüdet, 
spielbegierig die Aufschrift, 
die kriecht übers Zeltdach: Coca Cola.

Dienstag, 28 September 1954       )

Forum (D)

Hinauf über
fischgolden im Wasser
blinkende Vestalinnenbilder 
reisst den Blickvogel, der 
05 an moosigen Torsen sich 
zaghaft zu halten versucht, 
das wendige Flugzeug, das zwischen 
den Turm von Santa Francesca 
und die Wipfel des Palatin schreibt: „Persil“: 
10 so wattig, dass, wenn mit E es beginnt, 
P schon anfing zu verblassen. – 
Der Blickvogel stürzt und bemerkt, 
verwirrt, nicht mehr das Buch, darin er 
geglitten vom Stern zu zwei Sternen, 
15 lässt es dem Wärter, der nach sechs Uhr es aufliest, 
fängt sich und taumelt ermüdet hinüber 
zur Bar und erschreckt die Aufschrift, 
die schläfrig kriecht übers Zeltdach: Coca Cola.

Donnerstag, 14 Oktober 1954       )

Forum (E)

Hinauf über Vestalen,
widerblinkende fischvergoldet
aus dem grüblerisch grünlichen Wasser,
reisst den Blickvogel, der 
05 an moosige Torsen sich 
zaghaft geklammert, 
das wendige Flugzeug, das zwischen 
den Turm von Santa Francesca 
und die Wipfel des Palatin schreibt: Persil: 
10 so wattig, dass, wenn mit E es beginnt, 
P schon anfing zu verblassen. – 

Der Blickvogel stürzt und bemerkt, 
verwirrt, nicht mehr das Buch, darin er 
sonst vom Stern glitt zu zwei Sternen, 
15 lässt es dem Wärter, der nach sechs Uhr es aufliest, 
fängt sich und taumelt noch eben zur Bar 
dort und erschreckt die Aufschrift, 
die kriecht übers Zeltdach, Coca-Cola.

Donnerstag, 14 Oktober 1954       )

Forum (F)

Über Vestalen hinauf,
widerblinkende, fischvergoldet,
aus grüblerisch grünlichem Wasser, 
reisst den Blickvogel, der 
05 sich an Torsen zaghaft geklammert, 
das wendige Flugzeug, das 
vom Turm von Santa Francesca 
zu den Wipfeln des Palatin mit Schlagrahm ‚Persil‘ schreibt, 
sodass, wenn mit E es beginnt, 
10 P schon anfing zu schmelzen. – 

Der Blickvogel stürzt, 
zurück auf das Buch, darin er 
sonst vom Stern glitt zu zwei Sternen, 
sieht es nicht und lässt es dem Wärter, 
15 der nach sechs Uhr es aufliest, 
fängt sich und taumelt noch eben zur Bar 
dort und erschreckt die andere Schrift, 
die übers Zeltdach kriecht, ‚Coca-Cola‘.

Freitag, 15 Oktober 1954       )

Forum (G)

Über Vestalen hinauf,
widerblinkende, fischvergoldet,
aus grüblerischem Gewässer
reisst den Blickvogel, der
05 sich an Torsen zaghaft geklammert,
das wendige Flugzeug, das
vom Turm von Santa Francesca
zu den Wipfeln des Palatin mit Schlagrahm ‚Persil‘ schreibt,
sodass, wenn mit E es beginnt,
10 P schon anfing zu schmelzen. –

Der Blickvogel fällt
zurück auf das Buch, darin er
sonst vom Stern glitt zu zwei Sternen,
sieht es nicht und lässt es dem Wärter,
15 der nach sechs Uhr es aufliest,
fängt sich und taumelt noch eben zur Bar 
dort und erschreckt die andere Schrift, 
die übers Sonnendach kriecht, ‚Coca-Cola‘.

Freitag, 15 Oktober 1954       )

Forum (H)

Über Vestalen,
fischvergoldet aus
grüblerischem Gewässer
widerblinkende, aufwärts
05 reisst den Blickvogel, der 
vergeblich an Torsen sich klammert, 
das wendige Flugzeug, das 
vom Turm von Santa Francesca 
zu den Wipfeln des Palatin 
10 – sodass, wenn das E es beginnt, 
P schon anfing zu schmelzen – 
mit Schlagrahm 'Persil' schreibt. 

Der Blickvogel fällt auf das Buch, 
darin er geglitten sonst vom Stern zu zwei Sternen<,>
15 stumpf zurück und lässt es dem Wärter, 
der nach sechs Uhr es aufliest, 
fängt sich und taumelt noch eben zur Bar 
dort und erschreckt die andere Schrift, 
die übers Sonnendach kriecht, ‚Coca-Cola‘.

Freitag, 15 Oktober 1954       )

Forum (J)

Über Vestalen,
fischvergoldet
aus grüblerischem Gewässer
widerblinkende, aufwärts
05 reisst den Blickvogel, der 
vergeblich an Torsen sich klammert, 
das wendige Flugzeug, das 
vom Turm von Santa Francesca 
zu den Wipfeln des Palatin 
10 – sodass, wenn das E es beginnt, 
P schon anfing zu schmelzen – 
mit Schlagrahm ‚Persil‘ schreibt. 

Der Blickvogel fällt auf das Buch, 
darin er geglitten sonst vom Stern zu zwei Sternen, 
15 stumpf zurück und lässt es dem Wärter, 
der nach sechs Uhr es aufliest, 
fängt sich und taumelt noch eben zur Bar 
dort und erschreckt die andere Schrift, 
die übers Sonnendach kriecht, ‚Coca-Cola‘.

Mittwoch, 15 September 1954       )

Raupe und Schmetterling (A)

Als die Nonnen,
nachdem sie lang in der luftigen Halle gewartet
und endlich, da auf dem Platz es zu dunkeln begann, 
vorbei an den Polizisten, die in Gruppen zu vier die
Drängenden ordnen, 
05 dunkel stockiges Blut einströmten ins Herz, die riesige 
Kirche, deren Gewölbe hinter den Simsen verborgene 
Lampen erleuchten, 
als die Nonnen nun endlich 
fingen auf in über die Köpfe emporgehaltnen 
10 kleinen Spiegeln – darin sich selbst nie sie 
oder nur mit schlechtem Gewissen erblicken – 
den weissen Greis weit vorn auf dem Thron, (für den man 
alle Fenster geschlossen, damit er sich nicht erkälte) 
der französisch ansprach die Menge, 
15 riefen sie jubelnd: ‚wie schön er doch ist‘, und 
trugen, Raupen den Falter, 
ihn dann hinaus auf die Strasse, 
wo in zwei Reihen jetzt strahlten die Lichter 
und darüber in wechselnden Farben der Ring um die 
20 Silhouette des Mailänder Doms, 
der wirbt für Süsswaren „Motta“: // 02
tragen ihn noch, die kleinen, unscheinbaren 
Raupen, ganz innen ihn immer 
und innig anschauend: bis dass sie 
25 eines sicheren Tages, selber, selber 
sind glänzende Falter.

Donnerstag, 23 September 1954       )

Raupe und Schmetterling (B)

Als die Nonnen,
nachdem sie lang in der Vorhalle gewartet
und endlich, da auf dem Platz es zu dunkeln begann, 
vorbei an den Polizisten, die in Gruppen zu vier die
Drängenden ordnen, 
05 dunkel stockiges Blut einströmten ins Herz, die riesige 
Kirche, deren Gewölb hinter Simsen verborgne 
Lampen erleuchten: 
Als die Nonnen nun endlich 
fingen auf in über die Köpfe emporgehaltnen 
10 kleinen Spiegeln – darin nie oder nur mit schlechtem 
Gewissen sich selbst sie erblickten – 
den weissen Greis weit vorn auf dem Thron, 
der französisch ansprach die Menge (und für den man 
alle Fenster geschlossen, damit er sich nicht erkälte), 
15 jubelten sie: „wie schön er doch ist“ und 
trugen, Raupen den Falter, ihn dann hinaus auf die Strasse, 
durch die zwei Reihen jetzt strahlender Strassenlaternen 
entgegen dem über allen im Wechsel aufleuchtenden und
erlöschenden 
Ring um die Silhouette des Mailänder Doms, 
20 der wirbt für Süsswaren „Motta“: // 04
tragen ihn noch, die unscheinbaren 
Raupen, ganz innen und innig ihn immer 
anschauend, bis dass sie, 
eines sicheren Tages, selber 
25 selber sind glänzende Falter.

Samstag, 25 September 1954       )

Raupe und Schmetterling (C)

Wenn die Nonnen,
nachdem sie lang in der Vorhalle gewartet
und endlich, wie auf dem Platz es zu dunkeln beginnt, 
vorbei an den Polizisten, die in Gruppen zu vier die Drängenden 
ordnen, 
05 dunkel stockiges Blut einströmen ins Herz, die riesige 
Kirche, deren Gewölb hinter Simsen verborgne 
Lampen erleuchten:

Wenn die Nonnen nun endlich 
fangen in über die Köpfe emporgehaltnen 
10 kleinen Spiegeln – darin nie oder nur mit schlechtem 
Gewissen sich selbst sie erblicken – 
auf den weissen Greis weit vorn auf dem Thron, 
(für den man alle Fenster geschlossen, damit er sich
nicht erkälte), 
jubeln sie „wie schön er doch ist“ und 
15 tragen, Raupen den Falter, ihn dann hinaus auf die
Strasse,

blind durch die zwei Reihen jetzt lichter Laternen, 
blind entgegen dem hoch im Wechsel hellen, im Wechsel 
verschwundnen 
Ring um die Silhouette des Mailänder Doms, 
der wirbt für Süsswaren „Motta“: // 06

20 tragen für immer, die unscheinbaren 
Raupen, ganz innen innig ihn schauend, 
bis dass sie eines sicheren Tages selber, 
selber sind glänzende Falter.

Samstag, 25 September 1954       )

Raupe und Schmetterling (D)

Den weissen glänzenden Falter 
trägt ganz innen die unscheinbare Raupe,
die Nonne, wenn sie<,> nachdem sie lang in der Vorhalle gewartet 
und endlich, wie auf dem Platz es zu dunkeln beginnt, 
05 vorbei an den Polizisten, die in Gruppen zu vier die
Drängenden ordnen, 
mit all dem dunkel stockigen Blut einströmt ins Herz, 
die riesige Kirche, deren Gewölb hinter Simsen verborgne 
Lampen erleuchten: 
wenn sie nun endlich fängt im 
10 über den Kopf emporgehaltnen 
kleinen Spiegel – darin nie oder nur mit schlechtem 
Gewissen sich selbst sie erblickte – 
auf den weissen Greis weit vorn auf dem Thron, 
ohnmächtig beinah in der heiss lastenden Luft 
15 (man hatte alle Fenster geschlossen, damit er sich nicht erkälte), 
jubelt sie „wie schön er doch ist“ und 
trägt, Raupe den Falter<,> ihn dann hinaus auf die Strasse, 
blind für die Reihen jetzt lichter Laternen, 
für den hoch im Wechsel hellen, im Wechsel erloschnen 
20 Ring um die Silhouette des Mailände Doms, // 08
der wirbt für Süsswaren „Motta“;

trägt für immer, die unscheinbare
Raupe, ganz innen innig ihn schauend, bis dass sie 
eines sicheren Tages selber, ist 
25 selber weisser, glänzender Falter.

Sonntag, 26 September 1954       )

Raupe und Schmetterling (E)

Den glänzenden Falter 
trägt ganz innen die unscheinbare Raupe,
die Nonne, wenn sie, nachdem sie lang in der Vorhalle gewartet 
und endlich, als auf dem Platz es zu dämmern beginnt, 
05 vorbei an den Polizisten, die in Gruppen zu vier die Drängenden 
ordnen, 
eindringt in die Kirche, 
das Herz, dessen Riesengewölb hinter Simsen verborgne 
Lampen erleuchten;

wenn, in der reglosen Hitze nur von der Mitdrängenden 
10 dunkel stockigem Blutstrom aufrecht gehalten 
nun endlich sie fängt im über 
den Kopf emporgehaltnen kleinen 
Spiegel – darin nie oder nur mit schlechtem 
Gewissen sich selbst sie erblickte – 
15 auf den weissen Greis weit vorn auf dem Thron 
(man hat alle Fenster geschlossen, damit er sich nicht erkälte), 
der französisch anspricht die Menge, 
jubelt sie „wie schön er doch ist“ und 
trägt, Raupe den Falter, ihn dann hinaus auf die Strasse, 
20 blind für die Reihen jetzt lichter Laternen, // 10
für den hoch im Wechsel hellen, im Wechsel erloschnen 
Ring um die Silhouette des Mailänder Doms, 
der wirbt für Süsswaren „Motta“:

trägt für immer, die unscheinbare 
25 Raupe, ganz innen ihn schauend, bis dass sie 
selber, eines sicheren Tags, 
selber ein glänzender Falter.

Montag, 11 Oktober 1954       )

Raupe und Schmetterling (F)

Den glänzenden Falter 
trägt innen die unscheinbare Raupe,
die Nonne, wenn sie, nachdem sie lang in der Vorhalle gewartet 
und auf dem Platz es zu dämmern begonnen, 
05 endlich an den Polizisten vorbei, die in Gruppen zu vier die 
Drängenden ordnen, 
eingedrungen ins Herz, dessen Riesengewölb hinter Simsen 
verborgne Lampen erleuchten, 
wenn, in der reglosen Hitze nur vom dunkel 
stockigen Blutstrom der Frommen aufrecht gehalten, 
10 nun endlich sie fängt im über 
den Kopf emporgehaltnen kleinen 
Spiegel, – darin [sie] nie oder nur mit 
schlechtem Gewissen sich selbst sie erblickte – 
auf den weissen Greis weit vorn auf dem Thron 
15 (man hatte alle Fenster geschlossen, damit er sich nicht erkälte), 
der französisch anspricht die Menge: 
jubelt sie „wie schön er doch ist“ und 
trägt, Raupe den Falter, ihn dann hinaus auf die Strasse, 
blind für den hoch über den Reihen jetzt lichter Laternen 
20 im Wechsel hellen, im Wechsel erloschnen 
Ring um die Silhouette des Mailänder Doms, // 12
der wirbt für Süsswaren „Motta“: 
trägt ihn, bis dass sie selbst, eines sicheren Tags, 
ein glänzender Falter.

Montag, 11 Oktober 1954       )

Raupe und Schmetterling (G)

Den glänzenden Falter 
trägt innen die unscheinbare Raupe,
die Nonne; wenn sie, nachdem sie lang in der Vorhalle
gewartet 
und als auf dem Platz es zu dämmern begonnen, 
05 endlich an den Gendarmen vorbei, die in Gruppen zu vier die
Drängenden ordnen, 
eingedrungen ins Herz, dessen Riesengewölb hinter Simsen 
verborgene Lampen erleuchten: 

wenn, in der reglosen Hitze nur vom dunkel 
stockigen Blutstrom der Frommen aufrecht gehalten, 
10 nun endlich sie fängt im über 
dem Kopf emporgehaltnen kleinen 
Spiegel – darin nie oder nur mit 
schlechtem Gewissen sich selbst sie erblickte – 
auf den weissen Greis weit vorn auf dem Thron 
15 (man hat alle Fenster geschlossen, damit er sich nicht erkälte), 
der französisch anspricht die Menge:

jubelt sie „wie schön er doch ist“ und 
trägt, Raupe den Falter<,> ihn dann hinaus auf die Strasse, 
– blind für den hoch über den Reihen // 14
20 der Klosterschülerinnen, die mit Kerzen zum Maialtar 
ziehn, für den über jetzt lichten Laternen 
im Wechsel hellen, im Wechsel erloschnen 
Ring um die Silhouette des Mailänder Doms, 
die selber gelb werbend umkränzt 
25 den roten Fabriknamen „Motta“ – : 

trägt ihn, bis dass sie, die Raupe, 
selbst, eines sicheren Tags, ein glänzender Falter.

Dienstag, 12 Oktober 1954       )

Raupe und Schmetterling (H)

Den glänzenden Falter 
trägt innen die unscheinbare Raupe,
die Nonne, wenn sie, nachdem in der Vorhalle lang sie 
gewartet und, als auf dem Platz es zu dämmern begonnen, 
05 endlich an den Gendarmen vorbei, die in Gruppen zu vier
die Drängenden ordnen. 
eingedrungen ins Herz, dessen Riesengewölb hinter Simsen 
verborgene Lampen erleuchten: 

wenn, in der reglosen Hitze nur vom dunkel 
stockenden Blutstrom der Frommen aufrecht gehalten, 
10 nun endlich sie fängt im über 
den Kopf emporgehaltenen kleinen 
Spiegel – darin nie oder nur mit 
schlechtem Gewissen sich selbst sie erblickte – 
auf den weissen Greis weit vorn auf dem Thron 
15 (man hat alle Fenster geschlossen, damit er sich nicht erkälte), 
der französisch anspricht die Menge: 

jubelt sie „wie schön er doch ist“ und 
trägt, Raupe den Falter, ihn dann hinaus auf die Strasse // 16
blind für den hoch über den Reihen 
20 der Klosterschülerinnen, die mit Kerzen 
durch die Schwärme der Autoglühwürmer 
zur im Wechsel hellen, im Wechsel erloschnen Monstranz ziehn, 
für den Neonring über jetzt lichten Laternen 
um die Silhouette des Mailänder Doms, der wieder, 
25 gelb werbend, umkränzt die rote Hostie „Motta“ –: 

trägt ihn, bis dass sie, die Raupe, 
selbst, eines sicheren Tags, ein glänzender Falter.

Dienstag, 12 Oktober 1954       )

Raupe und Schmetterling (J)

Den glänzenden Falter 
innen trägt die unscheinbare
Nonnenraupe; wenn, als in der Vorhalle lang sie 
gewartet und, nun auf dem Platz es zu dämmern begonnen, 
05 endlich an den Gendarmen vorbei, die in Gruppen zu vier
die Drängenden ordnen, 
eingedrungen ins Herz, dessen Riesengewölb hinter Simsen 
verborgene Lampen erleuchten: 

wenn, in der reglosen Hitze nur vom dunkel 
stockenden Blutstrom der Frommen aufrecht gehalten, 
10 jetzt endlich sie fängt im über 
den Kopf emporgehaltenen kleinen 
Spiegel – darin [sie] nie oder nur mit 
schlechtem Gewissen sich selbst sie erblickte – 
auf den weissen Greis weit vorn auf dem Thron 
15 (man hat alle Fenster geschlossen, damit er sich nicht erkälte),
der französisch anspricht die Menge: 

jubelt sie „wie schön er doch ist“ und 
trägt, Raupe den Falter, ihn dann hinaus auf die Strasse, 
blind für den hoch über den Reihen 
20 der Klosterschülerinnen, die mit Kerzen 
durch die Schwärme der Autoglühwürmer 
zur im Wechsel hellen, im Wechsel erloschnen Monstranz ziehn, // 18
für den Neonring über jetzt lichten Laternen 
um die Silhouette des Mailänder Doms, der wieder, 
25 gelb werbend, umkränzt die rote Hostie "Motta" – : 

trägt ihn, bis dass sie, die Raupe, 
selbst, eines sicheren Tags, ein glänzender Falter.

Dienstag, 16 November 1954       )

Raupe und Schmetterling (K)

Den glänzenden Falter 
trägt innen die unscheinbare
Nonnenraupe; als sie in der Vorhalle lange 
gewartet hatte und, nun auf dem Platz es zu dämmern begonnen, 
05 endlich an den Gendarmen vorbei, die in Gruppen zu vieren die 
Drängenden ordnen, 
eingedrungen war ins Herz, dessen Riesengewölb hinter Simsen 
verborgene Lampen erleuchten: 

in der reglosen Hitze nur vom dunkel 
stockenden Blutstrom der Frommen aufrecht gehalten, 
10 fängt sie jetzt endlich mit dem über 
den Kopf emporgehaltenen kleinen 
Spiegel – darin nie oder nur mit 
schlechtem Gewissen sich selbst sie erblickte – 
den weissen Greis weit vorn auf dem Thron 
15 (man hat alle Fenster geschlossen, damit er sich nicht erkälte), 
der die Menge französisch anspricht: 

und sie jubelt ‚wie schöner doch ist‘ und 
trägt ihn, Raupe den Falter, dann hinaus auf die Strasse, 
blind für die im Wechsel helle, im Wechsel erloschne Monstranz 
20 der die Reihen der Klosterschülerinnen von weitem 
mit Kerzen entgegenziehn durch die Schwärme 
der Autoglühwürmer, für den Neonring über jetzt lichten // 20
Laternen um die Silhouette des Mailänder Doms, der wieder 
die rote Hostie ‚Motta‘, gelb werbend, umkränzt: 

25 trägt ihn, bis dass sie, die Raupe, 
selbst, eines sicheren Tags, ist ein glänzender Falter.

Freitag, 19 November 1954       )

Raupe und Schmetterling (L)

Die unscheinbare Nonnenraupe
trägt innen den glänzenden Falter; 
als sie in der Vorhalle lange 
gewartet hatte und, nun auf dem Platz es zu dämmern begonnen, 
05 endlich an den Gendarmen vorbei, die in Gruppen zu vieren die 
Drängenden ordnen, 
ins Herz, dessen Riesengewölb hinter Simsen 
verborgene Lampen erleuchten, eindringt, 
in der reglosen Hitze nur vom dunkel 
stockenden Blutstrom der Frommen aufrecht gehalten: 
10 fängt sie jetzt endlich mit dem über 
den Kopf emporgehaltenen kleinen 
Spiegel – darin nie oder nur mit 
schlechtem Gewissen sie sich selbst erblickte – 
den weissen Greis weit vorn auf dem Thron 
15 (man hat alle Fenster geschlossen, damit er sich nicht erkälte), 
der die Menge französisch anspricht: 

und sie jubelt 'Wie schön er doch ist' und 
trägt ihn, Raupe den Falter, dann hinaus auf die Strasse, 
blind für die im Wechsel helle, im Wechsel erloschne Monstranz, 
20 der die Reihen der Klosterschülerinnen von weitem 
durch die Schwärme der Autoglühwürmer mit Kerzen 
entgegenziehn, für den Neonring über jetzt lichten 
Laternen um die Silhouette des Mailänder Doms, der wieder 
die rote Hostie 'Motta', gelb werbend, umkränzt: 

25 trägt ihn, bis dass sie, die Raupe, 
eines sicheren Tags selbst ist ein glänzender Falter.

Donnerstag, 16 Dezember 1954       )

Der Engel im Glashaus (A)

Das Motorboot dringt
in den engen Kanal, der flüchtet
in springenden Wellen 
hinauf an die Mauern des Hauses, 
05 wo noch immer Sirenentöne auf den 
Treppen nachheulend kauern, 
wenn draussen nur noch Ölflecke 
dirnenhaft die badenden Knaben beschmutzen. 

Aber noch schüttelt der Engel, 
10 durch die Zimmer angstfiebrig irrend, 
das kahle Gezweig der 
dicht verwachsnen, vergilbten 
Palmtagbüsche, die seit Jahrzehnten 
trostlos wuchern und, toter Urwald, 
15 die Gänge undurchdringlich verwirren.

Schüttelt, obwohl ihm die Zweige 
die feine Wäsche zerreissen, 
bis ihm eine Spinne auf den rosigen, 
von Spitzen zärtlich gefassten 
20 Marzipan-Schenkel hinabfällt. 
Nun steht er im Glashaus des Grauens 
und rührt, damit es nicht zerbreche,
nicht Finger und Fittich. // 02

Den Knaben, die kehren vom Bad 
25 im Kanal und verwundert rufen: 
Was nun steht unter Glas dieser Engel, 
lacht die Mutter: Warum wohl? 
So wird er nicht staubig.

Montag, 20 Dezember 1954       )

Der Engel im Glashaus (B)

Das Motorboot dringt
in den engen Kanal, der in springenden
Wellen die Mauern des Hauses 
flüchtet hinauf, wo noch immer, 
05 wenn draussen nur noch Ölflecke 
dirnenhaft die badenden Knaben beschmutzen, 
auf den Treppen Sirenen- 
töne nachheulend kauern. 

Wo noch schüttelt der Engel, 
10 durch die Zimmer angstfiebrig irrend, 
das kahle Gezweig der 
verwachsnen, vergilbten 
Palmtagbüsche, die seit Jahrzehnten 
trostlos wuchern und, toter Urwald, 
15 die Gänge undurchdringlich verwirren. 

Schüttelt, obwohl ihm die Zweige 
die feine Wäsche zerreissen, 
bis er sieht, dass eine Spinne 
ihm auf den von Spitzen zärtlich gefassten 
20 rosigen Schenkel herabfiel: 
Nun bläst sein Blick und schliesst 
um ihn die Glasglocke des Grauens, 
und er rührt, damit ers nicht zerbreche, 
nicht Finger, nicht Flügel. // 04

25 Den Knaben, die, schmutzig zurück 
vom Bad im Kanal, verwundert 
rufen: Warum steht unter Glas 
dieser Engel? lacht die Mutter: 
Warum wohl? So wird er nicht staubig.

Montag, 27 Dezember 1954       )

Der Engel im Glashaus (C)

Das Motorboot dringt
in den Kanal, des Wellenflüchtlinge
springen die Mauern des Hauses 
hinauf, wo auf den Treppen noch immer, 
05 wenn draussen nur noch Öflecke 
dirnenhaft die badenden Knaben beschmutzen, 
Sirenentöne nachheulend kauern. 

Wo noch immer der Engel 
schüttelt das kahle Gewzeig der 
10 verwachsnen, vergilbten 
Palmtagbüsche, die seit Jahrzehnten 
trostlos wuchern und, toter Urwald, 
die Gänge undurchdringlich verwirren. 

Schüttelt, obwohl ihm die Zweige 
15 die feine Wäsche zerreissen, 
bis ihm die Spinne auf den 
von Spitzen gefassten rosigen 
Schenkel herabfällt. 
Nun bläst sein Schreckblick und schliesst 
20 die Glasglocke um ihn des Grauens; 
damit er sie nicht zerbreche 
rührt er nicht Finger, nicht Flügel. // 06

Die Knaben, die, schmutzig zurück 
vom Bad im Kanal, rufen: Warum 
25 steht unter Glas dieser Engel? 
schiebt zur Seite mit der Hand 
ihres besseren Wissens die Mutter: 
Warum wohl? So wird er nicht staubig.

Manuskripte 1954 (alph.)
(Total: 230 )
Manuskripte 1954 (Folge)
(Total: 230 )