Typoskripte 1953

Inhalt: 37 Typoskripte zu 37 Gedichten (23 Endfassungen)
Datierung: 1953 (einige genauer datiert)
Textträger: Einzelblätter (A4-Format)
Umfang: 4 Dossiers mit je einer Sammlung von Gedichten
Publikation: Die verwandelten Schiffe (13 Gedichte), Verstreutes (1 Gedicht)
Signatur: A-5-c/06 (Schachtel 35)
Herkunft: Beige Mappe 1953 G

Kommentar: Beschreibung
Wiedergabe: Edierte Texte

Sonntag, 20 September 1953       )

Elegie

Sie verbrannten ihn am Morgen auf dem Hügel.
Noch im Rauch und Ruch der Balsamkräuter
hielt die Hand das Horn, womit er abends,
auf dem Ufer blasend, die Najaden
05 aus dem Grund gelockt: sie schwammen,
wach im Wiegen lauschend, an den Strand.
Doch der Triton warf vom Mund
wild das Gegenhorn und klomm am Fels
heimlich hoch und riss den Bläser
10 schnell hinab: die Mädchen riefen, suchten,
trugen spät den angespülten her
und verbrannten ihn am Morgen auf dem Hügel.
Noch im Rauch und Ruch der Balsamkräuter
hielt die Hand das Horn, womit er abends
15 die Najaden blasend aus dem Grund gelockt.

Sonntag, 20 September 1953       )

Die verwandelten Schiffe

Hängen über den Dolden
des buchtigen Ufers die Segel,
fällt aus den Felsen
der Feind mit dem Speer.

05 Da tauchen, da schwinden die Segel,
da sinken die Schiffe im Schaum,
und Schwimmerinnen für Schiffe
steigen herauf.

Dem Feind vor den schwimmenden Mädchen
10 fällt der Speer aus der Hand,
wenn sie ziehen aus Dolden,
singend, des buchtigen Ufers
ins offene Meer.

Dienstag, 22 September 1953       )

Die Wallfahrt der Piraten

Aus dem Ufergebüsch
kommen sie wieder mit Fackeln
und steigen zur Grotte hinab,
wo sieht über silberne Herzen
05 das Auge der Mutter aufs Meer,
da sie her ohne Steuer und Ruder
trieb, bis aus dem Gebüsch
sie kamen und holten vom Schiff
die Wartende ein.

10 Wiederum weht
mit dem Rauch der Fackeln
über silberne Herzen die Hymne
zur erglühenden Kohle des Augs
der Mutter, träges Gewölk.

Sonntag, 20 September 1953       )

Der Entrückte

Als der Fischer
am Fuss des Felsens gelandet,
hinaufgestiegen und die Schulter des Fremden berührte,
hob dieser, der lang geschlossenen Auges gekniet,
05 endlich das Auge und sah,
dass er verlassen den heimischen Strand voller Feinde
und nun hier am entlegenen Strand
war, mit einem Fischer als Freund.

Sonntag, 20 September 1953       )

Der Baum der roten Beeren

Purpurn troff
der Baum der roten Beeren,
troff, vom Wind verwundet, in den Himmel,
dass das lichte Laken dunkelt.

05 Mit den nachterwartend üppig
überquollnen Blätterfluten troffen
nun die Beeren,
die da blutend, nicht verblutend, rissen
auf das Laken,
10 auf in Baumes Abendwunde.

Sonntag, 11 Oktober 1953       )

Der Schuh

Wenn er auch streift an die Wipfel
mit dem gestohlenen Schuh,
so lässt er ihn doch nicht fallen hinab, wo ruhen die Fürsten,
in einen der Gärten am Wasser.
05 Sondern, wo tief unterm Turm
am Tor der König sitzt im Mittagsgericht,
dort erst stürzt nieder der Adler und wirft ihm den Schuh in den Schoss.
Aufschaun vom umstrittenen Teppich Wirker und Händler,
da wegfliegt der Adler, lässt fragend den König:
10 Bis er findet die Frau im ummauerten Garten,
eben entstiegen dem Bad,
wie ringsum sie sucht den einen, verlorenen Schuh.

Sonntag, 20 September 1953       )

Das Riff

Schneller, schneller treibt der Kiel
übern Lenker, den vom Steuer warf der Vogel,
stürzend aus dem Mond mit starren Flügeln,
schweigend in die winterstille Woge.
05 Schneller, schneller trägt der Kiel die Schläfer
auf das Riff, wo glänzen unter Kieseln
die Gebeine jener, welche früher
liefen auf das Riff in Winters Mondesstille.

Datiert: 1953       )

Die beiden Bäume

Kränze der Pilger in den Kronen der Bäume
preisen des Fremdlings abends vollendete Gabe:
Als in der Kühle die Greise den Mitag bedachten –
wie der Fremdling, von der Strasse sich wendend
05 nochmals zurück, wandelt zum Tempel die Hütte –
griffen beider Füsse knorrig die Krume,
griffen die Hände verholzt und belaubt in den Himmel,
Schatten zu geben den Pilgern für immer wie bisher,
dort, wo des Fremdlings abends vollendete Gabe
10 preisen die Kränze herab aus den Kronen der Bäume.

Datiert: 1953       )

Die gefällte Eiche

Wie der Wipfel sinkt der lichten Eiche,
nahen klagend alle ringsumher,
alle Nymphen klagen, wenn zur Erde
sinkt der Wipfel tief der lichten Eiche.

05 Wie der Wipfel sinkt der lichten Eiche,
bleichen weh die Blätter, tropft das Blut,
seufzt es aus der Krone klagend nieder,
wie der Wipfel sinkt der lichten Eiche:

Mit dem Wipfel sink ich dieser Eiche,
10 Schwester, die den Schwestern lange lieb;
von den Schwestern scheid ich, ihren Spielen,
mit dem Wipfel sinkend dieser Eiche.

Datiert: 1953       )

Der Trauerbaum

Ohne Träne
steht im Trauerbaum der Knabe,
wo der irre Speer traf durchs Gebüsch den Hirsch,
den er früh noch ritt und dem er
05 ins Geweih die Kette hing und um den Hals die Kapsel:
wo der Hirsch des Knaben Hände leckte,
eh der im Gebüsch verirrte
Speer des Schlafes Zelt zerriss,
ohne Träne steht im Baum der Knabe.

Datiert: 1953       )

Das Gewitter

Der Berg grünt plötzlich
auf im Gewitter, und eine Zeit unterm Regen
geh die Windung des Wegs ich hinab,
wo tief kocht das Gewölk, zuweilen
05 durchwühlt von wandernden Blitzen,
die wandern herwärts, die nahn:

Doch näher steht offen die Höhle,
darinnen der Quell überrauscht
den rauschenden Regen.

Datiert: 1953       )

Die flüchtige Taube

Verirrte Taube
weckt den Schläfer und flieht durch die Spalte der Tür
hinaus in den lichteren Saal,
runden Flugs die Treppe zur Zinne hinauf:
05 Wegsinkt sie der haschenden Hand
zwischen Zedern hinab in die stille
geöffnete Hand tief unten im Garten,
geborgen gurrende Taube.

Datiert: 1953       )

Der Nachmittag

Fontäne der Blüten, aus der brausenden Blattflut
steigend, erlischt vor der Kuppe des Bergs,
dem frühen Mond, der aufglimmt am Nachmittagshimmel,
heller bald als die schleuniger niederwärts eilende Sonne:
05 unter dem Mann,
der, schneeig schimmernd, stillschwebt und den beiden
aus zugewendeten Spiegeln widerleuchtenden Freunden,
die von oben da sind auf einmal,
erlischt die Blume, die Sonne: des Bergs
10 Kuppe drüben allein,
früh aufglimmender Mond
unter dem schneeig wolkenstill schwebenden Mann: wer ist es?
steht jetzt am Himmel
dieser erloschnen Fontäne, dieser verstummten Blattflut.

Datiert: 1953       )

Die Nachtreise

Da der letzte der Brüder
trat aus dem dämmrigen Gang in die Zelle,
trägt dich das Ross auf den Berg,
wo jenseits der Dünen
05 das zwielichtig spielende Meer
am Rand des Himmels versinkt
und aufspringt die Pforte
vor tausend Lampen ums Grab,
das immer duftet von Rosen. –
10 Noch füllen die Nüstern dir Rosen,
noch tausend Lampen den Blick,
da durch den dämmrigen Gang,
ehe noch tritt aus der Zelle
der erste der Brüder,
15 du schreitest zurück.

Datiert: 1953       )

In Fesseln

Der singt in den Fesseln,
der Greis treibt unter den Brücken der Stadt
wider die Strömung hinauf
zur nächtlich mit Lampen
05 im Winde wogenden Halle
oben am Ufer. –
Nur still aus der goldenen Wölbung
mit unermüdeten Lidern
blickt der Herrscher herab,
10 entgegen dem Greis,
den tragen die Brüder vom Floss
herein, nun stumm in den Fesseln.

Datiert: 1953       )

Die Belagerung

Die Brandung des Schluchzens empor
zu deinem Thron auf die Mauer
übersummt das Summen der Hummeln,
der Pfeile, die vor deinem Antlitz,
05 ehe noch traf ihr Stachel, wenden und sinken:
Bis tropfen, tropfen die Tränen
deiner offenen Augen
vom Thron, von der Mauer hinab
in die Brandung des Jauchzens.

Datiert: 1953       )

Der Gang

Wer den finstern Gang betritt am Tempel,
wo die alten Bilder stehn, der Adler
mit der Wölfin und dem Stier, im Holze faulend:
ihn bestürzen die, die vor verwandelt,
05 in den Nischen hausen unterm Tropfgestein.
Und sie lecken ihm Gesicht und Hand, bis dass er,
selbst ein junges Tier, die Zitzen saugt der Wölfin.

Datiert: 1953       )

Die Blume

Der vom Strand zur Stadt die Blume brachte,
lässt sie fallen, da sie, plötzlich offen,
ihm die Nüstern mit dem Duft verwirrt:
und er flüchtet, zu des Volkes Staunen,
05 auf die Klippe, zu des Volkes Argwohn:
Bis im Sturz ihn, einen Vogel, halten
neue Schwingen, tragen hoch, wenn lang
Fuss um Fuss schon trat in Staub die Blume.

Datiert: 1953       )

Die Fische

Nur zuweilen streifen tief die Fische
an die Klippe, wo sie vor als Fischer,
auf der Rute erste Regung wartend,
kauten jenes Kraut, das nach dem Wasser
05 weckt die wilde Sucht: Bis dass sie schwammen,
leis mit Schuppen und mit Flossen sinnend,
weit hinaus: Nur tief zuweilen streifen
sie die Klippe, wo sie vormals sassen.

Datiert: 1953       )

Der Flüchtling

Der Gruss des Flüchtlings hallt wieder im Meersaal,
Kugel des Grusses von ruhenden Riffen:
so dass der Fische nistender Schwarm stiebt aus den Zweigen,
wenn in verborgenen Krügen der Wein
05 schäumt und schäumen vom Wein die Najaden,
wenn aus den Muscheln sie reissen Gesträuch
und es schwingen durchs Wasser –
taumeln hin an die ruhenden Riffe,
wo der Gruss des Flüchtlings hallt wieder im Meersaal.

Datiert: 1953       )

Der Hirt

Ins Linnen gehüllt des makellosen Gewandes,
gehst du, wie stets am Morgen, hinaus vor das Tor,
doch ohne die Herde,
nur ein einziges Lamm auf der Schulter,
05 hinaus auf des Felsens äusserste Klippe:
Dort fasst dich der Greis an der Schulter,
stösst dich hinab in die Schlucht,
die von weitem, weitem emporbraust:
bereit, zu empfangen das Lamm in die würdige Hürde
10 und dich, Hirt, in die Trift, wo du weidest die willige Herde.

Datiert: 1953       )

Dionysos

Panther und Löwe schütteln
die Splitter der Kugel vom Fell
und ziehn aus den Scherben im Wagen
näher und schneller den Knaben.

05 Ich liege schon in den Strängen und ziehe selber den Knaben,
das Kleid schon brennt mir, das Haar von den Funken des Wagens,
da wieder ziehn aus den Scherben
der Kugel, die sprühend zerspringt,
Panther und Löwe wieder und wieder den Knaben.

Datiert: 1953       )

An den toten Sänger

Verteilt in unzähliger Vögel Flügel und Stimme,
stiegst aus dem Rauch du hinauf,
über Scheitern in Flammen erneut:

Singst, wunderbar lindernd, am Morgen
05 den Trauernden, der dir verweinte
alle Stunden der Nacht,
vom Sims des Fensters in Schlaf,

als, über Scheitern in Flammen
erneut, du stiegst aus dem Rauch,
10 in Flügel und Stimme unzähliger Vögel verteilt.

Datiert: 1953       )

Der Anachoret

Vom Felsen schwankt ihm am Seil
im Krug das Wasser herab,
da ihn nicht stillte das heimlich
aus dem See mit Mühe geschöpfte:
05 Dort spiegelte Licht sich,
wo mühsam er schöpfte,
heimlich, und sich nicht stillte:
im Krug hier schwankt es geborgen
vom Felsen am Seil ihm herab.

Datiert: 1953       )

Votivbild

Aus dem Mund des Knaben die Taube
flattert im Kreis und birgt
im Mund der Mutter sich schnell

unter der offenen Kuppel,
05 die leuchtet im Donnergewölk:
wo die kenternden Schiffer versprachen
Schalen und köstliche Kelche,
dass vor des ehernen Bergs
Steilwand sie rette der Knabe,

10 des Mund entflattert die Taube, 
kreist und schnell sich verbirgt 
in der Mutter lächelndem Mund.

Datiert: 1953       )

Der Pfau

Sachte setzte der Pfau einen Fuss vor den andern und zog den Schweif knisternd hinter sich her auf dem Geländer, bis er an die Stelle kam, wo das Gebüsch wuchernd in den schwarzen Garten hereinbrach, mit dem Gezweig voller Düfte sich den Eintritt erzwang: Bis er dorthin kam, Kopf und Krone hob, zögerte erst und dann anhielt, sodass sein Schweif, einen Augenblick blinkend, vom Geländer hinabfiel und dann sich barg in den Zweigen.

02 Erschreckt nun hob sich ein Wind aus dem Busch, stob ein purpurner Faltersturm in den Glanz, der aus der Zweige Überhang aufging: Der Pfau schlug das Rad in die Nacht.

Freitag, 11 Dezember 1953       )

Die Landung

Endlich nahe dem Ufer
hebt der in der dunklen Blüte des Schiffszelts gelagerte König,
von Wunden matt und von der Woge des Stroms,
die Hand entgegen den Freunden,
05 die mit der Bahre hinzu, als er anlegt,
stürzen und ihn tragen hinab zum Heervolk,
das weint und küsst die müde hängende Hand.
Die auf einmal wieder sich strafft und fasst den Zügel:
der König springt hinüber aufs Ross,
10 reitet hinein zur in der Mitte des Lagers
geöffneten Blüte des hellen anderen Zelts,
aus Wunden gerichtet empor von der neuen Woge des Zurufs.

Freitag, 11 Dezember 1953       )

Das Grab

Wenn aus der mittagstiebenden Steppe
ihm emporsteigt das Grab auf dem halb versunkenen Sockel,
wenn er abspringt vom Ross und die Stufen hinaufeilt,
sich durch die Tür drängt hinein zum goldenen Sarg:
05 mag er immer sich stemmen, ächzend, wider den Deckel,
verschlossen bleibt er ihm bis zum matten anderen Morgen.
 

Datiert: 1953       )

Der Eroberer

Auf dem Gipfel, der in Inseln die Bucht sammelt von weither,
hängt über jubelnden Waffen der Helm, der umfing das Haupt,
das er ausrief mit dem purpurnen Busch,
hängt noch im Panzer das Bild des vorstürmenden Leibes.
05 Hier liess ers und zog mit den jubelnderen Waffen,
dem lauteren Busch, dem bildsameren Panzer, mit allem,
was liessen die Pilger von früher, hinab auf den Wogen der Schilde,
bis er hinsank in den Rausch der eroberten Stromstadt
und wieder aufstieg und wehte, Duft des würzigen Ruhmbaums,
10 zurück auf des Gipfels beraubten, des Gipfels geschmückteren Altar.

Datiert: 1953       )

Der Brunnen

Fällt mir der Adler, kaum von der Schlange befreit,
in den Nacken und kratzt die Wange mir blutig,
wenn ich mich bücke, zu trinken:
sinkt drüben schon stöhnend das Reh vornüber ins Wasser,
05 das speiend die Schlange vergiftet, als ich sie würgte.

Datiert: 1953       )

Die Maske

Mit der Höhle des Augs sah dich an die wächserne Maske
aus dem Korb, als du hobest den Deckel.
Sodass du sprangst vom Felsen hinab in die Schlucht,
nur um nicht zu fallen weiter, hinab in das Auge,
05 nur dass du fandest den Schluchtgrund, und wenn du zerschelltest.

Freitag, 11 Dezember 1953       )

Die Blume II

Von der finsteren Treppe trittst in den olivenen Lichthain,
der durch des Armkorbs Geflecht anrührt die Blume:
Von der erglimmenden hebst du den Deckel, stürzest,
mit deinem Gellen weit weckend den Schläfer, hinaus in den Mittag,
05 während die Blume fiel und, überwuchernd,
mit Brand anfüllt den olivenen Lichthain.

Freitag, 11 Dezember 1953       )

Die Schwestern

Schlaftrunken stürzen die Schwestern hinein in den Brandrausch,
im offenen Auge den Stier,
der gestern, trunken auch er,
stürzte die Stirn in den Fels, der brannte von Blüten,
05 anfachte von neuem den Fels mit Blut aus zerbrochenem Haupt. –
Im offenen Auge den Stier,
trunkener stürzen die Schwestern vereint in den Brandrausch.

Freitag, 11 Dezember 1953       )

Die Wolken

Die grossen dem Meer entglittenen Wolken
wenden sich weg von der Stadt,
die mit Lichtern leuchtet und scheucht
die langsam sinkenden Ballen.

05 Sie sanken entgegen dem Turm
und fliehn, von der Spitze getroffen,
zurück in die sich im Meer
düster spiegelnde Dunstwand.

Freitag, 11 Dezember 1953       )

Der Baum

Du tönst mit offener Krone,
vorfallend aus lockrem Geröll,
in das Gewölbe des Sommers,
weil du fürchtest die Felsschlucht:
05 In das Gewölbe des Sommers
vorfallend, aus offener Krone
tönst du mit Bienen hinaus.

Freitag, 11 Dezember 1953       )

Der Adler

Das Bündel, das die Mauerluke herabwirft,
fängt vor den Disteln der Schluchtwand der Adler,
trägt es und segelt tiefer, hinüber zum Garten,
und legt vor den vom Wind der Flügel geweckten
05 Gärtner mit sanfter Klaue, der lacht aus den Windeln, den Knaben.

Freitag, 11 Dezember 1953       )

Der Schläfer

Was zwitscherst du, Vogel, dem Schläfer,
was streifst du das Bett hier, was dort mit dem Flügel,
dass er dir, ganz noch verfangen im Schlafnetz,
das du beginnst zu zerreissen, mit halber Hand wehrt?
05 Was rufst du lauter und fällst ihm in die Stirn,
setzest dich gar auf sein Haupt, lang hinschreiend:
Sodass er, entfesselt, nun schwimmt auf dem Bett hinaus in den Mittag,
erschrocken und wach, allein mit dir, Vogel, als Lenker?

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