Manuskripte 1953

Inhalt: 237 Manuskripte zu 44 Gedichten (2 Endfassungen)
Datierung: 30.4.-7.12.1953
Textträger: Einzelblätter (A4-Format), meist Typoskript-Makulatur; Bleistift
Umfang: 44 Dossiers, 225 beschriebene Seiten
Publikation: Die verwandelten Schiffe (13 Gedichte), Verstreutes (1 Gedicht)
Signatur: A-5-c/05 (Schachtel 35)
Herkunft: Nr. 1-23: beige Mappe EG 53 I; Nr. 24-44: grüne Mappe EG 53 II

Stufen: Notizbuch 1952-54, Typoskripte 1953
Kommentar: Beginn der Niederschriften für Die verwandelten Schiffe
Wiedergabe: Edierte Texte, Abbildungen, Diplomatische Umschriften

Donnerstag, 30 April 1953       )

Her dringt ein emsiger Sommer …* (A)

Her dringt ein emsiger Sommer und summt laut in das schläfrige Ohr,
in den Traum von der Schlacht, die wir endlich gewonnen:
Lang verloren ist sie, und den geöffneten Augen
liegen verrostet, zerbeult Helme, Wagen, Geschütz:
05 von dem Summen des Sommers, emsigem Summen bedrängt.

Donnerstag, 30 April 1953       )

Her summt der emsige Sommer …* (B)

Her summt der emsige Sommer und dringt in das schlafende Ohr,
in den Traum von der Schlacht: dass sie schliesslich gewonnen. 
Lang verloren ist sie, und vor den geöffneten Augen 
liegen verrostet, zerbeult Geschütz und Wagen und Helm: 
05 von dem Summen des Sommers, emsigem Summen bedrängt.

Freitag, 01 Mai 1953       )

Der Sommer dringt summend …* (C)

Der Sommer dringt summend, emsig summend ins Ohr,
in  den Traum von der Schlacht: dass sie schliesslich gewonnen 
– Lang verloren ist sie, und vor den wachenden Augen 
liegen verrostet, zerbeult Geschütz und Wagen und Helm, 
05 bedrängt vom Summen des Sommers, emsigem Summen bedrängt

Mittwoch, 06 Mai 1953       )

Spruch (D)

Der Sommer dringt in den Traum,
summt in den Traum von der Schlacht: 
dass wir sie schliesslich gewonnen. 
– Lange verloren ist sie, 
05 vor den wachenden Augen 
rostet zerbeultes Geschütz, 
rosten Wagen und Helm, 
bedrängt vom Summen des Sommers.

Samstag, 02 Mai 1953       )

(Der Hirt I) Eidyllion (A)

Wo der Käfer klimmt den Halm empor
und metallen glänzt des Rückens Kuppe 
immer näher zu der zarten Dolde: 
beugt der Hirt sich nieder, schaut, verhält behende 
05 des grossen Hundes Maul, dass er nicht belle, 
nicht belle jetzt und treibe auf die Herde.

Sonntag, 03 Mai 1953       )

Die helle Kugel fällt …* (A)

Die helle Kugel fällt
herab in den finsteren Saal, 
rollt, rollt näher, zerspringt: 
und schnaubend ziehn aus den Scherben 
05 Löwe und Panther den Wagen, 
efeubekränzten: ich fliehe 
in den finstersten Winkel. 
Doch schneller, zu schnelle fährt er, 
schwingt seine Peitsche: 
10 ich liege schon in den Deichseln 
selber und zieh dich, stürmenden Knaben, 
brenne vom Strahl deines Augs. 
Nun wirft er von neuem die Kugel 
herab in den finsteren Saal. 
15 Sie rollt, rollt näher, zerspringt, 
und schnaubend ziehn aus den Scherben 
Löwe und Panther den Wagen: 
ziehen Wagen um Wagen, 
unzählige Wagen geschwind.

Sonntag, 03 Mai 1953       )

Dionysos (B)

Die helle Kugel herab
fällt in den finsteren Saal,
rollt, und sprüht und zerspringt: 
und schüttelnd vom Felle die Splitter 
05 ziehn Löwe und Panther den Wagen, 
efeubekränzten. Ich fliehe 
hinweg nach dem finstersten Winkel. 
Doch schneller, schneller schon fährt er: 
ich liege schon in den Deichseln 
10 selber und ziehe den Lenker (Knaben), 
brenne vom Strahl seines Augs. 
Wieder wirft er und wieder 
die Kugel herab in den Saal. 
Sie rollt, rollt näher, zerspringt, 
15 und schnaubend ziehn aus den Scherben 
Löwe und Panther die Wagen, 
unzählige Wagen geschwind.

Mittwoch, 06 Mai 1953       )

Dionysos (C)

Die helle Kugel herab
rollt in den finsteren Saal,
rollt und sprüht und zerspringt:
schüttelnd die Splitter vom Fell, 
05 ziehn Löwe und Panther den Wagen, den efeubekränzten, 
ziehn schneller und näher: 
ich liege schon in den Deichseln 
selber und ziehe den Knaben; 
das Kleid schon brennt mir, das Haar vom Strahl seines Augs. 
10 Wieder wirft er und wieder 
die Kugel herab in den Saal: 
sie rollt und rollt und zerspringt, 
und schnaubend ziehn aus den Scherben 
Löwe und Panther die Wagen, 
15 Wagen um Wagen heran.

Dienstag, 26 Mai 1953       )

Dionysos (D)

Die goldene Kugel rollt
herab in den finsteren Saal, 
rollt und sprüht und zerspringt: 
schüttelnd die Splitter vom Fell, 
05 ziehn aus den Scherben den Wagen, 
Löwe und Panther, ziehn näher und schneller den Knaben. 
Ich liege schon in den Deichseln 
selber und ziehe den Knaben; 
das Kleid schon brennt mir, das Haar von den Funken der Kugel, 
10 die wieder er wirft und wieder herab in den Saal: 
sie rollt und sprüht und zerspringt, 
und schüttelnd die Splitter vom Fell, 
ziehn Löwe und Panther die Wagen, 
Wagen um Wagen heran.

Mittwoch, 27 Mai 1953       )

Dionysos (E)

Die goldene Kugel rollt
herab in den finsteren Saal
und sprüht und zerspringt: 
Schüttelnd die Splitter vom Fell 
05 ziehn aus den Scherben im Wagen 
Löwe und Panther näher und schneller den Knaben. 
Ich liege schon in den Strängen selber und ziehe den Knaben, 
das Kleid schon brennt mir, das Haar von den Funken der Kugel, 
die wieder und wieder rollt in den Saal 
10 und sprüht und zerspringt, 
dass schüttelnd die Splitter vom Fell 
ziehn Löwen und Panther im Wagen, 
näher und schneller immer wieder den Knaben.

Donnerstag, 28 Mai 1953       )

Dionysos* (F)

Löwe und Panther schütteln
die Splitter der Kugel vom Fell
und ziehn aus den Scherben im Wagen 
näher und schneller den Knaben. 
05 Ich liege schon in den Strängen und ziehe selber den Knaben, 
das Kleid schon brennt mir, das Haar von den Funken des Wagens, 
den wieder ziehn aus den Scherben 
der Kugel, die sprühend zerspringt, 
Panther und Löwe wieder und wieder den Knaben.

Mittwoch, 06 Mai 1953       )

Das Opfer (A)

Du hast die letzte Mahlzeit genossen,
bevor sie dich hüllten ins Linnen 
des makellosen Gewandes: 
Brot ihrer umsorgten Äcker, 
05 Wein von ihren umsorgteren Reben. 

Nun gehst du, wie immer, am Morgen hinaus, 
doch ohne die Herde. 
Heut trägst du ein einzelnes Lamm auf der Schulter: 
und langsam gehst du hinaus vor das Tor 
10 an des Felsens äusserste Klippe, 
wo der Sturzbach zürnt aus dem Abgrund herauf. 

Schon fasst dich ernsten, flammenden Auges der Greis 
und stösst dich hinab in die Schlucht, 
die von weitem, weitem emporbraust: 
15 welche das Lamm empfängt in die würdige Hürde 
und dich, Hirt, in die Trift, wo du weidest über den Winden.

Mittwoch, 06 Mai 1953       )

Der Hirt (II) (B)

Die letzte Mahlzeit hast du genossen,
bevor sie dich hüllten ins Linnen des makellosen Gewandes: 
Brot ihrer umsorgten Äcker, 
Wein von ihren umsorgteren Reben. 

05 Nun gehst du, wie stets, am Morgen hinaus, 
doch ohne die Herde. 
Heut trägst du ein einzelnes Lamm auf der Schulter 
und gehst langsam hinaus vor das Tor, 
auf des Felsens äusserste Klippe, 
10 wo der Sturzbach zürnt herauf aus dem Abgrund. 

Schon fasst dich, ernsten Auges, der Greis an der Schulter 
und stösst dich hinab in die Schlucht, 
die von weitem, weitem emporbraust: 
die das Lamm in die würdige Hürde empfängt 
15 und dich, Hirt, in die Trift, wo du weidest die willige Herde.

Samstag, 23 Mai 1953       )

Der Hirt (C)

Ins Linnen gehüllt des makellosen Gewandes,
gehst du wie stets am Morgen hinaus, 
doch ohne die Herde, 
nur ein einziges Lamm auf der Schulter, 
05 hinaus vor das Tor, 
auf des Felsens äusserste Klippe. 
Schon fasst dich der Greis an der Schulter, 
stösst dich hinab in die Schlucht, 
die von weitem, weitem emporbraust: 
10 dass sie empfange das Lamm in die würdige Hürde 
und dich, Hirt, in die Trift, wo du weidest die willige Herde.

Dienstag, 26 Mai 1953       )

Der Hirt (D)

Ins Linnen gehüllt des makellosen Gewandes 
gehst du, wie stets am Morgen, hinaus vor das Tor 
doch ohne die Herde, 
nur ein einziges Lamm auf der Schulter, 
05 hinaus auf des Felsens äusserste Klippe: 
Dort fasst dich der Greis an der Schulter, 
stösst dich hinab in die Schlucht, 
die von weitem, weitem emporbraust: 
bereit zu empfangen das Lamm in die würdige Hürde 
10 und dich, Hirt, in die Trift, wo du weidest die willige Herde.

Freitag, 08 Mai 1953       )

Der Pfau (A)

Sachte setzte der Pfau einen Fuss vor den andern und zog den Schweif knisternd hinter sich her auf dem Geländer, bis er an die Stelle kam, wo das Gebüsch wuchernd in den schwarzen Garten hereinbrach, mit dem Gezweig voller Düfte sich den Eintritt erzwang: Bis er dorthin kam, Kopf und Krone hob, zögerte erst, und dann anhielt, sodass sein Schweif, einen Augenblick blinkend, vom Geländer hinabfiel, und dann sich barg in den Zweigen.

02 Erschreckt nun hob sich ein Wind aus dem Busch, stob ein purpurner Faltersturm in den Glanz, der aus der Zweige Überhang aufging: Der Pfau schlug das Rad im Gemach.

Freitag, 08 Mai 1953       )

Die Maske (A)

Der schwarze Eingang der Grotte lockte die Mädchen nach dem nächtlichen Weg durch den Garten. Aber trotz dem Dunkel, das die Büsche herabschüttelten überall, fürchteten sie sich jetzt, einzutauchen in das hohe, grenzenlose Gewölbe. – Als sie sich darin eine Weile vorwärtsgetastet hatten, standen sie auf einmal vor der Wand; und der Mond, der nach langem wieder hervorkam, schien hell herein auf den hohlen Mund, auf die Ränder der grundlosen Augen, auf die weh-starren Wangen der Maske, die riesig da hing.

Sonntag, 10 Mai 1953       )

Die Blume (A)

Wer die Blume bringt vom Strand zur Stadt,
wirren Auges flieht er, wenn sie, offen, 
Purpurduft ihm in die Nüster sendet 
Klagend flieht er auf die Klippe: staunend 
05 siehts das Volk und folgt ihm 
voller Argwohn: bis, ein Vogel, er die 
ungelenken Schwingen hebt und taumelt 
erst und dann schwebt sicher weg, dieweil die 
Rosse treten in den Staub die Blume.

Montag, 11 Mai 1953       )

Die Blume (B)

Bote, der vom Strand zur Stadt die Blume
brachte, lässt sie fallen, wirren Auges, 
wenn sie plötzlich aufgeht, ihm den Duft 
in die Nüstern sendet, und er flüchtet 
05 auf die Klippe: staunend sieht's das Volk, 
folgt ihm voller Argwohn, bis, ein Vogel, 
er die neuen Schwingen taumelnd hebt, 
sicher endlich gleitet weg, dieweil die 
Rosse traten lang in Staub die Blume

Dienstag, 12 Mai 1953       )

Die Blume (C)

Der vom Strand zur Stadt die Blume brachte,
Bote, lässt sie fallen, wirren Auges, 
wenn sie, plötzlich offen, ihm den Duft 
sendet in die Nüstern, und er flüchtet 
05 auf die Klippe zu des Volkes Staunen, 
zu des Volkes Argwohn: bis, ein Vogel, 
er die neuen Schwingen taumelnd hebt, 
sicher gleitet überm Meer, wenn lang 
Fuss um Fuss schon trat in Staub die Blume.

Samstag, 23 Mai 1953       )

Die Blume (D)

Der vom Strand zur Stadt die Blume brachte,
lässt die plötzlich offne fallen, blickend wirr, 
da der Duft ihm überfiel die Nüstern: 
und er flüchtet zu des Volkes Staunen auf die Klippe, 
05 zu des Volkes Argwohn: bis, ein Vogel, 
er die neuen Schwingen taumelnd hebt, 
sicher gleitet überm Meer, wenn lang 
Fuss um Fuss schon trat in Staub die Blume.

Dienstag, 26 Mai 1953       )

Die Blume (E)

Der vom Strand zur Stadt die Blume brachte,
lässt sie fallen, da sie, plötzlich offen, 
ihm die Nüstern mit dem Duft verwirrt: 
und er flüchtet, zu des Volkes Staunen, 
05 auf die Klippe, zu des Volkes Argwohn. 
Bis, ein Vogel, er mit neuen Schwingen 
sicher gleitet überm Meer, wenn lang 
Fuss um Fuss schon trat in Staub die Blume.

Montag, 08 Juni 1953       )

Die Blume (F)

Der vom Strand zur Stadt die Blume brachte,
lässt sie fallen, da sie, plötzlich offen, 
ihm die Nüstern mit dem Duft verwirrt: 
und er flüchtet, zu des Volkes Staunen, 
05 auf die Klippe, zu des Volkes Argwohn. 
Bis im Sturz ihn, einen Vogel, halten 
neue Schwingen, tragen hoch, wenn lang 
Fuss um Fuss schon trat in Staub die Blume.

Montag, 11 Mai 1953       )

Die Fische (A)

Nur zuweilen streifen scheu die Fische
diese Klippe, wo sie vor als Fischer, 
auf der Angel erste Regung wartend, 
kauten jenes Kraut, das nach dem Wasser 
05 weckt die wilde Sucht: Bis dass sie schwammen, 
schön mit Schuppen und die Flossen schlagend, 
weit hinaus: nur scheu zuweilen streifen 
sie die Klippen, wo sie fischend sassen.

Montag, 11 Mai 1953       )

Die Fische (B)

Nur zuweilen streifen tief die Fische, 
um die Klippe, wo sie vor als Fischer, 
auf der Rute erste Regung wartend, 
kauten jenes Kraut, das nach dem Wasser 
05 weckt die wilde Sucht: bis dass sie schwammen 
leis mit Schuppen und mit Flossen sinnend, 
weit hinaus: Nur tief zuweilen streifen 
sie die Klippe, wo sie vormals sassen.

Donnerstag, 21 Mai 1953       )

Der Flüchtling (A)

Von fernem Licht hallt wider der Meersaal,
vom Echo des Lichts aus den ruhenden Riffen, 
wenn eintritt der Flüchtling: 
welkend weht ihm der Efeu vom Haupt, 
05 wehn ihm silberne Kugeln vom Mund: 
Gesang seines Grusses, 
wenn ihm der Greis reicht die Hand 
und ihn führt in die Halle, 
wo wogt in Krügen der Wein, 
10 wo glühen die Töchter im Blick des glühenden Knaben. 
Sie taumeln und fassen die Sträucher der Tiefe, 
dass Schwärme von Fischen fliehn aus den Nestern 
reissen sie aus und schwingen sie durch das Wasser, 
sie taumeln, Sterne der See in den Haaren, und schwimmen 
15 im Licht, das hallt von fern herab in den Meersaal.

Samstag, 23 Mai 1953       )

Der Flüchtling (B)

Vom hohen Licht hallt wider der Meersaal,
vom Echo des Lichts aus den ruhenden Riffen, 
wenn der Flüchtling eintritt: 
welkend weht ihm der Efeu vom Haupt, 
05 wehn ihm vom Mund die silbernen Kugeln des Grusses, 
sodass der Wein glüht in den Krügen, 
und im Blick des Gastes glühen die Mädchen. 
Sie reissen Gesträuch aus der Tiefe und scheuchen 
der Fische nistende Schwärme aus dem Gezweig, 
10 schwingen es wild durch das Wasser, 
taumeln, Sterne der See in den Haaren, 
berauscht im Licht, das hallt aus der Höhe
herab in den Meersaal.



Blatt 02 (A-5-c_05_024.jpg)

B Der Flüchtling

Vom hohen Licht hallt wider der Meersaal,

vom Echo des Lichts aus den ruhenden Riffen,

wenn der Flüchtling eintritt:

welkend weht ihm der Efeu vom Haupt,

05 wehn ihm vom Mund die silbernen Kugeln des Gru Grusses,

sodass im in der Halle
sodass in
sodass die¿ Krüge wogen vom Wein
sodass der Wein wogt in den Krügen,
sodass der Wein glüht

und gl glühen die Mädchen im
und im Blick des Gastes glühen die Mädchen.

Sie reissen Gesträuch aus
Sie fassen die Sträucher der Tiefe und scheuchen

Schwärme von Fischen

aus dem Gezweig

der Fische nistende Schwärme aus dem Gezweig,

10 schwingen es wild durch das Wasser,

taumeln, Sterne der See in den Haaren,

berauscht im Licht, das hallt von fern herab in
berauscht im Licht, das hallt hoch herab in den Meersaal.
berauscht im Licht, das aus der Höhe

23. 5. 53

Dienstag, 26 Mai 1953       )

Der Flüchtling (C)

Vom hohen Licht hallt wieder der Meersaal,
vom Echo des Lichts aus den ruhenden Riffen, 
da der Flüchtling hereintritt: 
wehn ihm vom Mund die silbernen Kugeln des Grusses, 
05 glüht in den Krügen der Wein, 
glühen im Wein die Najaden 
und reissen Gesträuch aus den Muscheln, 
scheuchen aus dem Gezweig der Fische nistenden Schwarm, 
schwingen es wild durch das Wasser, 
10 taumeln, im Haar die Sterne der See, 
berauscht im Licht, das hallt herab in den Meersaal.

Mittwoch, 27 Mai 1953       )

Der Flüchtling (D)

Das hohe Licht hallt herab in den Meersaal,
Echo des Lichts aus den ruhenden Riffen, 
wenn der Flüchtling hereintritt, 
und ihm wehn vom Mund die silbernen Kugeln des Grusses: 
05 Dass glüht in den Krügen der Wein, 
glühen vom Wein die Najaden. 
Sie reissen Gesträuch aus den Muscheln, 
sodass der Fische nistender Schwarm wegstiebt aus den Zweigen; 
sie schwingen es wild durch das Wasser, 
10 im Haar die Sterne der See, 
taumeln berauscht im Licht, das hallt herab in den Meersaal.

Donnerstag, 04 Juni 1953       )

Der Flüchtling (E)

Das Licht hallt zitternd wieder im Meersaal,
Echo des Lichts aus den ruhenden Riffen, 
wenn der Flüchtling hereintritt, 
ihm wehen vom Mund die silbernen Kugeln des Grusses: 
05 Da schäumt in den Krügen der Wein, 
schäumen vom Wein die Najaden, 
sodass der Fische nistender Schwarm wegstiebt aus den Zweigen, 
wenn aus den Muscheln sie reissen Gesträuch, 
wenn sies schwingen wild durch das Wasser, 
10 im Haar die Sterne der See, taumeln berauscht 
im Licht, das zitternd hallt wieder im Meersaal.

Donnerstag, 04 Juni 1953       )

Der Flüchtling (F)

Der Gruss hallt zitternd wieder im Meersaal,
Kugel des Grusses an ruhenden Riffen, 
wenn der Flüchtling hereintritt. 
Da schäumt in verborgenen Krügen der Wein, 
05 schäumen vom Wein die Najaden, 
sodass der Fische nistender Schwarm wegstiebt aus den Zweigen, 
wenn aus den Muscheln sie reissen Gesträuch 
und es schwingen wild durch das Wasser, 
und hintaumeln an ruhende Riffe, 
10 wo die Kugel des Flüchtlings hallt wieder im Meersaal.

Donnerstag, 04 Juni 1953       )

Der Flüchtling (G)

Der Gruss des Flüchtlings hallt wieder im Meersaal,
Kugel des Grusses von ruhenden Riffen, 
wenn in verborgenen Krügen der Wein 
schäumt und schäumen im Wein die Najaden: 
05 sodass der Fische nistender Schwarm wegstiebt aus den Zweigen, 
wo aus den Muscheln sie reissen Gesträuch 
und es schwingen durchs Wasser 
und taumeln hin an die ruhenden Riffe, 
wenn der Gruss des Flüchtlings hallt wieder im Meersaal.

Freitag, 05 Juni 1953       )

Der Flüchtling (H)

Der Gruss des Flüchtlings hallt wieder im Meersaal,
Kugel des Grusses von ruhenden Riffen: 
so dass der Fische nistender Schwarm stiebt aus den Zweigen, 
wenn in verborgenen Krügen der Wein 
05 schäumt und schäumen vom Wein die Najaden, 
wenn aus den Muscheln sie reissen Gesträuch 
und es schwingen durchs Wasser – 
taumeln hin an die ruhenden Riffe, 
wo der Gruss des Flüchtlings hallt wieder im Meersaal.

Sonntag, 24 Mai 1953       )

Vom Felsen hängt ihm am Seil …* (A)

Vom Felsen hängt ihm am Seil
läutend die Speise herab, 
als ob er nicht hätte genug 
der Speise drin in der Höhle, 
05 wo die Nächte ihn nähren 
täglich mit dem neugebackenen inneren Brot. 
Doch Wasser kommt ihm herab 
im Krug an dem Seil, 
dass er vergisst das Wasser des Sees, 
10 das Mühsam er schöpfte: 
dort spiegelte Licht sich, 
hier schwankt es nieder im Krug, 
hier ist es.

Montag, 25 Mai 1953       )

Vom Felsen hängt ihm am Seil …* (B)

Vom Felsen hängt ihm am Seil
im Krug das Wasser herab, 
da ihm nicht stillt den Durst 
die Speise drin in der Höhle, 
05 das allnächtlich gereichte 
duftende Brot. 

Das Wasser kommt ihm herab, 
dass er vergisst des Wassers  im See, 
das mühsam er schöpfte: 
10 Dort spiegelte Licht sich, 
hier schwankt es nieder im Krug, 
hier ist es beschlossen.

Dienstag, 26 Mai 1953       )

Der Anachoret (C)

Vom Felsen schwankt ihm am Seil
im Krug das Wasser herab, 
da ihn nicht stillt 
das allnächtlich 
05 drin in der Höhle gereichte 
duftende Brot. 

Das Wasser kommt ihm herab, 
dass er des Wassers im See, 
des mühsam geschöpften, vergisst: 
10 dort spiegelte Licht sich, 
hier ist, hier schwankt es herab, 
bereit den Lippen, im Krug.

Montag, 08 Juni 1953       )

Der Anachoret (D)

Vom Felsen schwankt ihm am Seil
im Krug das Wasser herab,
da ihn nicht stillt das allnächtlich 
heimlich im See geschöpfte: 
05 des mühsam geschöpften vergisst er, 
wenn ihm vom Felsen am Seil 
schwankt das Wasser herab: 
dort spiegelte Licht sich, 
hier ist, hier schwankt es herab, 
10 bereit den Lippen, im Krug.

Montag, 08 Juni 1953       )

Der Anachoret (E)

Vom Felsen schwankt ihm am Seil
im Krug das Wasser herab, 
da ihn nicht stillt das heimlich 
aus dem See mit Mühe geschöpfte: 
05 dort spiegelte Licht sich, 
hier ist, hier schwankt es geborgen 
vom Felsen am Seil ihm herab.

Montag, 08 Juni 1953       )

Der Anachoret (F)

Vom Felsen schwankt ihm am Seil
im Krug das Wasser herab,
da ihn nicht stillt das heimlich 
aus dem See mit Mühe geschöpfte: 
05 dort spiegelte Licht sich, 
wo mühsam er schöpfte, 
heimlich und nichts ihn stillte: 
im Krug hier schwankt es geborgen 
vom Felsen am Seil ihm herab.

Montag, 08 Juni 1953       )

Der Anachoret (G)

Vom Felsen schwankt ihm am Seil
im Krug das Wasser herab,
da ihn nicht stillte das heimlich 
aus dem See mit Mühe geschöpfte: 
05 dort spiegelte Licht sich, 
wo mühsam er schöpfte, 
heimlich, und sich nicht stillte: 
im Krug hier schwankt es geborgen 
vom Felsen am Seil ihm herab.

Donnerstag, 28 Mai 1953       )

Wer den finstern Gang betritt am Tempel …* (A)

Wer den finstern Gang betritt am Tempel,
wo die alten Bilder stehn: der Adler, 
mit der Wölfin und der Stier im Holze faulend, 
ihn bestürzen die, die vor verwandelt, 
05 in den Nischen hausen unterm Tropfgestein. 
Und sie lecken ihm Gesicht und Hand, bis dass er, 
selbst ein junges Tier, die Zitzen saugt der Wölfin.

Samstag, 30 Mai 1953       )

Der Rauch steigt empor ans den Scheitern …* (A)

Der Rauch steigt empor aus den Scheitern,
aus dem Rauch unzählige Vögel, 
und war er früher nur dort, so ist der Sänger auch hier 
jetzt und dem Schläfer am Fenster zugegen, 
05 morgens, wenn der Vogel am Fenster singt 
und aus den Bäumen des Gartens 
steigen die Vögel empor aus der Flamme, 
Flügel und Stimme des Sängers vermehrt in unzähligen Vögeln.

Dienstag, 02 Juni 1953       )

Flügel und Stimme des Sängers …* (B)

Flügel und Stimme des Sängers, vermehrt in unzähligen Vögeln, 
steigt aus den Flammen im Rauch und ist dem Schläfer zugegen 
morgens singend im Fenster, 
wenn immer noch über den Bäumen des Gartens 
05 steigt die Stimme des Sängers, vermehrt in unzähligen Vögeln

Donnerstag, 04 Juni 1953       )

An den toten Sänger (C)

Über den Wipfeln des Gartens,
verteilt in unzähliger Vögel Flügel und Stimme 
steigst aus den Flammen erneut 
du aus den Scheitern im Rauch. 
05 Wunderbar weckst du am Morgen, im Fenster singend, den Schläfer, 
wenn aus den Scheitern du steigst 
erneut aus der Flamme im Rauch, 
verteilt in unzähliger Vögel Flügel und Stimme, 
über den Wipfeln des Gartens.

Freitag, 05 Juni 1953       )

An den toten Sänger (D)

Über die Wipfel des Gartens,
verteilt in unzähliger Vögel Flügel und Stimme, 
steigst  in den Flammen erneut 
du aus den Scheitern im Rauch: 
05 Wunderbar weckst da am Morgen, im Fenster singend,
den Schläfer
der bis die Tränen versiegt, nachts deinen Abschied beweint, 
wenn aus den Scheitern du steigst, 
erneut in den Flammen, im Rauch, 
verteilt in unzähliger Vögel Flügel und Stimme, 
10 über die Wipfel des Gartens.

Freitag, 05 Juni 1953       )

An den toten Sänger (E)

Verteilt in unzähliger Vögel Flügel und Stimme 
steigst übern Rauch du hinauf 
aus den Scheitern in Flammen erneut: 
Wunderbar singst du am Morgen, 
05 den Trauernden, der dir verweinte 
alle Stunden der Nacht, 
vom Sims des Fensters in Schlaf, 
wenn aus den Scheitern in Flammen 
erneut du stiegst überm Rauch, 
10 in Flügel und Stimme unzähliger Vögel verteilt.

Sonntag, 07 Juni 1953       )

An den toten Sänger (F)

Verteilt in unzähliger Vögel Flügel und Stimme,
stiegst aus dem Rauch du hinauf, 
über Scheitern in Flammen erneut: 

singst, wunderbar lindernd, am Morgen 
05 den Trauernden, der dir verweinte 
alle Stunden der Nacht, 
vom Sims des Fensters in Schlaf, 

wenn, über Scheitern in Flammen 
erneut, du stiegst aus dem Rauch, 
10 in Flügel und Stimme unzähliger Vögel verteilt.

Aus dem Mund des Knaben fliegt plötzlich die Taube. 
Nach flatterndem Kreisen 
birgt im Mund sie der Mutter sich schnell: 

wenn vor den kenternden Schiffen 
05 offen die goldenen Kuppeln 
leuchten im Donnergewölk, 
versprechen sie Kelche und Schalen, 
dass vor des ehernen Bergs 
Absturz sie rette der Knabe, 

10 des Mund entfliegt plötzlich die Taube, 
flatternd kreist und sich schnell 
[sich] birgt im Munde der Mutter, im lächelnden Mund.

Samstag, 06 Juni 1953       )

Votivbild (B)

Aus dem Mund des Knaben die Taube,
fliegt und flattert im Kreise, 
birgt im Mund der Mutter sich schnell: 

unter der offenen Kuppel, 
05 die leuchet im Donnergewölk 
wo die kenternden Schiffer 
versprachen Kelche und Schalen, 
dass vor des ehernen Bergs 
Steilwand sie rette der Knabe, 

10 des Mund entfliegt plötzlich die Taube, 
flatternd kreist und sich birgt 
in der Mutter lächelndem Mund.

Sonntag, 07 Juni 1953       )

Votivbild (C)

Aus dem Mund des Knaben die Taube 
fliegt und flattert im Kreise, 
birgt im Mund der Mutter sich schnell 

Unter der offenen Kuppel, 
05 die leuchtet im Donnergewölk, 
wo die kenternden Schiffer versprachen 
Kelche und köstliche Schalen, 
dass vor des ehernen Bergs 
Steilwand sie rette der Knabe, 

10 des Mund entfliegt plötzlich die Taube, 
flatternd kreist und sich birgt 
in der Mutter lächelndem Mund.

Montag, 08 Juni 1953       )

Votivbild (D)

Aus dem Mund des Knaben die Taube 
flattert im Kreis und birgt
im Mund der Mutter sich schnell 

unter der offenen Kuppel, 
05 die leuchtet im Donnergewölk, 
wo die kenternden Schiffer versprachen 
Kelche und köstliche Schalen, 
dass vor des ehernen Bergs 
Steilwand sie rette der Knabe, 

10 des Mund entflattert die Taube, 
kreist und schnell sich verbirgt 
in der Mutter lächelndem Mund.

Dienstag, 16 Juni 1953       )

Die Bäume (A)

Hangen die Kränze hoch in den Zweigen der beiden Bäume,
so künden sie die jähe Verwandlung der beiden 
auf der Stufe des Hauses – Vergangnes bedenkenden – Greise: 
die Gäste schufen die Hütte um ins marmorne Haus, 
05 und gewährten nach langem das gemeinsame Ende, 
als die Beine verwuchsen, die Arme zu Ästen, 
ihr Sinn und Geruch für die Düfte des Gartens, für die Steine,
wiegt nun und duftet in Blättern. 
Dort nehmen [sie] Gäste, beschattend, sie auf wie von jeher, 
10 wo die Kränze hoch in den Zweigen der Bäume 
künden die jähe Verwandlung der beiden 
auf der Stufe des Hauses – Vergangnes bedenkenden – Greise.

Dienstag, 16 Juni 1953       )

Die Bäume: Philemon und Baucis (B)

Hangen die Kränze herab aus den Kronen der Bäume,
künden sie jähe Verwandlung der beiden 
auf der Stufe des Hauses Vergangnes bedenkenden Greise: 
wie die Fremdlinge, dankbar für Schatten und Trank, 
05 schufen um in Marmor die Hütte, 
vollendeten spät das Geschenk sie, gewährten gemeinsames Ende, 
als die Beine verwachsen, die Arme zu Ästen, 
ihr Geruch für die Düfte des Gartens wiegt nun und duftet in Blättern, 
womit sie Schatten schenken den Gästen wie jeher, 
10 dort, wo die Kränze herab aus den Kronen der Bäume 
künden die späte Verwandlung der beiden 
auf der Stufe des Hauses – Vergangnes bedenkenden – Greise.

Donnerstag, 18 Juni 1953       )

Die Bäume (C)

Hangen die Kränze herab aus den Kronen der Bäume,
künden sie der beiden Greise Verwandlung, 
als sie vor der Stufe des Hauses Vergangnes bedachten: 
wie die Fremdlinge, dankbar für Schatten und Trank, 
05 schufen um in Marmor vor Jahren die Hütte, 
spät jetzt vollendeten sie das Geschenk und gewährten 
beiden das Ende zugleich, als die Arme zu Ästen, 
als die Beine verwuchsen, und der Geruch 
für die Düfte des Gartens wiegt nun in Blättern, 
10 Schatten den Gästen zu geben wie jemals für immer, 
dort wo die Kränze herab aus den Kronen der Bäume 
künden der beiden Greise späte Verwandlung, 
als sie vor dem Haus das Vergangne bedachten.

Donnerstag, 18 Juni 1953       )

Die Bäume: Philemon und Baucis (C')

Kränze der Pilger in den Kronen der Bäume
künden der beiden Greise späte Verwandlung, 
als sie vor der Stufe des Hauses Vergangnes bedachten: 
wie die Fremdlinge, dankbar für Schatten und Trank, 
05 schufen um in Marmor vor Jahren die Hütte, 
spät jetzt vollendeten sie das Geschenk und beiden 
liessen zugleich sie die Beine verwachsen in Wurzeln, 
beiden in Äste die Arme, und den Geruch 
für die Düfte des Gartens in atmende Blätter, 
10 Schatten zu geben den Pilgern wie jemals für immer, 
dort wo der beiden Greise späte Verwandlung, 
– als sie vor dem Haus das Vergangne bedachten – 
künden die Kränze herab aus den Kronen der Bäume.

Freitag, 19 Juni 1953       )

Die beiden Bäume: Philemon und Baucis (D)

Kränze der Pilger in den Kronen der Bäume
künden der beiden Greise späte Verwandlung, 
als sie vor dem Haus Vergangnes bedachten: 
wie die Fremdlinge, dankbar für Schatten und Lager, 
05 wandelten um in Marmor vor Jahren die Hütte; 
spät erst vollendeten sie das Geschenk und beiden 
liessen zugleich sie die Beine verwachsen in Wurzeln, 
beiden in Äste die Arme, und den Geruch 
für die Düfte des Gartens in atmende Blätter: 
10 Schatten zu geben den Pilgern wie jemals für immer, 
dort wo der beiden Greise späte Verwandlung 
– als sie vor dem Haus das Vergangne bedachten – 
künden die Kränze herab aus den Kronen der Bäume.

Samstag, 27 Juni 1953       )

Die beiden Bäume: Philemon und Baucis (E)

Kränze der Pilger in den Kronen der Bäume
künden der beiden Greise spät vollendeten Lohn 
als vor dem Haus sie das Vergangne bedachten: 
– wie die Fremdlinge, dankbar für Schatten und Lager, 
05 wandelten um in Marmor vor Jahren die Hütte, – 
liessen beiden zugleich sie die Beine verwachsen in Wurzeln, 
beiden in Äste die Arme, und den Geruch 
für die Düfte des Gartens in atmende Blätter: 
Schatten den Pilgern zu geben für immer wie jemals, 
10 dort wo der beiden Greise spät vollendeten Lohn 
künden die Kränze herab aus den Kronen der Bäume.

Montag, 29 Juni 1953       )

Die beiden Bäume: Philemon und Baucis (F)

Kränze der Pilger in den Kronen der Bäume
künden der beiden Greise spät vollendeten Lohn: 
als vor dem Haus sie das Vergangne bedachten, 
wie die Fremdlinge, dankbar für Schatten und Lager, 
05 wandelten um in Marmor vor Jahren die Hütte – 
liessen beiden zugleich sie die Füsse verwachsen in Wurzeln, 
beiden in Äste die Hände, und den Geruch 
für die Düfte des Gartens in atmende Blätter: 
Schatten den Pilgern zu geben für immer wie bisher, 
10 dort wo der beiden Greise spät vollendeten Lohn 
künden die Kränze herab aus den Kronen der Bäume.

Dienstag, 04 August 1953       )

Die beiden Bäume: Philemon und Baucis (G)

Kränze der Pilger in den Kronen der Bäume 
preisen der Fremdlinge abends vollendete Gabe: 
als in der Kühle die Greise den Mittag bedachten – 
wie die Fremdlinge auf dem Wege sich wendend, 
05 rückwärts wandelten um in Marmor die Hütte, – 
griffen beider Füsse knorrig die Erde, 
griffen die Hände verholzt und belaubt in den Himmel, 
Schatten zu geben den Pilgern für immer wie bisher, 
dort, wo der Fremdlinge abends vollendete Gabe 
10 preisen die Kränze herab aus den Kronen der Bäume.

Mittwoch, 05 August 1953       )

Die beiden Bäume: Philemon und Baucis (H)

Kränze der Pilger in den Kronen der Bäume
preisen des Fremdlings abends vollendete Gabe: 
als in der Kühle die Greise den Mittag bedachten – 
wie der Fremdling, auf der Strasse sich wendend 
05 nochmals rückwärts, wandelt in Marmor die Hütte – 
griffen beider Füsse knorrig die Erde, 
griffen die Hände verholzt und belaubt in den Himmel, 
Schatten zu geben den Pilgern für immer wie bisher, 
dort, wo des Fremdlings abends vollendete Gabe 
10 preisen die Kränze herab aus den Kronen der Bäume.

Donnerstag, 18 Juni 1953       )

Die gefällte Eiche (A)

Wie der Wipfel sinkt der ernsten Eiche,
nahen klagend alle ringsumher,
alle Nymphen klagen, wenn zur Erde 
sinkt der Wipfel tief der ernsten Eiche. 

05 Wie der Wipfel sinkt der ernsten Eiche, 
tropft das Blut, erbleichen weh die Blätter, 
seufzt es aus der Krone klagend nieder, 
wie der Wipfel sinkt der ernsten Eiche: 

Mit dem Wipfel sink ich dieser Eiche, 
10 Nymphe, die den Schwestern lange lieb, 
von den Schwestern scheid ich, ihren Spielen: 
mit dem Wipfel sinkend dieser Eiche.

Freitag, 19 Juni 1953       )

Die gefällte Eiche (B)

Wie der Wipfel sinkt der lichten Eiche,
nahen klagend alle ringsumher, 
alle Nymphen klagen, wenn zur Erde 
sinkt der Wipfel tief der lichten Eiche. 

05 Wie der Wipfel sinkt der lichten Eiche, 
bleichen weh die Blätter, tropft das Blut, 
seufzt es aus der Krone klagend nieder, 
wie der Wipfel sinkt der lichten Eiche: 

Mit dem Wipfel sink ich dieser Eiche, 
10 Schwester, die den Schwestern lange lieb, 
von den Schwestern scheid ich, ihren Spielen, 
mit dem Wipfel sinkend dieser Eiche.

Montag, 22 Juni 1953       )

Der Trauerbaum (A)

Dunkel steht im Trauerbaum gereckt
Knabe, dessen irrer Speer getroffen
durchs Gebüsch den Schläfer Hirsch. 
Früh noch ritt er ihn und hing die Kette 
05 ins Geweih, die Kapsel mit dem Bild 
hing er um den Hals ihm in der Lichtung. 
Und zum Dank leckt' ihm der Hirsch die Hände: 
Ihn nun traf der irre Speer im Mittag. 
Keine Tränen hat der Knabe: trauerdürr 
10 steht er da im Trauerbaum gereckt.

Mittwoch, 24 Juni 1953       )

Der Trauerbaum (B)

Dunkel steht im Trauerbaum
der Knabe, dessen irrer
Speer traf durchs Gebüsch den Hirsch: 
früh noch ritt er ihn und hing 
05 ins Geweih die Kette und die Kapsel 
um den Hals ihm in der Lichtung: 
und die Hände leckt der Hirsch ihm, – 
eh der irre Speer ihn traf im Mittag, 
als er schlief, und ohne 
10 Träne stand im Trauerbaum der Knabe.

Samstag, 27 Juni 1953       )

Der Trauerbaum (C)

Dunkel steht im Trauerbaum
der Knabe, des irrer
Speer traf durchs Gebüsch den Hirsch: 
Früh noch ritt er ihn und hing 
05 ins Geweih die Kette und die Kapsel 
um den Hals ihm in der Lichtung: 
und die Hände leckt der Hirsch dem Knaben, 
eh der irre Speer im Mittag, 
seines Schlafes Zelt zerriss und ohne 
10 Träne stand im Trauerbaum der Knabe.

Montag, 29 Juni 1953       )

Der Trauerbaum (D)

Ohne Träne 
steht im Trauerbaum der Knabe,
des irrer Speer traf durchs Gebüsch den Hirsch: 
Früh noch ritt er ihn und hing 
05 ins Geweih die Kette und die Kapsel 
um den Hals ihm in der Lichtung: 
und die Hände leckt der Hirsch dem Knaben, 
eh der irre Speer im Mittag 
seines Schlafes Zelt zerriss und ohne 
10 Träne stand im Trauerbaum der Knabe.

Samstag, 11 Juli 1953       )

Der Trauerbaum (E)

Ohne Träne 
steht im Trauerbaum der Knabe,
wo der irre Speer traf durchs Gebüsch den Hirsch: 
den er Früh noch ritt und dem er 
05 ins Geweih die Kette hing und um den Hals die Kapsel, 
wo die Hände leckt der Hirsch dem Knaben, 
eh der irre Speer im Mittag 
seines Schlafes Zelt zerriss: 
ohne Träne steht im Trauerbaum der Knabe.

Samstag, 11 Juli 1953       )

Der Trauerbaum (F)

Ohne Träne 
steht im Trauerbaum der Knabe,
wo der irre Speer traf durchs Gebüsch den Hirsch: 
Den er früh noch ritt und dem er 
05 ins Geweih die Kette hing und um den Hals die Kapsel: 
wo der Hirsch des Knaben Hände leckte, 
eh der ins Gebüsch verirrte Speer 
seines Schlafes Zelt zerriss: 
ohne Träne steht im Trauerbaum der Knabe.

Samstag, 11 Juli 1953       )

Der Trauerbaum (G)

Ohne Träne 
steht im Trauerbaum der Knabe,
wo der irre Speer traf durchs Gebüsch den Hirsch, 
den er früh noch ritt und dem er 
05 ins Geweih die Kette hing und um den Hals die Kapsel: 
wo der Hirsch des Knaben Hände leckte, 
eh der ins Gebüsch verirrte 
Speer des Schlafes Zelt zerriss,
ohne Träne steht im Trauerbaum der Knabe.

Mittwoch, 24 Juni 1953       )

Das Gewitter (A I)

Der Berg grünt plötzlich auf im Gewitter,
wenn ich geh den Weg eine Zeit lang hinab 
und tief im Tal kocht das Gewölk, 
worin wühlen zuweilen die Blitze, 
05 von wo sie nahen, sodass mich Furcht fasst. 
Doch steht offen die Höhle, 
darinnen der Quell überrauscht 
den rauschenden Regen.

Mittwoch, 24 Juni 1953       )

Das Gewitter (A II)

Wenn der Berg jäh grünt
auf im Gewitter und drunten
braust das Tal voll vom Gewölk, 
durchwühlt von wütenden Blitzen, 
05 geh eine Zeit ich die Wendung des Wegs 
unterm Regen hinab, 
fürchtend die nahende Flamme: 
steht auch schon offen die Höhle, 
worin der Quell überrauscht 
10 den rauschenden Regen.

Samstag, 27 Juni 1953       )

Das Gewitter (B)

Wenn der Berg grünt plötzlich
auf im Gewitter und eine Zeitlang hinab 
ich geh die Windung des Wegs unterm Regen 
und tief kocht das Gewölk im Tal, 
05 durchwühlt zuweilen von Blitzen, 
die nahn, sodass mich Furcht fasst: 
steht auch schon offen die Höhle, 
darinnen der Quell überrauscht 
den rauschenden Regen.

Samstag, 27 Juni 1953       )

Das Gewitter (C)

Der Berg grünt plötzlich
auf im Gewitter, und eine Zeit unterm Regen 
geh die Windung des Wegs ich hinab, 
wo tief kocht das Gewölk, zuweilen 
05 durchwühlt von wandernden Blitzen, 
die nahen, sodass mich Furcht fasst: 
Doch steht schon offen die Höhle, 
darinnen der Quell überrauscht 
den rauschenden Regen.

Dienstag, 30 Juni 1953       )

Das Gewitter (D)

Der Berg grünt plötzlich
auf im Gewitter, und eine Zeit unterm Regen
geh die Windung des Wegs ich hinab, 
wo tief kocht das Gewölk, zuweilen 
05 durchwühlt von wandernden Blitzen, 
die nahen, sodass mich Furcht fasst: 
Doch hier steht offen die Höhle, 
darinnen der Quell überrauscht 
den rauschenden Regen.

Dienstag, 30 Juni 1953       )

Das Gewitter (E)

Der Berg grünt plötzlich
auf im Gewitter, und eine Zeit unterm Regen
geh die Windung des Wegs ich hinab, 
wo tief kocht das Gewölk, zuweilen 
05 durchwühlt von wandernden Blitzen, 
die wandern herwärts, die nahn: 

Doch näher steht offen die Höhle, 
darinnen der Quell überrauscht 
den rauschenden Regen.

Samstag, 27 Juni 1953       )

Der Nachmittag (A)

Fontäne der Blüten aus der brausenden Blattflut 
steigend, Fontäne der Düfte:
verblasst vor der Kuppe des Berges, 
frühem Mond, der aufbrennt am Nachmittagshimmel, 
05 heller aufbrennt als die schleuniger westwärts eilende Sonne: 
unter dem schneeig schwebenden Mann 
und den beiden aus zugewendetem Antlitz im Schweben 
wider leuchtenden Freunden, 
die von oben da sind auf einmal. 
Dunkelt die Blume, dunkelt die Sonne: des Bergs 
10 Kuppe drüben allein, 
ein früh aufglimmender Mond 
unter dem schneeig wolkenstill strahlenden Mann: wer ist es? 
steht jetzt am Himmel 
dieser erloschnen Fontänen, dieser verstummten Blattflut.

Montag, 29 Juni 1953       )

Der Nachmittag: Transfiguratio (B)

Fontäne der Blüten, aus der brausenden Blattflut 
steigend, Fontäne der Düfte:
erlischt vor der Kuppe des Berges, 
frühem Mond, der aufglimmt am Nachmittagshimmel, 
05 heller bald als die schleuniger niederwärts eilende Sonne: 
unter dem Mann,
der, schneeig schimmernd, still schwebt und den beiden 
aus zugewendeten Spiegeln widerleuchtenden Freunden, 
die von oben da sind auf einmal. 
10 Erlischt die Blume, die Sonne: des Bergs 
Kuppe drüben allein, 
ein früh aufglimmender Mond 
unter dem schneeig wolkenstill strahlenden Mann: wer ist es?, 
steht jetzt am Himmel 
15 dieser erloschnen Fontäne, dieser verstummten Blattflut.

Montag, 06 Juli 1953       )

Der Nachmittag: Transfiguratio (C)

Fontäne der Blüten, aus der brausenden Blattflut 
steigend,
erlischt vor der Kuppe des Bergs, 
frühem Mond, der aufglimmt am Nachmittagshimmel, 
05 heller bald als die schnleuniger niederwärts eilende Sonne: 
unter dem Mann, 
der, schneeig schimmernd, still schwebt und den beiden 
aus zugewendeten Spiegeln widerleuchenden Freunden, 
die von oben da sind auf einmal, 
10 erlischt die Blume, die Sonne: des Bergs 
Kuppe drüben allein, 
ein früh aufglimmender Mond 
unter dem schneeig wolkenstill schwebenden Mann: wer ist es?, 
steht jetzt am Himmel 
15 dieser erloschnen Fontäne, dieser verstummten Blattflut.

Mittwoch, 08 Juli 1953       )

Das Schutzbild (Ikone) (A I)

Schwarz weinst du, der Glanz deiner Tränen
wirft die glänzenden wieder, die Tränen der Feste: 
die Perlen der Weihgewänder, 
wenn sie singend dir nahn: 
05 doch den Gesang übersummt das Summen der Hummeln, 
der Pfeile, die herziehn über die Mauern. 
Wie du dich wendest, sinken sie, eh ihr Stachel getroffen, 
sinken sie ab von deinem gewendeten Antlitz, 
das schwarz weint auf der Höhe der Mauer.

Mittwoch, 08 Juli 1953       )

Das Schutzbild (A II)

Als die Pfeile fallen geblendet
im Sturz beglänzt von deinem 
dunkel weinenden Antlitz, 
vom Glanz deiner strömenden Tränen, 

05 wenn sie dir jubeln empor auf deinen Turm 
(selber in perlenbestickten Gewändern), 
weht der Rauch ihres Flehns zu dir, 
doch hindurch glänzen die Tränen, 
blenden, sodass die Pfeile 
10 fallen nieder vor dem Ebenholz deines Gesichts. 

Glänzen über den Rückenpanzer der Feinde, 
über den goldnen Gewändern der Priester, den bunten des Volkes; 

Tränen auf dunkel weinendem Antlitz 
hoch auf der Mauer.

Samstag, 11 Juli 1953       )

Die Belagerung (B)

Das Schluchzen der Büsser aufwärts
zu deinem Thron auf der Mauer
übersummt das Summen der Hummeln, 
der Pfeile, die vor deinem Antlitz, 
05 ehe noch traf ihr Stachel, wenden und sinken. 
Es tropfen, tropfen die Tränen 
deiner offenen Augen 
bitter vom Thron auf der Mauer 
in die Wogen des Jauchzens hinab.

Sonntag, 12 Juli 1953       )

Die Belagerung (C)

Des Schluchzens Brandung empor
zu deinem Thron auf der Mauer
übersummt das Summen der Hummeln,
der Pfeile, die vor deinem Antlitz,
05 ehe noch traf ihr Stachel, wenden und sinken:
Bis tropfen, tropfen die Tränen
deiner offenen Augen
bitter vom Thron auf der Mauer
hinab in die Brandung des Jauchzens.

Sonntag, 02 August 1953       )

Die Belagerung (D)

Die Brandung des Schluchzens empor
zu deinem Thron auf die Mauer 
übersummt das Summen der Hummeln, 
der Pfeile, die vor deinem Antlitz, 
05 ehe noch traf ihr Stachel, wenden und sinken: 
Bis tropfen, tropfen die Tränen 
deiner offenen Augen 
vom Thron, von der Mauer hinab 
in die Brandung des Jauchzens.

Montag, 13 Juli 1953       )

David und Bethsabe (A)

Glänzend verirrt in das Gelass
weckt sie den Schläfer und flieht
hinaus in den helleren Saal: 
die goldene Taube, 
05 die Treppe runden Fluges hinauf, 
wo sie wegsank der haschenden Hand, 
zwischen Zedern wegsinkt 
in den Garten, den er nie noch gesehen, 
und leicht sich setzt auf die spielend gehobene 
10 Hand der Frau, gurrende Taube.

Dienstag, 14 Juli 1953       )

David und Bethsabe (B)

Verirrt glänzend in das Gelass
weckt sie den Schläfer und flieht
hinaus in den hellen Saal: 
die goldene Taube, 
05 runden Fluges 
die Treppe zur Zinne hinauf, 
wo sie wegsinkt der haschenden Hand 
weg zwischen Zedern sinkt 
dort in den heimlichen Garten
10 und leicht sich 
fangen lässt von jener 
im Spiel gehobenen Hand: 
golden gurrende Taube.

Mittwoch, 22 Juli 1953       )

David und Bethsabe (C)

Sie glänzt durchs Gelass
und weckt den Schläfer und flieht 
hinaus in den hellen Saal, 
verirrte Taube: 
05 die Treppe zur Zinne hinauf, 
wo sie wegsinkt der haschenden Hand, 
zwischen Zedern sinkt in den heimlichen Garten 
und leicht sich setzt 
auf jene leichte geöffnete Hand: 
10 verirrte gurrende Taube.

Mittwoch, 29 Juli 1953       )

David und Bethsabe (D)

Sie glänzt durchs Gelass
(und) weckt den Schläfer und flieht durch die Spalte der Tür 
hinaus in den hellen Saal, 
runden Flugs die Treppe zur Zinne hinauf, 
05 verirrte Taube: 
wo sie wegsinkt der haschenden Hand, 
zwischen Zedern tief in den Garten, 
in die leicht geöffnete Hand 
zärtlich sich birgt, 
10 verirrte gurrende Taube.

Mittwoch, 29 Juli 1953       )

David und Bethsabe (E)

Sie glänzt durchs Gelass
weckt den Schläfer und flieht durch die Spalte der Tür 
hinaus in den lichten Saal, 
runden Flugs die Treppe zur Zinne hinauf, 
05 verirrte Taube: 
wo sie wegsinkt der haschenden Hand 
zwischen Zedern, tief unten im Garten, 
in die leicht geöffnete Hand 
zärtlich sich birgt, 
10 verirrte gurrende Taube.

Freitag, 07 August 1953       )

David und Bethsabe (F)

Verirrte Taube
weckt den Schläfer und flieht durch die Spalte der Tür
hinaus in den lichten Saal, 
runden Flugs die Treppe zur Zinne hinauf: 
05 wegsinkt sie der haschenden Hand 
zwischen Zedern hinab 
in die stille 
geöffnete Hand tief unten im Garten, 
geborgen gurrende Taube.

Freitag, 07 August 1953       )

Die flüchtige Taube (G)

Verirrte Taube
weckt den Schläfer und flieht durch die Spalte der Tür
hinaus in den lichten Saal, 
runden Flugs die Treppe zur Zinne hinauf: 
05 wegsinkt sie der haschenden Hand 
zwischen Zedern hinab in die stille 
geöffnete Hand tief unten im Garten, 
geborgen gurrende Taube.

Mittwoch, 15 Juli 1953       )

Wider die Strömung …* (A)

Wider die Strömung
treibt das Floss mit dem gefesselten Greis 
hinauf, hinauf unter den staunenden Brücken 
wider die Strömung zur nächtlich offenen Halle, 
05 wo die Lampen alle aufglühn, 
in der Windstille wenig nur flackernd, 
und wartet mit offenen Armen 
hoch in der goldenen Wölbung 
der Herrscher 
10 blickend seit je mit unermüdeten Lidern 
entgegen dem Greis, 
den sie tragen vom Floss herein 
in glänzenden Fesseln.

Freitag, 17 Juli 1953       )

Wider die Strömung …* (B)

Wider die Strömung
treibt das Floss mit dem Greis in den glänzenden Fesseln 
hinauf, hinauf unter dem Staunen der Brücken 
wider die Strömung zur offenen Halle 
05 wo die Lampen alle 
aufglühn des Nachts in der Stille 
wenig nur flackernd:
da hoch aus der goldenen Wölbung 
blickt der Herrscher herab 
10 mit unermüdeten Lidern 
entgegen dem Greis, den die Brüder 
tragen getröstet vom Floss 
herein in glänzenden Fesseln.

Samstag, 18 Juli 1953       )

Wider die Strömung …* (C)

Wider die Strömung
treibt das Floss mit dem Greis, der singt in den Fesseln, 
hinauf, hinauf unter dem Staunen der Brücken, 
wider die Strömung hinauf zur offenen Halle, 
05 wo die Lampen aufglühn, 
in der nächtlichen Stille des Windes 
wenig nur flackernd: 
da hoch aus der goldenen Wölbung 
blickt der Herrscher herab 
10 mit unermüdeten Lidern 
entgegen dem Greis, den die Brüder 
tragen schweigend vom Floss 
herein, verstummt in den Fesseln.

Montag, 20 Juli 1953       )

Wider die Strömung …* (D)

Wider die Strömung
treibt das Floss mit dem Greis, der singt in den Fesseln, 
hinauf unter den staunenden Brücken 
zur offenen Halle, 
05 wo die Lampen in der nächtlichen Stille 
der Winde wenig nur flackern: 
und aus der goldenen Wölbung 
mit unermüdeten Lidern 
blickt der Herrscher herab, 
10 entgegen dem Greis, 
den tragen die Brüder vom Floss 
herein, verstummt in den Fesseln.

Donnerstag, 30 Juli 1953       )

In Fesseln (E)

Der singt in den Fesseln
der Greis treibt unter den Brücken der Stadt
wider die Strömung hinauf 
zur nächtlich lampenerhellten 
05 im Winde wogenden Halle 
oben am Ufer: 
Nur still aus der goldenen Wölbung 
mit unermüdeten Lidern 
blickt der Herrscher herab, 
10 entgegen dem Greis, 
den tragen die Brüder vom Fluss 
herein, nun stumm in den Fesseln.

Freitag, 17 Juli 1953       )

Reise nach Jerusalem (A)

Aus der Zelle hinweg
trägt ihn hoch das silbergezäumte 
Ross auf den Berg am Rand der Stadt, 
wenn jenseits der Dünen 
05 am Rand des Himmels 
spielt zwielichtig das Meer: 
und aufspringt des Heiligtums Pforte, 
die Lampen leuchten 
um das offen rosenduftende Grab. 
10 Kaum hat er geschmeckt und gesehen, 
trägts ihn hinweg und zurück 
das silbergezäumte, störrische Ross, 
steigt schnaubend am Himmel: 
er kommt noch eh die ersten Glocken 
15 rufen die Sonne herauf 
zurück in die Zelle, 
still wandelnd am Morgen 
unter den Brüdern den langen dämmrigen Gang.

Freitag, 17 Juli 1953       )

Reise nach Jerusalem (B)

Aus der Zelle
trägt ihn hoch das silbergezäumte 
Ross hinweg auf den Berg über den Kuppeln 
der fremden heiligen Stadt: 
05 aufspringt des Heiligtums Pforte, 
aufleuchten die Lampen, 
jenseits der Dünen versinkt 
das zwielichtig spielende Meer: 
hell ist das offen rosenduftende Grab – 
10 Kaum hat er geschmeckt und gesehn 
steigt er auf silbergezäumtem 
Ross zum Himmel, 
und wandelt am Morgen 
unter den Brüdern den langen dämmrigen Gang 
15 eh noch die Glocken 
rufen die Sonne herauf.

Samstag, 18 Juli 1953       )

Die nächtliche Reise (C)

Aus der Zelle hinweg
trägt hoch ihn das Ross auf den Berg 
über den Kuppeln, 
wo aufspringt die Pforte 
05 und jenseits der Dünen 
am Rande versinkt 
das zwielichtig spielende Meer: 
vorm offen erhellten 
rosenduftenden Grab. 
10 Noch blendet Glanz ihn, 
noch füllt ihm den Sinn 
Süsse der Düfte, 
wenn er, zurück am Himmel gebracht 
vom finster wiehernden Ross, 
15 unter den Brüdern 
schreitet den dämmrigen Gang 
eh noch riefen die Glocken 
wieder die Sonne herauf.

Montag, 20 Juli 1953       )

Die nächtliche Reise (D)

Aus der Zelle
trägt ihn das Ross auf den Berg
über die Kuppeln, 
wo springen die Pforten 
05 und am Rand versinkt 
jenseits der Dünen 
das zwielichtig spielende Meer 
vorm offenen Glanz 
der tausend Lampen ums rosenduftende Grab. 
10 Noch füllt ihn die Süsse, noch blendet ihn Glanz, 
wenn er zurück 
über die Kuppeln gebracht 
schreitet den dämmrigen Gang, 
eh noch riefen die Glocken 
15 den Morgenstern auf, 
schweigend unter den Brüdern.

Freitag, 31 Juli 1953       )

Die Nachtreise (E)

Wenn der letzte der Brüder am Abend
ging aus dem dämmrigen Gang in die Zelle,
trägt dich das Ross auf den Berg, 
wo das zwielichtig spielende Meer 
05 jenseits der Dünen 
am Rande des Himmels versinkt, 
wenn aufspringt die Pforte 
vor tausend Lampen ums rosenduftende Grab. 
Noch füllen dir Rosen, noch tausend Lampen den Sinn, 
10 wenn du zurück 
schreitest den dämmrigen Gang, 
eh noch riefen die Glocken 
den Morgenstern auf, 
schweigend unter den Brüdern.

Sonntag, 02 August 1953       )

Die Nachtreise (F)

Da der letzte der Brüder
trat aus dem dämmrigen Gang in die Zelle,
trägt dich das Ross auf den Berg, 
wo jenseits der Dünen 
05 das zwielichtig spielende Meer 
am Rand des Himmels versinkt 
und aufspringt die Pforte 
vor tausend Lampen ums Grab, 
das immer duftet von Rosen. – 
10 Noch füllen die Nüstern dir Rosen 
noch tausend Lampen den Blick, 
da durch den dämmrigen Gang, 
eh noch rufen die Glocken 
aus der Zelle den ersten der Brüder, 
15 du schreitest zurück.

Freitag, 07 August 1953       )

Die Nachtreise (G)

Da der letzte der Brüder
trat aus dem dämmrigen Gang in die Zelle,
trägt dich das Ross auf den Berg, 
wo jenseits der Dünen 
05 das zwielichtig spielende Meer 
am Rand des Himmels versinkt 
und aufspringt die Pforte 
vor tausend Lampen ums Grab, 
das immer duftet von Rosen. – 
10 Noch füllen die Nüstern dir Rosen, 
noch tausend Lampen den Blick, 
da durch den dämmrigen Gang, 
ehe noch tritt aus der Zelle 
der erste der Brüder, 
15 du schreitest zurück.

Montag, 22 Juni 1953       )

Nicht, der lang er Stadt und Strand vergass …* (A)

Nicht, der lang er Stadt und Strand vergass,
achtets, dass er über Meer und Meere 
treibt auf seinem hohen Fels, 
bis ihn sehen fern im Osten Fischer
05 achtlos nahn der neuen Stadt und neuem Strand.

Freitag, 11 September 1953       )

Der Entrückte (B)

Der Fischer sah,
wie der grosse Stein nahte und anhielt am Ufer,
sah darauf knien den hageren Mann 
geschlossenen Auges: 
05 er setzte hinaus auf dem Boot, 
legte an, stieg hinauf 
und berührte dem Fremden leise die Schulter: 
der hob das Auge und sah 
nun endlich, dass er verlassen 
die heimische Stadt voller Feinde 
und nun hier am entlegenen Strand 
war, mit Fischern als Freunden.

Freitag, 11 September 1953       )

Der Entrückte (C)

Als der Fischer
gelandet am Fuss des Felsens,
hinauf gestiegen und die Schulter des Fremden leise berührte, 
hob er, der geschlossenen Auges lange gekniet, 
05 endlich das Auge und sah, 
dass er verlassen den heimischen Strand voller Feinde 
und nun hier am entlegenen Strand 
war, mit Fischern als Freunden.

Montag, 14 September 1953       )

Der Entrückte (D)

Als der Fischer
gelandet am Fuss des Felsens,
hinaufgestiegen und die Schulter des Fremden berührte, 
hob er, der lange geschlossenen Auges gekniet, 
05 endlich das Auge und sah, 
dass er verlassen den heimischen Strand voller Feinde 
und nun hier am entlegenen Strand 
war, mit Fischern als Freunden.

Dienstag, 15 September 1953       )

Der Entrückte (E)

Als der Fischer
am Fuss des Felsens gelandet,
hinaufgestiegen und die Schulter des Fremden berührte, 
hob dieser, der lang geschlossenen Auges gekniet, 
05 endlich das Auge und sah, 
dass er verlassen den heimischen Strand voller Feinde 
und nun hier am entlegenen Strand 
war, mit einem Fischer als Freund.

Donnerstag, 20 August 1953       )

Der Baum der roten Beeren (A)

Purpurn floss
der Baum der roten Beeren,
floss vom Wind verwundet in den Himmel, 
dass das lichte Laken dunkelt 
05 auf die nachterwartend üppig 
überquollnen Blatt und Blätter fluten 
nun die roten Beeren, 
die, zwar blutend, nicht verbluten 
prangen, süsse Wunden 
10 locken in den Himmel.

Dienstag, 25 August 1953       )

Der Baum der roten Beeren (B)

Purpurn troff
der Baum der roten Beeren,
troff vom Wind verwundet in den Himmel, 
dass das lichte Laken dunkelt.
05 Auf die nachterwartend üppig 
überquollnen Blatt und Blätter troffen 
nun die roten Beeren, 
die da blutend, nicht verblutend reissen 
auf das Laken, 
10 auf in eine süsse Beerenwunde.

Mittwoch, 26 August 1953       )

Der Baum der roten Beeren (C)

Purpurn troff
der Baum der roten Beeren,
troff vom Wind verwundet in den Himmel, 
dass das lichte Laken dunkelt. 
05 Mit den nachterwartend üppig 
überquollnen Blätterfluten troffen 
nun die Beeren, 
die da blutend, nicht verblutend rissen 
auf das Laken, 
auf in Baumes Purpurwunde.

Mittwoch, 09 September 1953       )

Der Baum der roten Beeren (D)

Purpurn troff
der Baum der roten Beeren,
troff, vom Wind verwundet, in den Himmel, 
dass das lichte Laken dunkelt. 
05 Mit den nachterwartend üppig 
überquollnen Blätterfluten troffen 
nun die Beeren, 
die da blutend, nicht verblutend rissen 
auf das Laken, 
10 auf in Baumes Abendwunde.

Brichst durch die Wildnis hinein in die Mitte des Waldes, 
schreckt dich die verborgene Stimme: 
„Folge dem Paar der Tauben, bis wo es ruht und nistet 
auf dem höchsten der Wipfel brich das goldene Reis 
05 dort und komm dann herein zu mir, dass es dich 
schütze in der Halle des Bergs vor den stummen Bewohnern, 
dass es dir leuchte hinaus zur Küste, zu der Schiffe 
wartend wogenden Segeln.“ 
hallt die Stimme der Greisin heraus aus den hundert Toren
der Höhle.

Mittwoch, 19 August 1953       )

Verborgen ruft dir, Brecher der Wildnis …* (B)

Verborgen ruft dir, Brecher der Wildnis,
aus dem dichtesten Dickicht die Stimme: 
„Folge dem Paar der Tauben, 
bis wo es ruht und nistet auf dem innersten Wipfel; 
05 und fasse das goldene Reis, 
das dir im Winde klingend sich kündet, 
trag es herein zu mir: hier in der Halle des Berges 
schirmts dich und leuchtet dir jenseits durch die 
drohenden Schatten, hinaus 
an die Küste zu den wartend wogenden Segeln“ 
10 hallt die Stimme der Greisin aus den hundert Toren 
der jäh vor ihm offenen Höhle.

Aus dem dichtesten Dickicht ruft die verborgene Stimme:
„Folge dem Paar der Tauben, 
bis dort, wo es nistet auf dem innersten Wipfel, 
und fasse, das dir im Winde klingend sich kündet, 
05das goldene Reis, trag es herein in die Halle des Berges, 
hier leuchtets dir durch die drohenden Schatten, 
bis an die Küste hindurch zu den wartend wogenden Segeln“, 
ruft die Stimme der Greisin 
aus den hundert der jählings offenen Höhle 
10hallenden Toren.

Dienstag, 25 August 1953       )

Folge dem Paar der Tauben …* (D)

„Folge dem Paar der Tauben,
bis dort, wo es nistet
und brich das goldene Reis 
und trag es herein in die Halle des Berges, 
05 hier leuchtet es dir die drohenden Schatten, 
bis an die Küste hin durch zu den wartend wogenden Segeln“, 
ruft aus dem Dickicht die Stimme,
aus den hundert 
hallenden Toren der offenen Höhle die Greisin.

Mittwoch, 26 August 1953       )

Folge dem Paar …* (E)

„Folge dem Paar
bis dort, wo es nistet, der Tauben
und brich und trage herein 
das Reis in die Halle des Berges: 
05 hier leuchtet unter den Schatten 
das goldene, bis an den Ausgang 
jenseits zu wartenden Segeln“
ruft aus den hallenden 
Toren der Höhle die Stimme 
10 der Greisin entgegen 
dem ins Dickicht dringenden Fremdling<.>

Montag, 31 August 1953       )

Bis dort, wo es nistet …* (F)

„Bis dort, wo es nistet,
folge dem Taubenpaar, 
und brich und trage herein 
das Reis in die Halle des Bergs: 
05 hier leuchtet unter den Schatten 
das goldene, bis an den Ausgang 
jenseits zur Bucht mit den wartenden Segeln“, 
hallt aus den Toren 
der Höhle die Stimme der Greisin 
10 entgegen dem Fremdling, 
der eindringt ins Dickicht.

Samstag, 05 September 1953       )

Folge den Tauben …* (G)

„Folge den Tauben
bis dort, wo sie nisten,
und brich und bringe 
das Reis in den Berg: 
05 dass es leuchte unter den Schatten, das goldene 
bis an den Ausgang 
jenseits zur Bucht mit den wartenden Segeln“, 
hallt aus dem Tor 
der Höhle die Stimme der Greisin, 
10 entgegen dem Fremdling, 
der drang durch das Dickicht.

Samstag, 05 September 1953       )

Folge den Tauben …* (H)

„Folge den Tauben
bis dort, wo sie nisten,
und brich und bringe 
das Reis in den Berg: 
05 dass es, das goldene, 
leuchte durch Schatten 
bis jenseits zur Bucht 
mit den wartenden Segeln“
hallt aus der Höhle 
10 die Stimme der Greisin 
dem Fremdling entgegen, 
der eindrang ins Dickicht.

Dienstag, 08 September 1953       )

Das Reis (J)

„Den Tauben folge 
zum Nest auf dem Wipfel
und brich und bringe 
das Reis in den Berg: 
05 dass es, das goldene, 
leuchte durch Schatten 
bis jenseits zur Bucht 
mit dem wartenden Segel“
ruft aus der Höhle 
10 die Stimme der Greisin 
dem Fremdling zu 
ins drängende Dickicht.

Mittwoch, 16 September 1953       )

Das Reis (K)

„Zum Nest in den Wipfel
folge der Taube,
und brich das goldene 
Reis, das dich leite 
05 durchs Grottengewölbe 
hinüber zur Bucht 
mit dem weilenden Segel“
ruft aus der Kluft 
die Greisin des Waldes 
10 dem Wanderer zu 
ins drängende Dickicht.

Donnerstag, 17 September 1953       )

Das Reis (L)

„Zum Nest in den Wipfel
folge der Taube,
und brich das neue 
Reis, das dich leite 
05 durchs Grottengewölb 
hinüber zur Bucht 
mit dem weilenden Segel“
ruft aus der Kluft 
die Greisin der Wildnis 
10 zu dem Verirrten 
in Dickichts Gedräng.

Dienstag, 25 August 1953       )

Der böse Strand (A I)

Schnell hinweg, nicht achtend, treibt der Kiel 
übern Lenker, den vom Steuer warf der Vogel, 
schwer vom Monde mit den Flügeln sinkend, 
abwärts in die regsam ungerührte Woge, 
05 schnell hinweg trägt er die Schläfer auf den Bänken, 
dorthin, wo des Eilands Ufer deckt 
mit dem Kies Gebein der vielen Schiffer, 
die zur Nachtzeit früher fanden her in Stille.

Dienstag, 25 August 1953       )

Der böse Strand (A II)

Wenn den Lenker stiess der Schattenvogel, 
der vom Monde langsam niedersank, 
abwärts in die regsam unbewegte Woge: 
wohin treibt das lose Steuer, 
05 wenn die Rudrer auf den Bänken schlafen? 
Nahe treiben sie den Kieseln, 
die mit aller jener Knochen glänzen, 
welche eh schon liefen auf den bösen Strand in Stille.

Mittwoch, 26 August 1953       )

Das Riff (B I)

Schnell hinüber treibt der Kiel
übern Lenker, den vom Steuer warf der Vogel, 
– stürzend mit den Flügeln, schwer vom Mond, – 
abwärts in die dumpfe Woge, 
05 schnell hinüber trägt der Kiel die Schläfer, 
dorthin, wo erglänzen unter Kieseln 
die Gebeine aller, welche früher 
liefen auf das Riff in Wintermondesstille.

Mittwoch, 26 August 1953       )

Der böse Strand (B II)

Wenn den Lenker stiess der Vogel, 
der vom Monde langsam niedersank 
abwärts in die regsam unbewegte Woge: 
wohin treibt, wenn auf der Bank die Rudrer 
05 schlafen, wohin treibt das lose Steuer? 
Dort erglänzen heller in den Kieseln 
aller jener Knochen, welche früher 
liefen auf das Riff in Mondes Stille.

Freitag, 28 August 1953       )

Das Riff (C I)

Schnell hinüber treibt der Kiel
übern Lenker, den vom Steuer warf der Vogel 
– stürzend aus dem Mond mit schweren Flügeln – 
schweigend in die winterstille Woge, 
05 schnell hinüber trägt der Kiel die Schläfer, 
dorthin, wo erglänzen unter Kieseln 
die Gebeine jener, welche früher 
liefen auf das Riff in Mondes Winterstille.

Freitag, 04 September 1953       )

Das Riff (D)

Schneller, schneller treibt der Kiel
übern Lenker, den vom Steuer warf der Vogel 
– stürzend aus dem Mond mit Schattenflügeln – 
schweigend in die winterstille Woge, 
05 schneller, schneller trägt der Kiel die Schläfer 
dorthin, wo erglänzen unter Kieseln 
die Gebeine jener, welche früher 
liefen auf das Riff in Winters Mondesstille.

Samstag, 12 September 1953       )

Das Riff (E)

Schneller, schneller treibt der Kiel
übern Lenker, den vom Steuer warf der Vogel, 
stürzend aus dem Mond  mit starren Flügeln, 
schweigend in die winterstille Woge. 
05 Schneller, schneller trägt der Kiel die Schläfer 
auf das Riff, wo glänzen unter Kieseln 
die Gebeine jener, welche früher 
liefen auf das Riff in Winters Mondesstille.

Freitag, 28 August 1953       )

Die Verbrennung (A)

Sie legen ihn am Morgen auf die hochgebauten Scheiter
und verbrennen mit dem Horn ihn, 
mit dem er sie alle lockte aus der Tiefe, 
blasend auf dem Strand, 
05 dass die Najaden tauchten auf und 
nahten unterm Mond dem Ufer, 
bis der Triton stieg, das Gegenhorn 
vom Munde werfend, vom Korallensitz 
und sich griff am Felsen hoch, den Fuss des Bläsers 
10 fasste und ihn zog ins Wasser. 
O erschrockne Mädchen trugen ihn, 
den die Woge spülte aufwärts, 
in den Sand und legten ihn des Morgens auf die Scheiter, 
verbrannten ihn mit seinem Horn, 
15 mit dem er sie alle lockte aus der Tiefe.

Freitag, 28 August 1953       )

Die Verbrennung (B)

Sie verbrannten ihn am Morgen auf dem Hügel, 
in dem Duft von starken Kräutern, 
verbrannten ihn am Morgen mit dem Horn, 
welches blasend auf dem Strand er die Najaden 
05 hatte angelockt, sodass sie tauchten auf und 
schwammen, unterm Monde lauschend, an das Ufer. 
Bis der Triton warf das Gegenhorn vom Mund und stieg 
vom Korallensitz, klomm am dunklen Fuss des Felsens
aufwärts, 
griff den Fuss des Bläsers und ihn zog ins Meer. 
10 O verweinte Mädchen trugen ihn, den die Woge lässig 
hochgespült, 
in den Sand und legten ihn des Morgens 
auf den Hügel, dass er mit dem Duft 
von starken Kräutern brenne, in der Hand das Horn, 
welches alle lockte aus der Tiefe.

Sonntag, 30 August 1953       )

Die Verbrennung (C)

Sie legten ihn am Morgen auf den Hügel,
dass er brenn im Ruch der starken Kräuter, 
in der Hand das Horn, mit dem er abends 
auf dem Strande blasend die Najaden 
05 hatte hergelockt: sie tauchten auf und 
schwammen unterm Monde lauschend an das Ufer. 
Doch der Triton warf das Gegenhorn 
vom Mund und klomm vom Grund des Meers am Fels 
heimlich hoch und zog am Fuss den Bläser 
10 schnell hinab: und die verweinten Mädchen 
trugen ihn, den aufgespült die Woge 
in den Sand und legten ihn am Morgen 
auf den Hügel, dass er brenn im Ruch 
starker Kräuter, in der Hand das Horn, 
15 welches alle aus dem Grund gelockt.

Montag, 31 August 1953       )

Elegie (D)

Sie verbrannten ihn am Morgen auf dem Hügel,
und es wehte weit der Ruch der Kräuter, 
in der Hand das Horn, womit er abends, 
auf dem Strande blasend, die Najaden 
05 hergelockt: sie tauchten auf und schwammen 
unterm Monde lauschend an das Ufer. 
Doch der Triton warf vom Mund 
das Gegenhorn und klomm vom Grund 
am Felsen heimlich hoch und riss den Bläser 
10 schnell hinab: die Mädchen riefen, suchten, 
trugen spät den angespülten her, 
verbrannten ihn am Morgen auf dem Hügel, 
und es wehte weit der Ruch der Kräuter, 
in der Hand das Horn, womit er abends, 
15 alle tönend aus dem Grund gelockt.

Freitag, 04 September 1953       )

Elegie (E)

Sie verbrannten ihn am Morgen auf dem Hügel,
und es wehte weit der Ruch der Kräuter, 
hielt die Hand das Horn, womit er abends, 
auf dem Ufer blasend, die Najaden 
05 aus dem Grund gelockt: sie schwammen 
unterm Monde lauschend an den Strand. 
Doch der Triton warf vom Mund 
jach das Gegenhorn und klomm am Felsen 
heimlich hoch und riss den Bläser 
10 schnell hinab: die Mädchen riefen, suchten, 
trugen spät den angespülten her, 
und verbrannten ihn am Morgen auf dem Hügel. 
Und es wehte weit der Ruch der Kräuter, 
hielt die Hand das Horn, womit er abends 
15 die Najaden blasend aus dem Grund gelockt.

Mittwoch, 09 September 1953       )

Elegie (F)

Sie verbrannten ihn am Morgen auf dem Hügel; 
hoch im Rauch und Ruch der Balsamkräuter 
hielt die Hand das Horn, womit er abends, 
auf dem Ufer blasend, die Najaden 
05 aus dem Grund gelockt: Sie schwammen, 
wach im Wiegen lauschend, an den Strand. – 
Doch der Triton warf vom Mund 
wild das Gegenhorn und klomm am Felsen 
heimlich hoch und riss den Bläser 
10 schnell hinab: die Mädchen riefen, suchten, 
trugen spät den angespülten her 
und verbrannten ihn am Morgen auf dem Hügel. 
Hoch im Rauch und Ruch der Balsamkräuter 
hielt die Hand das Horn, womit er abends 
15 die Najaden blasend aus dem Grund gelockt.

Samstag, 12 September 1953       )

Elegie (G)

Sie verbrannten ihn am Morgen auf dem Hügel. 
Noch im Rauch und Ruch der Balsamkräuter 
hielt die Hand das Horn, womit er abends, 
auf dem Ufer blasend, die Najaden 
05 aus dem Grund gelockt; sie schwammen 
wach im Wiegen lauschend, an den Strand. 
Doch der Triton warf vom Mund 
wild das Gegenhorn und klomm am Fels 
heimlich hoch und riss den Bläser 
10 schnell hinab; die Mädchen riefen, suchten, 
trugen spät den angespülten her 
und verbrannten ihn am Morgen auf dem Hügel. 
Noch im Rauch und Ruch der Balsamkräuter 
hielt die Hand das Horn, womit er abends 
15 die Najaden blasend aus dem Grund gelockt.

Dienstag, 01 September 1953       )

Die verwandelten Schiffe (A)

Siehe, da schwinden die Segel,
tauchen die Schiffe im Schaum. 
Dem Stürmenden bleibet in Händen, 
schwer hängt ihm der Speer. 

05 Siehe, da tauchen für Schiffe 
singende Mädchen im Schaum,
Schwimmerinnen entgegen 
singen, dass ihm das Knie 
und das feuchtende Auge 
10 sinkt hinab zum im Sande 
der Hand entfallenen Speer: 
ziehen sie singend zum Reigen, 
Schwimmerinnen von Insel 
zur Insel im glühenden Meer.

Dienstag, 01 September 1953       )

Die verwandelten Schiffe (B)

Ruhen unter den Dolden
am buchtigen Ufer die Segel,
fällt aus den Felsen heraus 
der Stürmer mit Speer in den Händen. 
05 Schwer hängt ihm der Speer in den Händen, 
da tauchen, da schwinden die Segel, 
da schwinden die Schiffe im Schaum. 
Und Schwimmerinnen entgegen 
steigen aus schmelzendem Schaum, 
10 singende Mächen für Schiffe, 
die nimmer der Händen entfallne, 
im Sand vergrabene Speer 
trifft, wenn sie ziehen im Reigen, 
Mädchen statt Schiffen 
15 von Insel, singend 
zur Insel ins offene Meer.

Mittwoch, 02 September 1953       )

Die verwandelten Schiffe (C)

Ruhen unter den Dolden
des buchtigen Ufers die Segel, 
fällt aus den Felsen heraus 
der Feind mit dem Speer in den Händen. 

05 Da tauchen, da schwinden die Segel, 
da schwinden die Schiffe im Schaum. 
Und Schwimmerinnen für Schiffe 
steigen aus schmelzendem Schaum. 
Vor singenden Mädchen dem Feind 
10 fällt aus den Händen der Speer,  
wenn sie ziehen von Dolden 
singend des buchtigen Ufers 
hinaus ins offene Meer.

Freitag, 04 September 1953       )

Die verwandelten Schiffe (D)

Ruhen unter den Dolden
des buchtigen Ufers die Segel, 
fällt aus den Felsen 
der Feind mit dem Speer. 

05 Da tauchen, da schwinden die Segel, 
da sinken die Schiffe im Schaum, 
und Schwimmerinnen für Schiffe 
steigen herauf. 

Dem Feind vor schwimmenden Mädchen 
10 fällt der Speer aus der Hand, 
wenn sie ziehen von Dolden 
singend des buchtigen Ufers 
ins offene Meer.

Samstag, 12 September 1953       )

Die verwandelten Schiffe (E)

Hängen über den Dolden
des buchtigen Ufers die Segel, 
fällt aus den Felsen 
der Feind mit dem Speer. 

05 Da tauchen, da schwinden die Segel, 
da sinken die Schiffe im Schaum, 
und Schwimmerinnen für Schiffe 
steigen herauf. 

Dem Feind vor den schwimmenden Mädchen 
10 fällt der Speer aus der Hand, 
wenn sie ziehen aus Dolden 
singend des buchtigen Ufers 
ins offene Meer.

Mittwoch, 02 September 1953       )

Die Wallfahrt der Gauner (A)

Die lagen versteckt
in den Büschen, stehn auf
und ziehen mit Fackeln des Nachts 
zur Halle am Strand, 
05 wo schaut, unter der Erde, 
inmitten silberner Herzen und Hände, 
das Auge der schwarzen thronenden Mutter:
rückwärts schaut den Tag, 
wo sie her auf dem Schiff 
10 trieb ohne Steuer und Lenker 
und sie, die lagen versteckt in den Büschen, 
ans Ufer die Wartende holten. 

Wieder steigen, wieder die Herzen, die 
silbernen Hände 
aus der Schale der Hymnen 
15 vor den glühenden, aufglühenden 
Kohlen der Augen.

Freitag, 04 September 1953       )

Die Wallfahrt der Gauner (B)

Wieder stehn auf
die lagen versteckt in den Büschen
und steigen mit Fackeln 
hinab zur unterirdischen Grotte, 
05 wo schaut inmitten silberner Herzen und Hände 
das Auge der schwarzen thronenden Mutter, 
schaut rückwärts den Tag, 
wo sie her ohne Steuer und Lenker 
trieb, und die lagen versteckt in den Büschen 
10 vom Schiff die Wartende holten. 
Wieder steigt 
über Herzen, über silberne Hände die Hymne 
zu den glühend aufglühenden 
Kohlen der Augen 
15 duftend empor.

Dienstag, 08 September 1953       )

Die Wallfahrt der Gauner (C)

Wieder stehen sie auf
aus dem Ufergehölz
und steigen mit Fackeln 
hinab zur unterirdischen Grotte, 
05 wo schaut inmitten silberner Herzen und Hände 
das Auge der thronenden Mutter 
rückwärts den Tag, 
da sie her ohne Steuer und Lenker 
trieb und aus dem Gehölz 
10 sie kamen und holten vom Schiff 
die Wartende ein. 

Wieder steigt 
über Herzen und Hände die Hymne 
zu den glühend aufglühenden 
15 Augenkohlen der dunklen 
Mutter duftend empor.

Dienstag, 08 September 1953       )

Die Wallfahrt der Gauner (D)

Aus dem Ufergehölz
kommen sie wieder mit Fackeln
und steigen hinab zur unterirdischen Grotte, 
wo schaut inmitten silberner Herzen 
05 das Auge der Mutter 
rückwärts den Tag, 
da sie her ohne Steuer und Lenker 
trieb und aus dem Gehölz 
sie kamen und holten vom Schiff 
10 die Wartende ein. 

Wiederum weht 
über silberne Herzen die Hymne 
zur glühenden Kohle des Augs, 
des hell aufglühenden Augs 
15 der Mutter, duftend Gewölk.

Samstag, 12 September 1953       )

Die Wallfahrt der Gauner (E)

Aus dem Ufergebüsch
kommen sie wieder mit Fackeln
und steigen hinab zur unterirdischen Grotte, 
wo schaut inmitten silberner Herzen 
05 das Auge der Mutter 
rückwärts den Tag, 
da sie her ohne Steuer und Ruder 
trieb und aus dem Gehölz 
sie kamen und holten vom Schiff 
10 die Wartende ein. 

Wiederum weht 
über silberne Herzen die Hymne 
zur glühenden Kohle 
des hell aufglühenden Augs 
15 der Mutter, duftend Gewölk.

Montag, 14 September 1953       )

Die Wallfahrt der Gauner (F)

Aus dem Ufergebüsch
kommen sie wieder mit Fackeln
und steigen zur Grotte hinab, 
wo sieht über silbernen Herzen 
05 das Auge der Mutter das Meer, 
da sie her ohne Steuer und Ruder 
trieb und aus dem Gehölz 
sie kamen und holten vom Schiff 
die Wartende ein. 

10 Wiederum weht 
mit dem Rauch der Fackeln 
über silberne Herzen die Hymne 
zur erglühenden Kohle des Augs 
der Mutter, träges Gewölk.

Sonntag, 06 September 1953       )

Hinter dem Hafen (A)

Hinter dem Hafen
brech ich im Schatzhaus des Königs 
den einen Stein aus der Mauer, 
dass ich hebe 
05 und trage vom Schatz 
einen vollen Scheffel 
nächtlicherweile hinweg, 
und füge den Stein zurück in die Mauer. 

Und immer des Morgens der König 
10 tritt durch die Tür, die unverletzte, 
und findet gemindert sein Gold, 
weil er nicht weiss, 
dass ich allnächtlich 
hebe heimlich den Stein, 
15 den einen Stein aus der Mauer 
und schaffe vom Schatz 
einen vollen Scheffel hinweg. 

Und wenn er einmal entdeckte 
meinen verborgenen Stein, 
20 wenn er mich fände und fasste, 
ich weiss, ich stürbe am Kreuz. 

Aber schon ist wieder Abend, 
wohlan, ich breche von neuem 
ein ins Schatzhaus des Königs 
25 heimlich hinter dem Hafen.

Sonntag, 06 September 1953       )

Hinter dem Hafen (B)

Hinter dem Hafen
heb ich am Schatzhaus des Königs 
den einen Stein aus der Mauer, 
dass ich trage 
05 und schaffe vom Gold 
einen vollen Scheffel 
nächtlicherweile hinweg, 
und füge den Stein zurück in die Mauer. 

Und immer des Morgens 
10 tritt durch die Tür, die unverletzte, der König, 
und findet gemindert sein Gold, 
weil er nicht weiss, 
dass ich allnächtlich 
hebe heimlich den Stein, 
15 den einen Stein aus der Mauer 
und schaffe vom Gold 
einen vollen Scheffel hinweg. 

Und wenn er einmal entdeckte 
den herausgebrochenen Stein, 
20 wenn er mich fände und fasste, 
ich weiss, ich stürbe am Kreuz. // 03

Aber schon ist wieder Abend, 
wohlan ich hebe von neuem 
den einen Stein aus der Mauer, 
25 dass ich trage 
und schaffe vom Gold 
einen neuen Scheffel hinweg 
aus dem Schatzhaus des Königs 
heimlich hinter dem Hafen.

Samstag, 12 September 1953       )

Hinter dem Hafen (C)

Hinter dem Hafen
heb ich am Schatzhaus des Königs
den einen Stein aus der Mauer, 
dass ich trage vom Gold 
05 einen vollen Scheffel 
nächtlicherweile hinweg, 
und füge den Stein zurück in die Mauer. 

Und immer am Morgen 
tritt durch die Tür, die unverletzte, der König 
10 und findet gemindert sein Gold, 
weil er nicht weiss, 
dass ich allnächtlich 
hebe heimlich den Stein, 
den einen Stein aus der Mauer, 
15 und trage vom Gold 
einen vollen Scheffel hinweg. 

Und wenn er einmal entdeckte 
den herausgebrochenen Stein, 
wenn er mich fände und fasste, 
20 ich weiss, ich stürbe am Kreuz. // 05

Aber schon ist wieder Abend, 
wohlan, ich hebe von neuem 
den einen Stein aus der Mauer, 
dass ich trage vom Gold 
25 einen neuen Scheffel hinweg 
aus dem Schatzhaus des Königs 
heimlich hinter dem Hafen.

Freitag, 11 September 1953       )

Der Schuss (A)

Über die Flamme, die kaum flackernde, weg
springt vom Bogen der Pfeil, 
tönender Blitz voller Begierde hinüber 
in die verborgene Scheibe, 
05 verborgen hinter dem Licht der vorderen Flamme. 
Und er fliegt gierig 
mitten hinein, ohne zu sehen, 
nur folgend dem süssen Ruf, 
der ihm entgegendringt aus dem Gebüsch 
10 hinter dem vergeblich lockenden Feuer: 
fliege herein und lass dich vorher nicht fassen, 
eh deinen blinden Flug 
unversehens das Schwarze der Scheibe 
empfängt im Gehölz, 
15 dass dein Schaft 
leise singend verbebe, 
entschweige, beruhigt von der tief nun 
im Schwarzen der Scheibe 
ruhig haftenden Spitze.

Montag, 14 September 1953       )

Der Schuss (B)

Tönender Blitz
springt vom Bogen der Pfeil
in die hinter der kaum flackernden Flamme 
verborgene Scheibe, 
05 gierig mitten hinein, ohne zu sehen, 
nur folgend dem Ruf, 
der ihm entgegendringt aus dem Gebüsch 
hinter dem vergeblich lockenden Feuer: 
Fliege herein und lass dich nicht fassen, 
10 eh deinen blinden Flug 
unversehens das Schwarze der Scheibe 
empfängt im Gehölz, 
dass dein Schaft leise singend verbebe, 
verbebe beruhigt von der tief 
15 im Schwarzen der Scheibe 
ruhig haftenden Spitze.

Dienstag, 15 September 1953       )

Der Schuss (C)

Gierig springt
vom Bogen der Pfeil
in die hinter Büschen 
verborgene Scheibe, 
05 mitten hinein, ohne zu sehen, 
nur folgend dem Ruf, 
der ihm entgegendringt aus dem Laub: 
Springe herein und lass dich nicht fassen, 
eh deinen Flug 
10 unversehens das Schwarze der Scheibe 
empfängt im Versteck, 
dass dein Schaft singend verbebe, 
beruhigt von der ruhig im Schwarzen der Scheibe 
tief haftenden Spitze.

Mittwoch, 16 September 1953       )

Der Schuss (D)

Gierig springt
vom Bogen der Pfeil
in die hinter Büschen 
verborgene Scheibe, 
05 mitten hinein, ohne zu sehen, 
folgend dem Ruf, 
der ihm zudringt aus dem Laub: 
Springe herein und lass dich nicht fassen, 
eh unversehens das Schwarze der Scheibe 
10 dich fängt im Versteck, 
und Schaft dir und Fiederung singend verbeben, 
beruhigt von der im Schwarzen der Scheibe 
tief ruhenden Spitze.

Samstag, 12 September 1953       )

Der gestohlene Schuh (A)

Wenn er auch streift die Wipfel, rührt an die Zweige, die zittern
mit dem gestohlenen Schuh,
so lässt er ihn doch nicht fallen hinab in die Gärten, 
wo ruhen die Grossen des Reiches am Ufer des Flusses. 
05 Sondern bis dorthin trägt ihn der Adler, 
wo tief unter dem Turm vor dem Tor 
der König sitzt zu Gericht. 
Dort stürzt er nieder, kreist nah überm Haupt 
und wirft ihn ihm in den Schoss. 
10 Aufschaun der Dieb und der Kläger von dem umstrittnen 
Gewand, 
da weg fliegt der Vogel, lässt fragend den König: 
Wo ist der Fuss, dem zugehört der silbern zierliche Schuh? 
Und er sendet und findet die Frau, 
eben entstiegen dem Bade, 
15 rings schauend nach dem verlorenen Schuh.

Samstag, 12 September 1953       )

Der gestohlene Schuh (B)

Wenn er auch segelnd streift an die Wipfel, rührt an die
zitternden Zweige 
mit dem gestohlenen Schuh,
so lässt er ihn doch nicht fallen hinab in die Gärten, 
wo ruhn im Schatten die Grossen des Reiches am Ufer 
des Flusses:  
05 Sondern erst dort, wo tief unter dem Turm am Tor der König sitzt zu Gericht, 
dort stürzt nieder der Adler, kreist nah überm Haupt 
und wirft ihm den Schuh in den Schoss. 
Aufschaun Beklagter und Kläger von dem umstrittnen
Kamel,  
da weg fliegt der Adler, lässt fragend den König: 
10 Und er sendet und findet die Frau im entlegensten
Garten 
eben entstiegen dem Bad, 
wie ringsum sie sucht den verlorenen Schuh.

Montag, 14 September 1953       )

Der gestohlene Schuh (C)

Wenn er auch segelnd rührt an die zitternden Zweige
der Wipfel 
mit dem gestohlenen Schuh,
so lässt er ihn doch fallen hinab in keinen der
Mittagsgärten, 
wo ruhen die Grossen des Reiches am Ufer des Flusses: 
05 Sondern erst, wo tief unterm Turm am Tor der König sitzt
zu Gericht, 
dort stürzt nieder der Adler und wirft ihm den Schuh in den
Schoss. 
Aufschaun Beklagter und Kläger von der umstrittenen Ware, 
da weg fliegt der Adler, lässt fragend den König: 
Der sendet und findet die Frau im verborgenen Garten, 
10 eben entstiegen dem Bad, 
wie ringsum sie sucht den einen verlorenen Schuh.

Dienstag, 15 September 1953       )

Der gestohlene Schuh (D)

Wenn er auch streift an die Zweige der Wipfel
mit dem gestohlenen Schuh,
so lässt er ihn doch nicht fallen hinab in einen der Gärten 
am Fluss, 
wo ruhen die Grossen des Reiches. 
05 Sondern erst, wo tief unterm Turm 
am Tor der König sitzt im Mittagsgericht, 
dort stürzt nieder der Adler und wirft ihm den Schuh in 
den Schoss. 
Aufschauen Beklagter und Kläger von der umstrittenen 
Ware, 
da wegfliegt der Adler, lässt fragend den König: 
10 Der sendet und findet die Frau im ummauerten Garten, 
eben entstiegen dem Bad, 
wie ringsum sie sucht den einen verlorenen Schuh.

Montag, 21 September 1953       )

An einen Baum (A)

Vorfallend aus klüftigem Stein,
den deine Wurzeln, verknotet 
fassen, fürchtend den Absturz, 
tönst räumige Krone des Baumes 
05 du ins Gewölbe des Sommers, 
üppig du ins Gewölbe des Festes, des tönenden Sommers

Donnerstag, 24 September 1953       )

An einen Baum (B)

Vorfallend aus klüftigem Fels,
den deine Wurzeln verknotet 
fassen, fürchtend den Absturz, 
tönst, Baumes räumige Krone 
05 in das Gewölbe des Sommers, 
üppig du ins Gewölbe des tönenden Sommers

Sonntag, 27 September 1953       )

Der Baum (C)

Vorfällst du aus lockrem Gestein,
das deine Wurzeln umknoten, 
fürchtend die Felsschlucht, 
tönend, räumige Krone, 
05 in das Gewölbe des Sommers, 
lauter hinein ins Gewölbe, des dir widertönenden Sommers

Sonntag, 27 September 1953       )

Der Baum (D)

Vorstürzt du aus lockerer Wand,
doch deine Wurzeln umknoten 
das Gerölle, denn du fürchtest die Felsschlucht: 
tönend, mit deiner Krone, in das Gewölbe des Sommers, 
05 Bienenflug tönend hinein ins Gewölbe des dir widertönenden 
Sommers.

Montag, 28 September 1953       )

Der Baum (E)

Tönend mit deiner Krone in das Gewölbe des Sommers,
vorfällst du aus lockrem Geröll,
das deine Wurzeln umknoten, 
weil du fürchtest die Felsschlucht: 
05 Bienentönend hinein ins Gewölbe des tönenden Sommers.

Donnerstag, 08 Oktober 1953       )

Der Baum (F)

Tönend mit deiner Krone in das Gewölbe des Sommers,
vorfällst du aus lockrem Geröll,
das deine Wurzeln umknoten, weil du fürchtest die
Felsschlucht: 
ins Gewölbe des tönenden Sommers Bienentönend hinein.

Donnerstag, 08 Oktober 1953       )

Der Baum (G)

Tönend mit deiner Krone
in das Gewölbe des Sommers,
vorfällst du aus lockrem Geröll,
das deine Wurzeln umknoten, 
05 weil du fürchtest die Felsschlucht: 
(fällst) ins Gewölbe des (tönenden) Sommers 
Bienentönend hinein.

Montag, 16 November 1953       )

Der Baum (H)

Tönend mit offener Krone
in das Gewölbe des Sommers,
vorfällst du aus lockrem Geröll,
das deine Wurzeln umknoten, 
05 weil du fürchtest die Felsschlucht: 
Fällst ins Gewölbe des Sommers 
Bienentönend herein.

Mittwoch, 18 November 1953       )

Der Baum (J)

Tönend mit offener Krone,
vorfällst du aus lockrem Geröll,
das deine Wurzeln umknoten, 
weil du fürchtest die Felsschlucht: 
05 und fällst doch mit offener Krone, 
bienentönend hinein 
in das Gewölbe des Sommers.

Mittwoch, 18 November 1953       )

Der Baum (K)

Du tönst aus offener Krone,
vorfallend aus lockrem Geröll,
das deine Wurzeln umknoten, 
weil du fürchtest die Felsschlucht: 
05 vorfallend mit offener Krone,
in das Gewölbe des Sommers: 
tönst du mit Bienen hinein.

Mittwoch, 18 November 1953       )

Der Baum (L)

Du tönst mit offener Krone 
vorfallend aus lockrem Geröll,
in das Gewölbe des Sommers,
weil du fürchtest die Felsschlucht: 
05 In das Gewölbe des Sommers 
vorfallend, aus offener Krone 
tönst du mit Bienen hinein.

Sonntag, 06 Dezember 1953       )

Der Baum (M)

Du tönst mit offener Krone,
vorfallend aus lockrem Geröll 
in das Gewölbe des Sommers,
weil du fürchtest die Felsschlucht: 
05 In das Gewölbe des Sommers 
vorfallend, aus offener Krone, 
tönst du mit Bienen hinaus.

Sonntag, 27 September 1953       )

Der Adler (A)

Den von der Felsenburg, wo wohnt gefangen
nur das fremde Mädchen, herabgeworfnen Knaben
fängt im Sturz der Adler, und bringt ihn, 
gelinde segelnd, dem erstaunten Hirten auf die Flur am Fluss.

Sonntag, 27 September 1953       )

Der Adler (B)

Das aus der einen Luke in der Mauer der Felsenburg 
hinabgeworfene Bündel fängt vor den Disteln des Gemäuers
über der Schlucht im Sturz der Adler, 
bringt es, gelinde segelnd heran und näher und legt 
05 aus sanften Klauen vor den vom Wind der Flügel aufgeweckten 
Hirten hin: 
den Knaben, der aus Windeln lächelt.

Montag, 28 September 1953       )

Der Adler (C)

Das aus der einen Luke hinabgeworfene Bündel
fängt vor den Disteln des Burggemäuers im Sturz
über der Schlucht noch der Adler, 
trägt es tiefer segelnd hinüber zur Weide 
05 und legt vor den vom Wind der Flügel geweckten 
Hirten mit sanfter Klaue: den Knaben, der lächelt aus Windeln.

Montag, 28 September 1953       )

Der Adler (D)

Das aus der einen Luke hinabgeworfene Bündel
fängt vor den Disteln des Burggemäuers
über der Schlucht noch der Adler, 
trägt es, tiefer segelnd, hinüber zur Weide 
05 und legt vor den vom Wind der Flügel geweckten 
Hirten mit sanfter Klaue: den aus Windeln weinenden Knaben.

Mittwoch, 30 September 1953       )

Der Adler (E)

Das aus der einen Luke hinabgeworfene Bündel
fängt vor den Disteln der Burgwand
über der Schlucht noch der Adler, 
trägt es, tiefer segelnd, hinüber zum Garten 
05 und legt vor den vom Wind der Flügel geweckten 
Gärtner mit sanfter Klaue den aus Windeln lachenden Knaben.

Mittwoch, 07 Oktober 1953       )

Der Adler (F)

Das Bündel, das aus der Luke der Wächter hinabwarf,
fängt vor den Disteln der Burgwand über der Schlucht
noch der Adler, 
trägt es und segelt tiefer, hinüber zum Garten, 
und legt vor den vom Wind der Flügel geweckten 
05 Gärtner mit sanfter Klaue, der lacht aus den Windeln, 
den Knaben.

Sonntag, 01 November 1953       )

Der Adler (G)

Das Bündel, das aus der Mauerluke herabstürzt,
fängt vor den Disteln der Schluchtwand der Adler,
trägt es und segelt tiefer, hinüber zum Garten, 
und legt vor den vom Wind der Flügel geweckten 
05 Gärtner mit sanfter Klaue, der lacht aus den Windeln, 
den Knaben.

Mittwoch, 30 September 1953       )

Das Grab in der Steppe (A)

Wenn hinterm verwirbelnden Staub der Vorreiter 
am Rand des Weges ohne Gebälk und Sims 
er sieht die Säulen des Grabmals, nah den Trümmern der
versandeten Stadt,  
steigt ab der König und geht die Stufen hinauf 
05 zur Kammer, aus deren verfal-
lener Stirn leuchtet der goldene Sarg. 
Doch den Deckel zu heben, dies letzte nur 
verwehrt das Gebein dem Erobrer.

Donnerstag, 01 Oktober 1953       )

Das Grab in der Steppe (B)

Wenn nach den Trümmern der versandeten Stadt
hinter des Vortrupps verwirbelndem Staub
er sieht die Säulen des Grabmals ohne Sims und Gebälk, 
zieht heftig der König die Zügel des gierigen Rosses, 
05 springt ab und eilt die Stufen hinauf 
zur Kammer, aus deren verfallener Stirn glänzt 
der goldene Sarg. Doch den Deckel zu heben, 
wie sehr die Knechte auch ächzen, er selber 
sich aufstemmt: dies letzte verwehrt 
10 das Gebein dem Erobrer.

Freitag, 02 Oktober 1953       )

Das Grab (C)

Wenn nach den Trümmern der Stadt
hinter des Vortrupps verwirbelndem Staub
er sieht die Säulen des Grabmals, 
springt ab der König vom bäumenden Ross 
05 und eilt die Stufen hinauf zur Kammer, 
zum goldenen Sarg in der Tiefe. 
Doch den Deckel zu heben, wie sehr die Knechte auch ächzen, 
er selber sich aufstemmt: dies Letzte verwehrt das Gebein.

Mittwoch, 07 Oktober 1953       )

Das Grab (D)

Wenn nach dem Ritt durch die Trümmer
über des Vortrupps verwirbelndem Staub 
er sieht die Säulen des Grabmals, 
springt ab der König vom Ross, das sich bäumt, 
05 und eilt die Stufen hinauf 
zum Sarg in der Tiefe der Kammer. 
Doch den goldenen Deckel zu heben, 
wie sehr auch ächzen die Knechte, er selber sich aufstemmt: 
dies Letzte verwehrt das Gebein.

Donnerstag, 08 Oktober 1953       )

Das Grab (E)

Wenn auf dem Ritt durch die Dünen
in des Vortrupps verwehendem Staub
er sieht die Säulen des Grabmals, 
springt ab der König vom Ross 
05 und eilt die Stufen hinauf zum Sarg in der Kammer. 
Doch den goldenen Deckel zu heben, 
wie sehr auch ächzen die Knechte, er selber sich aufstemmt: 
dies Letzte verwehrt das Gebein.

Samstag, 28 November 1953       )

Das Grab (F)

Wenn über der Steppe verwehendem Staub 
er sieht auf dem Sockel die Zelle, 
abspringt vom Ross und eilt die Stufen hinauf, 
sich drängt durch die geborstene Tür 
05 hinein zum goldenen Sarg: 
mag er ächzend den Deckel zu heben immer sich stemmen, 
dies Letzte weigert ihm das Gebein

Samstag, 28 November 1953       )

Das Grab (G)

Wenn ihm aus der stiebenden Steppe
auf dem halb versunkenen Sockel die Kammer emporsteigt, 
wenn er abspringt vom Ross und die Stufen hinaufeilt, 
sich drängt durch die Tür hinein zum goldenen Sarg: 
05 mag er ächzend, den Deckel zu heben, immer sich stemmen, 
dies Letzte weigert ihm noch in die Nacht das Gebein.

Samstag, 28 November 1953       )

Das Grab (H)

Wenn aus der mittagstiebenden Steppe
ihm emporsteigt die Kammer auf dem halb versunkenen 
Sockel, 
wenn er abspringt vom Ross und die Stufen hinaufeilt, 
05 sich durch die Tür drängt hinein zum goldenen Sarg: 
mag er immer sich stemmen, ächzend, wider den Deckel, 
verschlossen bleibt er ihm bis zum müden anderen
Morgen.

Dienstag, 20 Oktober 1953       )

Der Eroberer (A)

Auf der Spitze des Bergs, der versammelt den Golf und die
Inseln, 
hängt mit den goldjubelnden Waffen der Helm, der umfing 
das Haupt, 
05 das mit dem Purpurbusch er gekündet, 
hängt noch im Panzer das Bild des hellvoreilenden Leibes. 
Hier liess ers und zog mit den jubelnderen Waffen, 
mit dem höheren Helmbusch, dem schmiegsamern Panzer, 
mit aller Gabe, die liessen die Pilger von ehdem, 
10 hinab auf den Wogen der Schilder, bis er versank im Rausch 
der gefallenen Stromstadt, 
und aufstieg und wehte, Duft des würzigen Ruhmbaums 
zurück auf die Spitze des Bergs, an den beraubten, den 
geschmückteren Altar.

Freitag, 30 Oktober 1953       )

Der Eroberer (B)

Auf dem Gipfel, der sammelt von weit den Golf mit den Inseln
hängt mit jubelnden Waffen der Helm, der umfing das Haupt, 
das er verkündete mit dem purpurnen Busch, 
hängt noch im Panzer das Bild des voreilenden Leibes. 
05 Hier liess ers und zog mit den jubelnderen Waffen, 
dem höheren Helmbusch, dem schmiegsameren Panzer, 
mit aller Gabe, die liessen die Pilger von ehmals, 
hinab auf den Wogen der Schilder, bis er sank im Rausch 
der eroberten Stromstadt, 
und aufstieg und wehte, Duft des würzigen Ruhmbaums, 
10 zurück auf den Gipfel des Bergs, den beraubten, den 
geschmückteren Altar.



Blatt 02 (A-5-c_05_176.jpg)

B Der Eroberer

Auf dem Gipfel des Bergs, der sammelt von weit den Golf

mit den
und die Inseln

hängt mit goldjubelnden Waffen der Helm, der umfing das Haupt,

das mit dem Purpurbusch er verkündete mit dem purpurnen

Busch,

hängt noch im Panzer das Bild des voreilenden Leibes.

05 Hier liess ers und zog mit den jubelnderen Waffen,

dem höheren Helmbusch, dem schmiegsameren Panzer,

mit aller Gabe, die liessen die Pilger von ehmals,

hinab auf den Wogen der Schilder, bis er sank im

Rausch der eroberten Stromstadt,

und aufstieg und wehte, Duft des würzigen Ruhmbaums,

10 zurück auf den Gipfel des Bergs, den beraubten, den geschmückteren

Altar.

30. 10. 53

Dienstag, 03 November 1953       )

Der Eroberer (C)

Auf dem Gipfel, der sammelt von weit die Inseln der Bucht, 
hängt über jubelnden Waffen der Helm, der umfing das Haupt, 
das er ausrief mit dem purpurnen Busch, 
hängt noch im Panzer das Bild des vorstürmenden Leibes. 
05 Hier liess ers und zog mit den jubelnderen Waffen, 
dem höheren Busch, dem schmiegsameren Panzer, 
mit allem, was liessen die früheren Pilger, 
hinab auf den Wogen der Schilde, bis er sank im Rausch der 
eroberten Stromstadt, 
und wieder aufstieg und wehte, Duft des würzigen Ruhmbaums, 
10 zurück auf den Gipfel des Bergs, den beraubten, den 
geschmückteren Altar.



Blatt 03 (A-5-c_05_177.jpg)

C Der Eroberer

Auf dem Gipfel, der sammelt von weit die Inseln desr Golfes Bucht
Auf dem Gipfel, der sammelt von weit den Golf mit den

Inseln,

hängt unter über jubelnden Waffen der Helm, der umfing das Haupt,

das er verkün ausrief mit dem purpurnen Busch,

hängt noch im Panzer das Bild des vorstürmenden
hängt noch im Panzer das Bild des voreilenden  Leibes.

05 Hier liess ers und zog mit den jubelnderen Waffen,

dem höheren Busch, dem schmiegsameren Panzer,

mit allem, was liessen diefrüheren
mit allem, was liessen die  Pilger von ehmals,

hinab auf den Wogen der Schilde, bis er sank im Rausch

der eroberten Stromstadt,

und wieder aufstieg und wehte, Duft des würzigen Ruhmbaums,

10 zurück auf den Gipfel des Bergs, den beraubten, den geschmückteren

Altar.

3.11.53

Donnerstag, 03 Dezember 1953       )

Der Eroberer (D)

Auf dem Gipfel, der die Inseln der Bucht von weither sammelt,
hängt über jubelnden Waffen der Helm, der umfing das Haupt, 
das er ausrief mit dem purpurnen Busch, 
hängt noch im Panzer das Bild des vorstürmenden Leibes. 
05 Hier liess ers und zog mit den jubelnderen Waffen, 
dem lauteren Busch, dem bildsameren Panzer, 
mit allem, was liessen die Pilger von früher, 
hinab auf den Wogen der Schilder, bis er hinsank in den Rausch 
der eroberten Stromstadt 
und wieder aufstieg und wehte, Duft des würzigen Ruhmbaums, 
10 zurück auf den Gipfel, den beraubten, den geschmückteren 
Altar.



Blatt 04 (A-5-c_05_178.jpg)

D Der Eroberer

Auf dem Gipfel, der von weitem die
Auf dem Gipfel, der die Inseln der Bucht sammelt von weither sammelt,
Auf dem Gipfel, der die Inseln der Bucht von weitem sammelt,

hängt über jubelnden Waffen der Helm, der umfing das Haupt,

das er ausrief mit dem purpurnen Busch,

hängt noch im Panzer das Bild des vorstürmenden Leibes.

05 Hier liess ers und zog mit den jubelnderen Waffen,

dem höheren lauteren Busch, dem  m bild
dem höheren lauteren Busch, dem schmiegsameren Panzer,

mit allem, was liessen die früheren Pilger von früher,

hinab auf den Wogen der Schilder, bis ehin
hinab auf den Wogen der Schilder, bis er  sank in den

Rausch der eroberten Stromstadt

und wieder aufstieg und wehte, Duft des würzigen Ruhmbaums,

10 zurück auf den Gipfel, den beraubten, den geschmückteren

Altar.

3. 12.53

Samstag, 05 Dezember 1953       )

Der Eroberer (E)

Auf dem Gipfel, der die Inseln der Bucht sammelt von weither,
hängt über jubelnden Waffen der Helm, der umfing das Haupt, 
das er ausrief mit dem purpurnen Busch, 
hängt noch im Panzer das Bild des vorstürmenden Leibes. 
05 Hier liess ers und zog mit den jubelnderen Waffen, 
dem lauteren Busch, dem bildsameren Panzer, 
mit allem, was liessen die Pilger von früher,
hinab auf den Wogen der Schilde, bis er hinsank in den Rausch 
der eroberten Stromstadt 
und wieder aufstieg und wehte, Duft des würzigen Ruhmbaums, 
10 zurück auf den Gipfel, den beraubten, den geschmückteren 
Altar.



Blatt 05 (A-5-c_05_179.jpg)

E Der Eroberer

Auf dem Gipfel, der von weither
Auf dem Gipfel, der die Inseln der Bucht sammelt von weither,

hängt über jubelnden Waffen der Helm, der umfing das Haupt
hängt über jubelnden Waffen der Helm, der umfing das Haupt,,

das er ausrief das Haupt
und es ausrief mit dem purp purpurnen Busch,

hängt noch im B Panzer das Bild des vorstürmenden Leibes.

05 Hier liess ers und zog mit den jubelnderen Waffen,

dem lauteren Busch, dem bildsameren Panzer,

mit allem, was liessen die Pilger von früher,

hinab auf den Wogen der Schildere, bis er hinsank in den 

Rausch der eroberten Stromstadt

und wieder aufstieg und wehte, Duft des würzigen Ruhmbaums,

10 zurück auf den Gipfel, den beraubten, den geschmückteren

Altar.

5.12.53

Sonntag, 01 November 1953       )

Die Wolken (A)

Die grossen, die dem Meer entglittenen
Wolken wenden sich zurück vor der Stadt, 
die mit Lichtern leuchtet empor und wegscheucht 
die langsam nahenden Ballen. 
05 Sie sanken den Türmen entgegen 
und fliehn jetzt, getroffen, zurück 
in die das Meer düster spiegelnde Dunstwand.

Montag, 02 November 1953       )

Die Wolken (B)

Die grossen, die dem Meer
entglittenen Wolken wenden sich weg von der Stadt, 
die mit Lichtern leuchtet und scheucht 
die langsam sinkenden Ballen. 

05 Sie sanken entgegen dem Turm 
und fliehn, von der Spitze getroffen, 
zurück in die vom Meer düster gespiegelte Dunstwand.

Dienstag, 10 November 1953       )

Die Wolken (C)

Die grossen, die dem Meer entglittenen Wolken
wenden sich weg von der Stadt, 
die mit Lichtern leuchtet und scheucht 
die langsam sinkenden Ballen. 

05 Sie sanken entgegen dem Turm 
und fliehn, von der Spitze getroffen, 
zurück in die sich im Meer 
düster spiegelnde Dunstwand.

Montag, 16 November 1953       )

Die Wolken (D)

Die grossen dem Meer entglittenen Wolken
wenden sich ab von der Stadt, 
die mit Lichtern leuchtet und scheucht 
die langsam sinkenden Ballen. 

05 Sie sanken entgegen dem Turm 
und fliehn, von der Spitze getroffen, 
zurück in die sich im Meer 
düster spiegelnde Dunstwand.

Donnerstag, 03 Dezember 1953       )

Die Wolken (E)

Die grossen dem Meer entglittenen Wolken
wenden sich weg von der Stadt, 
die mit Lichtern leuchtet 
und scheucht die langsam sinkenden Ballen. 

05 Sie sanken entgegen dem Turm 
und fliehn, von der Spitze getroffen, 
zurück in die sich im Meer düster spiegelnde Dunstwand.

Donnerstag, 03 Dezember 1953       )

Die Wolken (F)

Die grossen dem Meer entglittenen Wolken
wenden sich weg von der Stadt, 
die mit Lichtern leuchtet und scheucht 
die langsam sinkenden Ballen. 

05 Sie sanken entgegen dem Turm 
und fliehn, von der Spitze getroffen, 
zurück in die sich im Meer 
düster spiegelnde Dunstwand.

Montag, 02 November 1953       )

An ein Mädchen (A)

Von der finsteren Treppe
trittst du plötzlich heraus in den Hain 
voll olivenen Lichts, 
das auf deinem Arm durch des Korbes Geflecht 
05 entzündet die Blume: 
von der erglimmenden hebst du den Deckel, 
sinnlos vom stärkeren Duft stürzt du, 
weit den schlafenden weckend mit deinem Gellen, 
hinaus in den Mittag, 
10 während die Blume, die fiel, 
den olivenen Hain, überwuchernd, erfüllt.

Dienstag, 03 November 1953       )

An ein Mädchen (B)

Von der finsteren Treppe
trittst du plötzlich heraus in des Hains olivenes Licht, 
das durch des Korbes Geflecht auf deinem Arm 
entzündet die Blume: 
05 von der erglimmenden hebst du den Deckel, 
stürzest, sinnlos vom Duft, 
weit den schlafenden weckend mit Gellen, 
hinaus in den Mittag, 
während die Blume, die fiel, 
10 den olivenen Hain wirft Funken sprühend in Brand.

Freitag, 06 November 1953       )

An ein Mädchen (C)

Von der finsteren Treppe
trittst du plötzlich hinaus in den olivenen Lichthain, 
der durch des Armkorbs Geflecht 
entzündet die Blume: 
05 von der erglimmenden hebst du den Deckel, 
stürzest, sinnlos vom Duft, 
weit den schlafenden weckend mit Gellen 
hinaus in den Mittag, 
während die Blume fiel 
10 und überwuchernd erfüllt 
mit Brand den olivenen Lichthain.

Dienstag, 10 November 1953       )

Die Blume (D)

Von der finsteren Treppe
trittst du plötzlich hinaus in den olivenen Lichthain,
der durch des Armkorbs Geflecht 
anrührt die Blume: 
05 von der erglimmenden hebst du den Deckel, 
stürzest, rasend vom Duft, 
mit deinem Gellen weit weckend den Schläfer, 
hinaus in den Mittag, 
während die Blume fiel 
10 und überwuchernd mit Brand 
anfüllt den olivenen Lichthain.

Samstag, 28 November 1953       )

Die Blume (E)

Von der finsteren Treppe
trittst in den olivenen Lichthain,
der durch des Armkorbs Geflecht 
anrührt die Blume: 

05 von der erglimmenden hebst du den Deckel, 
stürzest, rasend von Duft, 
mit deinem Gellen weit weckend den Schläfer, 
hinaus in den Mittag, 
während die Blume fiel 
10 und, überwuchernd, mit Brand 
anfüllt den olivenen Lichthain.

Montag, 07 Dezember 1953       )

Die Blume (F)

Von der finsteren Treppe trittst in den olivenen Lichthain,
der durch des Armkorbs Geflecht anrührt die Blume: 
von der erglimmenden hebst du den Deckel, stürzest, rasend 
von Duft, 
mit deinem  Gellen weit weckend den Schläfer, hinaus in 
den Mittag, 
05 während die Blume fiel und, überwuchernd, 
mit Brand anfüllt den olivenen Lichthain.

Donnerstag, 05 November 1953       )

Der Adler, den ich befreit von der Windung der Schlange …* (A)

Der Adler, den ich befreit von der Windung der Schlange,
stürzt mir nun in den Nacken, wenn ich mich beuge zu trinken, 
mich schlägt mit dem Flügel und mit der Klaue kratzt blutig, 
sodass ich ihm wehre wütend mit Händen.
05 Während jenseits des Brunnens das Reh stöhnend zurückfällt, 
schreckt mich der Adler vom Brunnen, den, als ich sie würgte, 
die Schlange speiend vergiftet.

Freitag, 06 November 1953       )

Stürzt mir der Adler …* (B)

Stürzt mir der Adler, 
den ich befreit von der Schlange, 
wild in den Nacken, schlägt mit dem Flügel 
und kratzt mit der Klaue die Wange mir blutig, 
05 wenn ich mich beuge zu trinken: 
sinkt drüben schon stöhnend 
das Reh vornüber ins Wasser, 
das, als ich sie würgte, 
die Schlange speiend vergiftet.

Montag, 16 November 1953       )

Stürzt mir der Adler …* (C)

Stürzt mir der Adler, 
kaum befreit von der Schlange
wild in den Nacken und kratzt die Wange mir blutig, 
wenn ich mich beuge zu trinken: 
05 sinkt drüben schon stöhnend 
das Reh vornüber ins Wasser, 
das die Schlange speiend vergiftet, 
als ich sie würgte.

Montag, 07 Dezember 1953       )

Am Brunnen (D)

Stürzt mir der Adler, kaum befreit von der Schlange,
wild in den Nacken und kratzt die Wange mir blutig, 
wenn ich mich beuge zu trinken: 
sinkt drüben schon stöhnend das Reh vornüber ins Wasser, 
05 das die Schlange speiend vergiftet, als ich sie würgte.

Montag, 09 November 1953       )

Wächserne Maske sah …* (A)

Wächserne Maske sah,
als du zitternd hobest den Deckel,
aus dem Korb dich an 
hohlen Auges, 
05 sodass du stürztest und sprangst 
vom Felsen hinab in die Schlucht, 
nur um nicht zu stürzen viel tiefer, 
viel jäher hinab in die Höhle 
dieses blicklosen Augs. 

10 Nur dass du zerschelltest am Grund 
und nicht ewig, ewig 
stürztest weiter hinab 
in die Höhle des Augs.

Montag, 09 November 1953       )

Wächserne Maske sah …* (B)

Wächserne Maske sah,
als du zitternd hobest den Deckel, 
aus dem Korb dich an 
hohlen Auges. 
05 Sodass du sprangst und stürztest 
vom Felsen hinab in die Schlucht, 
nur um nicht zu stürzen viel tiefer, 
nicht ewig weiter hinab 
in die grundlose Höhle des Auges, 
10 nur um zu finden den Schluchtgrund, 
auch wenn du zerschelltest.

Dienstag, 10 November 1953       )

Die wächserne Maske sah …* (C)

Die wächserne Maske sah,
als du zitternd hobest den Deckel,
aus dem Korb dich an 
hohlen Auges 

05 Sodass du sprangst und stürztest 
vom Felsen hinab in die Schlucht, 
nur um nicht zu fallen 
ewig weiter hinab in der Höhle des Auges, 
nur um zu finden den Schluchtgrund, 
10 auch wenn du zerschelltest.

Dienstag, 10 November 1953       )

Mit hohlem Auge …* (D)

Mit hohlem Auge
sah die wächserne Maske
aus dem Korb dich an,
als du zitternd hobest den Deckel. 

05 Sodass du sprangst 
vom Felsen hinab in die Schlucht, 
nur um nicht zu fallen 
ewig weiter hinab in der Höhle des Auges, 
nur um zu finden den Schluchtgrund, 
10 und wenn du zerschelltest.

Dienstag, 10 November 1953       )

Die Maske (E)

Mit hohlem Aug 
sah die wächserne Maske
aus dem Korb dich an,
als du zitternd hobest den Deckel. 

05 Sodass du sprangst 
vom Felsen hinab in die Schlucht, 
nur um nicht zu fallen 
ewig weiter hinab in der Höhle des Augs, 
nur dass du fändest den Schluchtgrund, 
10 und wenn du zerschelltest.

Freitag, 27 November 1953       )

Die Maske (F)

Mit der Höhle des Augs
sah die wächserne Maske dich an 
aus dem Korb, als du hobest den Deckel. 

Sodass du sprangst, 
05 vom Felsen hinab in die Schlucht, 
nur um nicht ewig zu fallen 
weiter hinab in das Auge, 
nur dass du fändest den Schluchtgrund, 
und wenn du zerschelltest.

Montag, 07 Dezember 1953       )

Die Maske (G)

Mit der Höhle des Augs sah die wächserne Maske dich an
aus dem Korb, als du hobest den Deckel. 
Sodass du sprangst vom Felsen hinab in die Schlucht, 
nur um nicht zu fallen weiter hinab in das Auge, 
05 nur dass du fändest den Schluchtgrund, und wenn du 
zerschelltest.

Die Schwestern, die Augen eben noch trunken vom Schlaf, 
trunken jetzt von der Flamme, 
stürzen hinab in den Brand, 
nachdem sie noch sich erinnert des Stiers, 
05 der, trunken auch er, 
von der Glut der Hängeblüten, 
stürzte voran mit den Hörnern, 
drückte sein Haupt hinein, 
zerschmetterte es am Fels unter den Blüten, 
10 dass sein Blut sie tränkte. 
Und vereint mit offenen Augen 
stürzen die Schwestern, trunken hinein 
in den Brand der Nacht.

Mittwoch, 18 November 1953       )

Die Augen eben noch trunken von Schlaf …* (B)

Die Augen eben noch trunken von Schlaf,
trunken jetzt von der Flamme, 
stürzen die Schwestern hinab in den Brand 
und denken des Stieres von gestern, 
05 der, trunken auch er, von der Glut der Hängeblüten, 
stürzte voran mit den Hörnern, 
sein Haupt drückte hinein, 
zerschmetterte es am Fels unter den Blüten, 
dass sie tränkte sein Blut: 
10 Und vereint, mit offenen Augen, 
stürzen die Schwestern hinab in den Nachtbrand.

Mittwoch, 18 November 1953       )

Die Schwestern (C)

Eben noch trunken von Schlaf,
trunken jetzt von der Flamme,
stürzen die Schwestern hinab in den Brand 
vereint in der Erinnrung des Stiers, 
05 der gestern, trunken auch er, von der Blütenglut, 
der hängenden, stürzte voran mit den Hörnern, 
sein Haupt drückte hinein, 
es am Felsen zerschmetternd, der drunter verborgen, 
sodass sein Blut neu entfachte die Blüten. – 
10 In der Erinnrung vereint, mit offenen Augen, 
stürzen die Schwestern hinab in den Nachtbrand.

Samstag, 28 November 1953       )

Die Schwestern (D)

Aus dem Schlafrausch hinab,
stürzen die Schwestern, trunkener jetzt,
hinab in den Brandrausch, 
vereint in der Erinnrung des Stiers, 
05 der gestern, trunken auch er 
stürzte voran mit den Hörnern 
in die Blütenglut, die herabhing, 
sein Haupt wühlte hinein, 
es zerschmetternd am Felsen, der darunter verborgen, 
10 sodass sein Blut neu entfachte die Blüten. – 
In der Erinnrung des Stiers vereint, mit offenen Augen, 
stürzen die Schwestern hinab in den Brandrausch.

Samstag, 28 November 1953       )

Die Schwestern (E)

Aus dem Schlafrausch stürzen die Schwestern,
trunkener jetzt, hinab in den Brandrausch, 
vereint in der Erinnrung des Stiers, 
der gestern, trunken auch er, 
05 wühlte die Hörner hinein 
in die Blütenglut, die herabhing, 
sein Haupt zerschmetternd am Fels, der darunter verborgen, 
sodass sein Blut neu entfachte die Blüten. – 
In der Erinnrung des Stiers, mit offenen Augen, 
10 stürzen die Schwestern vereint in den Brandrausch.

Samstag, 28 November 1953       )

Die Schwestern (F)

Aus dem Schlafrausch stürzen die Schwestern,
trunkener jetzt, hinab in den Brandrausch, 
vereint in der Erinnrung des Stiers, 
der gestern, trunken auch er, 
05 in die Blütenglut, die herabhing, 
wühlte die Hörner hinein, 
sein Haupt zerschmetternd am Fels, der darunter verborgen, 
sodass sein Blut neu entfachte die Blüten. – 
In der Erinnrung des Stiers, mit offenen Augen, 
10 stürzen die Schwestern vereint in den Brandrausch.

Montag, 30 November 1953       )

Die Schwestern (G)

Aus dem Schlafrausch stürzen die Schwestern,
trunkener jetzt, hinab in den Brandrausch,
vereint in der Erinnrung des Stiers, 
der gestern, trunken auch er, 
05 stürzte mit Hörnern hinein 
in den blütenglühenden Fels, 
sodass er, zerschmetternd sein Haupt, 
neu mit Blut die Blüten entfachte. – 
in der Erinnrung des Stiers, 
10 vereint, mit offenen Augen 
in den Brandrausch stürzen die Schwestern.

Montag, 30 November 1953       )

Die Schwestern (H)

Trunkener jetzt
aus dem Schlafrausch stürzen die Schwestern
hinab in den Brandrausch, 
vereint im Gedenken des Stiers, 
05 der trunken, gestern, auch er 
hinein stürzte die Hörner 
in den blütenglühenden Fels, 
mit dem Blut des zerbrochenen Haupts 
neu die Blüten entfachte. – 
10 Im Gedenken des Stiers 
vereint, mit offenen Augen 
in den Brandrausch stürzen die Schwestern.

Montag, 30 November 1953       )

Die Schwestern (J)

Trunkener jetzt
aus dem Schlafrausch stürzen die Schwestern
hinab in den Brandrausch,
vereint im Gedenken des Stiers, 
05 der trunken, gestern, auch er, 
hinein stürzte die Hörner 
in den blütenglühenden Fels, 
ausgoss des zerbrochenen Haupts 
Blut, und neu die Blüten entfachte. – 
10 Im Gedenken des Stiers 
vereint, mit offenen Augen 
in den Brandrausch stürzen die Schwestern

Montag, 30 November 1953       )

Die Schwestern (K)

Trunkener jetzt
aus dem Schlafrausch stürzen die Schwestern
hinab in den Brandrausch,
vereint im Gedenken des Stiers, 
05 der trunken gestern, auch er, 
stürzte die Hörner 
in den blütenglühenden Fels, 
anfachte mit des zerbrochenen Haupts 
Blut von neuem die Blüten. – 
10 Vereint im Gedenken des Stiers, 
stürzen die Schwestern 
mit offenem Aug in den Brandrausch.

Montag, 30 November 1953       )

Die Schwestern (L)

Trunkener jetzt
aus dem Schlafrausch stürzen die Schwestern
hinab in den Brandrausch,
im offenen Auge den Stier, 
05 der, trunken gestern, auch er, 
stürzte die Hörner 
in den blütenbrennenden Fels, 
anfachte mit Blut 
aus zerbrochenem Haupt von neuem die Blüten. – 
10 Im offenen Auge den Stier 
stürzen die Schwestern 
vereint in den Brandrausch.

Montag, 07 Dezember 1953       )

Die Schwestern (M)

jetzt aus dem Schlafrausch
stürzen die Schwestern hinein in den Brandrausch,
im offenen Auge den Stier, 
der trunken, gestern, auch er, 
05 stürzte die Hörner in den blütenbrennenden Fels, 
anfachte mit Blut aus zerbrochenem Haupt von neuem die Blüten, 
– Im offenen Auge den Stier, 
trunkener stürzen die Schwestern vereint in den Brandrausch.

Montag, 07 Dezember 1953       )

Die Schwestern (N)

Schlaftrunken stürzen die Schwestern hinein in den Brandrausch,
im offenen Auge den Stier, 
der, trunken, gestern, auch er, 
stürzte die Stirn in den Fels, der brannte von Blüten, 
05 anfachte von neuem den Fels mit Blut aus zerbrochenem Haupt. – 
Im offenen Auge den Stier, 
trunkener stürzen die Schwestern vereint in den Brandrausch.

Freitag, 20 November 1953       )

Der Schläfer (A)

Was zwitscherst du, Vogel, dem Schläfer,
was streifst du das Lager hier, was dort mit dem Flügel, 
dass er dir wehrt mit halber Hand, 
tief noch im Schlafnetz, das du beginnst zu zerreissen? 
05 Was rufst du lauter und fällst 
ihm in die Stirn, 
setzest dich gar auf sein Haupt, 
lang hin schreiend, warum dies? 
Ganz nun entfesselt schwimmt er 
10 allein auf dem Lager im Mittag, 
mit dir, Vogel, als Lenker, erschrocken.

Sonntag, 22 November 1953       )

Der Schläfer (B)

Was zwitscherst du, Vogel, dem Schläfer,
was streifst du das Lager hier, was dort, mit dem Flügel, 
dass er dir mit halber Hand wehrt, 
tief noch im Schlafnetz, das du beginnst zu zerreissen? 
05 Was rufst du lauter und fällst 
ihm in die Stirn, 
setzest dich gar auf sein Haupt, lang hin schreiend: 
Sodass er entfesselt nun schwimmt 
auf dem Lager allein in den Mittag, 
10 mit dir nur, Vogel, als Lenker, erschrocken und wach

Montag, 23 November 1953       )

Der Schläfer (C)

Was zwitscherst du, Vogel, dem Schläfer,
was streifst du das Lager hier, was dort mit dem Flügel, 
dass er dir, ganz noch gefesselt im Schlafnetz, 
das du beginnst zu zerreissen, mit halber Hand wehrt? 
05 Was rufst du lauter und fällst 
ihm in die Stirn, 
setzest dich gar auf sein Haupt, lang hin schreiend: 
Sodass er entfesselt nun schwimmt 
auf dem Lager hinaus in den Mittag, 
10 allein mit dir, Vogel, als Lenker, erschrocken und wach.

Samstag, 05 Dezember 1953       )

Der Schläfer (D)

Was zwitscherst du, Vogel, dem Schläfer,
was streifst du das Lager hier, was dort mit dem Flügel, 
dass er dir, ganz noch verfangen im Schlafnetz, 
das du beginnst zu zerreissen, mit halber Hand wehrt? 
05 was rufst du lauter und fällst ihm in die Stirn, 
setzest dich gar auf sein Haupt, lang hinschreiend: 
Sodass er, entfesselt, nun schwimmt auf dem Lager hinaus in 
den Mittag, 
erschrocken und wach, allein mit dir, Vogel, als Lenker?

Freitag, 20 November 1953       )

Die Landung (A)

Der König lässt öffnen das Zelt
und hebt, wenn sich nähert dem Ufer das Schiff, 
von Wunden matt und der Woge des Stroms, die Hand 
entgegen den Freunden, die dem Totgeglaubten, 
05 als er anlegt, stürzen zu mit der Bahre, 
ihn tragen hinab in der Wartenden Mitte: 
sie küssen die Linke, die hängt, bis dass er<,>
gestrafft, auf einmal fasst den Zügel 
und springt von der Bahre aufs Ross, 
10 aufgerichtet aus Wunden 
von der heilenden Woge des Zurufs.

Freitag, 20 November 1953       )

Die Landung (B)

Der König lässt öffnen das Zelt, 
wenn sich nähert dem Ufer das Schiff, 
und hebt, von Wunden matt und von der Woge des Stroms, 
die Hand entgegen den Freunden, 
05 die mit der Bahre hinzu, als er anlegt, 
stürzen und ihn tragen hinab in die Mitte 
des wartenden Heers, das weint und küsst die hängende Linke, 
bis dass er auf einmal sich strafft 
und fasst den Zügel und springt von der Bahre aufs Ross, 
10 aufgerichtet aus Wunden 
von der heilenden Woge des Zurufs.

Montag, 23 November 1953       )

Die Landung (C)

Wenn es sich nähert dem Ufer
öffnet sich auf dem Verdeck das Zelt des Königs, 
und, von Wunden matt und von der Woge des Stroms, 
hebt er die Hand entgegen den Freunden, 
05 die mit der Bahre hinzu, als er anlegt, 
stürzen und ihn tragen hinab 
in das Heer, das weint und küsst die hängende Linke. 
Bis dass er auf einmal sich strafft 
und fasst den Zügel und springt hinüber aufs Ross, 
10 aus Wunden gerichtet empor 
auf der Woge des Zurufs.

Montag, 23 November 1953       )

Die Landung (D)

Endlich nahe dem Ufer,
hebt aus der Tiefe des geöffneten Schiffszelts
der König, von Wunden matt und von der Woge des Stroms, 
die Hand entgegen den Freunden, 
05 die mit der Bahre hinzu, als er anlegt, 
stürzen und ihn tragen hinab 
in das Heervolk, das weint und küsst die hängende Linke. 
Bis er auf einmal sich strafft 
und fasst den Zügel, springt hinüber aufs Ross, 
10 aus Wunden gerichtet empor 
auf der Woge des Zurufs.

Freitag, 27 November 1953       )

Die Landung (E)

Endlich nahe dem Ufer,
hebt vom Lager im geöffneten Schiffszelt
der König, von Wunden matt und von der Woge des Stroms, 
die Hand entgegen den Freunden, 
05 die mit der Bahre hinzu, als er anlegt, 
stürzen und ihn tragen zum Heervolk hinab, 
das weint und küsst die hängenden Linke. 
Bis er auf einmal sich strafft 
fasst den Zügel und springt hinüber aufs Ross, 
10 aus Wunden gerichtet empor 
von der Woge des Zurufs.

Freitag, 27 November 1953       )

Die Landung (F)

Endlich nahe dem Ufer,
hebt der in der geöffneten Blüte des dunklen Schiffszelts
gelagerte König, von Wunden matt und von der Woge des Stroms, 
die Hand entgegen den Freunden, 
05 die mit der Bahre hinzu, als er anlegt, 
stürzen und ihn tragen zum Heervolk hinab, 
das weint und küsst die müd schon hängende Hand. 
Bis sie auf einmal sich strafft und fasst den Zügel: 
der König springt hinüber aufs Ross, 
10 reitet hinein zur in der Mitte das Lagers 
geöffneten Blüte des hellen anderen Zelts, 
aus Wunden gerichtet empor 
von der neuen Woge des Zurufs.

Samstag, 05 Dezember 1953       )

Die Landung (G)

Endlich nahe dem Ufer,
hebt der in der dunklen Blüte des Schiffszelts
gelagerte König 
von Wunden matt und von der Woge des Stroms, 
die Hand entgegen den Freunden, 
05 die mit Bahre hinzu, als er anlegt, 
stürzen und ihn tragen zum Heervolk hinab, 
das weint und küsst die müde hängende Hand. 
Die auf einmal wieder sich strafft und fasst den Zügel: 
der König springt hinüber aufs Ross, 
10 reitet hinein zur in der Mitte des Lagers 
geöffneten Blüte des hellen anderen Zelts, 
aus Wunden gerichtet empor von der neuen Woge des Zurufs.

Manuskripte 1953 (alph.)
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Manuskripte 1953 (Datum)
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