Freitag, 11 Juni 1954

Die gefundene Tochter (A)

Nun erst, wie sie lächelt
und ausstreckt die Hand, wie sie streckte 
sie oft nach dem Fenster, daraus er ihr zuwarf den Ball, 
erkennt er im Mönch die Tochter, 
05 die geflohen am Tag der Hochzeit, 
im Mönch, der ihn täglich getröstet, 
mit dem er, um ihn nicht zu missen, 
lebte Kammer an Kammer. 
Den er in letzter Stunde erkannt, 
10 den Mönch verhüllt er, mit Schweigen 
und lebt, der immer getrauert,  
fröhlich fortan in der erledigten Kammer.


Blatt 01 (A-5-c_08_153.jpg)

BA Die gefundene Tochter

Nun erst, wie sie lächelt

und ausstreckt die Hand, wie sie austreckte

sie oft nach dem Ball, Fenster, daraus er ihr zuwarf den Ball,

erst jetzt erkennt er im Mönch die Tochter,

05 die geflohen am Tag der Hochzeit,

im Mönch, der ihn täglich getröstet,

mit dem er, um ihn nicht zu missen,

lebte Kammer an Kammer.

Den er als¿ in letzter Stunde erkannt,

10 den Mönch verhüllt er, nun fröhlich, mit Schweigen

und lebt, der immer getrauert,

lebt er als Mönch getröstet

fröhlich  in der erledigten Kammer.
fröhlichfortan

11. 6. 54

  • Besonderes:

    Verso: Typoskript↑ (Der Trunk), durchgestrichen

  • Letzter Druck: Unpubliziert
  • Textart: Verse
  • Schreibzeug: Bleistift
  • Signatur: A-5-c/08_024
  • Seite / Blatt: 01
  • Status Text: Definitiv
  • Umschrift: Definitiv
  • Priorität: Hoch

Inhalt: 205 Manuskripte und 25 Typoskripte zu 34 Gedichten (3 Endfassungen)
Datierung: 1.1.-27.12.1954
Textträger: Einzelblätter (A4-Format)
Umfang: 36 Dossiers, 270 beschriebene Seiten
Publikation: Die verwandelten Schiffe (16 Gedichte), Verstreutes (3 Gedichte)
Signatur: A-5-c/08 (Schachtel 35)
Herkunft: Mappe EG 54 I, EG 54 II

Wiedergabe: Edierte Texte, Abbildungen, Diplomatische Umschriften

Weitere Fassungen

    Änderung: Mittwoch, 19 Dezember 2018
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