ARTISTEN / I

Im vom Bartisch beschworenen Dreieck steigt der Artist mit Bogen und Köcher auf die lichte Likörflaschensäule und schießt den ersten Pfeil zuhöchst in den Himmel.

02 Und gleich beißt sich der zweite ein in des ersten noch bebende Feder. Alle Pfeile schießt er zur Kette, die vom Himmel herabhängt und schließlich leicht schwankend dasteht mit dem letzten auf der lichten Säule aus leergetrunkenen Flaschen.

03 Nun klettert er, gereizt von den vielen bunten Gelenken, die Pfeilkette empor, bis er vor dem Brüllen des Stiers und mehr noch vor dem dumpfen Aufprall der Hörner auf die Sternbälle zurückschrickt: Doch schon ins Auge hebt ihm die Hörner der Stier.

04 Und die Gäste hangen wartend ins Glas, bis der Wirt, am anderen Tag, einen andern Artisten ohne Bogen und Köcher gefunden.

  • Letzter Druck: Die verwandelten Schiffe 1957
  • Textart: Prosagedicht
  • Endfassung: ja
  • Zyklus: ja
  • Seite / Blatt: 38
  • Werke: Bd.1, 058
  • Status Text: Provisorisch
  • Textnr.: 029
  • Priorität: Hoch

schiffe kleinTitel: Die verwandelten Schiffe / GEDICHTE
Verlag: Hermann Luchterhand Verlag, Darmstadt, Berlin-Frohnau, Neuwied (1957)
Druck: Wiking Druckerei GmbH, Darmstadt
Inhalt: 49 Gedichte; Klappentext (Das Gedicht heute) von Raeber, Motto (Aeneis)
Textträger: Broschüre mit Zeichnung auf vorderem Umschlag, 64 Ss

Vorstufen: Notizbuch 1952-54, 1954-55, 1955-57, Manuskripte 1953, 1954, 1955, 1956, Typoskripte 1954
Kommentar: Tantiemen-Vertrag: 31.12.1956; Beschreibung
Wiedergabe: Freie Handhabung des Zeilenumbruchs bei Langversen

Weitere Fassungen

    Änderung: Mittwoch, 03 Oktober 2018
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