INTERIEUR

Die Lampe zittert noch von der trägen Bewegung,
mit der die Februarmorgensülze,
die das Zimmer jetzt anfüllt, hereinquoll.

Vor dem Fenster der Garten,
05 dem es bis heute gelingt,
die Pose des Sommers zu halten,
ärgert mich jetzt.
Und am Klirren merke ich, daß ich
im Aufstehen, scheint es,
10 mit dem Arm das Glas vom Tisch wischte.

Doch beim genaueren Hinsehn
sind auf dem Teppich die Scherben
jenes Augustnachmittags an der Küste der Provence,
wo der Felsriegel am Ausgang der Bucht schmolz
15 und im Strandsand schmolzen die Küsse.

Diese Schüssel Zimmer zumindest
will ich nicht hinwerfen, bevor
jemand kommt und aufkehrt die Scherben.

  • Letzter Druck: Die verwandelten Schiffe 1957
  • Textart: Verse
  • Endfassung: ja
  • Strophen: ja
  • Seite / Blatt: 60
  • Werke: Bd.1, 080
  • Status Text: Provisorisch
  • Textnr.: 048
  • Priorität: Hoch

schiffe kleinTitel: Die verwandelten Schiffe / GEDICHTE
Verlag: Hermann Luchterhand Verlag, Darmstadt, Berlin-Frohnau, Neuwied (1957)
Druck: Wiking Druckerei GmbH, Darmstadt
Inhalt: 48 Gedichte; Klappentext (Das Gedicht heute) von Raeber, Motto (Aeneis)
Textträger: Broschüre mit Zeichnung auf vorderem Umschlag, 64 Ss

Vorstufen: Notizbuch 1952-54, 1954-55, 1955-57, Manuskripte 1953, 1954, 1955, 1956, Typoskripte 1954
Kommentar: Tantiemen-Vertrag: 31.12.1956; Beschreibung, Rezensionen
Wiedergabe: Freie Handhabung des Zeilenumbruchs bei Langversen

Weitere Fassungen

    Änderung: Samstag, 19 Oktober 2019
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