DER OPTIKER UND DER KLAVIERSCHÜLER

Etüdenliane
klettert durch Decken und Böden,
wenn vom Klavier der Schüler sie aufzückt,
damit sie dem Alten am Tisch die Beine umwinde.

05 Spät erst erschrickt er,
weil ihn zu sehr beschäftigt die Mühe,
das Auge, das über der Stadt hing
und herabfiel im großen Gewitter,
wieder zusammenzusetzen.

10 Nun schon den Leib,
die Arme hat ihm die zähe
Liane umwunden
und läßt ihn die Scherben nicht fassen,
indes das Metronom unten den Schüler
15 zur letzten Etüde leise eindringlich aufhetzt.

  • Letzter Druck: Die verwandelten Schiffe 1957
  • Textart: Verse
  • Endfassung: ja
  • Strophen: ja
  • Seite / Blatt: 59
  • Werke: Bd.1, 079
  • Status Text: Provisorisch
  • Textnr.: 047
  • Nachdruck: Ensemble. Ein Schweizer Beitrag zur zeitgenössischen Lyrik (1). Bern: Benteli, 1958, S. 60
  • Priorität: Hoch

schiffe kleinTitel: Die verwandelten Schiffe / GEDICHTE
Verlag: Hermann Luchterhand Verlag, Darmstadt, Berlin-Frohnau, Neuwied (1957)
Druck: Wiking Druckerei GmbH, Darmstadt
Inhalt: 48 Gedichte; Klappentext (Das Gedicht heute) von Raeber, Motto (Aeneis)
Textträger: Broschüre mit Zeichnung auf vorderem Umschlag, 64 Ss

Vorstufen: Notizbuch 1952-54, 1954-55, 1955-57, Manuskripte 1953, 1954, 1955, 1956, Typoskripte 1954
Kommentar: Tantiemen-Vertrag: 31.12.1956; Beschreibung, Rezensionen
Wiedergabe: Freie Handhabung des Zeilenumbruchs bei Langversen

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    Änderung: Samstag, 19 Oktober 2019
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