PAUSE

Nur der Schirm schwebt rot im Regen ohne Schmetterling über
den Rasen
und sucht ihn und flieht vor den hastigen Schirmen der Ein-
käuferinnen unter die Bäume,
die von Erinnerung an die Tage tropfen, wo die Blumen den
Kindern gehörten.

Der Lieferwagen wischt mit der Aufschrift «Winterhuder Malz-
bier» den Schirm weg,
05 und die beiden Männer vorn unter den Mützen tun jeder einen
starken Schluck aus der Flasche:
strengt es doch an, nicht zu wissen von seiner Macht über so
vieler Augen empfindliche Paradiese.

So wenden sich die Schüler wohl oder übel zurück in den Saal,
der ihnen die Nasen mit stickigem Zweifel füllt,
ob der Choral zum Harmonium nicht nur sei anstatt des Ächzens
der Orgel,
10 die der Mann ohne Beine dreht an der Treppe zur U-Bahn,
wo der Luftzug den Duft seines Danks zwischen triefenden
Schirmen hinabträgt.

  • Besonderes:

    Langzeilen-Gedicht

  • Letzter Druck: Die verwandelten Schiffe 1957
  • Textart: Verse
  • Endfassung: ja
  • Strophen: ja
  • Seite / Blatt: 47
  • Werke: Bd.1, 067
  • Status Text: Provisorisch
  • Textnr.: 037
  • Nachdruck: Ensemble. Ein Schweizer Beitrag zur zeitgenössischen Lyrik (1). Bern: Benteli, 1958, S. 61
  • Priorität: Hoch

schiffe kleinTitel: Die verwandelten Schiffe / GEDICHTE
Verlag: Hermann Luchterhand Verlag, Darmstadt, Berlin-Frohnau, Neuwied (1957)
Druck: Wiking Druckerei GmbH, Darmstadt
Inhalt: 48 Gedichte; Klappentext (Das Gedicht heute) von Raeber, Motto (Aeneis)
Textträger: Broschüre mit Zeichnung auf vorderem Umschlag, 64 Ss

Vorstufen: Notizbuch 1952-54, 1954-55, 1955-57, Manuskripte 1953, 1954, 1955, 1956, Typoskripte 1954
Kommentar: Tantiemen-Vertrag: 31.12.1956; Beschreibung, Rezensionen
Wiedergabe: Freie Handhabung des Zeilenumbruchs bei Langversen

Weitere Fassungen

    Änderung: Samstag, 19 Oktober 2019
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Die verwandelten Schiffe (alph.)
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(Total: 48 )
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