Datiert: 1952

Eh die Mondesglocke, ganz entzündet …*

Eh die Mondesglocke, ganz entzündet,
giesst den lichten Abendklang ins Ried,
Wasservögel halb im Schlafe plätschern.
Tönt uns dann der volle Glanz ums Haupt,
05 das der heisse Steppengang bestaubt,
lechzen wir, im nächtigen Quell zu plätschern:
und wir lassen fürs Gebirg das Ried.
Jäh sich dort der nackte Busch entzündet.

Seine Flamme, Mond verdrängend, kündet
10 jenen Vogel, der sich selbst verbrannt:
wir erharren mit entblössten Füssen,
dass, aus Asche jugendlich erneut,
Phönix sammle Wandrer, die zerstreut,
und uns sende auf behenden Füssen,
15 unverweilt, ob Haar und Schuh verbrannt,
karger Weide zu, die Gipfel kündet.

Hier zuerst sind Hang und Tal verbündet,
dünstet tief das Ried mit mancher Brut,
Quellen tönen, die zu Tale wachsen,
20 in den Pausen, wenn der grosse Mond
abschwillt und ihn sanfte Wolke lohnt:
dann steigt Phönix, und die Flügel wachsen,
tot noch eben, Feuerbusches Brut,
heisse Loh, dem Himmelsglanz verbündet.

  • Details:

    Unterstreichungen: V. 05 (ganze Zeile), V. 08 (dort; Randnotiz: ohne Anschluss), V. 24 (Himmelsglanz);
    9 Substantive ohne Artikel markiert;
    V. 13-16 Randnotiz: Wandrer identisch mit was?

  • Besonderes:

    Typoskript mit kritischen Bleistiftanmerkungen von fremder Hand

  • Letzter Druck: Unpubliziert
  • Textart: Verse
  • Endfassung: ja
  • Strophen: ja
  • Schreibzeug: Schreibmaschine
  • Signatur: A-5-c/04_030
  • Seite / Blatt: 01
  • Status Text: Kontrolliert
  • Priorität: Hoch
    Änderung: Mittwoch, 06 Dezember 2017
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