Synopse

(11)
Donnerstag, 02 Dezember 1954    (    )

Der tote Vogel (A)

Die Flügel und die zerstreuten
Federblätter des im Herbst entblätterten Frühlings, 
liegen unter dem schwarzen 
Ameisenschnee ihres Winters, 
05 der auch dies flache Bild auf dem Boden, 
das der unfreiwillige, schnelle 
Maler, das Rad des Autos, 
bildete aus dem Stoff und der Farbe des Vorbilds, 
noch auflöste, wenn nicht 
10 das ausgeworfene Blicknetz des Knaben, 
der am Wegrand blinzelnd steht 
und einen, aus Langeweile, zu früh 
abgerissenen Apfel mit verzognem Gesicht kaut, 
zöge das Bild hinein  in den Teich seiner Augen, 
15 wo es schaukelt her und hin auf der Fläche, 
bis es absinkt und auf dem Grund bleibt, bereit 
für den Traum und die gewittrige Stunde, 
die es von neuem heraufspült 
dem Knaben, der noch blinzelt und kaut 
20 schmatzend den frühreifen, 
gestohlenen Apfel.

In: Manuskripte 1955
Freitag, 03 Dezember 1954    (    )

Der tote Vogel (B)

Die Flügel und die zerstreuten
Federblätter des im Herbst entblätterten Frühlings
liegen unter dem schwarzen 
Ameisenschnee ihres Winters, 
05 der auch dies flache Bild auf dem Boden – 
gebildet vom schnellen Maler, 
dem Rad des Autos, aus dem Stoff 
und der Farbe des Vorbilds – 
noch auflöste, wenn nicht das 
10 ausgeworfene Blicknetz des Knaben, am Wegrand 
zöge das Bild hinein in den Teich seiner Augen, 
wo es auf der Fläche hin und her schaukelt, 
bis es absinkt und auf dem Grund bleibt, bereit 
für den Traum und die gewittrige Stunde, 
15 die es von neuem heraufspült 
dem, der jetzt noch blinzelt und den 
frühreifen, vom Baum gestohlenen 
Apfel schmatzend kaut.

In: Manuskripte 1955
Freitag, 03 Dezember 1954    (    )

Der tote Vogel (C)

Die Flügel und die zerstreuten
Federblätter des Frühlings
liegen unter dem schwarzen 
Ameisenschnee ihres Winters, 
05 der auch dies flache Bild auf dem Boden – 
gebildet vom schnellen Maler, 
dem Rad des Autos, aus dem Stoff 
und der Farbe des Vorbilds – 
noch auflöste, wenn nicht das 
10 ausgeworfene Blicknetz des Knaben am Wegrand 
das Bild zöge hinein in den Teich der Augen, 
dessen, der jetzt noch blinzelt und den 
frühreifen, vom Baum gestohlenen Apfel 
schmatzend kaut, fern dem 
15 Traum und der gewittrigen Stunde, 
die vom Grund, wo es bleibt, 
nachdem es auf der Fläche hin 
und her schaukelte und endlich hinab 
gesunken war, von neuem schrecklich, 
20 schwarzüberwimmelt heraufspült.

In: Manuskripte 1955
Samstag, 18 Dezember 1954    (    )

Die Jahreszeiten: Der tote Vogel (D)

Die Flügel und die zerstreuten
Federblätter des Frühlings 
liegen unter dem schwarzen 
Ameisenschnee ihres Winters, 
05 der auch dies flache Bild auf dem Boden 
– gebildet vom schnellen Herbstrad des Autos 
aus dem Stoff und der Farbe des Vorbilds – 
noch auflöste, wenn nicht das 
ausgeworfene Blicknetz des Knaben am Wegrand 
10 es hineinzöge in den Teich der Augen 
dessen, der jetzt noch blinzelt und den 
frühreifen, vom Baum gestohlenen 
Apfel schmatzend kaut, fern dem 
Traum und dem gewittrigen Sommer, 
15 der es vom Grund, wo es bleibt, 
nachdem es auf der Fläche hin 
und her schaukelte und endlich hinab 
gesunken war, von neuem schrecklich 
schwarz überwimmelt heraufspült.

In: Manuskripte 1955
Mittwoch, 22 Dezember 1954    (    )

Die Jahreszeiten: Der tote Vogel (E)

Der Flügelfrühling und die zerstreuten
Federblätter liegen unter dem schwarzen 
Ameisenschnee ihres Winters, 
der auch dies flache Bild auf dem Boden, 
05 – gebildet vom schnellen Herbstrad des Autos, 
aus dem Stoff und der Farbe des Vorbilds – 
noch schmölze, wenn nicht das 
vom Rand der Strasse ausgeworfene Blicknetz des Knaben 
es zöge in den Teich der Augen hinein, 
10 die jetzt noch blinzeln über dem 
Schmatzen, dem Kauen des frühreifen 
Apfels, fern dem Traum und dem 
gewittrigen Sommer, der es vom Grund, wo es bleibt, 
nachdem es auf der Fläche hin 
15 und her schaukelte und endlich hinab 
gesunken war, von neuem schrecklich 
schwarz überwimmelt heraufspült.

In: Manuskripte 1955
Montag, 24 Januar 1955    (    )

Die Jahreszeiten: Der tote Vogel (F)

Der Flügelfrühling und die zerstreuten
Federblätter liegen unter dem schwarzen 
Ameisenschnee ihres Winters, 
der auch dies flache Bild auf dem Boden 
05 – vom schnellen Herbstrad des Autos 
gebildet aus dem Stoff und der Farbe des Vorbilds – 
noch schmölze, wenn nicht das vom Rand der Strasse 
ausgeworfene Blicknetz des Knaben 
es in den Teich der Augen zöge hinein, 
10 die jetzt noch blinzeln über dem 
Schmatzen, dem Kauen des frühreifen 
Apfels, fern dem Traum und dem 
gewittrigen Sommer, der es vom Grund, wo es bleibt, 
nachdem es auf der Fläche hin 
15 und her geschaukelt worden und endlich hinab 
gesunken war, von neuem deutlich und 
schwarz überwimmelt heraufspült.

In: Manuskripte 1955
Donnerstag, 17 Februar 1955    (    )

Die Jahreszeiten: Der tote Vogel (G)

Der Flügelfrühling und die zerstreuten 
Federblätter liegen unter dem schwarzen 
Ameisenschnee ihres Winters, 
der auch dies flache Bild auf dem Boden 
05 – vom schnellen Herbstrad des Autos 
aus dem Stoff und aus der Farbe des Vorbilds gebildet – 
noch schmölze. Wenn nicht das vom Rand 
der Strasse ausgeworfene Blicknetz des Knaben 
es zöge hinein in den Teich  
10 der Augen, die jetzt noch über dem Schmatzen, 
dem Apfelkauen des ungeduldigen Munds 
blinzeln: fern noch vom Traum und vom 
gewittrigen Sommer, der das Bild vom Grund, wo es lang bleibt, 
wenn es auf der Fläche hin 
15 und her geschaukelt und endlich hinab 
gesunken war, von neuem einst deutlich und 
schwarz überwimmelt herauf spült.

In: Manuskripte 1955
Samstag, 19 Februar 1955    (    )

Die Jahreszeiten: Der tote Vogel (H)

Der Flügelfrühling und die zerstreuten 
Federblätter liegen unter dem schwarzen 
Ameisenschnee ihres Winters, 
der auch dies flache Bild auf dem Boden 
05 – vom schnellen Herbstrad des Autos 
aus dem Stoff und aus der Farbe des Vorbilds gebildet – 
noch schmölze: Wenn nicht das vom Rand 
der Strasse ausgeworfene Blicknetz des Knaben 
es zöge hinein in den Teich  
10 der Augen, die jetzt noch über dem Schmatzen, 
dem Apfelkauen des erst begonnenen Munds 
blinzeln: fern noch vom Traum und vom gewittrigen
Sommer, der das Bild vom Grund, wo es lange 
bleibt, wenn es hin und her auf der Fläche
15 geschaukelt und endlich hinab 
gesunken, einst von neuem deutlich und schwarz
überwimmelt herauf spült.

In: Manuskripte 1955
Dienstag, 08 März 1955    (    )

Die Jahreszeiten: Der tote Vogel (J)

Der Flügelfrühling und die zerstreuten
Federblätter liegen unter dem schwarzen 
Ameisenschnee ihres Winters, 
der auch dies flache Bild auf dem Boden 
05 – vom Herbstrad des Autos schnell 
aus dem Stoff und der Farbe des Vorbilds gebildet – 
noch schmölze: Wenn nicht das vom Rand 
der Strasse ausgeworfene Blicknetz des Knaben 
es zöge hinein in den Teich 
10 der Augen, die jetzt noch blinzeln über 
dem Schmatzen, dem Apfelkauen des Munds: 
weit noch vom Traum und vom gewittrigen 
Sommer, der das Bild vom Grund, wo es lange 
bleibt, wenn es hin und her auf der Fläche 
15 geschaukelt und endlich hinab 
gesunken, künftig einmal  von neuem 
deutlich und schwarz überwimmelt heraufspült.

In: Manuskripte 1955
Mittwoch, 01 August 1956    (    )

Der tote Vogel

Der Flügelfrühling und die zerstreuten
Federblätter liegen unter dem schwarzen
Ameisenschnee ihres Winters,
der auch dies flache Bild auf dem Boden
05 – vom Herbstrad des Autos schnell
aus dem Stoff und der Farbe des Vorbilds gebildet –
noch schmölze: Wenn nicht das vom Rand
der Straße aufgeworfene Blicknetz des Knaben
es zöge hinein in den Teich
10 der Augen, die jetzt noch blinzeln über
dem Schmatzen, dem Apfelkauen des Mundes:
weit noch vom Traum und vom gewittrigen
Sommer, der das Bild vom Grund, wo es lange
bleibt, wenn es hin und her auf der Fläche
15 geschaukelt und endlich hinab
gesunken, künftig einmal von neuem
deutlich und schwarz überwimmelt heraufspült.

In: Verstreutes
Datiert: 1960    (    )

DER TOTE VOGEL

Der Flügelfrühling und die zerstreuten
Federblätter liegen unter dem schwarzen
Ameisenschnee ihres Winters,
der auch dies flache Bild auf dem Boden
05 – vom Herbstrad des Autos schnell
aus dem Stoff und der Farbe des Vorbilds gebildet –
noch schmölze: Wenn nicht das vom Rand
der Straße aufgeworfene Blicknetz des Knaben
es zöge hinein in den Teich
10 der Augen, die jetzt noch blinzeln über
dem Schmatzen, dem Apfelkauen des Mundes:
weit noch vom Traum und vom gewittrigen
Sommer, der das Bild vom Grund, wo es lange
bleibt, wenn es hin und her auf der Fläche
15 geschaukelt und endlich hinab
gesunken, künftig einmal von neuem
deutlich und schwarz überwimmelt heraufspült.

In: GEDICHTE 1960
GEDICHTE (alph.)
(Total: 46 )
GEDICHTE (Folge)
(Total: 46 )
Suchen: gedichte