Synopse

(5)
Mittwoch, 02 November 1955    (    )

Die Krise

Einmal wird die Krise so gross sein, dass wir sie
nie mehr überwinden;
am Tag, wo uns die klare Alluft fast fortträgt
und wo wir uns kaum mehr am Boden zu halten vermögen.
Denn der kleine Spielball steht für einen Augenblick still:
05 Nur um schnell im Nu zurückzurollen in die Kaminglut,
wo er in Asche alsbald zerfällt die wieder wirbelt
um diese Sonne, // 025
vor der wir uns heute zu Mittag so fürchten,
weil sie die Drohung hinter dem dröhnenden
Glanzschild verbirgt,
um die Sonne, die dann endlich lächelt
und die neuen Bälle ermutigt
10 zum kurzen Spiel in der Alluft.
Einst nach der grossen Krise, die wir nimmer, glaub mir
nimmer wie grad noch diesen schon schrecklichen
Mittag, heil überstehen.

In: Notizbuch 1955-57
Samstag, 05 November 1955    (    )

Die Krise (A)

Einmal wird die Krise so gross sein, dass wir sie nie mehr überstehen: 
am Tag wo uns die klare Allluft ganz fortträgt 
und wo wir uns nicht mehr am Boden zu halten vermögen. 

Der kleine Spielball steht dann für einen Augenblick still 
05 nur um gleich schnell in die Kaminglut zurückzurollen, 
wo er alsbald in Asche zerfällt und wieder um das Haupt wirbelt, 
vor dem wir uns heute mittag schon fürchten, 
obwohl es die Drohung noch hinter dem jovial dröhnenden
Lachschild verbirgt. 

Dann lächelt es endlich, weil es das Spiel bravurös zu Ende
gebracht hat 
10 und sammelt gleich die Bälle zum nächsten Auftritt, der
der Allluft den Atem beraubt. 

Dies aber erst nach der Krise, die wir nicht mehr, glaub mir, 
nicht mehr grad noch, wie diesen schon schrecklichen Mittag, 
knapp heil überstehen.

In: Manuskripte 1955
Montag, 21 November 1955    (    )

Die Krise (B)

Einmal wird die Mittagskrise so gross sein, dass wir sie nicht
mehr überstehen:
am Tag wo wir uns nicht mehr am Boden zu halten vermögen 
und uns die knisternde klare Alluft ganz wegträgt.

Dann liegt der kleine Spielball für einen Augenblick still, 
05 nur um gleich in die Kaminglut zu rollen, 
wo er alsbald in Asche zerfällt und aufwirbelt und um das Haupt 
fliegt, 
vor dem wir uns heute mittag schon fürchten, 
obwohl es noch jovial die Drohung hinter dem Lachschild verbirgt.

Dann endlich lächelt es still, weil es das Spiel bravourös zu Ende
gebracht hat
10 und sammelt die Bälle zum nächsten Auftritt, der der Alluft 
den Atem beraubt.

Dies aber erst nach der Krise, die wir nicht mehr, glaub mir, 
nicht mehr grad noch, wie diesen schon schrecklichen Mittag, 
knapp heil überstehen.

In: Manuskripte 1955
Datiert: 1955    (    )

Die Krise (C)

Einmal wird die Mittagskrise so gross sein, dass wir sie nicht
mehr überstehen: 
am Tag, wo wir uns nicht mehr am Boden zu halten vermögen 
und uns die knisternde klare Allluft ganz wegträgt. 

Dann liegt der kleine Spielball für einen Augenblick still, 
05 doch nur, um gleich in die Kaminglut zu rollen, 
wo er alsbald in Asche zerfällt und aufwirbelt und um das Haupt 
fliegt, 
vor dem wir uns heute mittag schon fürchten, 
obwohl es, noch jovial, die Drohung hinter dem lauten Lachschild 
verbirgt. 

Dann endlich lächelt es still, weil es das Spiel bravurös zu Ende 
gebracht hat 
10 und sammelt die Bälle zum nächsten Auftritt, der der Allluft den 
Atem beraubt. 

Dies aber erst nach der Krise, die wir nicht mehr, glaub mir, 
nicht mehr gerade noch, wie diesen schon schrecklichen Mittag, 
knapp heil überstehen.

In: Manuskripte 1955
Datiert: 1955    (    )

Die Krise

Einmal wird die Mittagskrise so gross sein, dass wir sie nicht
mehr überstehen: 
am Tag, wo wir uns nicht mehr am Boden zu halten vermögen
und uns die knisternde klare Allluft ganz wegträgt.

Dann liegt der kleine Spielball für einen Augenblick still,
05 doch nur, um gleich in die Kaminglut zu rollen, 
wo er alsbald in Asche zerfällt und aufwirbelt und um das Haupt fliegt,
vor dem wir uns heute mittag schon fürchten,
obwohl es, noch jovial, die Drohung hinter dem lauten Lachschild verbirgt.

Dann endlich lächelt es still, weil es das Spiel bravurös zu Ende
gebracht hat, 
10 und sammelt die Bälle zum nächsten Auftritt, der der Allluft den
Atem beraubt. 

Dies aber erst nach der Krise, die wir nicht mehr, glaub mir,
nicht mehr gerade noch, wie diesen schon schrecklichen Mittag,
knapp heil überstehen.

In: Typoskripte 1955
Typoskripte 1955 (alph.)
Typoskripte 1955 (Folge)
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