Datiert: 1956

DER PFAU

01 Sachte setzte der Pfau einen Fuß vor den andern und zog den Schweif knisternd hinter sich her auf dem Geländer, bis er an die Stelle kam, wo das Gebüsch wuchernd in den schwarzen Garten hereinbrach, mit dem Gezweig voller Düfte sich den Eintritt erzwang: Bis er dorthin kam, Kopf und Krone hob, zögerte erst und dann anhielt, so daß sein Schweif, einen Augenblick blinkend, vom Geländer hinabfiel und dann sich barg in den Zweigen.

02 Erschreckt nun hob sich ein Wind aus dem Busch, stob ein purpurner Faltersturm in den Glanz, der aus der Zweige Überhang aufging: Der Pfau schlug das Rad in die Nacht.

Weitere Informationen

  • Besonderes:

    Randnotiz: Tiermasken lenken zurück zur Fraglosigkeit. Ein Bild bleibt, bloße Gegenwart, die weiter nichts mehr will, als bildhaft dazusein.

  • Zeitschrift: Transit. Lyrikbuch der Jahrhundertmitte. Hrsg. von Walter Höllerer, S. 271
  • Letzter Druck: Die verwandelten Schiffe 1957
  • Textart: Prosagedicht
  • Strophen: ja
  • Status Text: Definitiv
  • Priorität: Normal
  • Identisch mit: Die verwandelten Schiffe 1957 (keine Absätze))

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