01.01.1958 * (nicht datiert)

Flüsse, Bäume, Winde

Der Flüsse Läufe sind aufs Meer,
doch ist der Wirbelschnee
auf vieler Flüsse Läufe hin gerichtet.

Die leeren Bäume atmen auf, zu sehn
05 den Wirbelschnee ermüden;
doch vieler Flüsse Läufe bleiben
dennoch aufs Meer gerichtet unbeirrbar.

Und gibt es da und dort noch einen,
der achtlos läuft und träumt und läuft dann über,
10 und tut es gleich im Spiel dem Meer,
so ruft der Flüssemeister ihn zur Ordnung,
weil er sonst bald, wer weiß, zurück und bergwärts liefe
und würfe an gekränkte Stirnen plötzlich Gischt.

Kaprizen sind für die unverläßlichen,
15 den Wirbelschnee, die Bäume,
die bald im Blütenbausch posieren, bald,
weil sie meinen, dass ein Passant gekichert habe,
sich wieder in betonte Leere einziehn.

Weitere Informationen

  • Zeitschrift: Ensemble. Ein Schweizer Beitrag zur zeitgenössischen Lyrik (1), Bern: Bentele, 1958, S. 58
  • Letzter Druck: Verstreutes
  • Textart: Verse
  • Endfassung: ja
  • Strophen: ja
  • Signatur: D-3-b-01/a
  • Werke: Bd. 7, 185
  • Status Text: Definitiv
  • Priorität: Normal
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