GEDICHTE 1960

gedichte kleinTitel: GEDICHTE
Verlag: Claassen Verlag GmbH, Hamburg (1960)
Druck: Poeschel & Schulz-Schomburgk, Eschwege
Inhalt: 46 Gedichte
Textträger: Broschiertes Oktavbändchen, gelber Umschlag, 56 Ss

Vorstufen: Notizbuch 1955-57, 1957-58, 1958-61, Manuskripte 1957, 1958, 1959-60, Typoskripte 1957
Kommentar: Beschreibung

      )

DER TOTE VOGEL

Der Flügelfrühling und die zerstreuten
Federblätter liegen unter dem schwarzen
Ameisenschnee ihres Winters,
der auch dies flache Bild auf dem Boden
05 – vom Herbstrad des Autos schnell
aus dem Stoff und der Farbe des Vorbilds gebildet –
noch schmölze: Wenn nicht das vom Rand
der Straße aufgeworfene Blicknetz des Knaben
es zöge hinein in den Teich
10 der Augen, die jetzt noch blinzeln über
dem Schmatzen, dem Apfelkauen des Mundes:
weit noch vom Traum und vom gewittrigen
Sommer, der das Bild vom Grund, wo es lange
bleibt, wenn es hin und her auf der Fläche
15 geschaukelt und endlich hinab
gesunken, künftig einmal von neuem
deutlich und schwarz überwimmelt heraufspült.

Als ich die Augen auftat in der Kammer,
bekam ich Angst und begann
mich durch das Grabmal langsam aufwärts zu tasten.
Oben richtete ich mir Gemächer,
05 wo ich in schwerem Brokat ging und,
voll Lust zur Übertreibung, eine dreifache Krone trug:
Die Reste von Bescheidenheit,
die ich im Leben von den Alten noch hatte,
ließ ich jetzt ganz weg,
10 da mir die Biegung der Seele so wichtig geworden war seither.
Und nur gelegentlich, zur Entspannung,
befleißigte ich mich der Sprache und Gestik
verzückter Fische,
die einfach, ohne Reflexion,
15 still schimmernd schwimmen.
Bis ich mich schließlich,
nach all den vielen Versuchen,
mein Imperium so darzustellen,
daß keiner, den es ergriff,
20 sich ihm jemals wieder entziehen könnte:
entschied für eines der Bilder,
die lange wirken, auch wenn sie
den Verdacht der bloßen Maskerade auf sich ziehn,
und trat auf die Zinne:
25 Die Flügel noch gebreitet vom Herabflug,
das Schwert der Seuche in die Scheide steckend;
kurz, in der schönen Pose
des nach langem Groll versöhnten,
durch Bitten, Bußasche, Kerzen und Prozessionen endlich beschwichtigten
30 und so auf dieser hohen Stelle fromm erinnert festgehaltnen
die Stadt beruhigenden Engels.

      )

ORPHEUS IM HAFEN

Hier ist nichts,
was man unbedingt gesehen haben müßte;
nicht Denkmäler wegen gefällt es mir hier;
sondern weil es Stunden gibt,
05 wo du hier tiefer in Venedig bist als selbst am Rialto:

Am Herbergshügel,
das Ohr dem Klang der Sterne geschärft,
die über den Hafen tönen –
wenn auch zu fern, als daß nicht die Schreie
10 der Lötlampen kälter aus den Docks übers Wasser
hinschliffen und wüchsen.

Klammere dich nicht an meinen Arm;
du sollst dich nicht fürchten,
wenn du das große Gesicht weiß liegen siehst zwischen den Schiffen,

15 mit offenem Mund,
verstummt und wie schlafend.
Du sollst dich nicht fürchten, weil eine geheime
Strömung es sogar in diesen entlegenen Hafen herschwemmte:

Städte und Häfen magst immer du fliehen,
20 ich glaube, immer fände dich's wieder.
Drum sieh drüber weg, und steige ganz auf den Hügel;

von da ist's einfach der Mond,
der bescheiden mit Sternen, wenn du's nur willst,
liegt zwischen den Schiffen im Becken:
25 Du sollst dich nicht fürchten.

      )

DIE STAUBWOLKE

Werfen die persischen Reiter dort drüben
die Wolke am Horizont auf?

Wenn sie heranstöben, wären
sie freilich enttäuscht;
05 denn sie fänden hier nicht den Kaiser
im Purpurzelt, sie fänden
den unrasierten Reisenden nur, von dem sich
kein Genius, sein Gesicht verhüllend, mehr wendet.

Genien verhüllen und wenden
10 sich nur in purpurnen Zelten.
Aber die Luft
entwich längst aus den Reifen.
Und schösse auch eine Lanze
heraus aus der Wolke,
15 sie durchschlüge einen rostigen Kühler.
Und löste sich trotzdem die Ordnung
des Heers auf, so doch nur,
damit es sich um den Wagen versammle: die Marke,
das Baujahr, die Zahl
20 der Pferdekräfte zu sehen.

Doch wahrscheinlich wirft niemand mehr Lanzen,
wahrscheinlich haben alle neuere Wagen
gesehen und fahren in Panzern vorüber …

Sind die persischen Reiter,
25 der Genius und das purpurne Zelt,
sind sie Julians,
sind sie sein eigener Tod, den die Wolke
vom Horizont dort drüben heranträgt?

Wer es vermöchte,
dich hinauszuführen zum Schilfplatz,
wo der schlammbärtige Greis einen Moment
innehielte im Ausgießen des Flußkrugs,
05 um, wenn auch umsonst, zu entdecken,
warum du hier stöhnend am Baum stehst:

Wer dies vermöchte,
dem bliebe erspart,
in der Lapislazulihöhle der Kirche
10 aufzuzucken unter dem Schwirren
eines jeden einzelnen Pfeils,
der aus dem Hinterhalt der Gebete
deinen Leib trifft.

Dort draußen schwängen die Engel
15 sich von den Zweigen, zu trocknen
mit Linnen dein Blut,
so daß noch stummer stünde das Staunen des Greises.
Wenn er dich auch vielleicht, mit Mühe, endlich erkennte,
so erkennten dich kaum je die verdrängten
20 Luftgeister, Flußfrauen, Dryaden:

Wer es vermöchte …

      )

DIE MÜNZE

Zweifelst du, Leser von Büchern, nur darum
nicht am Dasein dieses Menschen,
der neben der Frau im Garten sein Bier trinkt
und neben dem sommersprossigen Söhnchen,
05 das, den Mund von Erdbeereis ganz überschmiert,
aus Biertellern ein Haus baut:

nur darum nicht,
weil manchmal eine Bewegung
seiner Schulter ihn als den Sohn der Sonne verrät,
10 der auf Emesas Mauer den Purpur sich umwirft;
nur darum nicht,
weil manchmal ein Glanz im Winkel des Augs
und ein Zucken im Winkel des Munds
ihn als den gleichen Cäsar verrät, der am Fenster
15 des Palasts in Lutetia erstmals den Ruf
hört: Augustus –?

Zweifelst du nur darum nicht, Leser von Büchern,
weil der Jubel des Kindes über das Haus
aus Biertellern sich verrät als der Jubel
20 der Legionen für Spenden,
das Lächeln der Frau als das Lächeln der neu erhöhten Augusta,
die Schaumkrone des Biers als der Lorbeer?
Zweifelst du, Leser von Büchern,
nur darum nicht am Dasein dieses Menschen?

25 »Nein, es ist die uralte Münze,
und diese Lösung hat sie für einmal gereinigt: Kann sein,
daß eine schärfere Lösung ein genaueres Bild gibt.«

      )

DIE SIBYLLE

Nur in den ersten
Nächten des Frühlings erregt
der Gesang der Sibylle:
»Wie unter Tiburs Bäumen,
05 wenn da der Dichter saß
und unter Götterträumen
der Jahre Flucht vergaß …«
die Gebirge zum Grünen.

Treibt den einen in die Hotelbar, die
10 von Lippenrot heißen
Schnäpse zu trinken.

Den andern erregt er,
die rauhe Uralte
selber im Tempel zu suchen: Sie hat sich
15 in der Cella verborgen.
Und voll
strahlt jetzt erst der Mond. Die Hänge
dampfen; die Droge
wäre jetzt wohl am stärksten.

20 Doch ihn erschrecken
Ruinen schon wieder, und Blüten
fand er so üppig sonst nur auf Gräbern.
Sogar die Kaskaden, sie fallen
stumm vor der Stimme,
25 die aus der Cella
»Wenn ihn die Ulme kühlte
und wenn sie stolz und froh
um Silberblüten spielte,
die Flut des Anio«
30 im Wachtraum heiser herabschreit.

Die Fischhändlerin leert
den Eimer aus auf die Straße: das Wasser
kommt nicht auf gegen den heißen
Asphalt und ist, kaum
05 er es nur begriff, schon verdunstet.

Der Fisch aber war
gerade so weit,
als man ihn fing heute früh:
»Seit ich einmal ins Licht
10 und in die Wärme hinaufstieß,
von wo vor langem der Hochfisch, der seither,
Seesterne im Ohr, auf der Brust
Polypen, im Grund liegt,
herabgestürzt war:

15 Seit ich einmal hinaufstieß,
fürchte ich mich: Das Kühle
war nicht mehr da. Mir erstarrten
die Kiemen. Die Flossen
fanden nicht Widerstand mehr,
20 sich voran zu bewegen …

Gehn wir alle dorthin und verlieren
wie der Hochfisch Kiemen und Flossen?
Der Hochfisch war Übertreibung. Unten
muß man bleiben und die
25 verdächtigen Höhen vermeiden.
Wohnen will ich von morgen
an in seinem noch freien
Ohr, wo die Erinnerung
Ansporn und Warnung zugleich ist … « // 013

30 Gerade so weit war der Fisch,
als man ihn fing heute früh.
Doch das Wasser, das die Händlerin ausgießt,
kommt gegen den heißen
Asphalt der Straße nicht auf
35 und ist, kaum er es nur
begriff, schon verdunstet.

      )

DAS GLASHAUS

Die Engel öffnen
zwar täglich sein Glashaus, aber nur,
um ihn schnell in die Lüfte
zu tragen, bis ihn der Wipfel
05 peitscht und er fürchtet,
hinab in die Öllache vor der Garage zu stürzen.

Dort hupt man und ruft
und hört nicht den Zank,
den die Nachbarsengel mit seinen Engeln aufrühren, 
10 die heftig auf- und abfahren und zerren
und ihn wirklich fallen ließen, beinahe.

Doch wieder sicher im Glashaus, zerschlägt er,
als er die Hand hebt, um einen,
der vorbeigeht, zu grüßen, die Wand
15 und wirft ihm die Scherben
grad ins Gesicht,
so daß er das Blut
mit dem Taschentuch von der Stirn wischt und wegläuft.

Seine Engel schweigen; aber
20 sie werden die Last, eine neue
Scheibe zu schneiden, zu kitten,
morgen heimzahlen beim AuffIug.

Das Mädchen weint am Morgen und trinkt seine Milch und
vergißt den nächtlichen Löwen.

Aber in der nächsten Nacht kommt aus der Ecke
hinter dem Schrank ein anderer Löwe hervor
und erfüllt das Zimmer mit der Schnauze und mit der Mähne.
05 Und das Mädchen küßt ihn, wenn es auch zittert.
Und zum Lohn verwandelt sich der Löwe zum Prinzen.
Aber Prinzen vertragen Küsse nicht besser als Löwen:
Er erstarrt und liegt, ein Steinblock, in der Ecke des Zimmers.

Das Mädchen weint am Morgen und trinkt seine Milch und
vergißt den nächtlichen Löwen.

10 Aber in der nächsten Nacht wird es den neuen Löwen doch wieder küssen.
Bald liegen die Findlinge in allen Ecken des Zimmers,
zurückgelassen von den nächtlichen Gletschern.
Die Besucher tun, als ob sie nichts sähen;
sie wissen ja nichts von der Sekunde des Prinzen.

15 Das Mädchen weint am Morgen und trinkt seine Milch und
vergißt den nächtlichen Löwen.

      )

QUASI MORTO

Ich habe den Berg mit dem weißen
Parthenon vergessen.
Und das Haus des Erechtheus mit den Karyatiden
hab ich vergessen.
05 Hör ich das Wort Erechtheion,
seh ich deinen gestreiften Pullover
zwischen den Karyatiden,
quasi morto.

Jetzt, im Sand des saronischen Golfs ist unser Irren
10 zwischen Phaleron und Piräus nur noch ein Stummfilm,
unser erster Gang zum Lykabettos (oder wars zum Hymettos?)
ein Sandspiel der Kinder.

Quasi morto,
im Sand des saronischen Golfs
15 schmeckt mein Mund dein Ohr
salzig und schmeckt mein Mund
Salz und Öl deiner Schulter.

Quasi morto, 
voll ist dein Ohr am saronischen Golf von den Bienen,
20 voll vom Gesumm des Hymettos.
Ich habe die Namen vergessen:
Athen, Lykabettos, Hymettos,
Phaleron und Piräus,
Salz und Öl deiner Schulter im Mund
25 und das Summen im Ohr, in deinem, in meinem,
der Bienen des fernen Hymettos.
0, quasi morto.

      )

WINDMÜHLEN I

Der Wind vom Gebirge ist kalt,
sie weichen vom Sandstrand aus
und küssen sich in der Grotte.

Der Wind vom Gebirge ist kalt,
05 aber nur er weckt die toten
Rosen: sie blühen nur in der Drehung,
sausende Rosen des Winds, aus dem Grund
Wasser aufsaugende Rosen.
Sie riechen den Duft nicht, bevor
10 die Sonne, rot geworden, vom Tisch fällt.

Jetzt frieren sie vor der Grotte; die Rosen
erloschen auch für sie, die allein
sahen rot sausen das Beet bis zum Gebirge.

Der Wind vom Gebirge war kalt.
15 Sie wichen vom Sandstrand aus
und küßten sich in der Grotte.
Sie kommen schon aus der Grotte.
Die kalte Stunde des Winds
vom Gebirge allein ist die Stunde der Rosen.

      )

WINDMÜHLEN II

Die Woge der Nymphen floh mit dem Wind vorm Meerbeben landeinwärts.
Das Rotlicht hielt auf an der Straße und staute die Woge der Nymphen.
Denn die Wagen rasten nach dem Wasserwochenende zurück in die Stadt,
und es gab kein Schild «Nymphenwechsel«.

05 Die Woge der Nymphen stand. Aber ihr Fragen
«Warum nicht weiter?« dreht sich, Windmühlen, im Wind immer weiter.

Der Sturz der Giganten brach mit dem Sturm jenseits vom
Berghang, die Bräute zu holen.
Das Rotlicht hielt sie auf an der Straße und staute den Sturz der Giganten.
Denn die Wagen rasten nach dem Wasserwochenende zurück in die Stadt,
10 und es gab kein Schild »Gigantenwechsel«.

Der Sturz der Giganten stand. Aber ihr Zürnen
»Warum nicht weiter?« blieb, Felsblöcke, liegen.

Die Wagen rasen noch heute nach den Wasserwochenenden
zurück in die Stadt.
Sie meinen, die Windmühlen, die Felsen
15 bleiben, bloß weil Rotlicht ist, gegenüber einander
stehn an der Straße für immer, für immer.

Der Mond blieb in den Wolken hängen,
sie flackern über den Arkadenhof.
Die Gloriole der Madonna in der Ecke
verzichtet zu erhellen den Arkadenhof.

05 Die zwei Soutanen verbietens,
sie fahren aus dem Tor, verdunkeln
mit großem Flattern den Arkadenhof.

Der Mond fiel in die zwei Soutanen.
Sie flattern von seinem Flackern und befehlen
10 der Gloriole: ›Bleib geduckt!‹,
›Bleib finster!‹ dem Arkadenhof.

Die Wolken fahren leer,
und die Soutanen flattern,
gefangen ist der Mond und treibt mit Flackern
15 die zwei Soutanen über den Arkadenhof.

Eine Muschel ist die Galleria Umberto;
wer hat sie an einem Faden
hieher aus der Bucht gezogen, hieher,
den Wagen und Menschen quer in den Weg?

05 Eine Muschel ist die Galleria Umberto.
Wer hat sie hieher aus der verborgenen Bucht,
wer hat sie hieher an einem roten Faden gezogen?

Aber ein Kamm läuft quer über die Muschel,
schwarz glänzt er im Regen,
10 den Wagen, den Menschen quer übern Weg.
Am schwarzen Kamm ist der rote Faden verknotet.
Eine Muschel ist die Galleria Umberto.

      )

DIE GRILLE

Tief in der Höhle singt die Grille ihr Lied,
zu tief, trifft nimmer die Welle, die zittert,
gespiegelt von weitem über die Wölbung der Höhle.

Zu niedrig glimmt der Grille Lied in der Höhle
05 und trifft nicht die Welle.

Zu tief sitzt die Grille,
zu tief in der Höhle und singt,
singt ihr Lied,
das niedrig glimmt und nicht trifft die Welle, die zittert.

      )

DIE GLÜHWÜRMER

Duft wogt in Schwaden aus dem Holunder,
Duft wogt des Nachts und betrübt mich.
Die Schwaden rufen die Funken aus dem Holunder.
Der mich betrübt des Nachts,
05 der Duft begeistert die Funken.

Ein Brüllen zerfetzt den Holunder.
Duft wogt des Nachts,
der Elefant liegt tot in den Schwaden.
Der Duft betrübt mich, begeistert die Funken.
10 Tot liegt in den Funken des Nachts,
tot liegt der Elefant im Holunder.

      )

WARNUNG

Der Stier steht im Eingang des Schuppens
und tritt nicht ein: Er fürchtet
deine Hummel weniger als das Blinken der Scherbe. Lenke
deine Hummel vorbei auf die Scherbe!
05 Sie sticht sie nicht.
Aber wenn sie den Stier sticht,
dreht er sich um und ertränkt
dein Ohr im Brüllen. Und nie
hörst du wieder das Brüllen des Stiers im Eingang des Schuppens.

      )

DER STIERKÄMPFER

Du läßt dich, Stier,
zurücktreiben zur Säule und stehst
und senkst deine Hörner?
Die Hieroglyphen
05 glänzen über die ganze
Säule. Wir können
sie beide nicht lesen.

Ich knie vor dir, Stier,
ich komme mit meinem
10 Gesicht ganz nah deiner Schnauze:
Packe mich, Stier, du sollst
dich nicht fürchten, nicht weichen.
Die Hieroglyphen
glänzen über die ganze
15 Säule. Wir können
sie beide nicht lesen.

Ich vergesse dich, Stier,
ich vergaß die Leute, die schreien.
Blut rinnt mir fern über den Schenkel.
20 Ich ziele, ich treffe, ich steche.

Die Hieroglyphen
glänzen über die ganze
Säule. Wir können
sie beide nicht lesen.

      )

DIE TRUHE

Du kannst kaum noch atmen. Die andern
Kinder haben den Speicher
verlassen. Du hörst von der Treppe
deinen Namen. Hart
05 stößt es dich ins Gesäß. Ein Hund
ist hier vor Jahren verendet. Schneller
als du. Du stemmst dich noch gegen
den Deckel der Truhe und hast
wieder Luft. Aber
10 dein Arm ist zu schwach.

In der Nacht wirst du noch hören, wie jemand
kommt und die Maske des Gärtners, die Maske
der Gärtnerin aus dem Schrank holt.
Aber du wirst nicht mehr
15 rufen und dich nicht mehr gegen den Deckel der Truhe
stemmen. Du wirst das Rascheln, das Kichern
eben noch hören. Und dann,
bevor du erstickst, das Knarren, das Rascheln,
das Kichern hören herauf von der Treppe.

      )

DER TELLER

Nimm den Teller vom Tisch,
trag ihn durch die Kammern.
Lass dich durch den Staub, die
Spinngewebe, das Sägemehl nicht beirren.
05 Nicht durch das alte
Gift, nicht durch den Speck,
der aus den Mausefallen heraufstinkt.

Ruh auf keinem Sessel aus, er bricht,
die Federn stechen dich ins Gesäß.
10 Geh durch die Zimmer weiter, verschütte
die Suppe nicht; erst am Ende, wo die Bilder des toten
Zaren und der Zarin fast schon
unkenntlich unter verstaubten
Scheiben hängen, dort in der letzten
15 Kammer stell den Teller nieder in die Asche: iß!

      )

DER DAMM

Den Vögeln sind die Federn verklebt,
Sie sitzen fest auf dem öligen Wasser.
Geh schnell, denn du weißt nicht,
wann das ölige Wasser den Damm überspült.
05 Sing, denn du weißt nicht, wann deine Stimme
im Kreischen der Vögel versackt,
wann ins ölige Wasser der Damm,
wann zu den Tankern der Damm, deine Stimme hinabsackt.

Ich reibe mir am Morgen die Augen.
Aber der Fahrer
sieht im Kofferraum hinter Kanistern
ohne Grausen den Schädel.
05 Wer bringt ihn jetzt heimlich hinein, damit keiner
ihn sieht, bevor man ihn ausstellt auf dem Altar in Konstantinopel?

Aus dem Kofferraum nimmt
der Fahrer den Schädel und wickelt
ihn in seine Decke und legt ihn
10 neben sich auf den Sitz und fährt
ohne Grausen davon und hinein nach Konstantinopel.
Ich stehe hellwach im Morgen.

Das Grab haben sie heut
in Alexandrien geöffnet. Der Wind
treibt den Geruch
über die Pharen aufs Meer.

05 Ein Beet weht nach Cypern und weckt
den Hirten am Berggrab auf Kreta. Das Grab
haben sie heut in Alexandrien geöffnet. Sie stehlen,
sie tragen den Leichnam zum Meer.
Der Geruch verrät ihn den Inseln und schwillt
10 auf und bildet
und wölbt in der Adriabeuge Venedig.

Nachtwandrer, wohin
willst du vorüber?

Am Saum des Moors Schlaf
flieh ich vorüber aufs festere
05 Wasser: dort strandet
eben am Riff ein Schiff und ruft mich.

So gib mir, Nachtwandrer, schnell
die Hand in das Moor Schlaf
heraus, gib mir deine Hand!

10 Nur mit dem Finger rührt er mich an und geht
schon schnell übers Meer. Doch ich sitze
geheilt im Morgen, der schnell
fährt. Und herein
fährt das Schiff, das der Wandrer im Fliehn
15 wegzog mit dem Finger vom Riff und, ein Spielzeug, herein
stieß in das Geschrei der
entgegenlaufenden Kinder.

Die Lagune stinkt.
Jeder Wellenschlag schwemmt
Kot an die Stufen von Santa Maria della Salute.
Die alte Frau im Motorboot hält sich
05 die Nase zu. Aber sie freut sich, daß die Paläste
einzustürzen beginnen.
So wird man den Leib des heiligen Markus
vielleicht wieder finden.
Die Kanoniker, die ihn bewahrten,
10 sind alle gestorben. Man hatte
kein Geld für neue, denen
sie ihr Geheimnis hätten weitergegeben.

Die Arbeitslosen auf den zerbröckelnden Brücken
wagen einander nicht anzusehen und angeln
15 Konservenbüchsen. Viele
gibt es von damals, als noch die Fremden
herkamen. Inzwischen freilich
ging der Leib des heiligen Markus verloren. Und jeder
fürchtet den Tod in der Jauche, die schon
20 allmählich erstarrt. Die Lagune
stinkt.

Die Tauben
steigen vom Platz
auf und gurren und wundern
sich mit wirrem Flügeln, warum
05 einer, der nicht einmal Flügel
hat, nicht bleibt auf dem Platz und sie füttert.
Warum er steigt auf Gerüste und baut
Türme.

Sie bedenken nicht, daß für Maurer
10 Türme zu bauen sich lohnt, fehl
zu treten, zu stürzen. Am Schopf
faßt sie die Hand des Luftgängers,
des heiligen Markus und legt
sie sacht hin auf den Balken.

15 Der Schopf schmerzt nachher noch lang.
Und die Tauben
gurren und wundern
sich mit wirrem Flügeln. Sie sehen
den Luftgänger nicht, den heiligen Markus. Der Maurer
20 sieht ihn auch nicht. Aber
er hält sich erschrocken am Balken
und froh: Sein Schopf schmerzt.

Ein Stein trifft den Spiegel. Du siehst dich,
geflügelter Löwe, im Spiegel.
Er bricht, und der Henker
bohrt dir das Holz in die Augen.
05 Es splittert. Er will
dir die Flügel abhacken. Das Eisen
schmilzt. Du brauchst nicht
zurück nach Venedig. Du bist
der geflügelte Löwe geblieben.

10 Ein Stein trifft den Spiegel.
Aber das Eisen, das Holz
haben dich trotzdem erkannt.
Venedig ist nur ein Spiegel.
Die Säule ist hoch.
15 Die Flut reicht nicht an die Augen,
reicht nicht an die Flügel.
Erschrick nicht und sieh dich an,
geflügelter Löwe, im Spiegel.
Ein Stein trifft den Spiegel.

Das rostige Dampfboot rührt um
den Kanal und stößt vor sich her
die Melone und stößt sie
die Treppenstufen hinauf.

05 Der Gassenjunge tritt die Melone, sie geifert,
sie quietscht, sie kollert
hinein in die Lücke. Da klafft
die Gruft, da liegen die Knochen
der Dogen, da liegt das Gebein,
10 da liegt an der faulen
Melone der Schädel des heiligen Markus.

Du hingst am Balken. Der Regen
hatte dein Bild
gelegt in den Lehm.
Du fielst in dein Bild.

05 Doch der heilige Markus schickte ein kleines
Papierschiff über das Bild und
fing dich auf, und du kamst,
eben noch ehe,
vollgesogen, es sank,
10 heil aus dem Bild.

Der Motor liegt still.
Schaukeln und Rufe
vom Steg: man hat ihn gefunden!
Schaukeln und Rufe, Gestank der Fische, des gelben
05 Leichnams. Die Kapelle
ist hell und voll Rauch.

Der Motor springt an, und ich fliehe
vor den Rufen und vor dem Gestank
der Fische, des gelben
10 Leichnams, erbreche
übers Geländer und schmecke
neu und nüchtern das Meer im Vorhof Lagune.

Keiner zieht den, der im Boot sitzt,
eben vorm Sinken heraus,
es sei denn der heilige Markus.

Wessen Flehn ihn aus dem Gewölk
05 aus Gewittern und mächtiger Täuschung
herzog, der griff auch die Lichthand
und stieg hinüber und ließ
sein Votivbild am Pfeiler.

Das Boot
10 versteht es nicht mehr und wühlt
die Wellen und schlägt, bis er fällt, an den Pfeiler.
Verdorrt liegt dahinter der Leichnam.
Die Hand
hält keinen mehr, alle ertrinken.

15 Denn niemand zieht den, der im Boot sinkt,
eben heraus vorm Ertrinken,
es sei denn der heilige Markus.

      )

DER BRAND

Das Hochparterre brennt.
Die Kinder
bleiben auf dem Teppich sitzen und spielen.
Das Feuerwehrauto
05 hält am Haus, die Spritzen
ermuntern die Flammen.

Die Kinder bleiben sitzen und spielen,
obwohl man sie ruft und die Leiter
anlegt: Die kahlen
10 Bäume wehren im Garten dem Himmel.
Die Kinder bedürfen
sonst keiner Rettung.

      )

DIE GOSSE

Der Schnee begann gestern abend zu schmelzen. Ich sitze
da in der Gosse, die Wagen
spritzen mich an. Die Leute
fahren vom Theater nachhaus. Und mir
05 fliegt vom Baum die Zikade,
die kein anderer sah,
herab in die offene Hand und
singt, solang ich es will.

Das Theater ist lange geschlossen. Ich sitze
10 in der Gosse und halte
ausgestreckt meine Hand, sie wird nicht
müde: es singt
meine Zikade.

      )

UNFALL

Das Motorrad
wirft ihn ab in die Pfütze:
Meer, Meer. Der Rock
saugt sich voll mit hinter den Rand
05 fallender Sonne.

Die zerschlissnen
Gesichter werfen ihm in die Pfütze
Gelächter zu. Der Rock
saugt sich voll mit hinter den Rand
10 fallender Sonne.

Er liegt in der Pfütze, gluckst,
und eine Blase. Das Mädchen
trat im Sommer am Strand
auf die Qualle, wartete, bis er da war.

15 Das Motorrad
wirft ihn ab in die Pfütze. Das Mädchen, zerschlissen,
wirft ihm Gelächter zu, eine Kußhand. Er liegt
im braunen Wasser, gluckst, eine Blase:
Meer, Meer und hinter den Rand
20 torkelnde Sonne.

      )

AM FLUSS

Seit gestern
sank und versackte der Fluß,
begannen die Fische, begann
der Unrat zu stinken.
05 Der trunkne Radfahrer stieß
auf dem Heimweg vom Ball
mich an, ich erwachte, fand
den verfärbten Kadaver
in fauligen Kleidern. Braune
10 Lachen allein
dampfen noch hier, dampfen dort.
Die Mücken toben. Zum Brechen
reizt der Gestank.

      )

DAS MOTORRAD

Das Motorrad ist rostig. Sein Lärmen,
näher tönt es dem Lärm
bizarrer Vögel des Urwalds.
Er ist verwest, und eine Minute vor dem Gewitter
05 dringt aus dem Pflaster der Dunst.

Das Motorrad ist rostig, und wer
wird es erkennen, sobald es
an einem riesigen Farn lehnt? Dann lärmen
einzig die Vögel, der Urwald
10 nährt die nächste Verwesung.

      )

FALLSCHIRMSPRINGER

Die Fallschirmspringer
schlingern in den Drehwindwirbeln und sind
erst unten am Boden
nüchtern. Die Boote
05 sind leck, und die Inselbewohner
vermissen das Wissen,
Boote zu bauen, nicht mehr.

Die Fallschirmspringer
bringen die weißen
10 Zelte. Aufgerichtet
riechen sie nach den Gewürzen, welche die Priester
gemischt für das Fest
der gefallenen Engel. Die sind,
unten am Boden,
15 schon nicht mehr nüchtern: Geruch
der Gewürze, Trommeln, Trommeln, Gestampf.

      )

DER PFEIL

Der Pfeil schwirrt
und fährt entlang den Boulevard
und bleibt auf der Insel im Wipfel
der roten Platane.

05 Das Schwirren, das Seil
zieht entlang den Boulevard
den Autobus über die Brücke zur Insel:
Ich suche den Pfeil
im Wipfel der roten Platane.

10 Die andern Bäume sind alle
noch grün. Und die Drachen
erreichen sie langsam
und hängen
träg in den Zweigen.

15 Mein Pfeil in der roten
Platane ist tot.
Der Autobus fuhr zu langsam.

Was nicht leicht herabfällt,
das ist eine Taube; man glaubt,
man hat sie schon in der Hand. Dann ist es
bloß ein Federball, mit dem zwei Kinder
05 spielten. Es ist eine Büchse
mit dem stinkenden Rest von Sardinen. Man läuft
den Häusern entlang, von denen ein Ziegel
niederhängt mit der Warnung: ›Achtung,
Dachdeckerarbeiten!‹ Trotzdem
10 hofft man immer, es falle
die Taube herab in die Hand
und sträube die Federn. Doch eher
ist es ein Blumentopf, den die Putzfrau
leichtsinnig vom Sims stößt, der einen
15 erschlägt …

Du lachst: nie hab ich auf eine
Taube, nie auf das Schwirren, das Fallen
der gesträubten Federn gewartet. – Ich will,
ohne zu wissen warum,
20 mit geöffneter Hand die Häuser
entlang laufen, auch wo man Dächer
neu deckt und wo der Schnee in großen
Brocken rutscht und poltert. Ohne
zu wissen warum. Denn was niemals, was nicht
25 leicht herabfällt, das ist eine Taube.

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DAS SCHWARZE PAPIER

Das schwarze Papier,
ein Wind trägt es in den Graben am Gehsteig,
in den Staub, der
aus der Baugrube herüber
05 kam: Es war darin eine
Lokomotive zum Spielen
verpackt. Wer kann es
noch fassen im Graben,
im Staub, der herüber
10 aus der Baugrube kam? Ein Wind
hat es, das jetzt schmutzig ist und zerrissen,
gefaßt und getragen, entzogen,
das schwarze Papier.

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HOLZ

Holz unterm Wasser
leuchtet Phosphor, es wird
nicht in Feuer
ausbrechen. Die Flut
05 bleibt und hält es bedeckt. Das Schiff
fährt schnell, und ich kann
meinen Anker nicht werfen
als Angel, das Holz nicht
herauf und an mich ziehn.

10 Dann bräche es gleich
aus in Feuer, verbrännte
das Schiff. Das schwingt jetzt den grauen
Schleier über den Himmel. Ich schreie
nach Ebbe. Man hat
15 den Mond weggenommen, die Flut
bleibt, unaufhörlich
tanzt man im Dunkeln betrunken
auf dem Verdeck. Mein Anker
trifft nicht und faßt nicht als Angel
20 das Holz, das Phosphor
leuchtet unter dem Wasser.

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ROSSE

Unten im Keller des Turms
gehen die Rosse rundum.
Sie pumpen das Wasser, es rinnt
von der wiegenden Spitze. Wir sitzen
05 im Zimmer, wir sprechen
und trinken ein Bier nach dem andern,
wir rauchen schnell Zigaretten.

Unten im Keller des Turms
laufen die Rosse rundum.
10 Das Wasser stürzt, Katarakt,
von der wankenden Spitze.
Wir irren im Zimmer, wir halten
uns an den Wänden, wir flüstern, das Bier
ist verschüttet. Wir rauchen in kurzen
15 Zügen die letzte Zigarette. Der Mond
schwimmt weg, damit ihn die Spitze
nicht aufritzt.

Unten im Keller rasen die Rosse
rundum und schwitzen.

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STEINE

Da liegen geädert die Steine
aus dem geleerten
Bergwerk. Saum des Trottoirs.
Saum des geleerten Ägyptens.

05 Du fährst am Abend wie immer
mit der Kutsche entlang
der Promenade zum Meer.
Aber am Morgen weckt dich nicht mehr das Scheppern
der Eimer und das Fegen der Besen am Pflaster.

10 Die Wüste kam über die Gärten, betäubte
die Steine, Saum
des Trottoirs, Saum des geleerten Ägyptens,
Echo des Hufschlags von den Mauern. Geädert
lägen darunter die Steine. Sie liegen,
15 wieder betäubt, für dich da im entleerten,
im verschütteten Bergwerk Ägypten.

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KARDINAL

Seine Robe rollt,
wenn er im Park spaziert,
bis fast ins Meer,
das ihn violett zurück ins Zimmer mahnt.

05 Eh er sich aber ganz gewendet,
bezaubert ihn das Sternbild, das,
die bunten Lichter wechselnd,
aus dem Dunstsaum schnell herauffährt.
So schnell, daß er Sankt Nikolaus bäte,
10 es aufzuhalten,
wenn er nicht wüßte,
daß es täglich um diese gleiche Stunde unaufhaltsam
hier durch nach Rom fliegt.

Statt seiner Robe bleibt das Rosenbeet
15 am Strande ausgebreitet,
wenn er im kleinen Kleid Zitronensaft
trinkt und beschwört die ruhigeren Bilder,
daß sie bleiben, bleiben.

Da doch manchmal schon Matrosen
20 ganz nah heran auf Paddelbooten kommen
und ihn zusammen mit den Pfauen knipsen
und ihm freundlich »Dann eben nicht« zurufen,
wenn er mit Würde ihre Zigaretten ablehnt …

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CHIRON UND ACHILL

CHIRON: Ich glaube, ich habe dich jetzt alles gelehrt, was ich dich lehren kann.

02 ACHILL: Heißt das, daß du jetzt nicht mehr mit mir sprechen willst?

03 CHIRON: Das heißt es nicht. Aber es ist nicht mehr nötig, so wie es diese drei Jahre lang vielleicht nötig war.

04 ACHILL: Nein, erst jetzt fängt unser Gespräch an interessant zu werden, seit du vor vierzehn Tagen das erste Mal die Leier weglegtest.

05 CHIRON: Nur die Leier konnte ich dich lehren. Daran hatte unser Gespräch Halt. Ohne sie bedürfte es eines Aufwands von deiner und meiner Seite, von dem ich nicht weiß, ob du bereit bist, ihn zu leisten. Und ich glaube auch gar nicht, daß du ihn leisten sollst. Ich habe erreicht, was ich wollte, was ich erhoffen durfte; du brauchst mich nicht mehr.

06 ACHILL: Du willst mich verlassen?

07 CHIRON: Du bist es, der den Abschied wilL Nur weil du jung und zutraulich bist und weil man dir viel von Dankbarkeit und Treue gesprochen hat, willst du es im Augenblick nicht wahrhaben. Aber das gibt sich schnell. Es ist genau umgekehrt: ich bin der, welcher dich bitten möchte, dessen Seele bittet, den Abschied aufzuschieben, weiterzuleben mit mir wie bisher.

08 ACHILL: Aber das will ich doch.

09 CHIRON: Es ist nicht möglich, nachdem ich die Leier weggelegt habe. Du schaust mich an, Achill! Stört dich, daß ich ein Kentaur bin?

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