Kein Datum ! . . . ( 09.01.1959 *)

Warnung (a*)

Hüte dich, den verirrten
Stier mit dem vergifteten
Pfeil zu treffen. Du rächst dich,
weil er dir entlief. Und er steht
05 starr am Eingang der Höhle,
dringt nicht ein, um zu weichen vor
deinem vergifteten Pfeil.

Ziele vorbei, und dein Pfeil
versinkt in der schwarzen
10 Watte. Den Stier aber
meide, kaum dass sein Fell du geritzt, // 062
würde wenden der Pfeil
und träfe dich selber. Im Sirren
des Insekts ertränke für immer
15 dein Gehör.


Seite 061 (A-5-d_04_061.jpg)

Warnung

Hüte dich, den verirrten

Stier mit dem vergifteten

Pfeil zu treffen. Du rächst dich,

weil er dir entlief. Und er steht

05 starr vor d am Eingang der Höhle,

dringt nicht ein, um zu fliehen weichen vor

deinenm vergifteten Pfeil.

Ziele vorbei, und dein Pfeil

versinkt in der schwarzen

10 Watte. Den Stier aber

scheue

meide, kaum dass sein Fell du geritzt, //

Seite 062 (A-5-d_04_062.jpg)

würde wenden der Pfeil

und träfe dich selber. Das Sirren
und träfe dich selber. Im Sirren

des Insekts ertränke für immer

15 dein Gehör.

 

  • Besonderes:

    Datierung entsprechend (B).
    Das Motiv geht vermutlich auf eine Legende von St. Michael zurück; vgl. Legenda aurea 1925, S. 744:

    Nun war im Jahre des Herrn 390 in der genannten Stadt ein Mann, der hieß Garganus, nach dem war der Berg genannt […]; der hatte eine unermeßliche Schar Kinder und Schafe. Da diese einst auf der Seite des Berges weideten, geschah es, daß ein Stier von den andern sich schied und den Gipfel des Berges erklomm. […]; da nahm der Herr eine Schar Knechte und suchte den Stier auf unwegsamen Pfaden, und fand ihn endlich auf dem Gipfel des Berges vor dem Eingang einer Höhle. Da ward der Herr ungeduldig […] und schoß auf ihn mit einem vergifteten Pfeil. Aber der Pfeil flog auf den Schützen zurück, als hätte ihn ein Wind gewendet.

  • Letzter Druck: GEDICHTE 1960
  • Textart: Verse
  • Datierung: ohne Datumsangabe
  • Fassung: Erste Fassung
  • Strophen: ja
  • Schreibzeug: Bleistift
  • Signatur: A-5-d/04
  • Seite / Blatt: 061, 062 (oben)

Inhalt: 87 Entwürfe zu 82 Gedichten (3 Endfassungen), Motiv-Notizen
Datierung: 18.6.1958 – 15.1.1961
Textträger: Schwarzes Notizbuch, karierte Seiten, Bleistift, S. 188 (V.4) - 189 blauer Stift
Umfang: 192 beschriebene Seiten
Publikation: GEDICHTE (28), Flussufer (18 Gedichte), Verstreutes (1)
Signatur: A-5-d/04 (Schachtel 29)

Bilder: Ganzes Buch (pdf)
Spätere Stufen: Manuskripte 1958, 1959-60, 1961, Typoskripte 1958, 1959, 1960, 1961
Kommentar: Ab S. 192 Motiv-Notizen, von hinten her eingetragen
Wiedergabe: Edierte Texte, Abbildungen, Umschriften (ohne die Motive)

Weitere Fassungen

Notizbuch 1958-61 (alph.)
Notizbuch 1958-61 (Folge)
Suchen: Notizbuch 1958-61