Kein Datum ! . . . ( 30.04.1957 *)

[Notate I (Legenda aurea)]

01 „Es war eine Jungfrau, Constantia mit Namen, des Kaisers Constantini Tochter, die war gar siech am Aussatz; da hörte sie von der Erscheinung, die an Sanct Agnes Grabe war geschehen. Und ging zu dem Grabe und entschlief daselbst im Gebet. Da sah sie im Traum Sanct Agnes, die sprach zu ihr, Sei standhaft, Constantia, und glaube an Christum, so wirst du alsbald gesund! Von dieser Stimme erwachte sie und empfand sich gänzlich gesund. Da liess sie sich taufen und baute über Sanct Agnes Grab eine schöne Kirche, und lebte daselbst in Reinigkeit, und sammelte mit ihrem Beispiel viel andere Jungfrauen um sich.“

Leg.aur. S. 136

02 Sebastian und Polykarp zerbrechen mehr als 200 Götterbilder des Stadtpräfekten Cromatius: Das hatten sie zur Vorbedingung sener Heilung gemacht. Er ist aber noch nicht gesund. Es muss noch ein Gemach zerstört werden, wo des Himmels und der Sterne Lauf abgebildet ist. Sehr kostbares Bild. Der Sohn des Cromatius, Tiburtius wehrt sich. Schliesslich gibt er nach. Ein Engel verkündet dem Cromatius die Heilung. Lässt sich aber die Füsse nicht von ihm küssen, weil er noch nicht getauft sei.

Leg.aur. S. 229-30 // 118

03 „Antonius sprach: ‚Recht wie die Fische sterben, wenn sie aufs trockne Land kommen, also verlieren die Mönche ihre Ruhe, wenn sie aus ihrer Zelle kommen und mit den weltlichen Menschen wohnen. – Wer in der Einsamkeit sitzet, der ist dreierlei Kampfs ledig: Sehen, Hören und Reden mögen ihn nicht mehr irren; ihm bleibt allein ein Krieg: wider sein Herz.!“

Leg.aur. S. 124

04 „Einsmals ward er im Geist entrückt und sah die ganze Welt mit Schlingen überspannt, die alle miteinander waren verknüpft. Da schrie er und sprach, ‚O Herr, wer mag diesen Schlingen entrinnen?‘ Da hörte er eine Stimme, die sprach: ‚Demütigkeit‘. – Einst kamen die Engel und führten Antonium hoch auf in die Luft, da waren die Teufel auch da und wollten es wehren, und warfen ihm vor alle Missetat, die er von Kindesbeinen an hatte getan. Sprachen die Engel ‚Der Sünden sollt ihr nicht gedenken, denn sie sind getilgt von der Barmherzigkeit Gottes; wisset ihr aber Sünden, die er getan hat, seit er Mönche ist worden, die saget.‘ Das mochten die Teufel nicht tun; da trugen ihn die Engel ungewehrt zum Himmel empor und wieder hernieder.

L.aur. S. 123 // 119

05 Antonius sieht am Weg in der Wüste eine silberne Schüssel liegen. Er denkt, nur der böse Geist könne sie hieher gelegt haben, ihn zu versuchen. „Da verschwand die Schüssel als ein Rauch.“   [S. 113 Antonius und der Satyr, 7.4.1957]

Leg.aur. S. 123

06 Antonius, von den Teufeln schrecklich gequält, fragt Christus, nach dem Sieg, warum er ihm nicht früher geholfen. Darauf Christus: „ich war bei dir, doch gelüstete michs, zuzusehen deinem Streit; nun aber, da du so mannlich hast gestritten, will ich deinen Namen gross machen in aller Welt.“ 

Leg.aur. S. 122

07 Hilarius v. Poitiers bittet Gott, damit seine Tochter Apia nicht in Versuchung kommt zu heiraten und ihre Keuschheit zu verlieren, dass er sie sterben lasse. Was dann auch geschieht.

Leg.aur. S. 116 // 120

08 Ein Kentaur weist Antonius den Weg zu Paulus, dann ein Satyr, der sagt, als A. fragt, wer er sei: „Ich bin Satyrus, ein Gott der Wälder, nach dem Irrglauben der Heiden.“ – Schon fast wieder in seiner Zelle, sieht A. Engel des P. Seele zum Himmel tragen. Zwei Löwen graben das Grab, da A. kein Werkzeug hat.  [S. 113 Antonius und der Satyr, 7.4.1957]

Legenda aurea, S. 112

09 Nero „gebot, seine Mutter zu töten und aufzuschneiden, damit er sähe, wie er im Mutterleibe hätte gelegen.“ Die Ärzte wollen nicht. Darauf N.: „So machet, dass ich schwanger werde und einen Knaben gebäre, damit ich wisse, wie gross der Schmerz meiner Mutter mag gewesen sein.“  [NB 1957-58, S. 003 Der Frosch, 8.4.1957]

Leg.aurea S. 435 f.

10 „Simon der Magier aber war bei Nero in solcher Gunst, dass man ihn ohne Zweifel für einen Hüter hielt über des Kaisers Leben und Heil und über der Stadt Wohl. Leo der Papst erzählt, dass Simon eines Tages vor dem Kaiser stand, da verwandelte er unversehens sein Antlitz, dass es bald alt, bald jung erschien.“ Nero hält ihn nun für Gottes Sohn.

Leg.aurea S. 429 // 121

11 Simon Magus „bewegte eherne Schlangen durch seine Kunst und machte eherne und steinerne Bilder lachen und Hunde singen.“

Leg.aurea S. 428

12 Nero gebiert einen ihm von den Ärzten in den Leib praktizierten Frosch. Lässt ihn in einem Gemäuer + aufziehen ++. Die von seiner Verfolgung zurückkehrenden Römer finden ihn, verbrennen ihn vor der Stadt. 
+ weiter oben: “
++ weil ihm die Ärzte einreden, es würde daraus ein Knabe werden, er selbst habe bei der Geburt auch so ausgesehen. –   [NB 1957-58, S. 003 Der Frosch, 8.4.1957]

Leg.aurea, S. 436 f.


Seite 117 (A-5-c_10_117.jpg)

01 „Es war eine Jungfrau, Constantia mit Namen, des

Kaisers Constantini Tochter, die war gar siech am Aussatz;

da hörte sie von der Erscheinung, die an Sanct Agnes

Grabe war geschehen. Und ging zu dem Grabe und ent-

schlief daselbst im Gebet. Da sah sie im Traum Sanct

Agnes, die sprach zu ihr, Sei standhaft, Constantia, und

glaube an Christum, so wirst du alsbald gesund!

Von dieser Stimme erwachte sie und empfand sich gänz-

lich gesund. Da liess sie sich taufen und baute über

Sanct Agnes Grab eine schöne Kirche, und lebte

daselbst in Reinigkeit, und sammelte mit ihrem Bei-

spiel viel andere Jungfrauen um sich.“

Leg.aur. S. 136

 

02 Sebastian und Polykarp zerbrechen mehr als 200

Götterbilder des Stadtpräfekten Cromatius: Das hatten sie

zur Vorbedingung sener Heilung gemacht. Er ist aber

noch nicht gesund. Erst Es muss noch ein Gemach zer-

stört werden, wo des Himmels und der Sterne Lauf ab-

gebildet ist. Sehr kostbares Bild. Der Sohn des Croma-

tius, Tiburtius wehrt sich. Schliesslich gibt er nach. Ein

Engel verkündet dem Cromatius die Heilung. Lässt sich

aber die Füsse nicht von ihm küssen,

weil er noch nicht getauft sei.

Leg.aur. S. 229-30 //

Seite 118 (A-5-c_10_118.jpg)

03 „Antonius sprach: ‚Recht wie die Fische sterben, wenn

sie aufs trockne Land kommen, also verlieren die

Mönche ihre Ruhe, wenn sie aus ihrer Zelle kommen

und mit den weltlichen Menschen wohnen. – Wer

in der Einsamkeit sitzet, der ist dreierlei Kampfs

ledig: Sehen, Hören und Reden mögen ihn nicht

mehr irren; ihm bleibt allein ein Krieg: wi-

der sein Herz!“

Leg.aur. S. 124

 

04 „Einsmals ward er im Geist entrückt und sah

die ganze Welt mit Schlingen überspannt, die alle

miteinander waren verknüpft. Da schrie er und

sprach, ‚O Herr, wer mag diesen Schlingen ent-

rinnen?‘ Da hörte er eine Stimme, die sprach:

‚Demütigkeit‘. – Einst kamen Leg. aur. S. 123 die Engel

und führten Antonium hoch auf in die Luft, da waren

die Teufel auch da und wollten es wehren, und warfen

ihm vor alle Missetat, die er von Kindesbeinen an hatte

getan. Sprachen die Engel ‚Der Sünden sollt ihr nicht

gedenken, denn sie sind getilgt von der Barmherzigkeit Got-

tes; wisset ihr aber Sünden, die er getan hat, seit er Mönch

ist worden, die saget.‘ Das mochten die Teufel nicht tun; da

trugen ihn die Engel ungewehrt zum Himmel empor und

wieder hernieder.

L.a. S. 123 //

Seite 119 (A-5-c_10_119.jpg)

05 Antonius findet sieht am Weg in der Wüste eine

silberne Schüssel liegen. Er denkt, nur der böse Geist

könne sie hieher gelegt haben, ihn zu versuchen. „Da ver-

schwand die Schüssel als ein Rauch.“

Leg.aur. S. 123

 

06 Antonius, von den Teufeln schrecklich ge-

quält, fragt Christus, nach dem Sieg, warum er ihm

nicht früher geholfen. Darauf Christus: „ich war bei

dir, doch gelüstete michs, zuzusehen deinem Streit;

nun aber, da du so mannlich hast gestritten, will ich

deinen Namen gross machen in der Welt aller Welt.“ 

Leg.aur. S. 122

 

07 Hilarius v. Poitiers bittet Gott, damit seine Tochter

Apia nicht in Versuchung kommt zu heiraten

und ihre Keuschheit zu verlieren, dass er

sie sterben lasse. Was dann auch geschieht.

Leg.aur. S. 116 //

Seite 120 (A-5-c_10_120.jpg)

08 Ein Kentaur weist Antonius den Weg zu Pau-

lus, dann ein Satyr, der sagtals A. fragt, wer er sei
lus, dann ein Satyr, der sagt, : „Ich bin Satyrus, ein

Gott der Wälder, nach dem Irrglauben der Heiden.“ –

Schon fast wieder in seiner Zelle, sieht A. Engel des P.

Seele zum Himmel tragen. Zwei Löwen graben das Grab,

da A. kein Werkzeug hat.

Legenda aurea, S. 112

 

09 Nero „gebot, seine Mutter zu töten und aufzu-

schneiden, damit er sähe, wie er im Mutterleibe hätte

gelegen.“ Die Ärzte wollen nicht. Darauf N.: „So machet, dass

ich schwanger werde und einen Knaben gebäre, damit

ich wisse, wie gross der Schmerz meiner Mutter mag gewesen sein.“

Leg.aurea S. 435 f.

 

"Simon der Magieraber
10 „Simon der Magier  war bei Nero in solcher Gunst,

dass man ihn ohne Zweifel für einen Hüter hielt über

des Kaisers Leben und Heil und über der Stadt Wohl.

Leo der Papst erzählt, dass Simon eines Tages vor dem Kaiser

stand, da verwandelte er unversehens sein Antlitz, dass

es bald alt, bald jung erschien.“ Nero hält ihn nun für Gottes

Sohn.

Leg.aurea S. 429 //

Seite 121 (A-5-c_10_121.jpg)

11 Simon Magus „bewegte eherne Schlangen durch

seine Kunst und machte eherne und steinerne

Bilder lachen und Hunde singen.“

Leg.aurea S. 428

 

12 Nero gebiert einen ihm von den Ärzten in den

Leib praktizierten Frosch. Lässt ihn in einem Ge-

mäuer + aufziehen ++. Die von seiner Verfolgung zurück-

kehrenden Römer finden ihn, verbrennen ihn vor

der Stadt. 

+ weiter oben: „bedeckten steinernen Gemach“

++ weil ihm die Ärzte einreden, es würde daraus ein

Knabe werden, er selbst habe bei der Geburt auch so ausgesehen. –

Leg. Aurea, S. 436 f.

 

  • Besonderes:

    Die Motive wurden offenbar von hinten nach vorne eingetragen, beginnend beim "inwendigen Licht" und endend bei den Antonius-Legenden.
    Quelle: Die Legenda aurea des Jacobus de Voragine aus dem Lateinischen übersetzt von Richard Benz. Jena 1925.

  • Letzter Druck: Unpubliziert
  • Textart: Prosanotat
  • Datierung: ohne Datumsangabe
  • Schreibzeug: Bleistift
  • Signatur: A-5-c/10
  • Seite / Blatt: 117, 118, 119, 120, 121 (oben)

Inhalt: Notizen, 42 Entwürfe zu 37 Gedichten (1 Endfassung)
Datierung: 6.10.1955 – 7.4.1957
Textträger: schwarzes Notizbuch (Krokodil, Plastik), Bleistift
Umfang: 130 beschriebene Seiten
PublikationDie verwandelten Schiffe (10 Gedichte), GEDICHTE (5 Gedichte), Verstreutes (3 Gedichte)
Signatur: A-5-c/10 (Schachtel 29)

Bilder: Ganzes Buch (pdf)
Spätere Stufen: Manuskripte 1955, 1956, 1957, Typoskripte 1955, 1956, 1957
Kommentar: Die Prosanotate, von hinten her bis S. 117 eingetragen, entstammen der Legenda aurea des Jacobus de Voragine und den religionswissenschaftlichen Studien von Mircea Eliade
Wiedergabe: Edierte Texte, Abbildungen, Diplomatische Umschriften (auch von den Prosanotaten)

Notizbuch 1955-57 (alph.)
Notizbuch 1955-57 (Folge)
Suchen: Notizbuch 1955-57