Donnerstag, 13 Oktober 1955

Gauri Sankar: Maria, Jesuskind und Lamm (a*)

Am Band hält der Knabe das Lamm,
dass es ihm nicht wegläuft und nicht
hinaufläuft den Zickzackweg
durch die Felsen auf den Berg Gauri Sankar,
wo es im Eis sicher erfröre[.] // 011
05 statt hier warm zu bleiben auf den Knien der Mutter,
darauf ihr Sonnenantliz herabscheint.
Du sollst, mein Lamm, nicht ziehen am Band,
denn sicher willst du nur den Zickzackweg
hinauf durch die Felsen laufen,
wo wir im Eis sicher alle beide erfrören
10 auf dem hohen schneeglänzenden Berg Gauri Sankar.


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Gauri Sankar: Maria, Jesuskind und Lamm

Gauri Sankar heisst der höchste Berg im

Himalayagebirge,

[ an dessen Fuss der Knabe das Lamm hält,

das Spiellamm am Band, dass es ihm nicht

wegläuft

den Zickzackweg hinauf zum See auf halber

Höhe, ]

Der Knabe hält

Am Band hält der Knabe das Lamm,

dass es ihm nicht wegläuft und nicht am

hinaufläuft den Zickzackweg

durch die Felsen auf den Berg Gauri San-

kar,

wo es im Eis sicher erfröre. //

Seite 011 (A-5-c_10_011.jpg)

wie die Mutter versichert

05 statt hier warm zu bleiben auf den Knien der Mutter,

darauf ihr Antlitz Sonnenantliz herabscheint.

Du sollst, mein Lamm, nicht ziehen am Band,

denn sicher willst du nur den Zickzackweg

hinauf durch die Felsen laufen,

wo wir im Eis sicher alle beide erfrören

10 auf dem hohen schneeglänzenden Berg Gauri Sankar.

 

  • Besonderes:

    Darunter ein Pluszeichen und Neubeginn (b*)

    Notiz (S. 130):
    Maria, Jesuskind, Lamm am Fuss des Gauri Sankar: Das Kind ermahnt das Lamm dazubleiben. Der See oben gefroren, Drache tot. Ausserdem eine Expedition der Universität Kioto (Buddhisten) auf dem Weg

  • Letzter Druck: Unpubliziert
  • Textart: Verse
  • Datierung: Vollständiges Datum
  • Fassung: Erste Fassung
  • Schreibzeug: Bleistift
  • Signatur: A-5-c/10
  • Seite / Blatt: 010, 011 (oben)

Inhalt: Notizen, 42 Entwürfe zu 37 Gedichten (1 Endfassung)
Datierung: 6.10.1955 – 7.4.1957
Textträger: schwarzes Notizbuch (Krokodil, Plastik), Bleistift
Umfang: 130 beschriebene Seiten
PublikationDie verwandelten Schiffe (10 Gedichte), GEDICHTE (5 Gedichte), Verstreutes (3 Gedichte)
Signatur: A-5-c/10 (Schachtel 29)

Bilder: Ganzes Buch (pdf)
Spätere Stufen: Manuskripte 1955, 1956, 1957, Typoskripte 1955, 1956, 1957
Kommentar: Die Prosanotate, von hinten her bis S. 117 eingetragen, entstammen der Legenda aurea des Jacobus de Voragine und den religionswissenschaftlichen Studien von Mircea Eliade
Wiedergabe: Edierte Texte, Abbildungen, Diplomatische Umschriften (auch von den Prosanotaten)

Notizbuch 1955-57 (alph.)
Notizbuch 1955-57 (Folge)
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