Dienstag, 15 April 1952

Was aber ist …*

Was aber ist,
dass mir die Glut dieser Wanderung  
schmerzte im Auge. 
Doch riss ich mir aus dieses Auge, 
05 wäre nicht Glut 
immer noch 
und immer noch Mühsal der Wandrung? 
Jetzt noch dringt mir das Bild 
der Büsche am Hang 
10 und der Schleier der Nymphen, 
Sibyllenwort aus den Höhlen, 
Tanz der gestaffelten Vögel, 
über Blüten und Schleier und dem Wort in den Höhlen, 
über dem kahlen Gipfel regerer Schmuck, 

15 dringt mir noch in das Auge 
und in die Glut der Wandrung 
Ruhe nur in der Nacht 
steigt mir ins Fenster 
und Wort der Sibylle entsiegelt 
20 kündet den künftigen Altar.


Seite 027 (C-2-b_05_027.jpg)

Was aber ist, 

dass mir die Glut dies Wanderung 

schmerzte im Auge. 

Doch risse ich mir aus dieses Auge, 

05 wäre nicht Glut 

immer noch 

und immer noch Mühsal der Wandrung? 

Jetzt noch dringt mir das Bild 

der Büsche am Hang 

10 und der Schleier der Nymphen, 

Sibyllenwort aus den Höhlen, 

wogent¿ Tanz der gestaffelten Vögel, 

über Blüten und Schleier und dem 

Wort in den Höhlen, 

über dem kahlen Gipfel regerer Schmuck,

15 dringt mir noch in das Auge 

das nach¿ ihm¿ sah¿ 

und in die Glut der Wandrung. 

Ruhe nur in der Nacht 

steigt mir ins Fenster 

und Wort der Sibylle entsiegelt 

20 kündet den künftigen Altar. 

Rom 15. 4. 52

 

  • Besonderes:

    Ortsangabe: Rom; V. 02 Emendation: dies → dieser

  • Letzter Druck: Unpubliziert
  • Textart: Verse
  • Strophen: ja
  • Schreibzeug: Bleistift
  • Signatur: C-2-b/05
  • Seite / Blatt: 027
  • Status Text: Kontrolliert
  • Umschrift: Kontrolliert
  • Priorität: Hoch

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