Nah sind die Mächte die im Stillen kämpfen
nah sind sie uns noch in der Nacht. // 038
Wie trügerisch ist doch der Friede, da des Tages
wir gehn in Ketten dieses untern Gottes.
05 Dass es ihm also möglich war uns Lichtere zu fesseln
in seine Dunkelheit! Es schüttelt euch
der fremdeste der Schmerzen, wenn ihr des Nachts
kehrt auf geheimem Weg in jenes Tal zurück,
wo an der Kreuzung noch die Liebe wartet
10 noch die Erinnerung an euren ersten Tag
Mahne nicht uns an jenen toten Tag,
nicht uns an das verlorne Reich. Es ist uns
lang im jähen Tag begraben. Die
Sonne stahl was uns die Nacht gewährt.
15 Das was ihr Tag nennt ist noch tiefste Nacht.
Die wahre Leuchte trägt ihr schon mit euch. // 039
Ihr werdet heute noch das Wahre bilden
und jenes Gottes Thron wird stürzen eure Hand.
Die mächtigere Kraft ist euch seit je versprochen.
20 Heut ist der Tag, da ihr sie kühn ergreift.
Nah sind die Mächte die im Stillen kämpfen …* (b*)
- Details
- Konvolut: Notizbuch 1949
- Letzter Druck: Unpubliziert
- Textart: Verse
- Datierung: vollständig
- Fassung: Zwischenfassung
- Schreibzeug: Bleistift
- Signatur: C-2-b/02
- Seite / Blatt: 037 (unten), 038, 039 (oben)

Nah sind die Mächte die im Stillen kämp-
fen
nah ist sind sie uns noch in der Nacht. //

Wie trügerisch ist doch der Friede, da des
Tages
wir gehn in Ketten dieses untern Gottes.
05 Dass es ihm also möglich war uns uns
Lichtere zu fesseln
in seine Dunkelheit! Wie Es fasste euch
in seine Dunkelheit! Wie Es schüttelt euch
der fremdeste der Schmerzen, wenn ihr
des Nachts
kehrt auf geheimem Weg in jenes Tal
zurück,
wo an der Kreuzung noch die Liebe wartet
10 noch die Erinnerung an euren ersten Tag
Mahne nicht uns an jenen toten Tag,
nicht uns an das verlorne Reich. Es ist uns
lang im jähen Tag ver begraben. Die
Sonne stahl was uns die Nacht gewährt.
15 Das was ihr Tag nennt ist noch
tiefste Nacht.
Die wahre Leuchte trägt ihr schon mit
euch. //

Ihr werdet heute noch das Wahre bilden
und jenes Gottes Thron wird stürzen
eure Hand.
Die mächtigere Kraft ist euch seit je
versprochen.
20 Heut ist der Tag, da ihr sie kühn ergreift.
4.5.49
Inhalt: Notizen, 47 Entwürfe zu 39 Gedichten (5 Endfassungen)
Datierung: 5.3.1949 – 7.12.1949
Textträger: Blaues Notizbuch, liniert, Bleistift
Umfang: 130 beschriebene Seiten
Publikation: Gesicht im Mittag (6 Gedichte)
Signatur: C-2-b/02 (Schachtel 79)
Spätere Stufen: Manuskripte 1948-51, Typoskripte 1945-50, 1948-50
Kommentar: 14 Texte rhythmische Prosa, 24 reine Prosanotate und Briefentwürfe
Wiedergabe: Edierte Texte, Abbildungen, Umschriften (19 private Prosanotate nicht erschlossen)