Synopse

(3)
Mittwoch, 18 März 1959    (    )

Leerungszeit (A)

Die Boten holen überall aus den gelben
Kästen die Briefe und tragen
sie auf Fahrrädern zum Postamt.

Unvordenklich lange
05 zurück liegt der Tag, wo der Deckel
so schwer auf dem Topf lag, dass die Boten
kaum von der Stelle
kamen. Sie traten
zwar aufs Pedal. Doch es war
10 eingerostet. Die Säcke wurde nach jedem
Kasten schwerer. Laut lachte
der Mond und lud
sein Lachen dazu auf die Säcke. // 02

Heut ist er traurig und leicht von der Grippe.
15 Die Boten gleiten hurtig zum Postamt.
Der Wind hat den Deckel vom Topf
geworfen, bewegt
die Spieluhr und wirft
einen Brief in den Teich. Was keiner
20 sieht und keinen bekümmert.

In: Manuskripte 1959-60
18.03.1959 * (nicht datiert)    (    )

Leerungszeit (B)

Unvordenklich lang 
zurück liegt der Tag, wo der Deckel
so schwer auf dem Topf
lag, dass der Bote
05 kaum von der Stelle
kam. Das Pedal war
eingerostet. Der Sack wurde nach jedem
Kasten schwerer. Der Mond
lud sein Lachen dazu.

10 Heut ist er traurig und leicht von der Grippe.
Der Bote gleitet zum Postamt.
Der Wind hat den Deckel vom Topf
geworfen, bewegt
die Speichen und wirft
15 einen Brief in den Teich. Was keiner
sieht und keinen bekümmert.

In: Manuskripte 1959-60
Datiert: 1959    (    )

Leerungszeit

Undenklich lang
liegt der Tag zurück, wo der Deckel
so schwer auf dem Topf
lag, dass der Bote
05 kaum von der Stelle
kam. Das Pedal war
eingerostet. Der Sack wurde nach jedem
Kasten schwerer. Der Mond
lud sein Lachen dazu.

10 Heut ist er trüb von der Grippe.
Der Bote gleitet zum Postamt.
Der Wind hat den Deckel vom Topf
geworfen, bewegt
die Speichen und wirft
15 einen Brief in den Teich. Was keiner
sieht und keinen bekümmert.

In: Typoskripte 1959
Manuskripte 1959-60 (alph.)
(Total: 135 )
Manuskripte 1959-60 (Datum)
(Total: 135 )
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