Entstanden: 15. Juli 1958

Der Fremde reicht dir unterm Tor den Ginster.
Doch aus der Lache sticht dich ätzend der Geruch.
Die Katze streicht im Mittag um den Brunnen,
die Katze flieht zum Schatten unterm Sarkophag.
05 Und Daphne flieht ins Tor und flieht zum Brunnen.
Der Baum leckt Lethe, Lethe aus dem Sarkophag.
Die Büste mustert dich mit ihrem Blick aus Stein,
wie eine Katze. Die Katze miaut, du hast sie im Dunkeln
getreten. Das Motorrad heult zwar unterm Blick der Büste,
10 doch ists schon auf und fort. Das Wasser fliesst
im Dunkeln. Lethe, Lethe. Die Lache liegt und sticht.
Vergiss nicht, Daphne, Lethe, Lethe bleibt.
Der Baum gibt Schatten. Und kein Ginster reicht, // 02v
dem Mittag unterm Torgang beizustehn mit Licht.

Infos
  • Details: V. 02 der Geruch] der Urin (Alternativ-Variante)
  • Besonderes: Blatt beidseitig beschrieben; verso Blattmitte: Typoskript (Kühle tropft auf die Blume …)
  • Letzter Druck: Unpubliziert
  • Textart: Verse
  • Datierung: vollständig
  • Fassung: Letzte Fassung
  • Schreibzeug: Tinte
  • Signatur: A-5-c/15_002
  • Seite / Blatt: 02r/v