Entstanden: 09. Mai 1949

Hier ist die Nahrung die uns immer nährte: 
die immer gleiche Stille aller Sommer
die Ströme tief und ohne Arges klar. 
Was ist es das hinweg uns droht zu reissen 
05 in jenen neuen Gang des übergrossen Seins?

<Nicht ist es Leben mehr was ihr noch lebt
fortan ist anders Zeugung und Geburt.
Die Lust der ersten Welt liegt lang im Sterben
und lang ist hohl die Qual der ersten Welt.
10 Wie steht Gestalt des neuen Alters klarer 
sein Frühling ist vom Geiste rein befohlen
die Blumen sind des neuen Herrschers Spiel!
Die Bäume stehen klar doch winterlos.
Der grüne Strom verharrt im gleichen Gang
15 fern von der Not der trocknen Sommermonde
wie von dem Überfluss der Frühlingsschmelzen. 
Ihr werdet anschaun und stets neu gestalten 
aus Glas die Vögel formen und die Fische
aus Erde das Getier in Feld und Wald.
20 Und euer Hauch wird aller Leben sein. 
Die Macht des ersten Gotts die einst die Schlange
– den Kindern allzufrüh – versprach, sie wird
euch endlich heute ganz und gar zu eigen. >

SYNOPSE aller Fassungen:
Infos
  • Details: V. 06-23: Text von Raeber in Spitzklammern gesetzt
  • Besonderes: Verso: Typoskriptdurchschlag in Spiegelschrift (Geduckt zwischen Blättern …)
  • Letzter Druck: Unpubliziert
  • Textart: Verse
  • Datierung: vollständig
  • Fassung: Letzte Fassung
  • Schreibzeug: Bleistift
  • Signatur: A-5-b/02_079
  • Seite / Blatt: 02