Entstanden: 23. Februar 1949

Flügelschlag
der in die Wälder leuchtet 
Schlaf zerbricht:
Weite voller Schnee
05 spurenloser Glanz
Bäume bebend
im Flügelschlag des reinen Windes:
unerbittlich ist das Antlitz
des der da kommt
10 und alles ganz will ungesondert
der das Schlafzerstreute sammelt
in das lichte Werk
des frühen Morgens:

Flügelschlag 
15 hellschattend Leuchten
ins Dickicht
wo die Tiere ruhen:
klar auf einmal ist es.

Der Bauherr steht
20 auf dem Gesims 
und richtet die Gerüste:
zu wölben die neue Kuppel
– von weitem sichtbar schon
aus dem Röhricht am Fluss
25 darauf die weissen Schollen treiben –
alles rein zu wölben
was zuvor zerstreut
in die lichte Kuppel:
vor die leere Bläue
30 vors Auge des grossen Stiers
das tödlich blickende
Geistes Schild.

SYNOPSE aller Fassungen:
Infos
  • Details: V. 02 leuchtet] leuchtend (Alternativ-Variante)
    V. 14-18 eingerahmt
  • Besonderes: Zusammen mit (C*)
  • Letzter Druck: Unpubliziert
  • Textart: Verse
  • Datierung: vollständig
  • Fassung: Zwischenfassung
  • Schreibzeug: Bleistift
  • Signatur: A-5-b/02_056
  • Seite / Blatt: 02 (rechts)